Beiträge von Dingmader

    Ich hatte auch mal ein Spiel, wo ich angegangen wurde. Der Spieler hat mich mit beiden Armen vor die Brust gestossen. Ich habe ihn per :rote_karte: vom Platz geworfen, aber ich habe weiterspielen lassen. Ich hatte das nicht mal auf dem Schirm, dass ich abbrechen hätte sollen. Das Spiel ist mir dann auch entglitten. Dass ich da nicht konsequent gehandelt habe, wird ein Teil des Problems gewesen sein.

    Aber du hast daraus gelernt würde ich behaupten.

    Ich habe auch instinktiv das Spiel abgebrochen. Für dich war halt der Punkt: mir ist nichts passiert, weiter gehts.


    Ich stelle mal die Behauptung auf, dir passiert das auch nicht mehr.

    Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, hättest du das Spiel nicht weiter leiten können?


    Für mich Persönlich ist ein schubsen kein Grund für einen Abbruch wenn ich das Spiel im Griff habe.

    Ich schnappe mir mal das hier, weil die Diskussion danach schon relativ klar meiner Meinung entspricht.

    Natürlich hätte ich das Spiel weiter leiten können. Körperlich ist mir nichts passiert, das Spiel hatte bis dahin 1x Gelb und ich bin selbst nach dem Abbruch noch mit den Spielern zusammen Richtung Kabine. Ich hatte somit volle Spielkontrolle und auch vorher absolute keine Spannung auf dem Platz. Hier reden wir wirklich von einem Idioten der Schuld ist, das ich gegangen bin.


    Warum also habe ich nun abgebrochen? Eigentlich sollte es selbsterklärend sein.

    Sobald ein Spieler mich tätlich angeht (egal in welcher Intensität) ist das Spiel für mich vorbei. Hier geht es auch nicht nur pauschal um mich.

    Wir haben auch andere Schiedsrichter, die das vielleicht nicht so einfach wegstecken. Wir haben junge Schiedsrichter die damit nicht umgehen können.

    Wenn ich in diesem Moment toleriere, dass ein Spieler mich tätlich angeht dann heißt es das nächste mal: "jetzt hab dich nicht so, der andere Schiedsrichter hat auch weiter gemacht".

    Das war auch ganz klar mein Hauptbedenken. Wie gesagt, ginge es hier um mich wäre das Spiel ganz normal weitergeführt worden. Rote Karte und fertig. Aber es geht hier nicht nur um mich. Es geht um jeden einzelnen Kollegen dem das Gleiche passieren kann und der dann auch vor dieser Entscheidung steht. Ich hoffe jeder dieser Kollegen trifft die Gleiche Entscheidung, denn nur dann werden wir dem Problem wenigstens etwas Herr.

    Ich bin jetzt 12 Jahre Schiedsrichter. Ganz ehrlich von so einem Idioten lasse ich mir meinen Spaß daran nicht verderben. Aber einer der es erst 2 Jahre Schiedsrichter ist, kann danach die Flinte ins Korn werfen. Ich habe das leider schon zu oft mitbekommen.

    um das hier auch mal zu hinterlassen.


    Letzte Woche hatte ich persönlich einen Spielabbruch nach 60 Minuten.

    Ein Spieler kam nachdem ich ihn mit gelb-rot runterwerfen wollte und sich ein Spieler zwischen uns stellte (dieser wollte den Spieler damit eigentlich entfernen), um diesen herum und schubste mich.
    Mir ist nichts passiert, ich habe abgebrochen und bin nachhause gefahren.


    Am Sonntag kam das Urteil.

    14 Pflichtspiele Sperre und zusätzlich darf in dem Zeitraum auch kein Freundschaftsspiel von diesem Spieler getätigt werden.
    Verurteilung laut Urteil: "Tätlichkeit in einem leichten Fall am Schiedsrichter und verursachen eines Spielabbruchs"

    Wobei auch zur Wahrheit gehört, dass diejenigen Schiedsrichter, die man über Lehrabende usw. nicht erreicht, man auch nicht über andere Kommunikationswege erreicht.

    Nichtsdestotrotz ist die Kommunikation nach unten an die Basis doch noch sehr ausbaufähig.

    Da muss ich etwas widersprechen. Meist sind es zumindest bei uns gerade die Schiedsrichter die auch aktiv sind im Lehrabend.

