Doping mit Schmerzmitteln

  • Da gehe ich eher davon aus, dass ab dem Wort Doping ein kognitiver Tinnitus einsetzt und die Verantwortung dann wue beim Rassismus gerne dem Verband überlassen wird.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Sorry, aber das ist nun völliger Unsinn.


    Mal ganz sachlich:

    1. Die flächendeckende präventive Einnahme von Schmerzmitteln ist eine unsportliche Handlung, ergo meldepflichtig.

    2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir als SR das in einer Art und Weise mitbekommen, dass wir eine einigermaßen fundierte Meldung machen können?

    3. Wie positioniert sich der Verband?


    Wie hoch der Anteil der Mannschaften ist, die bezüglich Punkt 1 ein problematisches Verhalten an den Tag legen, ist unklar. Die Studie lässt jedoch vermuten, dass die Zahlen erheblich sein könnten. Dennoch stellt ein solches Verhalten den Versuch da, sich auf diesem Weg einen Vorteil zu verschaffen, also ein Klassiker einer unsportlichen Handlung. Allerdings werden wir Schiris so etwas selten mitbekommen, meist passiert das ja heimlich, still und leise hinter verschlossenen Kabinentüren, wir reden also über Ausnahmefälle und wenn dann tatsächlich mal eine Meldung kommt, wird das die Klassen-/Staffelleiter nicht überfordern. Die größte Bedeutung hat hier aber tatsächlich, dass sich der Verband zur Thematik positionieren muss: Will er, dass wir SR auf so etwas achten und das melden oder nicht? Dies muss klar kommuniziert werden, dann gibt es auch keine Probleme.

  • Moin Manfred - ich glaube, Du hast Dich etwas verrannt, suchst nun den Ausweg und weil keiner da ist, stellst Du auf stur.


    Die Einnahme von Schmerzmitteln ist nicht unsportlich, oder meldest Du auch eine massenweise Einnahme von Brausepulver, eventuell sogar, wenn es nasal aufgenommen wird?


    Der Missbrauch von Schmerzmitteln im Fußball hat nichts mit Doping gemein, hier ist eher Aufklärung gefordert, welche Langzeitschäden auftreten können, aber sicherlich kann niemand vorschreiben, wer warum Schmerzmittel (nicht) einnehmen darf, solange diese nicht den Dopingregularien unterliegen. Und wenn jeder einzelne Schmerzmittel einnehmen darf, dann auch die Mannschaft. Oder willst Du festlegen, dass maximal 5 Leute einer Mannschaft gleichzeitig ein Schmerzmittel eingenommen haben dürfen?

    Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr
    wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung
    angesehen.

  • Ich stehe Medikamenten im allgemeinen sehr skeptisch gegenüber und habe mein Leben lang noch nie welche aus eigenem Antrieb genommen. Nicht mal die berühmte Aspirin nach einer langen Nacht.


    Die Dokumentation fand ich sehr interessant und öffnet sicher einigen die Augen. Dennoch denke ich nicht, dass unsere persönliche Einstellung zu diesem Thema ausschlaggebend für die Definition einer Unsportlichkeit sein kann, was du unter Punkt 1 einfach voraussetzt. Als Fragestellung lasse ich das gerne zu, aber nicht als Axiom.


    Eben da es (momentan) keine Positionierung des Verbandes gibt, kannst du doch nicht die Einstufung einer legalen Einnahme legaler Substanzen als Unsportlichkeit voraussetzen. Und es ist mitnichten alles unsportlich, was einen Vorteil verschaffen soll. Es ist ja gerade Ziel des Spiels, dieses unter Anwendung legaler Methoden für sich zu entscheiden. Training, Taktik, Gegnerbeobachtung usw. zielen alle darauf ab, sich Vorteile im Spiel zu verschaffen. Ist es unsportlich, wenn der eine Regionalligist unter Profibedingungen trainiert und einen großen Scoutingstab unterhält, während bei dem anderen nur nach Feierabend trainiert werden kann?

