SSD U21 Deutschland - Österreich

  • 21. Spielminute: Unser Torwart springt mit angezogenem Knie in den Gegenspieler.


    Siehe hier, nach ca. 1min:


    Ich war kürzlich bei einer Schiri Schulung. Dort ging es um Ellbogen und Knie, die als "Waffe" eingesetzt werden. Wir wurden eindringlich darauf hingewiesen, dass das zwangsläufig FaD bedeutet. In den unteren Klassen immer, aber bei der U21 anscheinend nicht. Es gab in dieser Spielszene zwar eine Verwarnung und Strafstoß, aber wäre ein FaD nicht auch angebracht gewesen, da das Knie wirklich extrem hoch war und ohne Rücksicht auf Verlust durchgezogen wurde? In unserer Kreisliga B hätte ich schon ernsthaft in Erwägung gezogen, den Torwart vom Feld zu schicken....

  • Aufgrund des anfänglich großen Abstandes zwischen den beiden Beteiligten und des relativ späten Kontaktes - der TW hatte den Ball schon in den Händen - sowie unter Berücksichtigung der Richtung erschiene es mir unangemessen, hier das Knie als "Waffe" zu sehen. Von daher sehe ich das als ballorientiertes Foul - und dann wäre alles in Ordnung; wenn ich einen bösen Tag habe, könnte man sogar auf Stürmerfoul (wie gesagt, der TW hat den Ball schon in der Hand) entscheiden, hier auf Vorteil durch weiterspielen.

  • Für mich der größte Skandal überhaupt, wie man da Strafstoß pfeifen kann!

    Wenn ich jetzt noch lese FaD da falle ich vom Glauben ab.

    Worüber ich mich ärgere, ich habe seit meinen 16. Lebensjahr Torhüter trainiert, das
    Erste was ich meinen Spielern / Torhütern beibrachte, mit dem Knie voran zum Ball springen.

    1. Um sich selbst zu schützen

    2. Damit der Stürmer nicht nochmal kommt


    Nübel fängt den Ball klar vor dem Stürmer und ist in der Luft und wird dann unterlaufen.

    Natürlich trifft er den Stürmer aber der rennt auch blind in den Strafraum.

    Anderes Beispiel zur Verdeutlichung, z.B. TAh geht zum Kopfball trifft den Ball klar und köpft in aus dem Strafraum, dabei läuft ein Stürmer gegen ihn und fällt. Nach der Interpretation von gestern also Strafstoß für den Stürmer und gelbe Karte gegen Tah !X(


    Momentan wird den Torhütern das Leben nur noch schwerer gemacht, beim Strafstoß gibt es jetzt eine gelbe Karte wenn er sich zu früh bewegt, der Schütze kann viermal abstoppen und verzögern nicht passiert.

    Früher war der 5m Raum heilige Zone um den Torhüter zu schützen, wasd den einigen Kollegen/in veranlasst hat ausserhalb des 5m Raumes gar nichts gegen den Torwart zu pfeifen.

    Der Torwart ist nun mal ein besonderer Spieler, der auch besonders geschützt werden müsste, die Regelpäpste haben aber davon keine Ahnung und machen es nun immer schwieriger.

    Natürlich habe ich auch selbst im Tor gespielt und bin so raus gegangen, geht auch gar nicht anders wie soll ich den hoch springen ohne das Sprungbein zu nutzen!

    Jeder der mal selbst als Tw gespielt wird mir hoffentlich zustimmen.

    Was viel schlimmer ist, ich teile hier die Meinung von Manfred, hier auf Stürmerfoul zu entscheiden!:P

    Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist. (Bill Shankly)

  • Manfred sry, aber ein Stürmerfoul kann ich hier wahrlich keinesfalls erkennen; der Stürmer wird nur von Nübels Knie getroffen - denke, die getroffene Entscheidung des SRs auf dem Platz war korrekt!

  • Wenn derTorhüter den Ball nur fangen kann, wenn er auch den Stürmer mit abräumen muss und auch tut, ist das für mich ein Strafstoß. Ich vergleiche das mit der Aktion von Manuel Neuer im WM Finale 14, als er auch den argentinischen Stürmer abräumte um an den Ball zu kommen. Da waren sich am Ende alle Experten einig, dass das eigentlich ein Strafstoß war. Aber nie und nimmer war das ein Stürmerfoul.