    Allerdings gehört auch zur Wahrheit das gerade während Corona ein Lehrabendbesuch gut überlegt werden muss. Ich persönlich habe auch den letzten nicht wahrgenommen, da ich Freitags für 9 Tage in den Urlaub gefahren bin und nichts riskieren wollte.
    Andere haben vielleicht selbst Familie zuhause, die gefährdet ist, oder gehören selbst der Gefahrengruppe an.


    Natürlich müssen wir nicht davon sprechen, das die Kommunikation an die Basis einfach nur schlecht ist.

    Jeder Landesverband kocht sein eigenes Süppchen und ist dann mitten im Jahr oft nicht mal in der Lage diese Suppe auch noch zu "verköstigen".

    Regeländerungen die nicht zu Saisonbeginn bereits klar sind, werden kaum Kommuniziert und die Schiedsrichter die nicht alles von sich aus erlesen sind meist die, welche die Arschkarte gezogen haben.

    Ich hab die selbe Frage mir auch in der Situation gestellt.


    Für mich war es deshalb ein freier Ball, da der Torhüter zu keiner Zeit die Ballkontrolle hatte. Weder mit der Hand, noch mit dem Fuß.

    So wie der Ball sprang, ist er in der gesamten Zeit spielbar für jeden Spieler und somit war es meiner Meinung nach in Ordnung hier weiterspielen zu lassen.

    Dingmader, es wurden mit der Zeit regelmäßig Spiele von 2. Mannschaften von Vereinen ohne Soll nicht mehr besetzt, wenn alle verfügbaren SR für aufstiegsberechtige Mannschaften benötigt werden. Das wurde oft genug kommuniziert, sowohl zu den Vereinen hin als auch innerhalb des Kreises. Das Problem mit der anderen Handhabe ist doch genau der Grund, warum die Gruppenreform im SFV kommen wird und kommen muss: weil anders der Spielbetrieb gar nicht mehr gewährleistet werden kann. Nur dass sich speziell im Nordsaar Gruppen dagegen wehren, die genau dieses Schema seit Jahrzehnten fahren was aber heutzutage nicht mehr funktioniert, weil eben Verluste nicht mehr kompensiert werden können. Wenn ich mir ansehe, dass Gruppen mit weniger als 20 Mann sich das nicht eingestehen können und das noch durchgehen gelassen wird - da fehlt mir einfach das Verständnis für.

    Die Gruppenreform ist doch schon längst da.

    Außer im Ostsaar wurde alles auf 3 Gruppen aufgeteilt. Diese sind nun größer und sogenannte Karteileichen wurden eliminiert.


    Im Ostsaar haben wir den Luxus, dass wir einerseits drei sehr starke Gruppen mit Homburg, Neunkirchen und St. Ingbert haben und mit unserem KSO jemanden, der es irgenwie geschafft hat durchzusetzen, dass diese Reform bei uns noch nicht eingeführt wurde.

    Wer solche Zeiten und Runden nicht mehr schafft, hat auch Probleme dem Spiel zu folgen. Das ist eine mindest Fitness die ich als Sportler haben sollte.

    Ich erwähne nochmals, das für C- und B-Klasse, sowie Jugendbereich, keine Leistungsprüfung abgelegt werden muss (im SWFV)

    Ja siehst du aber genau das ist ja gemeint mit "egal ob er es schafft oder nicht".


    Was bei euch C-und B- Klasse ist, ist bei uns im Saarland B- und A- Klasse.

    Was ich meinte ist, dass die SR die die zeitliche Prüfung nicht schaffen natürlich hauptsächlich in diesen Klassen unterwegs sind oder halt bei Jugendspielen.

    Wenn ich lese, in anderen Landesverbänden gibt es in den untern Klassen keine Leistungsprüfung und keine Lehrabende, dann lieber die Leistungsprüfung machen, wenn auch mit schlechten Zeiten und nicht nur die Pflichtlehrgänge( werden kontrolliert) sondern auch Zusatzlehrgänge mitnehmen

    Genau das ist ja der Punkt.



    Wir sind glaube ich alle gut beraten, uns nicht über Laufleistung oder reine Theorie in den unteren Klassen zu definieren, sondern über SR die 90 Minuten das Spiel im Griff haben, egal welches Alter oder welche Statur.


    Dieser Satz bezieht sich ja genau auf oben beschriebene Szenarien.