    In einer Aktion prallten Grevelhörster und Gerick zusammen. Der FC-Stürmer blutete aus der Nase, aber Schiedsrichter Stefan Tendyck aus Gelsenkirchen konnte mit einem Taschentuch aushelfen. Gericks Torriecher wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen: Er markierte das 1:3.


    Westfalen-Blatt (29.5.2017) :D

  • Das hat der Verband, objektiv betrachtet, durch die Anti-Doping-Richtlinien schon getan, Manfred.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Manfred bin hier auch bei StefanP


    Wir als SR sind doch keine ernsthaften "Doping"beauftragten etc.

    Genauso wie wir keine Ärzte sind (außer diejenigen unter uns, die diesen Beruf tatsächlich ausüben) und bei Verletzungen keine Diagnosen stellen, so muss man doch auch hier festhalten, dass dein hier geschildertes Vorgehen uns Kompetenzen doch um ein Vielfaches übersteigt..


    Nebenbei bemerkt, ich selbst spiele auch nebenbei noch im Verein und wenn da der Schiri bei nem Spiel von uns eine Meldung machen sollte, dann wäre das Erste was mir einfiele, Ihn direkt darauf anzusprechen und uns die Grundlage seines Handelns bis aufs Kleinste zu erläutern!

  • Das hat der Verband, objektiv betrachtet, durch die Anti-Doping-Richtlinien schon getan

    Dann warten wir mal ab, ob die als Folge der Studie geändert werden - eigentlich müsste das passieren ...

  • Warum? Doping wird für Wettkampfsport über die WADA definiert, die wiederum Listen veröffentlicht, die Substanzen mit Dosierung und Methoden (Blutdoping z. B. mit dem Austausch des Blutes zur Erhöhung der Sauerstoffaufnahme) definiert, die hierunter fallen. Wenn Schmerzmittel hierzu gehören sollten, stünden die Substanzen konkret, wie bei gewissen Opiaten der Fall, auf diesen Listen der WADA. Die Listen werden ständig aufgrund von Befunden und neuer Forschungsergebnisse aktualisiert, daher braucht der DFB nur auf Neuerungen hier zu reagieren.


    Daneben ist Doping mittlerweile eine Straftat, da spielt eine gefühlte Unsportlichkeit keine Rolle. Nur mal hinsichtlich der Konsequenzen, die eine solche Meldung hätte.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Es besteht für einen nationalen Verband durchaus die Möglichkeit, die Liste der verbotenen Substanzen/Handlungen zu erweitern, solange das nur für nationale Wettbewerbe gilt, es wäre sogar eine einfache DFB-Anweisung zu den Fußballregeln möglich.


    Und zur Meldung: Solange man nur meldet, was man tatsächlich wahrgenommen hat, kann, darf und soll uns nicht interessieren, welche Konsequenzen das hat.

  • Manfred, machen sie aber nicht, wie im von mir geposteten Ausschnitt der Verfahrensordnung des DFB zu lesen ist, sie verweisen explizit auf die WADA. Und warum sollten sie auch, hier gibt es mit WADA und NADA zwei Organisationen, die sich schwerpunktmässig mit dem Thema auseinander setzen und qualifizierte Studien führen. Der DFB müsste dann komplett neue Strukturen schaffen, um rechtssichere Vorgaben zu machen, sowohl im Strafrecht als auch Sportrecht. Der CAS würde höchstwahrscheinlich alles kassieren, was nicht wissenschaftlich fundierte Begründung liefert.

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  • Sry, aber ehrlich gesagt verstehe ich noch immer nicht, warum du - ja beinahe schon zwanghaft - überhaupt was melden musst?!

