Hannovers Manager Heldt rastet aus

  • Hat hier jemand gesehen, wie es zu der Elfmeterentscheidung zum 1:1 Ausgleich für Mainz 05 kam? Gelesen von Sport1 habe ich folgendes: "

    Matthias Ostrzolek brachte Jean-Philippe Mateta im Strafraum mit einem leichten Hüftschubser zu Fall, Schiedsrichter Robert Hartmann entschied auf Elfmeter, der Videoschiedsrichter schritt nicht ein."


    96 Manager Horst Heldt sagte dazu: ""Das war ein Witz! Der Wahnsinn einer Schwalbe. Warum fällt er denn? Altersschwäche?

    ".... ergänzte 96 Trainer Breitenreiter: "Wenn man in Köln in aller Ruhe nicht erkennt, dass die Situation beim Elfmeter eine Schwalbe war ..... Dann können wir den Videobeweis abschaffen."


    Wenn man Sport1 glaubt, dass Kontakt stattfand (egal wie gering), kann nicht auf Schwalbe entschieden werden. Der VAR greift nicht ein.

    Falls kein Kontakt vorlag, muss der VAR den Schiedsrichter darüber Bescheid sagen.

    Fakt ist, der Schiedsrichter unterbrach das Spiel im Strafraum mit einen Pfiff. In dem Fall hat er zwei Möglichkeiten.

    1. Er gibt Elfmeter, oder 2. er sieht eine Schwalbe, zieht gelb und indirekter Freistoss.

    Die 3. Möglichkeit wäre vielleicht die beste gewesen, nämlich weiter spielen.

  • Hatte ich witziger weise gerade den Kommentar auf Collinas Erben zu dieser Szene gelesen.


    Collinas Erben vom 10.12.2018 schrieb:

    Wesentlich strittiger war dagegen Hartmanns Elfmeterpfiff für die Mainzer beim Stand von 0:1 in der 83. Minute. Philippe Mateta war mit Tempo in den Hannoveraner Strafraum eingedrungen und dort an Matthias Ostrzolek vorbeigezogen, als dieser ihn mit der Hüfte leicht am Oberschenkel touchierte. Der Mainzer fiel, und das genügte dem Schiedsrichter, um den Gastgebern einen Strafstoß zuzusprechen.


    Den Video-Assistenten Patrick Ittrich stellte das vor ein Dilemma: Aufgrund des Kontakts bei einiger Geschwindigkeit lag einerseits keine eindeutige "Schwalbe" von Mateta vor, andererseits konnte man stark bezweifeln, dass dieser Kontakt ursächlich für den Sturz des Mainzers war. Gegen einen Elfmeter sprach also mehr als für ihn - aber war die Entscheidung so klar und offensichtlich falsch, dass eine Intervention zwingend hätte erfolgen müssen?


    Der Blog von Collinas Erben gehört inzwischen zu meiner Montag Morgen Pflichtlektüre


    Meine Meinung: Herausforderung Geschwindigkeit.


    Es liegt in der Natur der Sache, das sich Sportler nahezu immer in physikalischen Grenzbereichen bewegen.

    Das gilt für den Profi genau so wie für den Amateur, da diese physikalischen Grenzbereiche auch von der individuellen Physiologie abhängig sind. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten (wie gesagt relativ) genügt oft ein kleiner Kontakt zum richtigem Zeitpunkt, um jemanden komplett aus der Bahn zu werfen.


    Damit will ich aber weder sagen, das der Kontakt in dieser Szene von Matthias Ostrzolek tatsächlich gewollt war noch möchte ich behaupten das Jean-Philippe Mateta dieses "Geschenk" dankend angenommen hat.


    • Schiedsrichter Robert Hartmann entschied, das der Kontakt ursächlich für den Verlusst der Gleichgewichtskontrolle von Jean-Philippe Mateta war.
    • Der Videoschiedsrichter (Patrick Ittrich) soll (nach VAR Reglement) gar nicht einschreiten, weil die Szene bewertet wurde und im Ermessensbereich des SR liegt.


    Ermessensbereich sagt aber auch, kann man so oder so sehen. Genau so wie sich 96 Manager Horst Heldt darüber aufregt das Strafstoß gegeben wurde, kann sich Jean-Philippe Mateta im umgekehrten Fall darüber aufregen wenn kein Stzrafstoß gegeben worden wäre.