    Natürlich wird ein solcher SR niemals mehr oder jemals höher pfeifen, dennoch ist es sehr wichtig ihn zu haben.


    Hallo.

    Ich habe lange genug selbst im Saarland gepfiffen. In meiner alten Gruppe, der ich rund 29 Jahre angehört habe, musste die Zeit eingehalten werden. Was ist denn die einzige Konsequenz, wenn die Gruppenprüfung nicht geschafft wird? Man darf keine aufstiegsberechtigen Mannschaften pfeifen. Den Rest spare ich mir jetzt, wird sonst zu verbandspolitisch.

    Das ist ja auch absolut ok. Bei uns in der Gruppe wird es halt anders gehandhabt.

    Allerdings gehe ich bei euch dann auch davon aus, dass ihr genug SR hattet, welche Aufstiegsberechtigt (Kreisliga A) pfeifen durften.


    Dies ist bei uns leider nicht mehr der Fall, was eine pure Einhaltung der Zeit absolut sinnlos macht.

    Nicht zu vergessen die Leute, die von sich aus die Prüfung nicht ablegen, weil sie keine Lust dazu haben, aber locker schaffen würden.

    Diese Leute haben meiner Meinung nach kein Interesse, an dem Hobby SR.

    Dann doch wie Tannenbaum sagte, SR die die Zeit nicht schaffen, dafür aber wenigstens versuchen diese abzulegen.

    Wir brauchen wesentlich mehr "Tannenbäume" als "Zwayer'se" aber jeder will unbedingt bereits einen Zwayer in der Kreisklasse haben.

    Naja das sehe ich eher differenzierter.


    SR wie Tannenbaum, sind der Grundstock jeder Gruppe. Ohne diese SR überlebt eine Gruppe nicht!!! Hier reden wir meistens, von Studenten die dieses Hobby lieben, oder der Generation ab 45-50.


    Hinzu kommen die jungen erfahrenen, welche früh begonnen haben und ein Gefallen an dem Hobby gefunden haben. Diese sind deshalb essenziell, weil wir diese in läuferisch anstrengende Spiele senden können. Natürlich Erfahrung vorausgesetzt. Meist in dem Alter zwischen 21 und 30 Jahren.


    Dann haben wir die oberen 2%. In diesen zwei Prozent haben wir SR, welche in Leistungsklassen mit angesetzten Linienrichtern unterwegs sind. Hier ist das alter zweitrangig, denn die körperliche Fitness, im zusammenspiel mit den Fähigkeiten, MUSS auch bei einer Beobachtung standhalten.


    Nun holen wir noch die Neulinge dazu. Hier reden wir von SR welche in jungen Jahren den Anwärterlehrgang absolviert haben. Diese spielen am Samstag meistens noch in der jeweiligen Jugendmannschaft und sind für Sonntag ein Aktivenspiel als Anfänger leider noch nicht anzusetzen. Dies bedeutet hier muss Erfahrung unter der Woche bei Nachholspielen oder Testspielen gesammelt werden. Hier reden wir von SR im Alter von 14-18 Jahren.


    Was lernen wir daraus:

    Ohne den Grundstock mit erfahrenen Recken, welche die Gruppe am Leben halten, funktioniert nichts.

    Hinzu kommen die ambitionierten, welche zwar schon eher Richtung "Zwayer" gehen, allerdings auch zwischen 40 und 50 Spiele pro Saison haben.

    Dann haben wir die "Zwayer", welche den Weg nach oben gewählt haben und wenn noch nicht zu alt vielleicht auch noch weiter gehen wollen bzw. werden.

    Nun kommt noch das Thema junge SR. Hier liegt es an uns diese SR davon zu überzeugen, dass das Hobby Spaß macht. Diese SR müssen weder "Zweyer" noch "Tannenbaum" sein. Diese SR sind wichtig, damit die Gruppe weiter wachsen kann und eventuelle Verluste auffangen kann.


    Und genau hier sehe ich zwei Probleme. Erstens spielen die jungen SR meistens dann doch lieber Fußball und gehen uns nach 6-9 Monaten verloren, oder die jungen SR kommen auf den Sportplatz und dort geht es so ab wie aktuell.


    Ebenso fehlen die "Mittdreißiger", welche sich für das Hobby nach der "Karriere" entscheiden.


    Im Endeffekt kommt es auf einen gesunden Mix an.


