Bezahlung von Schiedsrichtern

  • Wie viel sollten Bundesliga-Schiedsrichter bekommen 40

    1. Genauso viel wie jetzt + die Erhöhungen in den nächsten Spielzeiten ( bis zur Saison 2016/2017: 65.000€/55.000€ + 3.800€ pro Spiel) (24) 60%
    2. Mehr (8) 20%
    3. Weniger (1) 3%
    4. Soviel wie ein durchschnittlicher Bundesliga-Profi (d.h. 1,5 - 2 Mio € pro Jahr) (7) 18%

    Was meint ihr? Sollten (Bundesliga-)Schiedsrichter besser/anders bezahlt werden als zurzeit?
    Bitte gebt eure Stimme in der Umfrage ab und diskutiert weiter über das Thema.

    Jung-SR. Verbesserungen und sachliche Kritik: Immer her damit!


    LG 3-Kammer Hochtonpfeife :thumbup:

  • Ein durchschnittlicher Bundesliga-Profi verdient nie im Leben 1,5-2 Mio im Jahr. Bei den Topclubs könnte das im Schnitt hinhauen, aber auch da liegt es nur daran, dass einige deutlich mehr verdienen. Ich tippe den Durchschnitt auf max. 0,8 mio. im Jahr inkl. Prämien.


    Dann muss man sich anschauen, in welcher Relation der Aufwand/Risiko eines Spielers mit dem des SRers steht.


    Der Spieler hat i.d.R. eine 6/7 Tage Woche inkl. Spiel. Dazu kommt das immense Risiko eines Spielers. Dieser muss in jungen Jahren jedwege Bildungswege aufgeben, um den Traum zu realisieren. Dann beendet eine schwere Verletzung ganz schnell die Karriere und man spielt mit Glück noch ein paar Jahre Regionalliga o.ä.. Auch nach dem Karriereende stehen die meisten de facto ohne Ausbildung, etc. da und das mit Anfang/Mitte 30. Ein Einstieg ins Berufsleben ist ziemlich schwer, daher bleiben die meisten auch dem Fußball irgendwie verbunden.
    Geht die Kalkulation Bundesligaprofi daneben, steht man oftmals mit sehr leeren Händen da.


    Der SR hat zwar auch eine nicht zu verachtende Einschränkung im Berufsbereich, Stützpunkte, Spiele, Tag vor dem Spiel da sein, bei FIFA-SR noch mehr. Dafür haben die SR nebenbei noch ihr festes Gehalt und eben einen Job, in den sie bei Verletzungen wieder (fast) voll einsteigen können. Auch ist die SRei langlebiger, das heißt die Top-SR hören eben nicht mit 30/35 auf in der Bundesliga zu pfeifen. Geht hier die Karriere, warum auch immer, nicht bis in den Profibereich, ist der SR immer abgesichert.


    Vor dem Hintergrund wäre eine Angleichung der Gehälter außerhalb jeglicher Relation.


    Dazu kommt, dass die Fernseh/Werbeeinnahmen, etc. komplett in die Vereine laufen, nicht in die Schiedsrichterei. Die Möglichkeiten sind hier also auch sehr begrenzt.

  • Kurz die Vereine legen großen Wert auf Ausbildung ! Sicher ist es schwer unter zu kommen. Dennoch haben alle eine Ausbildung genossen.

  • Ich finde BL-SR mit 150000 EUR Zusatzeinkommen / Jahr zu ihrer Haupttätigkeit nagen nicht gerade am Hungertuch. Wenn man dann noch sieht, dass einige SR 20 Jahre auf hohem Niveau Spiele leiten und über diesen langen Zeitraum teils beträchtliche Zusatzeinnahmen haben finde ich jedwede Vergleiche überflüssig und erinnern mich stark an Neiddebatten. Soll jeder machen was er will- bringe eine abhörsichere Facebook-Alternative auf den Markt und Schwupps bist Du Milliardär. Steht jedem frei.

  • Kurz die Vereine legen großen Wert auf Ausbildung ! Sicher ist es schwer unter zu kommen.
    Dennoch haben alle eine Ausbildung genossen.


    Also ich kenne einen Fall, wo ein 20 Jähriger seine Ausbildung abgebrochen hat/abbrechen musste, da er einen Vertrag für die U23 von Hertha BSC bekommen hat. Ich frage mich auch, wo bei 5 Trainingstagen die Zeit für eine Ausbildung bleiben soll.

  • Tim in dem Fall wird der Spieler einen Berater gehabt haben der ihn das geraten hat, ich kenne mehrere Fälle wo Spieler in die U23 gewechselt sind und trotzdem ihre Ausbildung beeendet haben. In 3 Fällen wurden sogar die Städte gewechselt.
    Die Entscheidung liegt alleine beim Spieler bzw. am Berater, die Ausbildung zu beenden.
    Zurück zum anderen Thema, ich denke das die SR genug bekommen nur in der Basis sollten sie endlich mal erhöhen.

    Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist. (Bill Shankly)

  • Also sagen wir so.
    Bei 55.000€ pro Jahr + 3.800€ pro Spiel sind SR selbst ohne ein Spiel zu pfeifen schon als "Profi-SR" zu bezeichnen.
    Das dürften die wenigstens verdienen.


    Natürlich wird man davon nicht reicht, aber das ist für die meisten SR ja auch nur eine Nebenbeschäftigung.
    Die haben ja alle noch einen "echten" Beruf (in dem sie vermutlich teilweise sogar weniger verdienen).


    Von daher finde ich die Bezahlung vollkommen in Ordnung und angebracht.



    Was die BuLi Durchschnittverdienste angeht:
    Ich hab nur eine Zahls aus 2010/2011 gefunden dort ist dei Rede von 1,5 Mio inkl Prämien als BuLi Durchschnitt.
    Wobei der Großteil vermutlich bei den Top Clubs bezahlt werden dürfte.


    Mannschaften wie Mainz, Augsburg oder Braunschweig kommen sicher nicht auf solch einen Durchschnitt.
    Edit:
    Hab noch eine andere Quelle gefunden:
    http://www.rp-online.de/sport/…-bundesliga-bid-1.3135461
    Gerade die kleinen Vereine sind relativ weit von den 1,5 Mio entfernt.



    Aber aus den schon genannten Gründen halte ich solche Gehälter für die SR für nicht zielführend.
    Wegen dem Geld macht das sowieso niemand, da man sich vorher ja auch durch die unteren Ligen "pfeifen" muss und da gibts ja nun mal "gar nichts"

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

    Einmal editiert, zuletzt von amfa ()

  • Es gibt für mich ein Gegenargument, der der auf dem Platz das sagen hat verdient am wenigsten, diese Wertschätzung geht dann auch schnell mal auf die Spieler über.

  • Die Zuschauer und Sponsoren zahlen aber viel Geld,um tricksende und kämpfende Spieler zu sehen und nicht den Schiedsrichter.Der Marktwert des Fussball ergibt sich nun mal an der Qualität der Fussballer und des Spieles und nicht der des SR.Er gehört zwar zum Spiel,nicht mehr und nicht weniger und am Hungertuch müssen die in den oberen Ligen auch nicht nagen.Für mich wird in den oberen 3 Ligen absolut leistungsgerecht bezahlt.Alles was darunter an Spesen gezahlt wird ist für mich ein absoluter Witz.

  • Die Qualität des Spiels hängt allerdings auch stark von der Qualität des SR ab und dementsprechend muss man da eben mitzahlen, dieses Argument zählt für mich nicht. Vieles ist hypothetisch, aber stell doch mal ein paar Amateurschiedsrichter in die BL und lass die Pfeifen, die Spiele werden kleinlich gepfiffen sie entgleiten und und und, wie stark würde der Marktwert der BL wohl sinken? Ich glaube um weit mehr als die SR momentan verdienen und die Differenz könnte man Argumentieren müsste das Gehalt sein, ist aber letztlich auch nicht stichhaltig.

  • Also besser bezahlt sollten sie auf keinen Fall werden.


    Nehmen wir uns den Handball mal als zweitgrößte Sportart in Deutschland.


    "In der Handball-Bundesliga in Deutschland (DHB) verdient ein Schiedsrichter 500 Euro an jedem Spieltag, dazu kommt noch eine Spesengeld und Fahrtkosten-Erstattung. In der zweiten Liga sind es dann 300 Euro, die einem Handball-Schiedsrichter pro Spiel gezahlt werden." Quelle: Teamsportbedarf


    Lassen wir mal den wirtschaftlichen Aspekt der verschiedenen Sportarten außen vor aber die Handballschiris leisten bestimmt nicht viel weniger als die Fußballschiris. Also wäre es meiner Meinung nach nicht sehr gerechtfertigt, den Fußballschiris noch mehr zu geben, als sie eh schon bekommen.

  • Passt zwar glaub ich nicht mehr so ganz, aber als ich damals auf Ausbildungssucje war (vor 3 jahren xd) habe ich diese nicht bekommen weil ein Ex Spieler von FSV Frankfurt (Kreuzbandriss, Name kenne ich nicht) sich beworben hatte und der sofort genommen wurde. Also so schwer ins Berufsleben zu kommen ist es für einen ehemaligen Profispieler anscheinend nicht. Die Bezahlung der Schiedsrichter aus der BL betrifft mich nicht und wird es wahrscheinlich auch nicht, also wieso macht ihr euch so einen Kopf darum?

