Alles Gelb oder was?

  • Ja, und genau deshalb, weil es nicht klar ist, entscheide ich nach gesundem Menschenverstand und lasse den Torwart wechseln. Ich bestrafen doch nicht die Heimmannschaft, die sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, für die Dummheit oder Sturheit des gegnerischen Torwartes. Entweder er wechselt die Farbe oder er kann nicht mitspielen.

  • Bei uns mit den Farben ist es folgendermaßen geregelt:


    Der SR stellt fest, ob man mit den Vorgeschlagenen Farben spielen kann oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen das die Vereine unter sich klären, wer nun wechselt und wer nicht. Dem SR geht dies nichts an, wer wechselt und wer nicht. Lediglich stellt er eben fest, ob man so spielen kann oder nicht.


    Diese Regelung finde ich persönlich sogar sehr gut, da ich mich nicht mit den Mannschaften streiten muss, sondern denen ihr Bier ist!

  • So habe ich das auch gehandhabt und finde auch, dass das die beste Lösung ist. Wir sind ja nicht im Kindergarten!

    Führt die Nicht-Einigung dann zum Spielausfall?


    Bei uns steht übrigens folgendes in der Spielordnung:

    Zitat

    § 54 Spielkleidung


    (1) Jede Mannschaft muss in einheitlicher Spielkleidung spielen. Die Kleidung des Torwarts hat sich von der Spielkleidung seiner Mitspielerinnen /Mitspieler und des Gegners deutlich zu unterscheiden. Die Farbe schwarz ist dem Schiedsrichter vorbehalten.

    (2) Haben zwei Mannschaften die gleiche oder zur Verwechslung neigende Spielkleidung, ist der Platzverein verpflichtet, in anders farbiger Spielkleidung anzutreten.


    Bin mir ziemlich sicher, dass im Zweifel immer der Platzverein das Nachsehen hat.

  • Hallo.


    Stimmt so nicht. Je nach Spielordnung kann es auch der Gast sein, wobei grundsätzlich die Mannschaft wechseln muss, die in nicht gemeldeten Farben spielen will, wenn die andere Mannschaft in gemeldeten Farben spielen will.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Stimmt schon jambala, ich hatte auch bewusst geschrieben, dass sich das je nach LV und Liga unterscheiden kann - aber wo es so geregelt ist, wie smrik_mirkin das beschreibt, ist es eben so.

  • (2) Haben zwei Mannschaften die gleiche oder zur Verwechslung neigende Spielkleidung, ist der Platzverein verpflichtet, in anders farbiger Spielkleidung anzutreten.

    Ich habe das (für mich) entscheidene Wort mal gefettet. Der Torwart ist Teil seiner Mannschaft, aber nicht DIE Mannschaft.

  • Manfred, der Farbwechsel bezieht sich immer auf die Mannschaften und es ist immer die explizite Nennung des TW, der sich unterscheiden MUSS, gegeben. Wie soll hieraus eine Verpflichtung abgeleitet werden, dass sich die komplette gegnerische Mannschaft umziehen muss, wenn nur der TW sich nicht unterscheidet?

    Als Trainer würde ich mich bei ansonsten gegebener Unterscheidung weigern und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit recht bekommen im Sportgerichtsverfahren.


    Genau so mit den Farben, hier sind die Vorgaben doch auch recht eindeutig: Gemeldete Farbe hat Vorrang, kommt es zum Konflikt hat sich die in der Spielordnung definierte Mannschaft umzuziehen. Macht sie es nicht, Spielausfall und Meldung. Man kann klare Anweisungen auch unnötig kompliziert auslegen.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Bei uns gibt es nicht mal gemeldete Farben (soweit ich weiß).
    Oder ich wüsste z.B. nicht wo ich diese Farben einsehen könnte.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Zitat

    Man kann klare Anweisungen auch unnötig kompliziert auslegen.

    Wenn es hier eine Diskussion gibt kann die Regel ja nicht so klar sein.



    Zitat

    Wie soll hieraus eine Verpflichtung abgeleitet werden, dass sich die komplette gegnerische Mannschaft umziehen muss, wenn nur der TW sich nicht unterscheidet?

    Eine Interpretation:


    Der erste Punkt regelt die Farbkonstellationen und dazu gehört, dass sich die Torhüter von den Spielern farblich unterscheiden müssen. Da ist keine Verpflichtung des TW inbegriffen, diesen Zustand herzustellen.


    Der zweite Punkt regelt die Wechselpflicht bei Konflikten. Hat der TW die gleiche Farbe wie der Gegner, dann haben die Mannschaften (TW ist Teil einer Mannschaft) zur Verwechslung neigende Spielkleidung. Also muss der Platzverein wechseln.


    Ich verstehe auch nicht, warum diese Interpretation für euch so unvorstellbar ist? Der Gedanke dahinter ist:

    - Der Gastmannschaft wird zugestanden, nur einen Satz Trikots mitzunehmen.

    - Von der Heimmannschaft wird erwartet, dass sie an ihrem eigenen Spielort wechseln kann. Sie ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich.

    - Die Mannschaften haben sich spätestens nach der Anreise abzusprechen (und auch dafür hat die Heimmannschaft zu sorgen).

    - Wenn die Heimmannschaft jetzt dasselbe anzieht, dann hat sie sich etwas zu Schulden kommen lassen.


    Verstößt das jetzt gegen den gesunden Menschenverstand?