    Fazit:

    Jede Gruppe ist anders und somit auch jede Struktur. Nur wenn diese funktioniert, kann eine Gruppe überleben.

    Zu dem Thema rote Karten habe ich auch noch was schönes.


    Am Samstag habe ich mit meinem Vater (Tannenbaum) unsere AH-Stadmeisterschaft gepfiffen. Wir reden hier also von Spielern zwischen 32 und teilweise 50. Die meisten Spieler kennt man also beim Namen und auch schon Jahrelang egal ob als Spieler aktiv oder als Jugendtrainer.


    Man sollte also meinen gut alles ruhig, man kennt sich jeder weiß wie wir pfeifen und kann sich darauf einstellen.


    Nun der Spaß.

    Letztes Gruppenspiel, der Gewinner steht im Halbfinale. Beim Stand von 2:3 bekommt Mannschaft A einen Siebenmeter gegen sich gepfiffen, da ein Handspiel vorlag. Diese Entscheidung ist rein von der Regel richtig, allerdings 50:50. Ich sehe es nicht, verlasse mich also auf die Entscheidung meines Vaters. Während mein Vater sich den Protesten annimmt, welche zwar vorhanden aber im Rahmen sind, springt ein Spieler von Mannschaft A auf und frägt ob wir eigentlich behindert sind. Dies bekomme ich mit und zeige natürlich :rote_karte:. Nachdem wir alle bereit zum Siebenmeter waren, schickte ich den Spieler noch von der Bank. In diese Moment bekomme ich die Worte an den Kopf: "Pass auf, dass ich mich nicht vergesse!"

    Seine Mitspieler entfernen dann den Spieler und entschuldigen sich.


    Worauf ich hinaus will:

    Wir alle wissen von der Verrohung gerade uns gegenüber und das sich diese Verrohung durch alle Schichten zieht.

    Allerdings sind wir inzwischen soweit, dass dies selbst auf Turnieren passiert, auf denen man seit 5 Jahren in der selben Besetzung pfeift und jeder jeden kennt.


    Ich finde das einen beängstigenden Trend, der dringend gestoppt werden muss...

    Idealerweise müsste man die Richtwerte für die Fitnesstests so wählen, dass die Fitness des Schiedsrichters (auf dem jeweiligen Spiellevel) eine gute, die jeweiligen Ansprüche erfüllende Spielleitung ermöglicht bzw. dieser nicht im Wege steht. Also so, dass jemand, der den Test nicht besteht, diese mangelnde Fitness auf keinen Fall mehr durch Stärken in anderen Bereichen ausgleichen kann. Dann würde man niemanden deshalb unnötig aussortieren, sondern nur diejenigen, bei denen die Fitness ein nicht auszugleichendes Problem darstellt.

    Dies erfordert dann allerdings wohl erhöhten Beobachtungsaufwand, weil man diejenigen SR, die in der Kombination aus Fitness und anderen Fähigkeiten die Ansprüche nicht erfüllen, identifizieren muss.


    Natürlich ist es praktisch nicht so einfach, diese Grenzwerte festzulegen.

    Naja ich finde den Ansatz garnicht so schlecht.


    Wir haben bei uns im Saarland für die unterste Klasse den Leistungstest auf 3 Rundne (1200Meter) laufen in 06:30.

    Hier ist die Zeit aber zweitrangig.

    Viel mehr wird bei uns wie auch von dir beschrieben darauf geachtet, dass die SR anwesend sind und irgendwie die 1200 Meter laufen. Welche Zeit oder welchen Aufwand das ist komplett egal.


    Nur so schaffen wir es natürlich eine hohe Anzahl in der Gruppe, beziehungsweise im Kreis zu halten. Wenn wir anfangen diese Zeit zu nehmen und wirklich zu stoppen, werden wir 50% weniger SR haben.

    Natürlich gilt dieser Leistungstest nur für die 2 untersten Klassen.


    Sobald ich eine höhere Liga pfeifen möchte haben wir 150m in 35sek und 50m in 40sek. Das Ganze auf 5 Runden ausgelegt.

    Auch den Test finde ich für angemessen.


    Am Ende ist es natürlich in jedem Verband anders, bei uns teilweise schon je nach Kreis.



    Wichtig ist nur das auch darauf eingegangen wird, kann der SR das Leisten was von Ihm verlangt wird, egal welche Zeit er läuft oder definiere ich den SR eher über Zeit beim Laufen und Regeltest.

