Beiträge von BayernRef

    Mit einer exorbitanten Reichweite wird jedes Woche Regelschulung im Fernsehen veranstaltet:

    • Wenn der Deniz A. die Partie wegen Feuerwerk nicht abbricht, darf ich am Freitagabend am Spielfeldrand vom Dorfverein schließlich auch Zündeln. Weil der Deniz Fingerspitzengefühl gezeigt hat und der 'Kreisliga-Dennis' das auch haben sollte.
    • Wenn der Patrick I. kein Gelb zeigt weil ihm die Meute nach der Elferentscheidung hinterherhetzt, dann gehört das Jagen des Schiries zum Teil des Sports. Das muss sich der Kresiliga-Paddie dann schliesslich gefallen lasse, wofür bekommt er denn seine Aufwandsentschädigung?
    • Wenn der Marco Rose (BMG) in der Pressekonferenz öffentlich sagen darf das der Schiri mehr Fingerspitzengefühl hätte zeigen müssen anstatt ihn auf die Tribühne zu schicken ist das in der Betonliga ja erst recht erlaubt den Schiri anzupöbeln, weil es da selten eine Tribüne gibt.
    • Wenn der Frank R. vom FCB seinem Gegner den Daumen ins Auge drücken darf, ohne das es Rot gibt, dann darf der Schiri in der Kreisliga dem Frank aus der Kreisliga dafür auch kein Rot geben.
    • Wenn der Felix B. es erlaubt das der TW beim 11er Meterweit vor dem Tor den 11er hält, dann hat der Kreisliga-Felix offensichtlich bei der Regelschulung nicht aufgepasst wenn er den Strafstoß wiederholen lässt.
    • Wenn der Patrick und der Deniz und der Sacha und der Marco und der Tobias und der [trag ein wen ich noch alles vergessen habe] Freistöße generell anpfeiffen und es zulassen, das man sich erstmal vor den Ball stellt damit ja keiner auf die Idee kommt sofort zu schießen, dann will ich auch in der Betonliga höflichst aufgefordert werden den Abstand einzuhalten. Ich habe schließlich das Recht darauf das der Schiri für die Abwehr die Mauer positioniert und so lange wartet bis alles fertig ist.
    • Wenn der Neymar den Schiri aus 10cm Entfernung ins Gesicht brüllen darf und kein Gelb für bekommt dann muss Schirianbrüllen ja nach Regelwerk erlaubt sein.

    Wobei man das Wort Regelschulung in Anführungszeichen setzen sollte.


    Was halt leider noch dazu kommt, ist das gefährliche Halbwissen der Moderatoren und Kommentatoren im Fernsehen (trotz einer Regelschulung vor der Saison).


    Solange öffentliche Kritik an berechtigten (aber vielleicht nicht immer nachvollziehbaren) Entscheidungen der Schiedsrichter in der Bundesliga erlaubt ist,

    wird man auch auf den Sportplätzen in den Amateurligen immer wieder diese Diskussion mit Vereinsverantwortlichen bzw. Trainern führen müssen.


    In anderen Sportarten (vornehmlich in den USA) wird solche Kritik mit z. T. empfindlichen Strafen belegt, sodass man sich hier eher zurückhaltend äußert.


    Da man allerdings diese Art der "Regelschulung" nicht vermeiden kann, sollten wir uns trotzdem nicht von unserer Linie abbringen lassen.


    Für mich heißt das (auch ein selbst an die Nase fassen und vielleicht ein Vorsatz fürs neue Jahr bzw. die Frühjahrsrunde):


    - Einhaltung der Platzdisziplin durch einen erkennbaren Ordnungsdienst sicherstellen (auch Zuschauer im Blick zu behalten, Ordnungsdienst dahingehend zu schulen)

    - Meckern von Trainern, Offiziellen und allen in der Coaching-Zone befindlichen Personen durch Androhung und Erteilung von Disziplinarstrafen zu reduzieren

    - Dialog mit Spielern auf dem Spielfeld nur in einem geringen Maß führen (bei respektloser Tonart dementsprechende Disziplinarstrafe)

    - Klare Kommunikation und Darstellung von Disziplinarstrafen im laufenden Spiel (Verständnis für Entscheidungen erzeugen)


    Man wird nicht die Art in der Bundesliga ändern können, aber man kann selbst das Mögliche zu tun, um es nicht so weit kommen zu lassen.