    Eine Schwalbe war es jedenfalls schon alleine wegen des Kontakts definitiv nicht.

  • Selbst wenn es nicht als Schwalbe bewertet wird (weil es einen Kontakt gab), darf und sollte der VAR trotzdem eingreifen, wenn es klar und offensichtlich kein Foul war (mit Spielfortsetzung SR-Ball, wenn Ball bei Pfiff noch im Spiel) Und es gibt sicherlich Situationen, die trotz Kontakt eindeutig kein Foulspiel darstellen.

    Also "keine eindeutige Schwalbe" kann mit "eindeutig kein Foul" einhergehen.


    Ich denke, hier war das durchaus gegeben und ein Eingriff des VAR wäre angebracht gewesen. Ich glaube, man wird kaum Schiedsrichter finden, die (nach Betrachtung mehrerer Einstellungen und Wiederholungen) diesen Strafstoß geben würden.

  • Selbst wenn es nicht als Schwalbe bewertet wird (weil es einen Kontakt gab), darf und sollte der VAR trotzdem eingreifen, wenn es klar und offensichtlich kein Foul war

    Irgendwie haben wir da ein unterschiedliches Verständniss.


    Sobald es zu einem Kontakt kommt entscheidet der SR nach seiner ureigensten Wahrnehmung ob der dieser Kontakt strafbar war.

    Das es bei der Bewertung der Strafbarkeit zu unterschiedlichen Ansichten zwischen Schiedsarichtern kommt, beweist nahezu jeder Diskussion zu Ermessensfragen in diesem Forum.


    Der VAR soll in Fällen wie eiingangs beschrieben nur eingreifen wenn:

    • Der SR ein Vergehen nicht wahrgenommen oder übersehen hat (in diesem speziellen Fall wenn der SR einen Kontakt nicht gesehen hätte -beachte Konjunktiv))
    • Ein Vergehen wahrgenommen hat welches nicht vorlag (in diesem speziellen Fall wenn kein Kontakt vorgelegen hätte)
    • Der SR den Ort des Vergehens offensichtlich falsch bestimmt hat. (bspw. innerhalb oder außerhalb Strafraum)

    Also nur dann wenn ein offensichtlicher Fehler des SR vorliegt. Wir reden hier aber von einem bewerteten Kontakt bei dem der Angreifer das Gleichgewicht verliert

    Ohne die Situation als solche zu bewerten - das hat ja bereits der Kollege Robert Hartmann bereits gemacht.


    • Es lag definitiv ein Kontakt vor
    • Der Angreifer hat unmittelbar nach dem Kontakt das Gleichgewicht verloren
    • Der Kontakt fand im Strafraum statt.


    Der Rest ist Ermessenssache. Jeder einzelne von uns hat das Recht, seine eigene Einschätzung zur Situationsbewertung abzugeben und dabei zu anderen Ergebnissen zu kommen. (Ich frage mich übrigens auch ob ich den Elfer gegeben hätte)


    Dennoch hat weder der Kollege auf dem Feld noch der Kollege in Köln etwas verkehrt gemacht.


    DieMacke bringt es auf den Punkt:

    1. Er gibt Elfmeter, oder

    2. er sieht eine Schwalbe, zieht gelb und indirekter Freistoss.

    Die 3. Möglichkeit wäre vielleicht die beste gewesen, nämlich weiter spielen.

    Wobei die 2. Möglichkeit durch den vorliegenden Kontakt wohl eher ausfällt.

    Damit sind Möglichkeit 1 und 3 grundsätzlich erst einmal beide Richtig. Nachdem die Entscheidung gefallen war soll diesem Falle der VAR auch nicht mehr eingreifen.


    Wir können uns aber darüber unterhalten was die Bessere von beiden Alternativen gewesen wäre.

    ".... ergänzte 96 Trainer Breitenreiter: "Wenn man in Köln in aller Ruhe nicht erkennt, dass die Situation beim Elfmeter eine Schwalbe war ..... Dann können wir den Videobeweis abschaffen.

    In jedem Falle ist diese Aussage von Breitenreiter unsachlich, polemisch und zeugt von wenig Regelkenntniss.