    Wenn ich zum Beispiel meinen Vater (Tannenbaum) nehme , wird der die Laufzeit niemals rechtzeitig schaffen.

    Allerdings ist er vor mir der SR bei uns in der Gruppe mit den meisten Spielen. Letztes Jahr waren es 98 Spiele.

    Nehme ich nun den SR wegen der schlechten Laufleistung weg, brauche ich 5 die diese Laufleistung bringen und jeder muss 20 Spiele im Jahr pfeifen um das aufzufangen.


    Wir sind glaube ich alle gut beraten, uns nicht über Laufleistung oder reine Theorie in den unteren Klassen zu definieren, sondern über SR die 90 Minuten das Spiel im Griff haben, egal welches Alter oder welche Statur.

    Interessante Geschichte, da auf Twitter und Facebook viel drüber geredet wird, dass Herr Winkmann bereits das Feld verlassen hat. Im Eurosport-Player kann man sehen, dass er die Spielfeldlinien schon überschritten hat, aber sich meiner Meinung nach immer noch auf dem Rasen befunden hat.

    Ich bin der Meinung, dass ich das damals im Neulingskurs ebenfalls so beigebracht bekommen habe, wenn ich mich auf dem Rasen befinde immer noch Entscheidungsgewalt habe.

    Naja ich habe es immer so gelernt, dass wir davon reden, dass nicht das verlassen des Rasens sondern das Verlassen des Spielfeldes entscheidend ist. Für mich bedeutet das, am Ende geht es darum steht er "in der markierten" Rasenfläche oder nicht. Aufzulösen ist es auf jeden Fall nicht, da wir keinen Zugriff auf die Headsets haben.

    Zur Entscheidung an sich: Meiner Meinung nach korrekt. Arm war sehr weit draußen und für mich eine unnatürliche Armhaltung.

    Die Entscheidung ist absolut richtig. Gelb mMn auch richtig.


    Jetzt kommen wir zu den Punkten, der mir nicht gefällt. Und zwar der Zeitpunkt.

    1. Die Mannschaften sind schon in der Kabine!

    2. Herr Winkmann ist auch schon vollkommen auf Halbzeit gepolt!

    3. Die Außendarstellung


    zu 1. und 2.: klar interessiert zuerst mal nicht, wo die Mannschaften sich befinden. Allerdings weiß doch jeder von uns wie es ist. Sobald ich zur Halbzeit gepfiffen habe, mich Richtung Kabinentrakt begebe und sehe, dass soweit alles normal verläuft schalte ich doch auch schon etwas ab. So ist es bei Spielern und uns Schiedsrichtern auch. Da interessiert es mich auch nicht, ob ich Betonklasse oder Bundesliga bin. Das Problem, dass ich hierbei sehe ist einfach die Zeit die in Anspruch genommen wird, bis endlich entschieden wird, was passiert. Wir reden von über 6!! Minuten, bis alle Spieler wieder draußen sind und endlich der Strafstoß ausgeführt werden kann. Das ist glaube ich nicht Sinn der Sache, auch wenn es richtig war.


    zu 3.: Grauenhaft! Wir haben so viel diese Saison über den VAR gesprochen egal ob gut oder schlecht (ich finde es als Schiri gut, als FAN scheiße) und dann kommt in einer entscheidenden Phase bei so einem Abstiegskracher so ein Videobeweis mit grauenhafter Außendarstellung und absolut fataler Auswirkung. Ja die Entscheidung war richtig und ja es war auch richtig entschieden, allerdings muss das alles anders laufen und nicht auf diese Art und Weise, denn dadurch wird der Videoschiri nicht besser dastehen und grundsätzlich immer weiter abgelehnt.

    Ich wiederhole mich: Das ist alles kein Hexenwerk und kann von jedem SR innerhalb einer halben Stunde pro Jahr aufgestellt und ausgewiesen werden.
    Es kann bitte auch nicht sein, dass es SR mit Nettoeinkünften >>1000€ pro Jahr gibt, die sich komplett jeder Steuerpflicht entziehen wollen.

    Also verstehe ich das richtig: In dem Fall, dass das Finanzamt wirklich Ansprüche auf Darlegung der Nettoeinkünfte der SR legt, reden wir vom aufschreiben und genauen dokumentieren, was habe ich eingenommen und wann bzw wodurch.

