Falsch ausgeführter indirekter Freistoß

  • Manfred, das war ein Regelverstoß. Der idF für die gegnerische Mannschaft lässt sich einfach nicht begründen, eben aus dem von dennosius genannten Grund: Deine Argumentation wird sich immer auf Vergehen vor dem Zeitpunkt beziehen, als der Ball im Spiel war. Eine Spielstrafe ist somit unmöglich, auch wenn Du allen Spielern auf dem Platz den gelben Karton mit sonstwie haarsträubenden Begründungen zeigst.


    Die "Finten-Regel" für Strafstöße bezieht sich übrigens explizit auf Strafstöße. Ich verstehe nicht, wie man diese auf andere Spielfortsetzungen übertragen kann. Oder ist das wieder der "Sinn und Geist des Fußballs"?

  • Habt Ihr das Scherbengericht beendet? Ich suche noch immer nach der regeltechnisch richtigen Variante, die den Umstand, dass der Spieler den Fuß auf den Ball setzt und selbigen, aber eben nicht deutlich, bewegt, berücksichtigt.

  • Meine regeltechnisch korrekte Antwort lautet:

    Weiterspielen. Eingreifen des SR nicht notwendig. Siehe A_Kappi.

  • Die einzige regeltechnische Auswirkung dessen, dass der Ball sich nicht deutlich bewegt, ist, dass er nicht im Spiel ist. Wenn das überhaupt eine Finte war (und nicht lediglich eine vom Schiedsrichter verschiedene Ansicht darüber, was "deutlich" ist), ist sie erlaubt. Beim Freistoß können auch 5 Mann über den Ball springen, bevor der sechste ausführt, und beim Freistoß darf auch im letzten Schritt abgestoppt werden - jeweils im Gegensatz zum Strafstoß, dessen Sonderregeln ja gerade Sonderregeln sind und deswegen nicht für andere Spielfortsetzungen gelten.


    A_Kappi So sehr es richtig ist, "ich dachte aber" nicht als Ausrede gelten zu lassen, überträgst Du hier das Risiko, dass dem Schiedsrichter eine sichtbare Bewegung des Balls nicht "deutlich" genug ist, allein auf die verteidigende Mannschaft und erschwerst ihr so die erlaubte Verteidigung gegen einen idF (Verkürzung des Abstands nach erster Ballberührung). Die Regeln geben das ohne Zweifel her, aber mir erscheint das nicht fair.

  • Habt Ihr das Scherbengericht beendet? Ich suche noch immer nach der regeltechnisch richtigen Variante, die den Umstand, dass der Spieler den Fuß auf den Ball setzt und selbigen, aber eben nicht deutlich, bewegt, berücksichtigt.

    Das Scherbengericht hast Du ja selbst heraufbeschworen :).


    Indirekter Freistoß für den Gegner ist definitiv ein Regelverstoß. Einzig mögliche Begründung in der Situation wäre eine Doppelberührung (bei deutlicher Wahrnehmung :flieh:) ...


    Und ob sich der Ball bewegt hat, ist einzig und allein Deine Tatsachenentscheidung. Wenn ja, Tor Anstoß. Wenn nein, Abstoß.


    Eine Verwarnung kannst Du nur "aus dem Hut zaubern", wenn Du eine unsportliche Spielverzögerung erkennst. Dann muss aber trotzdem die gleiche Mannschaft den Freistoß ausführen.

  • Moin, wenn sowohl der Gegner als auch die ausführende Mannschaft davon ausgehen, dass der Freistoß ausgeführt ist, warum dann also das Fass aufmachen? Und da der Ball gewackelt hat, hat er sich deutlich bewegt..... Oder bin ich hier auf dem Holzweg?

    Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr
    wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung
    angesehen.

  • Langsam glaube ich Manfred gehört zu den SR die ich so regelmäßig erlebe, die sich ihre Regeln selbst zusammen bauen. ;)

    Jetzt wirds offtopic.
    (Aus meiner Sicht) falsche Entscheidungen regen mich natürlich auch auf... aber viel schlimmer sind SR die mehr oder weniger ihre eigenen Regeln machen.
    Erst Sonntag wieder hat ein SR einen Angriff von uns abgepfiffen, weil mein Spieler (sehr eindeutig) zu einem Mitspieler "Lass durch" gerufen hat.

    Kein Gegenspieler war auch nur annährend so positioniert, dass er hätte dadurch irritiert werden können.
    Ich denke mir noch so: "Dann muss er aber eigentlich auch gelb zeigen"
    Darauf angesprochen in der HZ sagt er auch noch, dass er eigentlich gelb zeigen müsste und er sowieso immer abpfeift wenn jemand sowas ruft.
    Das einzige was er durchgehen lässt wäre wenn der Spieler den eigenen Namen ruft......

    Ich hatte keine Lust das weiter zu diskutieren.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Ach amfa, aus einer Entscheidung, bei der ich mir - und da verweise ich auf meinen Anfangssatz - selbst im Nachgang sicher war, dass sie möglicherweise falsch ist, auf die ganze Spielleitung zu schließen, ist schon überzogen.


    Nur zur Erinnerung: Ein Spiel beinhaltet eine große Zahl an Entscheidungen, die regelmäßig dreistellig sein dürfte - und wenn da eine Entscheidung falsch war, ist das rein prozentual zu vernachlässigen (obwohl die falsche Entscheidung damit nicht besser wird und auch nicht entschuldigt werden soll). Aber: In den letzten fünf Minuten hatte ich drei Rote Karten, davon eine sogar noch nach Abpfiff - und fast keinen Protest dagegen, nicht einmal in der Vereinsberichterstattung, das spricht wohl Bände. Außerdem habe ich die Frage bewusst gestellt, gerade weil ich mich mit der Entscheidung nicht wohl gefühlt habe - und ich werde am kommenden Samstag (da haben wir Leistungsprüfung) auch noch einmal mit meinem Lehrwart darüber reden, mal sehen, zu welcher Lösung er kommt.