Beiträge von dennosius

    Steht denn in den Regeln irgendwo, dass Teamoffizielle die technische Zone nicht unangemeldet verlassen dürfen? Oder Auswechselspieler? Ich denke nicht, oder?


    Es kann sicherlich unsportlich sein, die Zone zu verlassen, um die Zone des Gegners oder das Spielfeld zu betreten. Oder einem Zuschauer die Meinung zu geigen. Aber ich denke, anders als bei Spielern (vom Platz) ist das schiere Verlassen der technischen Zone, indem man einfach weggeht, unabhängig vom konkreten Anlass nicht unsportlich.

    Ich finde es grotesk und bezeichnend, dass die "Leuchtturmfälle" gegen Rassismus an vielen Orten ausgerechnet "reverse racism" Fälle sind. Das war bis zu o.g. Entscheidung hier genauso, der Bericht des früheren Falls liest sich so grob wie Deiner.


    Ein Verband, der es nicht hinbekommt, den zweifellos leider vorhandenen Fälle von Rassismus einigermaßen konsequent in den Griff zu bekommen, sollte nicht Exempel an denen statuieren, die sich zu Unrecht (und vielleicht mit unlauterer Absicht) rassistisch behandelt fühlen. Das, was den Sport kaputt macht, ist die Herabsetzung von Sportkameraden aufgrund ihrer Herkunft - nicht so sehr aber der unberechtigte Vorwurf, jemand täte das. Schön sind auch diese Dinge nicht, aber wenn die konsequenter verfolgt werden als "echter" Rassismus, stimmt doch auch was nicht.

    Gibt es ein getrenntes Jugendsportgericht oder sind die Zahlen da mit drin?


    Ansonsten ist "Promillebereich" immer eine Frage der Umstände. Würde man jedes tausendste Mal von einem Auto angefahren, wenn man die Straße überquert, wäre das auch "Promillebereich", und trotzdem viel zuviel.


    Auf Fußballplätzen herrscht nicht flächendeckend Mord und Totschlag. Andererseits nehmen die schwersten Vergehen auf niedrigem Niveau zu (das sind immerhin über 20% Zuwachs an Spielabbrüchen!) und gleichzeitig nehmen die Spiele, in denen man sagen möchte, dass da sportkameradschaftlich alles vorbildlich nett war, wohl ab.


    Solchen Entwicklungen muss man frühzeitig begegnen, und zwar entschlossen, wenn auch ohne panischen Aktionismus. Wenn wir die Abbrüche in Prozent ausdrücken müssen, ist es sicherlich zu spät.

    Hier gab es kürzlich einen Rassismus-Fall. Der Verband sieht in der (vermutlich viel zu selten angewendeten) Vorschrift Strafen bis 5.000 Euro vor, das ist das zwanzigfache der Höchststrafe für eine gewöhnliche Beleidigung.


    Im konkreten Fall waren zwei Trainer aneinandergeraten. Der Anlass war - wie so oft - ein völlig bedeutungsloser Freistoßpfiff des Schiedsrichters. Es kam zu einer Rudelbildung an den Bänken. Der Schiri hat die zwar mitbekommen, aber nicht, was dazu geführt hatte. Am Ende sagten viele Spieler von Heim, der Gästetrainer habe den (farbigen) Heimtrainer rassistisch beleidigt.


    In der Beweisaufnahme haben dann viele Zeugen selbst gar nichts gehört, sondern hatten auf dem Platz nur auf Vorwürfe der Mitspieler reagiert. Für beweisbar gehalten hat das Sportgericht letztlich "geh zurück dahin, wo du herkommst, du Affe!" und "in deinem Land ist Diktatur".


    Der beschuldigte Gästetrainer behauptete, er habe mit "wo du herkommst" die Coachingzone gemeint und "Diktatur" habe sich darauf bezogen, dass er keine anderen Meinungen zu dem Freistoß zugelassen habe. Sein Vereinsvorsitzender fügte an, selbst wenn es anders gemeint gewesen sei, sei das nur eine normale Beleidigung aus der Emotion heraus und eben kein Rassismus, weil das nicht ernst gemeint gewesen sei.


    Das Sportgericht hat 500 Euro Strafe verhängt, was für Kreisverhältnisse schon eine ziemliche Hausnummer ist. Es kann sich jedenfalls niemand (in meinem Umfeld) an eine höhere Geldstrafe erinnern (und nur ganz wenige gleich hohe).

    Mit dieser Einstellung hast Du in der Nähe eines Fußballplatzes nichts verloren, und schon gar nicht mit einer Pfeife im Mund.


    Es ist nicht die Aufgabe von Schiedsrichtern, Exempel zu statuieren, angeblich mangelhafte Erziehung des Elternhauses zu kompensieren oder Strafen zu provozieren. Fußball ist Volkssport, mit allen Problemen, die das mit sich bringt. Man kann das in einem gewissen Rahmen mit mehr Strenge oder mit mehr Verständnis lösen, dafür sind wir unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Stilen. Wir sind aber keine Fußballerzieher. Die Schiedsrichter sind für den Fußball da und nicht umgekehrt.