    Nehmen wir mal mich als Beispiel, aus dem einfachen Grund auf mich treffen diese "1000€" pro Jahre ohne nachzurechnen locker zu.

    Ich pfeife jedes Jahr zwischen 85 und 95 Spielen. Also rechnen wir mit 90. Dazu kommen dann Spesen zwischen 11 und 24€. Nehmen wir jetzt auch davon mal den Mittelwert und sagen 17€. Das ergibt nach meiner Rechnung eine Aufwandsentschädigung von 1530€ (+/- 150€) im Jahr.

    Mal davon abgesehen, dass mir das garnicht bewusst ist, wie viel ich durch mein Hobby einnehme weil ich es nicht jedes mal genau aufschreibe, reden wir von einem ordentlichen Betrag, der für mich jedoch einfach von "Hand zu Fuß" verbraucht wird, ohne ihn auf die Bank zu bringen.


    Wenn ich jetzt bewusst davon rede, mich nach jedem Spiel hinzusetzen, mir das einzutragen und am Ende des Jahres alles zusammenzutragen und davon dann Steuern abgeben müsste, dann reden wir davon, dass mir Geld von meinem Konto abgebucht würde, welches ich nicht als Einnahmen in dem Sinne sehe und welches niemals mein Konto gesehen haben. Auf gut deutsch bekomme ich dann Steuern abgezogen, von meinem Gehalt und nicht von meinen Spesen, da ich diese "einfach so" ausgebe.


    Das Problem, was ich hier sehe, liegt darin, dass ich mir sehr sicher bin das mindestens 80-90% der Amateurschiedsrichter genau so mit Ihren Spesen umgehen. Mal davon abgesehen, dass davon viele noch Schüler, Studenten oder Azubis sind, welche sich einfach nicht leisten können, diese Spesen zu besteuern und dadurch auch Steuern abzutreten.


    Natürlich reden wir hier rein hypothetisch und es wurde weder was entschieden, noch wurde großartig etwas in die Wege geleitet um dem Amateurschiedsrichter ans Geld zu gehen. Aber ich finde, man sollte das mit Vorsicht betrachten, denn wenn es wirklich so kommen sollte, was ich nicht hoffe, wird unser Problem von zu wenigen Schiedsrichtern schlagartig ein ganz gewaltiges Stück größer und das deutschlandweit.

    Es ist vielmehr so wie es David ganz gut auf den Punkt bringt.
    Zitat von »96David96«
    So haben die Spieler eine Rückmeldung vom SR und wissen sofort was los ist [...]
    fühlt sich wahrgenommen und fängt nicht gleich an zu reklamieren.
    [...] aber es ist ein Mittel um seine Spielleitung zu verbessern.
    Es ändert zwar nichts an der Tatsache aber es signalisiert den Spielern das man aufpasst und die Situation bewertet hat.

    Das meinte ich ja mit der Aussage: "klar wertest"

    Jetzt ernsthaft wenn ich jedes mal rufe mache ich mir meine ganze Stimme kaputt. [...]
    Das macht halt den Unterschied. 12 Jahre beim Trachtenverein und Du hast eine durchtrainierte Stimme. Und ehrlich so oft kommt das nun auch nicht vor.

    Naja kommt immer darauf ja ne nach Spiel hab ich da ganz ehrlich keine Lust zu. Aber ich muss es ja auch nicht machen, wenn man es sich angewöhnt hat oder gewöhnt ist kann man dies gerne.

    Manchmal rufe ich als Antwort auf die vielen Handheber "Nummer 5 hebt auf!"

    Und tada hier ist auch meine Anwendung.
    Jetzt ernsthaft wenn ich jedes mal rufe mache ich mir meine ganze Stimme kaputt. Sollte mich jedoch jemand in normalem Ton fragen (ja passiert auch mal) weiße ich darauf hin das jemand aufhob. Dies kann auch im Spiel geschehen ist jedoch eher selten da man oftmals bei langen Bällen z.B. mitlaufen muss.


    Wenn du dir diesen Ruf mit dem Abseits jedoch so antrainiert hast und die Mannschaften sich nicht darüber beschweren kannst du diesen ruhig beibehalten. Ich finde das ändert nichts an der Spielsituation und macht nur für jeden deutlich das du du die Situation siehst und klar wertest

    Wieviel Ball oder wie wenig Gegner muss bei euch gespielt werden um nicht auf Strafstoß zu entscheiden?