  • Das läuft halt auf die Aussage hinaus: "Sobald ein Kontakt vorliegt, liegt es im Ermessen des Schiedsrichters zu entscheiden, ob ein Foul vorliegt. Seine Entscheidung, ein Foul zu ahnden, kann dann nicht mehr objektiv falsch sein."


    Wenn das so wäre, würde ich es zumindest nicht gut finden. Es sollte doch so klare Richtlinien bei der Bestimmung eines Foulspiels geben, dass es Zweikämpfe mit Kontakt gibt, wo sich der Verteidiger sicher sein kann, kein Foul zu begehen. Ansonsten haben wir hier einen viel zu großen Graubereich und eine einheitliche Linie unter den Schiedsrichtern ist weit entfernt.


    Bzgl. VAR: Selbst wenn der SR (bzw. hier wohl eher der SRA, der es reingewunken hat) hier aus seiner korrekte Wahrnehmung eines Kontakts den Strafstoß gefolgert hat, kann der VAR ihn darauf hinweisen, dass die Ansicht der Bilder stark dafür spricht, dass die Entscheidung falsch war. Dies sollte er dann tun, wenn er den Fehler als klar und offensichtlich ansieht, d.h. insbesondere, dass er davon ausgeht, dass der SR die Entscheidung korrigieren wird, wenn er sie beim Review sieht.

    Der SR hat dann immer noch die Möglichkeit, dies abzulehnen (wenn er sich sehr sicher ist) oder nach dem Review bei seiner Entscheidung zu bleiben.


    Die Idee des VAR war doch schließlich, solche Fehler zu eliminieren, wo sich hinterher (fast) alle einig sind, dass die Entscheidung falsch war - dies ist hier ja durchaus gegeben, auch von Mainzer Seite gibt es solche Stimmen.


    Dass die Situation nicht gegen den Videobeweis spricht, sehe ich aber auch so. Zum einen, weil ohne Videobeweis in der Szene nichts besser gewesen wäre und zum anderen, weil es im Zweifel ein menschlicher Fehler und kein Systemversagen war.

  • Weil es einen Pfiff im laufenden Spiel gab - und nach einem Pfiff kann es keine "Standard"-Spielfortsetzung (Abstoß, Eckstoß, Einwurf oder Anstoß) geben, da bleiben nur Freistoß/Strafstoß oder eben SR-Ball.

  • Ich habe die Szene live (im TV) gesehen.

    Ich bin kein Bundesliga-Schiedsrichter, war interessiert an einer spannenden Schlussphase und am sympathischsten in diesem Spiel war mir Hartmann, von beiden Vereinen kann ich vielleicht je 3 Spieler aufzählen...


    In Realgeschwindigkeit hätte ich ihn auch gepfiffen, in Slow-Mo wird dann sichtbar, dass Mateta natürlich ein schlitzohriger Vollblutstürmer ist und den kleinsten Kontakt dankend annimmt. Dennoch ist es ein Foulspiel, wenn ich als Verteidiger mein Bein stehen lasse! Und im 16er ist es dann eben ein Strafstoß...

    Frech fand ich dann die Mätzchen, die Mateta mit gefühlt 7 Gegenspielern vor der Ausführung spielt. Weiß nicht, ob man hierzu Videos/Fotos findet, aber er ringt förmlich mit mehreren Hannoveranern gleichzeitig um das Fitzelchen Rasen, das Teilkreis und Strafraumlinie verbindet... Lustig hierbei: ALLE stehen auf der Linie, somit sowieso „illegal“ IM Strafraum. Bevor Hartmann (hier leider eine unglückliche Figur, weit raus aus dem „Gemenge“, aber laut schimpfend mit keinerlei Akzeptanz der Spieler) eingreifen kann, überzeugt ein anderen Mainzer Mateta, doch einfach wegzugehen, damit der Kollege den 11er schießen kann.

  • Das läuft halt auf die Aussage hinaus: "Sobald ein Kontakt vorliegt, liegt es im Ermessen des Schiedsrichters zu entscheiden, ob ein Foul vorliegt. Seine Entscheidung, ein Foul zu ahnden, kann dann nicht mehr objektiv falsch sein."

    Genau richtig, das Ganze nennt man dann Tatsachenentscheidung. Oder richtiger Entscheidung nach Tatsachenfeststellung.