    Hier ging es nicht um die Meldung des konkreten Sachverhaltes, es war eine Entgegnung auf die Aussage über potenzielle Nach-/Auswirkungen einer Meldung, ganz unabhängig vom Thema. Und es muss und tatsächlich egal sein, welche Folgen eine Meldung haben kann, die Meldung muss eben nur dem entsprechen, was wir wahrgenommen haben. Übrigens kann das jeden von uns ganz schnell betreffen, schon eine Verletzung eines Spielers kann zu einem Strafverfahren führen, von einer Tätlichkeit ganz abgesehen (das hat mich sogar als Zeuge schon durch zwei Instanzen getrieben - dem einen Beschuldigten konnte ich helfen, weil er zum Tatzeitpunkt tatsächlich nicht am Tatort war, der andere Beteiligte hatte Glück, dass ich ihn im Rudel nicht genau genug ausmachen konnte, auch wenn ich keine vernünftigen Zweifel habe, dass er der Täter war - genau das habe ich übrigens auch vor Gericht so ausgesagt).

    Der CAS würde höchstwahrscheinlich alles kassieren, was nicht wissenschaftlich fundierte Begründung liefert.

    Ich stelle mir gerade vor, wie der Kreisligist sich bis vor den CAS klagt … Letztlich ist es mir egal, ich erwarte nach der Studie und der "entsetzten" Reaktion des DFB-Präsidenten eine Aussage, wie wir SR uns verhalten sollen, wenn wir so etwas feststellen - und das halte ich nicht für zu viel verlangt, inhaltlich kann ich vielleicht anderer Meinung sein, dennoch wird das genau so umgesetzt.

  • Warum nicht? Es werden Strafen ausgesprochen, Einspruch eingelegt, das geht die Instanzen hoch, inklusive Zivilklage wegen Unrechtmässigkeit. Inklusive Einzelklagen ggf. verurteilter Spieler.


    Aber schau nal speziell in die hessische Strafordnung, Paragraph 23 a). Da ist auch explizit von verbotenen Substanzen die Rede. Der Verband hat hier keine Handhabe nach aktueller Regelung, eine Änderung müsste formell mittels Satzungsänderung beantragt werden. Und von unserem glorreichen Oberhäuptling kam bisher eigentlich nur die Aussage, dass "kommuniziert" werden soll. Wird also wahrscheinlich darin enden, dass bittebitte gesagt wird, kurz Betroffenheit gezeigt wird und anschließend wieder normal weiter gemacht wird. Wie es z. B. nach dem Freitod von Robert Enke oder dem Selbstmordversuch von Rafati der Fall war. Erhoff Dir nicht zu viel, vor allem nix, was in Richtung Sanktionen geht.

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    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Manfred  
    Die Frage ist doch eher wo willst du die Grenze ziehen bei Dingen die du meldest und welche nicht?
    Du willst melden z.B. das "irgendwelche Tabletten" verteilt wurde. Könnte aber auch nur Traubenzucker sein
    Meldest du auch wenn die Mannschaft Magnesium Tabletten in ihre Trinkflaschen tut?
    Könnte ja auch Doping sein.

    Wenn du melden willst das "die irgendwelche Dinge genommen haben und das könnte unsportlich sein" kommst du doch aus dem melden gar nicht mehr raus.
    Dann müsstest du alles melden was irgendwie unsportlich sein könnte. Wo willst du denn die Grenze ziehen?

    Es gibt ein paar klar geregelte Dinge: Gewalt, Diskriminierung, falscher Platzaufbau die relativ klar sagen was gemeldet werden soll.

    Wenn jetzt z.B. das ganze Team mit Tape an den Knien aufläuft willst du das auch melden?
    Ist meiner meinung nach aktuelle genau so unsportlich (oder auch nicht) wie die Einnahme von Schmerzmitteln.
    Das ist doch der Punkt auf den hier alle hinaus wollen.

    Das die Schmerzmittel auf Dauer sicherlich nicht gut sind, darum geht's hier ja gar nicht (mehr).
    Denn selbst wenn die Spieler dir sagen:" Ja wir nehmen alle Iboprofen vor dem Spiel" sehe ich keine Grundlage für eine Meldung.
    Ist (zumindest im Moment) noch genauso als wenn sie sagen "Ja wir trinken alle Wasser vor dem Spiel".

    Solange da also nichts vom Verband kommt oder Schmerzmittel auf dei Dopingliste kommen sehe ich nichts was gemeldet werden muss oder soll

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D