    Das hier ist eine sehr schwere Frage.


    Ich denke das ist immer vom Spiel abhängig aber auch von der Art des Zweikampfes. Merke ich z.B. es ist ein sehr ruhig geführtes Spiel welches ich fast ohne Fouls hinbekomme und ein Spieler geht im Zweikampf bei einer 50/50 Situation zu Fall lasse ich eher weiterlaufen, als wenn ein Spiel von Anfang an eine härtere Linie hat und somit viele Fouls nach sich zieht. Dann reicht auch der kleinste Kontakt um auf Strafstoß zu entscheiden.


    Wichtig hierbei finde ich nicht von vorne herein Festzulegen, ab wann ein Foul Strafstoßwürdig ist oder oder nicht. Ich denke es ist immer Situationsabhängig und gerade im Strafraum, auf welchen du dich beziehst lässt du dir lieber die Situation nochmal im Kopfe durchgehen bevor du dich entscheidest. Das du am Ende sowieso die falsche Entscheidung für eine Mannschaft triffst ist klar.


    Wie gesagt ich hab die Erfahrung gemacht ein Spiel so zu leiten wie es die Mannschaften zulassen und so entscheide ich auch bei fast gleichen Situationen je nach Spiel anders ob es ein Foul war oder eher nicht. Das bezieht sich vor allem auf 50/50 Situationen da besonders dann Vorsicht geboten ist.

    Wenn ich überlege ohne Mehrfachbesetzung Samstags bei Jugendspielen würden bei uns mehr Spiele ausfallen als gepfiffen werden. Bei uns ist es normal z.B. 2xE-Jugend und danach 1x D-Jugend zu pfeifen.
    Ich selbst war diese Woche 5! mal pfeifen nur damit alle Spiele stattfanden dabei auch Samstags um 15:15 Uhr D-Jugend und abends um 18Uhr AH. Das beides auf verschiedenen Sportplätzen mit einer Fahrzeit von ca. 25 Minuten.
    Wenn wir bei uns durchziehen würden nurnoch 1 Spiel pro SR zu pfeifen Samstags würde das pure Chaos ausbrechen

    Also ich persönlich finde diese Diskussion von Seiten der Vereine aus schwachsinn. Warum überlegen diese denn nicht zuerst, warum denn keine SR geschickt werden können und schieben dann jemanden, in diesem Fall ja Ihnen selbst, deshalb passiert das auch nicht, die Schuld zu.

    Die Strafe für zu wenig gestellte SR liegt bei 60,- € pro Nase (Nach HFV: Verdopplung wenn in der Vorsaison ebenfalls zu wenig gestellt wurden)
    Wenn ich die Argumentation der betroffenen Vereine in diesem Artikel lese fühle ich mich wie am Sonntag Vormittag auf dem Fussballplatz.

    Diese Punkt finde ich interessant aber auch komisch. Bei uns im SFV wurde zu Beginn der letzten Saison das komplette Schiedsrichtersoll überarbeitet. So wird berechnet wie viele Mannschaften gestellt werden und diese bekommen eine Zahl von z.B 0.8. Diese Zahl wird dann für bestimmte Jugenden genommen. Dazu kommen noch die aktiven Mannschaften mit 1.0 und selbst die AH wird dazu gezählt. Somit besitzt ein Verein Beispielsweise 10 Jugendmannschaften á 0.8 dazu eine AH Mannschaft mit 0.8 und 3 Aktivenmannschaften mit jeweils 1.0. Daraus ergeben sich 11.8 benötigte Schiedsrichter in der Folge also 12.
    Nun wird es für die Vereine Interessant. Besitzt dieser Verein nun die geforderten 12 Schiedsrichter so hat er sein Soll und bekommt für jeden Schiedsrichter 170€ (für jeden darüber natürlich auch).
    Besitzt dieser Verein jedoch nicht sein Soll und z.B. nur 8 Schiedsrichter bekommt er für diese 8 SR also jeweils 170€, jedoch für jeden fehlenden SR in diesem Fall also 4 Stück eine Strafe von 310€. Somit errechnet sich alleine daraus ein plus von 1360 € gegenüber von einem Minus von 1240€. Dies bedeutet am Ende hat dieser Verein ein Plus von 120€ könnte jedoch ein viel größeres haben.