  • Habe mal ne ganz andere Frage dazu:


    Unsere Aufwandsentschädigungen als SR (z. B. 20,00 Euro), gibt es da irgendwie eine Verbindung/und oder Meldepflicht zum neuen Mindestlohn-Gesetz???
    Frage deshalb, da mein Verein Infoblätter bekommen hat für Bezahlung von Ordnungskräften usw.

    Stellv. Spielausschuss-Vorsitzender des KV Erzgebirge - 2006 bis 2010 auch Spielleiter beim Bezirksverband Chemnitz (leider aufgelöst) ;(
    Denkmäler für Dirk Schuster, Daniel Meyer, Hannes Drews, Domenico Tedesco und Gerd Schädlich auf dem Markt in Aue!

  • Das wundert mich jetzt etwas ... Ordnungskräfte unterliegen doch nur dem Mindestlohn, wenn sie angestellt sind - dies dürfte bei den meisten Vereinen doch wohl eher nicht der Fall sein. Nebenbei wäre dann auch die Sozialversicherung und Steuer (ggf. Mini-Job) fällig.


    Wir als SR haben einen etwas merkwürdigen Status, sind wir einerseits zwar gefühlt abhängig beschäftigt, andererseits aber eher freiberuflich tätig. Dies wird zudem daran deutlich, dass wir eine Aufwandsentschädigung erhalten, ich denke aber, dass wir nicht unter das Gesetz fallen. Rein rechnerisch (90 Minuten Arbeit) liegen die Spesen von 20 Euro ohnehin über dem Mindestlohn, das könnte allenfalls im Jugendbereich knapp werden.

  • Ohne Anspruch auf absolute Wahrheit: Spesen sind kein Lohn im gesetzlichen Sinne. Du stehst in keinem Arbeitsverhältnis zu deinem Verein oder deinem Fußballkreis, deswegen betrifft die Mindestlohnregelung uns Schiedsrichter nicht. Ich bin zb. hauptberuflich freischaffender Musiker: Dort stehe ich auch in keinem Lohnverhältnis zu Auftraggebern, weswegen diese nicht an den Mindestlohn gebunden sind. Mal ganz davon abgesehen, dass selbst der niedrigste Spesensatz von 15€ bei einem entlohnten Arbeitsaufwand von 90 min (also 1,5h) relativ gut mit dem Mindestlohn von 8,50€ vereinbar wäre.

  • Das wundert mich jetzt etwas ... Ordnungskräfte unterliegen doch nur dem Mindestlohn, wenn sie angestellt sind - dies dürfte bei den meisten Vereinen doch wohl eher nicht der Fall sein. Nebenbei wäre dann auch die Sozialversicherung und Steuer (ggf. Mini-Job) fällig.

    Manfred, Du hast recht. Meine Anfrage war diesbezüglich etwas zu pauschal

    Stellv. Spielausschuss-Vorsitzender des KV Erzgebirge - 2006 bis 2010 auch Spielleiter beim Bezirksverband Chemnitz (leider aufgelöst) ;(
    Denkmäler für Dirk Schuster, Daniel Meyer, Hannes Drews, Domenico Tedesco und Gerd Schädlich auf dem Markt in Aue!

  • Also ich habe bei einem Herrenspiel über 90 Min einen Aufwand von durchschnittlich 5h. Spesen bekomme ich 15€ in der Kreisklasse. Alles andere sind Erstattungen für reale Kosten (Auto, Telekommunikation).
    Die Kosten für Trikots, Schuhe, Fahrten zu Lehrveranstaltungen könnte ich gegen die Spesen verrechnen und käme in einer klassischen Einnahmen / Ausgabenrechnung auf eine grobe Null.
    So gesehen ist mir gleich wer das Geld wie nennt- für mich sind es einfach nur durchlaufende Posten. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Ein Hobby zum Nulltarif.

  • Hier muss ich Manfred widersprechen, denn:
    1. wir sollen mindestens 30 Minuten vor Spielbeginn am Spielort eintreffen
    2. ca. 98 Minuaten Spielzeit (mit Einlaufen, Platzwahl)
    3. Duschen, Pässe an die Vereine zurück geben und Abrechnen 25 Minuten
    4. Spielbericht Online ausfüllen ca. 15 - 20 Minuten
    Macht bereits jetzt, ohne Anreise zum "Arbeitsplatz", 2, 75 Std. (rund). Für die Anreise im Schnitt 30 Minuten je Strecke, dann
    kommen wir auf 3,75 Stunden. Jetzt kann jeder selbst den Stundenlohn errechnen. Jede Putzfrau bekommt mehr und wird weniger beschimpft.