Was ist bloß auf den Sportplätzen los?

  • Der Pressetext gibt nun irgendwie gar nix her, vielleicht kann ann aber einer der Kollegen hier dazu mehr sagen.


    Das erstmal vorweg.


    Warum der Kollege nun abgebrochen hat ist eigentlich völlig egal. Seiner Empfindung nach fühlte er sich nicht mehr in der Lage das Spiel fortzusetzen.

    Das ist völlig Subjektiv und das kann keiner von uns in irgendeiner weise nachvollziehen noch beurteilen.


    Ob das nun ein verschuldeter Spielabbruch seitens einer oder beider Mannschaften war, hat das Sportgericht zu entscheiden.


    Warten wir das Urteil ab, mit den dürftigen Mitteilungen aus der Presse sollten wir uns kein Urteil erlauben.

  • Sorry SixtSCTF, selbst der dürftige Pressebericht erlaubt schon einige Einblicke:

    Zitat

    … und uns auch zwei glasklare Elfmeter verweigerte“. Proteste vonseiten der Gastgeber habe es gegeben … so, wie man es am Wochenende auch in der Eifel oft erlebt …

    Wenn ich also mal an meinen Fingern abzähle, dass bei einem 0:0 zwei Strafstöße "verweigert" werden, brauche ich wahrlich nicht viel Phantasie um mir vorzustellen, was "in der Eifel" los war. Sicher, es kann sich auch um eine Überreaktion des Schiedsrichters gehandelt haben, aber sooooo unvorstellbar wie die Vereinsvertreter das schildern, erscheint mir die Angelegenheit dann doch wieder nicht. Ab und an komme ich ja auch auf Dorfsportplätze, das ist schon anders als in der Stadt (positiv wie negativ).

  • Hielt ich jetzt nicht für besonders aufregend. Sowas wird mir ständig vorgeworfen genau wie die gefühlt 49 nicht gepfiffenen Handspiele und die 236 falschen Abseitseintscheidungen pro Spiel.

    Vergiss nicht die spielentscheidenden Einwürfe an der Mittellinie, die immer falsch herum gegeben werden :-))

  • ..hier ein Artikel über einen möglicherweise "ungerechtfertigten" Spielabbruch vom vergangenen WE: FUPA.net


    marvinc92 weißt du hier evtl mehr??


    Da muss ich passen. Habe davon nichts mitbekommen. Der Fußballkreis Eifel ist üblicherweise ein ruhiger und vor allem sehr großer, ländlicher Sportkreis, von den man nicht viel mitkriegt, weil dieser so abgelegen liegt.

  • Sowas wird mir ständig vorgeworfen genau wie die gefühlt 49 nicht gepfiffenen Handspiele und die 236 falschen Abseitseintscheidungen pro Spiel.

    Darauf antworte ich meistens "Ja, mir fehlt der Video-Assistent auch manchmal. Ihr könnt ja beantragen, dass ihr zum nächsten Spiel einen kriegt." Da habe ich dann meistens die Lacher auf meiner Seite, selbst von den Spielern, die sich gerade noch furchtbar benachteiligt fühlten...

  • Stimmt. Der Artikel sagt gar nichts aus. Es kommen ja auch nur die zu Wort, für die es ja sowieso völlig normal ist, dass Woche für Woche die Schiedsrichter beleidigt, beschimpft und bisweilen auch bedroht werden. Ganz zu schweigen von der Häme, die permanent über ihnen ( uns ) ausgeschüttet wird.

    Vielleicht hatte der Kollege einfach die Schnauze gestrichen voll und hat endlich mal ein Zeichen gesetzt, dass wir nicht die Fußabtreter der Woche sind. Manfred hat das schon richtig gesagt. Bei dem, was dem Kollegen vorgeworfen wird ( zwei angebliche Szrafstöße etc ) kann ich mir lebhaft vorstellen, was die -vermutlich- 10-20Zuschauer ( viel mehr sind das in dieser Klasse nicht ) dort veranstaltet haben. Zumal ich selbst auch in einem sehr ländlichen Raum unterwegs bin und weiß, was da abgeht, hat man die erstmal gegen sich.

    Bei uns findet gerade eine z.T. öffentliche Diskussion über das Verhalten von Zuschauern in vielen Vereinen unseres Kreises gegenüber den Schiedsrichtern statt und darüber, ob das noch länger hinnehmbar ist, zumal wir dadurch immer wieder junge und talentierte Leute verlieren.

    Immer mehr Kollegen sind nicht mehr bereit, sich Woche für Woche so behandeln zu lassen und denken auch schon mal daran, das Spiel abzubrechen.

    Es darf nicht normal sein, dass der Sportplatz ein rechtsfreier Raum ist.

    In welcher Sportart gibt's das denn noch?

  • und hat endlich mal ein Zeichen gesetzt, dass wir nicht die Fußabtreter der Woche sind

    Und auch in diesem Falle bin ich voll bei dem Kollegen.


    Inzwischen gibt es auf jeder Sportanlage in Hamburg diese Schilder (sind vom Verband einheitlich gefertigt worden) wobei einige Kollegen und ich dafür sorgen, das die Ankündigung auf diesem Schild kein Lippenbekenntniss bleibt.



    Mit schöner Regelmässigkeit wird der Heimverein aufgefordert:


    "Entweder der Zuschauer verlässt die Anlage oder das Spiel ist zu ende". Bemerkenswert dabei: Erst der Zusatz "oder das Spiel ist zu ende" erzeugt bei den Verantwortlichen des Vereins den nötigen Handlungsbedarf.