    Wenn das so wäre, würde ich es zumindest nicht gut finden. Es sollte doch so klare Richtlinien bei der Bestimmung eines Foulspiels geben, dass es Zweikämpfe mit Kontakt gibt, wo sich der Verteidiger sicher sein kann, kein Foul zu begehen.

    Nun, die gibt es doch. In den regelmässigen Konformitätsteste wird die Auslegung des Regelwerkes quasi fixiert und vorgegeben. Die Herausforderung bleibt aber dennoch der Mensch, der Subjektiv eine Bewertung vornimmt und die Aktion in eine Schublade einsortieren muss.


    Wieso kann man nicht mit SR Ball bzw. Eckball/Abstoß weitermachen, wenn "weder Schwalbe noch Foul" die eindeutig richtige Entscheidung sein sollte?

    Versuchen wir es mal mit Schiri Basics:


    Was wäre ohne VAR passiert? Richtig es hätte Strafstoß ohne wenn und aber gegeben und alle hätten gemeckert.


    Da Schwalbe (wegen Kontakt) als Entscheidung ausfällt geht es nur um Foul oder Weiterspielen. Für den Eingriff des VAR muss aber die Entscheidung des SR grundsätzlich Falsch gewesen sein. Hier liegt aber ein Kontakt mit anschließender Gleichgewichtsstörung vor - also prinzipiell ein mögliches Foulspiel welches durch das Ermessen des SR bewertet wird..

    Da sowohl Foulspiel als auch Weiterspielen beides im Ermessensbereich des SR liegen und dieser die Situation bewertet hat ist die (sind beide) Entscheidung(en) -Foulspiel oder Weiterspielen- prinzipiell erst einmal richtig und eben nicht grundsätzlich Falsch. Damit schliesst sich aber der Eingriff des VAR gem. der Vorgaben grundsätzlich aus.


    Es gibt halt bei den Regel 12 Vergehen so gut wie keine Digitalen vorgaben sondern immer Graubereiche.

    Dabei wird es dann immer besonders hellgraue und besonders dunkelgraue Entscheidungen geben (je nach Vereinsbrille) Hier liegt dann mal eine besonders hellgraue vor.


    Die Idee des VAR war doch schließlich, solche Fehler zu eliminieren, wo sich hinterher (fast) alle einig sind, dass die Entscheidung falsch war.

    Ja, das ist von der Idee beim Volk angekommen, aber keiner hat begriffen das das so, wie das Fussballvolk es sich vorstellt eben nicht umsetzbar ist. In diesem Falle war ja die Entscheidung prinzipiell richtig, obwohl vielleicht 99% der Schries keinen Strafstoß gegeben hätten. Im Foulspiel gibt es nun einmal keine klaren linien. selbst die Grenzbereichce werden ebenfalls grau bleiben.


    Abschliessend meine Frage.


    Hätte 96 Manager Horst Heldt genau so einen Auftstand gemacht wenn er genau diesen Elfer bekommen hätte? Das ganz soll doch nur von der derzeit sportlichen katastrophalen Lage sowie den ständigen Vereinsdiskussionen um den Vorstand von Hannover 96 ablenken.


    Der Schiri ist halt schuld das wir so schlecht dastehen. (So interpretiert ein Kommunikationsberater exakt solche Aktionen)

  • Ich habe noch jemanden gefunden, der hier auch einen klaren Fehler und fehlenden VAR-Eingriff sieht:

    Die Entscheidung Strafstoß ist aus meiner Sicht regeltechnisch falsch. Auch wenn es zu einem Kontakt beziehungsweise Rempeln im Hüftbereich kommt, ist dies aus meiner Sicht nicht als strafbar zu werten. Problematisch war in dieser Situation die Kommunikation zwischen Schiedsrichter Robert Hartmann und Video-Assistent Patrick Ittrich. Hätte die Kommunikation in adäquater Form stattgefunden, wäre schnell klar gewesen, dass die Entscheidung auf Strafstoß nur aufgrund der Wahrnehmung des Schiedsrichter-Assistenten Christian Leicher erfolgte und der Schiedsrichter Robert Hartmann keine ausreichende Wahrnehmung zu diesem Vorgang hatte. In diesem Zusammenhang wäre es bei dem vorliegenden Bildmaterial unbedingt notwendig gewesen, dem Schiedsrichter die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild von diesem Zweikampf zu machen und somit die Durchführung eines On-Field-Reviews zu empfehlen. Ich bin mir sicher, dass die ursprüngliche Entscheidung dann von Robert Hartmann korrigiert worden wäre.