  • tillongi Ingo, mit Verlaub, habe mir die Szene nun mehrfach angeschaut; Nübel geht mit dem Knie voraus zum MANN, nicht zum Ball! Wenn ein Abwehrspieler, z.B. unser Freund Pepé, nun so zum Stürmer gehen würde, dann, so wette ich, würde bspw. ein Manfred  unter keinen Umständen dazu plädieren, hier auf Stürmerfoul zu entscheiden!

    Nochmal: der Stürmer wird klar getroffen und die Entscheidung Strafstoß und :gelbe_karte: ist absolut KORREKT! :top:

  • Ich dachte auch, ich sehe nicht recht. Der Ball war ganz klar in den Händen der Torhüters bevor es zum Zusammenprall kam.

    Auf die Idee mit dem "Knie als Waffe" kann nur einer Kommen, der noch nie die Stiefelspitze eines Stürmers zwichen den Zähnen hatte oder auf der Stirn den Stollenabdruck.

    Wenn Nübel den Stprmer ohne Ball trifft, ist für mich der Strafstoß keine Frage.

  • Wir haben also die Optionen Stürmerfoul, Weiterspielen, Strafstoß+Gelb und Strafstoß+Rot und alle lassen sich (aus meiner Sicht) nachvollziehbar begründen. Persönlich tendiere ich dazu, dass die Entscheidung Strafstoß+Gelb die beste Möglichkeit war, aber ich würde keine der Alternativen als klar falsch bezeichnen.


    Jetzt kann man natürlich sagen: Gut für die Schiedsrichter - egal, wie man entscheidet, ist es immer begründbar.

    Trotzdem kann es eigentlich nicht angehen, dass ausgebildete und erfahrene Schiedsrichter hier zu so gegenläufigen Entscheidungen kommen. Insofern besteht hier scheinbar dringender Handlungsbedarf, entweder durch eine Präzisierung in den Regeln oder durch eindeutige Anweisungen vom DFB.

  • Hallo.

    Das Knie als Waffe sieht anders aus, da findet man auch diverse Beispiele auf Youtube. Von daher ist in der Aktion das Fordern eines FaD am Sinn des Fussballs vorbei argumentiert. Was für mich auch auf das Stürmerfoul anzuwenden ist bezüglich dieser Szene.


    ABER: wenn der TW so auf den Ball geht, riskiert er nun mal leider, dass er ein Foul begeht. Denn neben der Absprungbewegung ist hier die Motivation der von tillongi zitierte Punkt 2: Sich robust Platz schaffen, damit der Stürmer bei der nächsten Aktion nicht mehr auf den Ball gehen will. Dass die Stürmer im Zweikampf gegen Torhüter nicht besser sind ist das eine Thema. Aber Kaef hat es ganz gut getroffen: Der Kontakt wird wohlwollend in Kauf genommen. Und dann darf ich mich auch nicht über einen Pfiff beschweren. Von daher vertretbare Entscheidung, die eigentlich auch keiner Präzisierung bedarf, da über die Definition gefährliches Spiel wird zu verbotenem Spiel abgehandelt werden kann.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Bei „Knie, Fuß oder Ellenbogen gegen den Kopf in Kopfhöhe“ gibt es keine Option „Weiterspielen“ oder „Stürmerfoul“.


    Das ist das Risiko des TW, wenn er so zum Ball springt. Wenn er „nur“ mit dem Knie voraus in den Rücken des Angreifers springt, hmmm..., aber nicht beim Kopf.


    Oder will einer behaupten der Angreifer hätte also mit seinem Kopf das Knie des TW gerempelt 🤔.

  • Verzeihung aber jeder der die Szene sieht, Nübel hat den Ball schon und der Stürmer rennt in den Nübel rein.

    Andersrum klar wenn er den Ball nicht trifft, dann kann es nur Strafstoss geben.

    Nochmal der Torwart ist der einzige der den Ball im Strafraum in die Hand nehmen darf, wenn wir jetzt anfangen, den Torwart nicht zu schützen. Wie soll der Torwart dann agieren, ohne zu springen oder die Hände zu nehmen.

    Beim nächsten Mal, läuft einer in den Torwart rein, läßt sich fallen und will Elfmeter.

    Für mich zu 100% kein Strafstoß.

    Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist. (Bill Shankly)

  • tillongi , der Torwart genießt gemäß Regelwerk keinen besonderen Schutz. Das haben die Regelhüter so definiert, müssen wir also umsetzen, ob uns das persönlich passt oder nicht.

    Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr
    wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung
    angesehen.