    Und einem Eingriff von Zuschauern von Außen kann man auch entgegentreten, in dem man bei massiven Beleidigungen von Spielern bzw. dem Schiri das Spiel unterbricht,

    bis der Platzverein den betreffenden Zuschauer aussortiert hat. Denn wenn man nämlich mit einer Nicht-Fortsetzung des Spiels droht, ist die Wirkung auf die Spieler aus

    meiner Sicht enorm. Und es werden alle was dafür tun, dass die Spielfortsetzung gelingt. Und sei es, dass die Spieler die Zuschauer ansprechen.


    Ich kann da Gott sei Dank nicht mit Beispielen dienen, wie es möglichst nicht ablaufen sollte. Aber alleine die Spielabbrüche in anderen Regionen Deutschlands fordern mich

    gerade dazu auf, dass ich auch selbst mein Verhalten bei der Spielleitung hinterfrage und auch bei der Ordnung auf dem Platz mitdenke, wie man es besser machen kann.

    Aus meiner Sicht ist der DFB jetzt gefragt hier einzugreifen.


    In jeder unserer Einteilungen steht im Betreff "DFB SR-Ansetzung".


    Von daher muss man nun erwarten können, dass sich hier etwas ändert.


    Auch wenn ich in meinem Gebiet in Bayern sehr zufrieden bin, weil es bei uns hier einigermaßen ruhig ist und es eigentlich fast immer bei verbalen Äußerungen bleibt und nicht zu körperlichen Attacken kommt.

    Aus meiner Sicht sollte man konsequentes Pfeifen nicht immer mit einer hohen Anzahl an Disziplinarstrafen verbinden.


    Auch wenn die Strafen gerechtfertigt sind, sollte man sich als Schiedsrichter immer auch fragen, ob es nicht auch mit weniger Farbe gegangen wäre.


    Ich persönlich empfinde den Respekt, den mir die Spieler auf dem Platz entgegenbringen, als ein höheres Gut.


    Nach einem A-Jugend (U19) Spiel im Oktober 2015 wurde ich von einem Fan des Heimvereins (Rentner, aus meiner Sicht um die 70 Jahre alt), der sich als ehemaliger Spieler des Heimvereins zu erkennen gegeben hat, für meine Spielleitung gelobt, da die Jugendlichen aus seiner Sicht heutzutage viel zu wenig Respekt vor dem Schiri haben und ich eben dem entgegengewirkt habe.


    Ich bin in diesem Spiel mit einer einzigen Gelben Karte ausgekommen.

    Da ich in diesem Fall in der Region SR bin, in der sich dieser absolut abscheuliche Vorfall ereignet hat, will ich auch kurz etwas dazu sagen.


    Lasst uns doch mal zu den Fakten zurückkehren:


    Hier wurde ein Spieler begnadigt. Wir wissen nicht, ob der Aktion ein Gnadengesuch vorausging oder nicht. Fehlte dieses und erfolgte die Begnadigung von Amts wegen, so wäre das ein handfester Skandal. Lag ein Gnadengesuch vor, so kann man über den Umstand, ob diesem zwingend stattzugeben war, sicher unterschiedlicher Auffassung sein.


    Du bist mit deiner Vermutung richtig gelegen. Es hat ein Gnadengesuch gegeben und diesem kann (soweit ich das bei unserer vorletzten SR-Tagung richtig verstanden habe) alleine der BFV-Präsident stattgeben. Diese alleinige Entscheidungsbefugnis war bei dieser SR-Tagung einer der Kritikpunkte in diesem Fall :flop:. Dies sollte meiner Meinung nach in der Zukunft zur Diskussion stehen, ob da nicht besser ein ausgewähltes Gremium die Entscheidung über das Gnadengesuch trifft.

    Allgemein muss ich sagen, dass Vorfälle dieser brutalen Art (auch wenn jeder Fall einer zuviel ist) bei uns in der Region Inn/Salzach (SR-Gruppen Chiem, Inn, Ruperti) die absolute Ausnahme darstellen. Ich habe bei vielen Spielleitungen eher das Gefühl, dass wir SR uns einen gewissen Status erarbeitet haben und daher körperlich recht selten angegriffen werden.


    Ich pfeife nun seit 5 Jahren Spiele im Jugend- und Erwachsenenbereich und wurde nie körperlich angegriffen.

    Auch von meiner Seite das allerherzlichste Beileid.


    Ich kann nur das tiefste Mitgefühl empfinden, da ich diese Woche einen sehr geschätzten und netten Arbeitskollegen im Alter von nur 46 Jahren verloren habe.


    R.I.P.

    Die Aussage "fast einen Strafstoß pfeifen müssen" würde ich nie in den Mund nehmen. Man sollte entweder für oder gegen den Strafstoß-Pfiff argumentieren.