  • Zitat

    Ich glaube, dass wir auch diese Diskussion schon mehrfach geführt haben und zur Erkenntnis gekommen waren, dass sich die Spielordnungen je Verband unterscheiden ...


    Unbenommen, aber damit ist die Frage ja nicht geklärt, wie man eine konkrete Spielordnung zu verstehen hat und warum das so geregelt ist.

  • Wer sich umzuziehen hat, ob Heim oder Gast, hat auf die Grundsatzfrage, ob generell bei Farbgleichheit mit einem TW eine Wechselverpflichtung der betroffenen Mannschaft begründet ist, wenig Auswirkungen. smirk_mirkin : Du widersprichst Dir, wenn Su anführst, dass keine Verpflichtung des TW gegeben ist, denn gemäß §54 der von Dir zitieren und von Dir anzuwendenden Spielordnung ist doch explizit die Unterscheidung zur eigenen als auch der gegnerischen Mannschaft durch den TW gefordert. Wie kann das keine Verpflichtung des TW sein, wenn diese Forderung explizit so formuliert ist?


    Ein Ignorieren dieses Passus stellt aus meiner Sicht eine Regelbeugung dar, die im Zweifel eine sich ordnungsgemäß verhaltende Mannschaft benachteiligt und zusätzliche Verpflichtungen mit sich bringt (Probleme mit Unterziehkleidung, Sponsorenzahlungen).

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Zitat

    Ein Ignorieren dieses Passus stellt aus meiner Sicht eine Regelbeugung dar, die im Zweifel eine sich ordnungsgemäß verhaltende Mannschaft benachteiligt und zusätzliche Verpflichtungen mit sich bringt (Probleme mit Unterziehkleidung, Sponsorenzahlungen).


    Ich ignoriere ihn nicht, ich verstehe ihn anders. "Der Torwart soll sich farblich unterscheiden" ist nicht zwangsläufig als Aufforderung an den TW zu lesen, sondern kann auch als Beschreibung eines Sollzustands verstanden werden, unabhängig wer dafür zuständig ist.

    Sprachlich gesehen sind halt beide Deutungen möglich und begründbar.

    Jetzt wäre es interessant zu erfahren, wie es gemeint sein soll oder vom Sportgericht entschieden würde.

  • Da steht aber nicht "soll" sondern "hat sich zu unterscheiden". In den Regeln steht "tragen Farben, durch die sie sich[...] klar unterscheiden ". Also definitive Formulierungen. Und das macht daraus eine Pflichtbestimmung und keine Kannbestimmung.


    Gemäß der Aussage meines Lehrwart (bin jetzt im FV Rheinland und nicht mehr im SFV, Auslegung ist aber gleich) hat der TW für die Unterscheidung zu sorgen, notfalls mit Trainingsjacke oder ähnlichem.

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    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Und das macht daraus eine Pflichtbestimmung und keine Kannbestimmung.

    Aber es sagt nichts darüber aus, ob es eine Pflicht vom TW selbst ist.. oder eine Pflicht der Mannschaft bzw des Vereins generell.
    Da steht halt nur, dass das so zu sein hat. Wer dafür veranwortlich ist steht da nicht.

    Damit dann halt die Heimmannschaft in die Pflicht zu nehmen (weil die generell für die passenden Trikotfarben sorgen müssen) halte ich für nicht so abwegig.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Es steht aber auch nicht eindeutig da, dass sich die gegnerische Mannschaft umziehen muss, damit der TW in seinem Trikot spielen kann, weshalb ich das auf Grundlage der Regeln als auch der SO nicht eindeutig begründen kann. Das ist reine Interpretation und nicht getreu des Wortlautes, noch dem Sinn nach.


    Das ist eine Herleitung, die für mich aufgrund der Regeln als auch der mur für meinen Bereich genannten Auslegung der SO als auch der Regeln nicht in Frage kommt.

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    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Und bei uns wäre es Gast, sowohl im FVR als auch im SFV.

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    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Ist diese Regelauslegung in Sachsen verbindlich abgesichert? Dann würde ich auf euren Plätzen demnächst mal für etwas Stimmung sorgen, in dem ich in einer Trainergruppe alle sächsischen Trainer dazu aufrufe, ihren Torwart in den Farben der Heimmannschaft auflaufen zu lassen. Es steht ja nirgends, was ein Torwarttrikot eigentlich ist, also hat bestimmt irgendwer in der Mannschaft ein Deutschland- oder Bayerntrikot, ein blaues Funktionsshirt oder einen grünen Pullover, auf den man zur Not mit Tape eine "1" auf den Rücken pappt. Wenn dann beim Spielausschuss erstmal ein paar Dutzend Beschwerden von Heimteams, die sich wegen des Gästetorwarts umziehen mussten, eingegangen sind, mal sehen wie lange diese Regel noch angewendet wird...:muhaha:

  • Ich bin hier meist nur stiller Leser.. aber da muss ich mich doch einmal einmischen.


    Unabhängig vom Verband, darf und muss doch jeder SR seinen Verstand nutzen. Und dieser sagt, dass der TW sich natürlich umzuziehen hat und nicht die gesamte andere Mannschaft.

    Sollte das gegenteilige passieren, kann man sich sicher sein, dass der zuständige Schiedsrichterausschuss sich melden wird und mal nachhakt, was da los war.

  • Ach JulianW, das ist selbstverständlich - schwierig wird es doch eben nur, wenn der TW glaubhaft erklärt, sich nicht umziehen zu können ...