  • Vor ca. 10 Jahren hatten wir doch eine ähnliche Diskussion bzgl. der Ellbogenvergehen. Auch dabei handelt es sich um eine vermeindlich natürliche Bewegung, wer hoch springt, nutzt die Arme zum Schwung holen. Aufgrund der zahlreichen schweren Verletzungen gab es dann klare Anweisungen, wie diese Vergehen zu sanktionieren sind.


    Aus meiner Sicht sind die Knievergehen ähnlich gelagert, aufgrund der hohen Verletzungsgefahr wird man der hier diskutierten Spielweise sicherlich auch einen Riegel vorschieben und ich bin mir auch sicher, dass die TW (auch mit Hilfe ihrer TW-Trainer :)) ihre Spielweise umstellen werden.

  • Sehe ich halt komplett anders.
    Nur weil es jeder macht und es so trainiert wird heißt das doch nicht, dass es richtig ist.
    Wenn der Verteidiger mit den Stollen voran auf Kopfhöhe angeflogen kommt, sagt auch niemand "aber der hat doch den Ball gespielt".
    (Ok der Ein oder Andere wird das sicher sagen).

    Für meine Geschmack geht bei den TW jetzt schon zu viel durch was bei Feldspieler nicht durchgehen würde.
    Und nein, auch wenn ich nie wirklich TW gespielt habe, man muss nicht mit dem Knie voran springen.. wie du selbst schreibst macht man das "nur" um sich zu schützen und und inbesondere für deine Nummer 2.
    Genau damit beschreibst du doch das Problem es wird absichtlich mindestens mal gefährlich gespielt.

    ich find die Entscheidung richtig und weiß gar nicht was es da zu diskutieren gibt.
    Wenn der TW gerade hochspringt und der Stürmer dann in ihn rein läuft ok lass ich durchgehen.. aber hier?
    Nübel sieht und zieht meines Erachtens absichtlich durch.

    Wenn wir jetzt auch noch dahin kommen, dass es Elfmeter gibt, wenn der Stürmer nachdem er geschossen hat umgehauen wird.. wäre mir das auch noch recht, aber das ist ein anderes Thema

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Ich finde man sollte das mit dem Schutz ein wenig unterscheiden


    Wenn Nübel in dem fall ohne Knie springt und dee stürmer mit vollem Tempo kommt hat Nübel auch mal schnell einen Rippenbruch


    Ich finde das Nübel klar zum Ball geht und auch erst denn Ball Spielt


    Aber schön zu sehen das doch gefühlt jeder anders entscheiden würde

  • Ich finde das Nübel klar zum Ball geht und auch erst denn Ball Spielt

    Das bestreite ich ja gar nicht.
    Aber nur mal als Beispiel.. nehmen wir an es ist nicht Nübel der da den Ball fängt, sondern von hinten kommt ein Verteidiger mit langen Bein angesprungen.
    Dieser trifft jetzt mit seinem langen Bein den Ball... unmittelbar danach aber trifft sein anderes bein/Knie den Stürmer am Kopf.

    Da würde doch auch niemand auf "kein Foul" plädieren.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Das war übermäßig hart vom Torwart. Der Torwart kann den Ball auch wegfausten und seitlich in den Mann fallen. Oder den Ball fangen und sich drehen und umrennen lassen- dann bekommt er zu 100% den Freistoß. Der Angreifer sieht den TW kaum und zieht im letzten Moment zurück- somit versucht der Angreifer einen harten Zusammenprall zu vermeiden. Der Torwart versucht das gar nicht erst.


    Oder um es mit Jürgen Klopp zu sagen: Müssen wir denn erst Blut sehen bevor man diesem Einsteigen Einhalt gebietet?


    Die alte Schule muss bitte der Vergangenheit angehören. Nach der alten Schule mussten die Torhüter sich selbst schützen und es war Gang und Gäbe, die Angreifer bei bestimmten Situationen absichtlich zu verletzen. Ziel: Sich "Respekt" verschaffen. Kollegen Harald Schuhmacher, Tim Wiese oder Oliver Kahn hatten dieses Spiel perfektioniert und sich tatsächlich so Vorteile verschafft. Das kann es nicht sein.
    Auch die Torhüter müssen die Gesundheit ihrer Gegenspieler achten, auch wenn sie natürlich als letzte Instanz vor einem Torerfolg des Angreifers unter besonderem Druck stehen. Es darf aber nicht sein, dass Angreifer in solchen Szenen quasi vogelfrei von Torhütern verletzt werden dürfen.


    Wenn der Angreifer in obiger Szene Schädelfrakturen erleidet und blutend vom Platz getragen wird sind wir uns über den FAD einig. Also bitte.