    Vielleicht bist Du beim Dressurreiten besser aufgehoben. Da sind die Pferde besser erzogen, und manche Menschen vielleicht auch.

    Ob das hier so angewiesen ist, weiß ich gar nicht, mir sagt das aber der gesunde Menschenverstand und ich habe das vor ca. 2,5 Jahren mal gehabt. Außenspieler von Gast - nicht deutsch sprechender dunkelhäutiger Flüchtling - wird ständig von den Biertischopas auf der Terrasse des Vereinsheims 5m neben dem Platz aus beleidigt.


    Einmal Spielführer von Heim rangeholt. Der ging hin, sagte 3 Takte, dann war es für 10 Minuten ruhig. Danach ging es wieder los, also nochmal Spielführer von Heim rangeholt und klargemacht, dass das seine letzte Chance ist, vor einem Spielabbruch dafür zu sorgen, dass alle menschenwürdig Fußball spielen können. Hat dann ein paar Minuten Gezeter gebraucht, aber er hat mit seinem Vorstand die Opas dann tatsächlich nach Hause geschickt.

    Theoretisch ist das Gewitter da noch 5.15 km entfernt.

    Das finde ich jetzt nicht so viel, zumal sich das ja nur auf die Stelle der letzten Entladung bezieht, das Gewitter hat ja Ausdehnung. Und kann sich durchaus mit 100km/h bewegen.


    Ich gehe da auch kein Risiko ein, wofür denn? Besser 10.000 Mal ein Spiel zu vorsichtig unterbrechen, als einmal ein Blitzeinschlag auf dem Platz.

    Das, was Kuba16 sagt. Ich habe weder angenommen noch unterstellt, sondern einfach die Information aus dem Artikel verwendet. Dort stand, Manfred, auch, dass es sich um ein Spiel um die goldene Ananas handelte, d.h., keine der beteiligten Mannschaften konnte mehr auf- oder absteigen.

    Nach der noch geltenden Regel ist die Schutzhand klar absichtlich, da gibt es doch nach den Regeln eigentlich nichts zu diskutieren. Die Flosse geht dort hin, um den Ball zu berühren, deswegen macht man's doch.


    Taktisch sehe ich hier auch klar den Freistoß und kein Tor. Andersrum - also Weichteile-Schutzhand des Verteidigers in der Mauer im Strafraum - kann man indes wohl schon mal übersehen, finde ich, die ist "sozial akzeptiert", wenn natürlich regeltheoretisch nicht weniger absichtlich. Bei Gesicht-Schutzhand über Schulterhöhe gibt es hingegen m.E. gar keinen Spielraum.

    Wobei die (alte?) DFB-Auslegung, "mit dem Fuß" bedeute auch wirklich nichts anderes und schließe schon Knie und Schienbein nicht mehr mit ein, mir sprachlich auch noch nie zwingend erschien. Keine Ahnung, wie die Auslegung in England da ist. Die Übersetzung "den Ball treten" wäre jedenfalls verständlicher.

    Wenn es jetzt einen Schiedsrichter gibt, der diese Passage (siehe SixtCHF) im Kopf hat und DIREKT anwendet, der verdient tatsächlich einen Orden! Ich sage immer noch, dass das so keiner entschieden hätte - AUF DEM PLATZ!

    Es ging um die Beantwortung einer Regelfrage.


    Die Regel, dass ein passiv im Abseits stehender Spieler einen Freistoß (oder Strafstoß) bekommen kann, hätte ich wohl präsent gehabt. Dass der Assistent die Fahne oben hat, ist in der Praxis natürlich Mist. Für die Regelfrage aber irrelevant.


    Falsch finde ich jedenfalls auch für die Praxis, der Mannschaft einen fälligen Strafstoß zu stehlen, weil der Freistoß sich besser verkaufen lässt. Ich meine ja auch, dass man nicht immer mit dem Regelbuch unterm Arm pfeifen muss, aber spielentscheidende Grundregeln wie den Strafstoß sollte man schon nach bestem Wissen richtig anwenden. Zumal sich das Ergebnis für mich auch nicht unfair anfühlt. Da wird ein Angreifer im Strafraum gehalten, da ist der Strafstoß im Bereich des für jeden Erwartbaren. Genau genommen ließe er sich auch problemlos verkaufen, wenn nicht der Assistent die Fahne oben hätte. Das ist aber kein Problem dieser besonderen Konstellation, sondern es ist eben immer schwierig, in einer spielentscheidenden Situation den Assistenten zu überstimmen.


    Ich denke durchaus, dass das auch viele Schiedsrichter so entschieden hätten. Beim Lesen der Regelfrage hatte ich die Lösung jedenfalls im Kopf. Ob sie mir in der Hektik des Spiels eingefallen wäre, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Aber ich bin ja auch noch nicht der Benchmark ;)

    In der Regelfrage steht klar, dass der Rote 2m vom Ball entfernt ist, also kann seine Anwesenheit nicht dafür den Ausschlag gegeben haben, dass der Blaue hinter ihm den Ball nicht spielen kann.