    Worauf ich hinaus will. Auch bei uns im SFV ist es der Fall das wir einen akuten SR Mangel haben. Ich persönlich gehe z.Z. 3-4x die Woche als SR auf den Sportplatz von D-Jugend über AH bis hin zu Aktivenspielen pfeife ich alles. Der Punkt ist aber das wir seit dieser Reform zumindest in unserer SR-Gruppe einen Zuwachs von Jung-SR haben und auch spüren, dass die Vereine sich sowohl um neue SR kümmern, als auch wieder um die Erhaltung Ihrer "älteren" SR.


    Auch wichtig für mich ist der Punkt des Respekts gegenüber SR. Zum Glück muss ich sagen, hatte ich bisher noch nicht das Problem mit Beleidigungen oder schlimmerem. Klar man bekommt mal Arschloch an den Kopf geworfen aber dann zeigt man die :rote_karte: und macht weiter. Nach dem Spiel entschuldigen sich bei uns auch noch die meisten Spieler, da diese genau wissen den SR seh ich eh diese Saison nochmal. Wir im SFV haben meines Erachtens noch den Luxus die meisten "Spezialisten" zu kennen und auch noch relativ ruhig unsere Spiele zu pfeifen. Natürlich gibt es auch unbelehrbare Zuschauer aber es hält sich in Grenzen.


    Vielen Dank für die Rückemeldung.


    zu Nummer 1-4 kann ich nur sagen Respekt. Respekt das du 3 so Jungs hast die sehr gut miteinander funktionieren und sich inzwischen blind verstehen. Da finde ich kannst du dich wirklich glücklich schätzen und auch stolz drauf sein.


    Bei den Anderen hört sich das auch grundsätzlich gut an von daher freut es mich wirklich das es Jungs sind die Sagen jetzt erst recht, denn dann bleiben Sie als Schiedsrichter erhalten und du wirst noch viel Freude mit Ihnen haben.

    8 Sonderberichte aus 32 Spielen ist meiner Meinung nach eine verdammt hohe Quote. Davon abgesehen das der Erste nichts wildes ist und dein eigener noch mit dem Verband geklärt werden muss kommen wir auf 6 "härtere" Berichte.
    Was mich bei deiner Beschreibung erschreckt ist, dass wir hier allesamt von Jugendspielen reden. Besonders schlimm finde ich das Werfen gegen den SRA 2 und von allem den tätlichen Angriff auf einen SR. Was ist das denn bitte für ein Verhalten das hier an den Tag gelegt wurde? Was wird den Jugendspielern damit vorgelebt?


    Ich finde solches Verhalten einfach unglaublich und bin froh so etwas noch nicht erlebt zu haben. Man stelle sich nur vor man hat einen Jungschiedsrichter, gibt diesem ein C-Jugendspiel, geht dieses Beobachten und plötzlich beginnt der Trainer erst ihn zu beschimpfen und was noch viel schlimmer ist ihn tätlich anzugreifen. Auch wenn wir "nur" von dem Versuch reden ihm die Notizkarte abzuholen. Und am Ende wundern sich wieder die Trainer und Vereine das wir keine Schiedsrichter haben, da diese durch genau solche Aktionen den Spaß am pfeifen verlieren.


    Mich würde noch Interessieren was für Schiedsrichter du jeweils bei diesen Spielen angesetzt hattest, ob diese schon erfahren waren und sagen: "das wirft mich nicht aus der Bahn, ich kann damit umgehen" oder ob du eher "Junge" bei diesen Spielen hattest, welche sich dadurch unsicher fühlen könnten.

    Ich habe in meinen 35 Jahren auch noch nicht erlebt, dass ein Platzverein nicht in der Lage war, den Platz nachzuzeichnen.

    Leider ist es bei mir in 6 Jahren bereits vorgekommen, dass ein Verein keine Farbe für Linien hatte und aufgrund von Lieferproblemen und mit Wandfarbe versucht hat Linien zu machen.
    Letztendlich haben wir dann mit dünnen, wenig sichtbaren Linien gespielt, da gleißender Sonnenschein auf erhöhtem Gelände vorhanden war und sehr geblendet hat. Auf den Linien standen jeweils an bestimmten Punkten (Mittellinie, Strafraum, ...) kleine Hütchen, damit diese Punkte klar erkennbar waren.