    Dennoch: Es gibt solche Situationen. Dennoch muss man nur seine Entscheidung gut verkaufen können. :top:

    Manchmal muss man bei einer SR-Ansetzung für ein solches Spiel auch das Alter beachten. Ich glaube, dass viele jüngere Kollegen auf dem Platz aufgrund ihres Alters nicht wirklich ernst genommen werden. Aber in einem solchen Fall stelle auch ich mir die Frage, warum der SR-Einteiler keinen älteren und somit wohl erfahreneren Kollegen zu diesem Spiel entsendet hat. Dann wäre wohl schneller ein Spielabbruch in Frage gekommen als für den jungen Schiedsrichter.

    Bei uns in der Gruppe Inn werden seit dieser Saison aufgrund SR-Mangel die C- und D-Jugend-Gruppen nicht mehr mit neutralen SR besetzt. Hier sollen vorrangig nicht geprüfte SR aus der näheren Umgebung die Spiele pfeifen.


    Leider hören sehr viele Jung-SR bei uns auf, da sie "nebenbei" noch selbst Fußball spielen wollen und eben merken, dass dies sich zeitlich nicht vereinbaren lässt und sie sich entscheiden müssen.


    An dieser Stelle muss ich auch sagen, dass das Amt des Schiedsrichters immer noch sehr unbeliebt ist, was man so von den Spielern und Trainern bei Spielen hört, und die Vereine deshalb oft, vielleicht auch unfreiwillig, keine geeigneten Jugendspieler bzw. Trainer finden, die sich dazu bereit erklären.


    Hier gibt es in jeder Hinsicht Nachholbedarf, da sich viele Vereine bei Spielen immer wieder über die Leistungen der Männer in Schwarz beschweren und trotzdem nicht darüber nachdenken, Spieler bzw. andere dem Verein nahestehende Personen als SR anzuwerben. :whistling:

    @ Schiriassi


    Ich denke, hier ist von grob unsportlichem Verhalten die Rede.


    @ all


    Ich hatte diese Situation bei einem Jugendspiel vor 2 Wochen auch. Da wollte der Trainer einen Spieler, der bereits einen FaZ erhalten hatte, auswechseln. Dies hat er dann in der nächsten Unterbrechung getan, was ich ihm durch Zuruf mitgeteilt habe. Ich würde einen FaD erst dann aussprechen, wenn der Spieler sich in meinem Beisein lautstark weigert, das Spielfeld wieder zu betreten.

    Ganz so krass hab ich es jetzt noch nicht erlebt. Aber auch hier hab ich leider ein passendes Beispiel parat. War Mitte Oktober bei einem Spiel der D-Jugend-Kreisliga:


    Es waren viele Zuschauer für ein Spiel in dieser Altersklasse anwesend. Die meisten haben auch ihr Team angefeuert. Es waren leider auch ein paar "Störenfriede" vor Ort. So kam es dazu, dass ein 15-Jähriger einen 40-Jährigen verbal angriff. Dieser fühlte sich wohl persönlich angegriffen und wollte tätlich auf den 15-Jährigen losgehen. So musste dann der Trainer der Heimmannschaft in seiner Funktion als Ordner eingreifen. Was mir aber dann sauer aufstieß, war die Tatsache, dass der Trainer dann selbst auf diesen 40-Jährigen losgehn wollte. Ich musste ihn darauf zurückhalten und beruhigen. Die Schelte auf den Schiri in dieser Altersklasse war ich mittlerweile gewohnt und hab sie einfach überhört. Anders ging es nicht.


    Da wäre es mir manchmal auch lieber, ich hätte zwei Ordner am Spielfeldrand. Die sollten dann die betreffenden Personen schon zurückhalten bzw. des Platzes verweisen können.


    Ich verstehe nicht, wie man bei einem D-Jugend-Spiel so "austicken" kann.

    Das ist mir auch schon mehrmals passiert, dass warmes Wasser nur sehr sparsam oder gar nicht kam. Ich hab dies in jedem Fall unbürokratisch dem Heimverein mitgeteilt und bin dann zum Duschen heimgefahren.


    Von einer Meldung bei sowas halte ich nichts.

    Der Artikel sagt eigentlich alles, warum es immer weniger Jugendlich gibt, die statt aktiv Fußball zu spielen Schiedsrichter werden wollen.


    Mittlerweile passiert es auch bei Jugendspielen, dass die Schiris von Zuschauern angegriffen werden. Und wenn das dann junge Kollegen sind, die mit mir oder später ihren Lehrgang gemacht haben, führt das oft dazu, dass die die Pfeife an den Haken hängen.


    Das ist sehr schade.