    Beide Aspekte dieser Fragestellung sind eigentlich ziemlich klar, wenn man sie einzeln betrachtet:


    - Abseitsregel ohne den Vorteil: Wer nur passiv im Abseits steht, kann "Opfer" eines strafbaren Foulspiels sein, bevor er eben ins Spiel eingreift. Das ist eben genau der Fall, der in der oben gelb markierten Regel steht.

    - Vorteil ohne die Abseits-Besonderheit: Solange der Schiedsrichter den Vorteil abwartet, kann die verteidigende Mannschaft eine schwerere Spielstrafe verwirken. Hätte der Angreifer nicht im Abseits gestanden, wäre der Strafstoß ja wohl unstreitig.


    Es ist allein die Kombination beider Aspekte, die das hier schwierig erscheinen lässt. Ist es aber eigentlich nicht.


    Bei der :gelbe_karte: bin ich mittlerweile der gefestigten Ansicht, dass beide falsch wären. Die erste, weil kein aussichtsreicher Angriff verhindert wird und für eine Rücksichtslosigkeit nichts ersichtlich ist. Die zweite, weil ebenfalls kein aussichtsreicher Angriff verhindert wird und das Textilvergehen sicherlich nicht rücksichtslos ist. Und aus einem Textilvergehen pauschal eine Unsportlichkeit zu machen, ist sicherlich auch nicht richtig.


    Wie gesagt, als Regelfragenantwort. Das bedeutet nicht, dass man da auf dem Platz keine gelbe Karte verkauft bekommt oder das gar ein Regelverstoß wäre.

    3. Gelbe Karte für den Spieler, der das erste Foul begangen hat, denn er verhindert einen aussichtsreichen Angriff -

    Die Begründung ist jedenfalls falsch, denn mit dem Strafstoß besteht der aussichtsreiche Angriff noch.


    Alles andere ist Kaffeesatzleserei. In Regelfragen geht es um klare Verwarnungen, deren Anlass im Text der Frage steht. Dass nicht alle 100 Gründe für eine Verwarnung in der Regelfrage ausdrücklich ausgeschlossen sind, heißt nicht, dass sie in Frage kommen. "Trifft das Bein" heißt Fußvergehen und das ist für sich genommen nicht gelb und schon gar nicht "sogar mehr".

    Ich würde auch sagen: Strafstoß. Der oben markierte Regeltext ist eindeutig. Und solange das Spiel nicht unterbrochen ist, kann die schuldige Mannschaft eine schwerere Spielstrafe auch verwirken. Den Teil finde ich eigentlich klar.


    Bei der persönlichen Strafe denke ich auch, dass ein FaD nicht in Frage kommt, denn eine klare Torchance oder ein aussichtsreicher Angriff kann nicht vorliegen, wenn kein Tor erzielt werden kann. Das ist wie ein Handspiel, mit dem ein direkter Treffer aus einem indirekten Freistoß verhindert wird. In der zweiten oben gelb markierten Stelle ist mit "bestraft" m.E. nur die Spielstrafe gemeint.


    Mit dem gleichen Argument kommt eine Verwarnung wegen Unterbindens eines aussichtsreichen Angriffs nicht in Frage.


    Wenn man meint, Festhalten am Textil müsse immer :gelbe_karte: geben, dann sicherlich auch hier. Das ist aber keine Regel, und taktisch ergibt das in Kombination mit der Spielfortsetzung Strafstoß m.E. auch wenig Sinn, bei der Spielstrafe braucht es die Signalwirkung der Verwarnung nicht zusätzlich.

    Wem zeigt der SR nun die rote Karte? Nr. 13 oder Nr. 7? Die Schilderung erscheint mir widersprüchlich.


    Jedenfalls ist m.E. der Wechsel vollzogen. #13 ist eingewechselt, #7 ist ausgewechselt. Das heißt, fliegt #7, kann #13 nach Behebung des Ausrüstungsmangels spielen (Mannschaft zu elft). Fliegt #13, dürfen beide nicht mehr spielen und die Mannschaft spielt zu zehnt.

    Hier eine Quelle des ZDF in Zusammenarbeit mit dem DFB.

    Der Beitrag ist unmittelbar nach der Regeländerung entstanden, seitdem hat siuch nichts mehr geändert.


    https://www.youtube.com/watch?v=KgeQCA2NdCY

    Danke, aber genau dieser Fall ist auch dort nicht dabei. Ich kann mich erinnern, dass es irgendwo Lehrmaterial mit genau dieser Regeländerung (bzw. Auslegungsänderung) gab, wo der Ball eben absichtlich aber misslungen zum abseits stehenden Angreifer gespielt wird. Ich meine sogar, es war hier im Forum verlinkt, ich finde es aber nicht wieder.


    Manfred
    Wir wissen das. Dieses Verständnis von "kontrolliert" ist indes, gelinde gesagt, nicht intuitiv.