    Oftmals höre ich dann in meinem Rücken irgendjemandem zum MV-Heim (sinngem.) sagen "Der Schiri gehört zu denen die das durchziehen also schmeiß den Spinner da von der Anlage sonst bricht der das Spiel ab"

  • Inzwischen gibt es auf jeder Sportanlage in Hamburg diese Schilder

    Das wird bei uns so gehandhabt. Deshalb schicke ich den Zuschauer zu seinen geparkten Auto. Bestimmte Sportanlagen hier sind riesengross, haben neben Fussball-, auch Lacrosse-, Tennis-, Rugby-, Football-, und Soft/Baseballplätze. Wenn der Zuschauer nun in seinen Auto sitzt, verhindere ich, dass er/sie andere Schiedsrichter auf den Nebenplätzen auch anpöbelt.

  • Bei uns gibt es diese Schilder schon seit Jahren! Mich nervte mal ein Zuschauer so sehr, dass ich bei einer Spielunterbrechung den Spielführer gebeten habe, den Mann von der Anlage zu verweisen, er hat 2 Min. Zeit! Der Spielführer meinte, es wäre doch nicht so schlimm, wenn der Zuschauer dauernd rumlabert. Ich darauf nur, eine halbe Minute ist bereits vergangen! Dann ging alles blitzschnell!

  • wäre doch nicht so schlimm, wenn der Zuschauer dauernd rumlabert. Ich darauf nur, eine halbe Minute ist bereits vergangen! Dann ging alles blitzschnell!

    Tja @kanarien3 Du gehörst ja auch zu der Sorte Schiri, denen bereits ein "Schirifell" gewachsen ist, und denen man abkauft, das sie so etwas gnadenlos durchziehen.


    Viele haben aber nicht dem Mumm, den Spielabbruch in solcher Fällen als Druckmittel bereits präventiv einzusetzen. Sie handeln erst, wenn "das Kind in dern Brunnen gefallen" ist.

    Und plötzlich ist dann das Spiel zu ende und der Schiri ist wegen dem nicht gegebenen Elfer schuld.


    Übrigens: Noch mehr Wirkung zeigt die Forderung nach entfernen eines Zuschauers mit einer Feststellung der Personalien zwecks Strafanzeige zu verbinden.

    Zitat

    Im Sommer letzten Jahres ging ich die wenigen Schritte bei einer Spielunterbrechung zur Coching Zone Heim und forderte den MV-Heim (mit lauter Stimme) auf, einen konkret beschriebenen Zuschauer von der Anlage zu entfernen und die Personalien zwecks Strafanzeige festzustellen zu lassen.

    "Beleidigung ist eine Straftat! Ich bitte darum den Herrn mit den Regenschirm dort drüben von der Anlage zu entfernen und die Personalien zwecks Strafanzeige feststellen zu lassen. Das Spiel ist so lange unterbrochen."

    Die Bank der Gäste bekam das mit und plötzlich spurtete ein AW-Spieler [Gast] um den Platz herum zu dem Regenschirmheini worauf dieser fluchtartig die Sportanlage verließ.

  • Ja. Geht doch. Die einzigen, die dafür sorgen können, dass das auf den Plätzen aufhört, sind wir selbst. Wir haben viel zu lange stillgehalten und weggehört.

    Ich kann den Spruch "weniger hören, mehr sehen" nicht mehr hören.

  • In der HAZ steht etwas mehr zu dem Umständen, weshalb der Vater überhaupt auf den Platz lief, auch wenn dies natürlich nicht sein Verhalten rechtfertigt


    HAZ

    Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt. (Dieter Hildebrandt)

  • Da passt aber etwas überhaupt nicht zusammen:
    Polizei: „Er ließ sich nach dem Spiel nur schwer beruhigen zeigte kein Unrechtsbewusstsein“
    Verein: "Allerdings habe sich der Vater bei dem Schiedsrichter entschuldigt, bevor die Polizei eingetroffen war."

    Unabhängig davon, dass so etwas überhaupt nicht geht und nach der Schilderung war gepfiffen und verwarnt worden war (ob das womöglich "mehr" gewesen ist, ist letztlich unerheblich), glaube ich doch mehr der Polizei und halte das Verhalten des Vereins (Weichspülerei) für sehr merkwürdig.

  • Zitat

    Ob der Spielabbruch allerdings zwingend notwendig war, daran hat Hristoforidis – selbst aktiver Schiedsrichter – seine Zweifel. Ihm zufolge hätte Seider „mit ein wenig Fingerspitzengefühl“ die Partie fortführen können.

    Sorry, Karte aus der Hand schlagen mag zwar kein zwingender Abbruch sein, aber wenn der SR in dem Moment so entscheidet, dann ist das zu respektieren - gerade von einem SR-Kollegen. Daran ändert es auch nichts, dass der SR sich (angeblich) noch länger auf der Anlage aufgehalten hat; wo kommen wir denn da hin, wenn ein Abbruch nach einer unbestrittenen Tätlichkeit gegen den SR nur dann noch gerechtfertigt ist, wenn der Schiri sich auch danach noch bedroht fühlen muss; klingt irgendwie nach "Vorfahrt nehmen und den anderen zur Vollbremsung zwingen ist doch auch nicht schlimm, es hat doch keinen Unfall gegeben".