    Auch sonst stellt das Interview noch mal einiges klar und erklärt, was am Wochenende gut und schlecht lief.

  • SixthSCTF

    Du machst es Dir meiner Meinung nach etwas zu leicht. Eine Entscheidung kann, wie oben schon beschrieben, gleichzeitig regeltechnisch vertretbar und trotzdem offensichtlich falsch sein.

    Zitat

    Da sowohl Foulspiel als auch Weiterspielen beides im Ermessensbereich des SR liegen und dieser die Situation bewertet hat ist die (sind beide) Entscheidung(en) -Foulspiel oder Weiterspielen- prinzipiell erst einmal richtig und eben nicht grundsätzlich Falsch.


    Das ist halt falsch.

    Der VAR greift bei "klaren, offensichtlichen Fehlern" ein.

    Ein klarer, offensichtlicher Fehler liegt vor, falls der SR nach Ansicht der Bilder die Entscheidung mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst zurücknehmen würde (ungefähr so war die Definition).

    Dazu ist es gerade nicht erforderlich, dass der Fehler eindeutig nachweisbar ist (z.B. fehlender Kontakt), sondern es reicht die Überzeugung, dass der SR das mit Videobildern anders entscheiden würde. Also liegt eine sehr weiche Definition von Fehler vor.


    Die Regel "Kontakt = jede Entscheidung richtig" gibt es jedenfalls offiziell nicht.

  • Jochen Drees schrieb:
    "Die Entscheidung Strafstoß ist aus meiner Sicht regeltechnisch falsch. Auch wenn es zu einem Kontakt beziehungsweise Rempeln im Hüftbereich kommt, ist dies aus meiner Sicht nicht als strafbar zu werten."


    -- Ich dachte immer dass korrektes Rempeln Schulter gegen Schulter ist. Den Hüftbereich zu rempeln wird im Eishockey durchgeführt.

    -- Herr Drees weiss sicherlich, dass eine offizielle Crew auf den Platz steht, Schiedsrichter-Assistent Christian Leicher Teil dieser Crew ist, und diese Crew zusammen arbeitet. Die Kommunikation war vorhanden; denn sonnst hätte SR Hartmann nicht gepfiffen.


    Mit seiner Aussage: "... dass die Entscheidung auf Strafstoß nur aufgrund der Wahrnehmung des Schiedsrichter-Assistenten Christian Leicher erfolgte und der Schiedsrichter Robert Hartmann keine ausreichende Wahrnehmung zu diesem Vorgang hatte..." macht Herr Drees deutlich, dass er die Zusammenarbeit der SR-Crew nicht versteht, und was er von Schiedsrichter Assistenten hält.

    Es war entweder Hector Vergara (mit 16 Einsätzen der meist dekorierte SRA bei WM unter anderen auch mit Collina. In einer Situation zeigte Collina auf Anraten Hectors einen Spieler die rote Karte. Hector überhörte Beschimpfen in einer Sprache, die Collina nicht bekannt war) oder Massimo Busacca die bei der 2015 Frauen-WM die FIFA SRs und SRAs auf Kontakt oder Schwalbe hinwiesen und wie gehandelt werden muss.

    • Bei Pfiff wird entweder auf Foul oder Schwalbe entschieden

    • oder man spielt weiter

    Diese Situation wurde von Michelle Pye, FIFA Lehrwart, vor wenigen Monaten auf unserer SR Versammlung noch einmal erklärt.

  • Das ist in der Tat auch für mich neu, dass es für den Videobeweis eine Rolle spielen soll, dass der Assistent und nicht der Schiedsrichter die Wahrnehmung der Szene hatte.

    Es erhöht allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass der SR sich nach Review umentscheidet (weil er ja vorher noch keine eigene Wahrnehmung hatte), insofern erklärt sich wohl die Relevanz.

  • Mit der Aussage passt unser Sprichwort: "he threw the ref crew under the bus."


    Vor jeden Spiel findet immer eine Besprechung des SR Gespanns statt. Weil ein Schiedsrichter gerne sieht, dass sein Assistent Fouls (auch im Strafraum) anzeigt und viel über Kommunikation Spielszenen mitteilt, wollen andere Schiedsrichter von den Assistenten so wenig wie möglich hören ... und noch weniger dass sie sich in die Spielleitung einmischen.


    Interessant wäre zu wissen, was der Beobachter dazu zu sagen hatte. Oftmals nimmt ein Beobachter teil an den Gesprächen der Offiziellen vor den Spiel. Somit ist ihm bekannt, welche Anweisungen SR Hartmann seinen Assistenten gab.

  • Also ich hab mir die Szene jetzt nochmal hier angeguckt:


    In Normaltempo würde ich sagen: Elfmeter.

    Und auch in der Zeitlupe kann man den geben.
    22 von Hannover läuft da doch mit Absicht nur in den Mann.
    Trifft ihn zwar nur ganz leicht, aber mit 0 Change an den Ball zu kommen.
    Mag ja sein, dass der Stürmer da auch relativ leicht fällt ändert aber nichts daran dass der Verteidiger doch selbst schuld ist, wenn er so nur auf den Ball rempelt.

    Ich versteh die Aufregung nicht.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Aber die Absicht des Verteidigers ist doch nicht das entscheidende Kriterium. Es geht doch darum, was tatsächlich passiert. Und der Kontakt ist zum einen nur an der Hüfte (und somit keinesfalls ein Beinstellen) und zum anderen von sehr geringer Intensität. Ostrzolek zieht ja auch nicht durch, sondern bremst ab.

    Das entspricht einfach nicht der gängigen Regelauslegung, dafür einen Strafstoß bzw. einen Freistoß zu geben.

  • Erst einmal ganz klar: Absicht spielt bei einem Foul eben gerade keine Rolle, wenn überhaupt - und selbst dann nicht immer - bei einer persönliche Strafe.


    Für meine Begriffe kann man zu der Entscheidung Foul kommen, man muss es aber nicht. In Echtzeit sieht es aus der SR- und SRA-Perspektive sicher wie ein Foul aus, in der Wiederholung aus der anderen Blickrichtung tendiere ich eher zur Schwalbe, mindestens aber zur gewagten Kombi Strafstoß-Verwarnung für den Gefoulten (wegen übertriebener Theatralik).

  • In Echtzeit sieht es aus der SR- und SRA-Perspektive sicher wie ein Foul aus, in der Wiederholung aus der anderen Blickrichtung tendiere ich eher zur Schwalbe,


    Vielleicht sehen wir alle die Schwalbe, aber leider gibt es eine klare Richtlinie von IFAB/FIFA, dass bei Kontakt (was als Foul gewertet werden kann) nicht auf Schwalbe entschieden werden darf.

    Aus dem Grunde wäre ein Weiterspielen die beste Entscheidung gewesen.

    Ich würde sagen, es kommt hier auch auf die Erfahrung des SRA an, der ja das Foul anzeigte.

  • Ich bleib dabei:
    Muss man als Stürmer fallen: Nein sicher nicht zwingend.
    Wenn er fällt kann man das als Foul pfeifen: ganz sicher ja.

    Was will der Verteidiger denn da?
    Den Stürmer stören, ja der Kontakt am Ende war relativ leicht, aber da war ein Kontakt.
    Da der Verteidiger hier wie gesagt keine Chance auf den Ball hat und absichtlich nur den Stürmer "berührt" kann das durchaus ein Foul sein.

    Hier von Schwalbe zu reden finde ich allerdings ziemlich unfair.
    Soll der Verteidiger halt weg bleiben, wenn er ja scheinbar eh nix gemacht hat in der Situation.

    Normalerweise bin ich ja derjenige hier, der Dinge eher nicht als Foul sieht.
    Aber hier von "Witz-Elfmeter" und Schwalbe zu reden finde ich sehr falsch.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Und wieder ein Beispiel dafür, dass der Videobeweis nicht alle strittigen Szenen lösen kann. Im Gegenteil- hier sorgt der Videobeweis bzw. die Erwartungen an ihn für viel Frust- verständlich.
    Der "Schaden" der vermeintlichen SR-Fehl-Entscheidung wird so größer, als er eigentlich ist. Der SR hat hier in einem Graubereich entschieden. Genau das soll er tun. Ende.

    Die Welt könnte so einfach sein.