Was ist bloß auf den Sportplätzen los?

  • Gilt das auch, wenn Sie nicht offiziell angesetzt sind? Ich kenne das eigentlich nur so, dass man als SR nicht pfeifen darf, wenn ein anderer SR angesetzt ist, ist hingegen kein SR angesetzt oder innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht erschienen, darf man sehr wohl so ein Spiel leiten - oder ist da mal wieder Tante Verbandsspezifisch am Werk?

    Ich denke Ente meint das, so dass durch die Mail, welche gestern alle Berliner SR bekommen haben, kein SR der derzeit einen gültigen SR Ausweis besitzt Spiele dieses Vereins leiten darf.


    Ich sehe das ein wenig anders. In der Mail steht nur drin, dass der SR-Ausschuss keine Schiris zu den besagten Spielen ansetzen wird aber nicht, dass es den SR untersagt ist Spiele dieses Vereins zu leiten. Natürlich würde man als SR die absolut korrekte Entscheidung des SR-Ausschusses konterkarieren. Wenn aber Heim einen solchen SR in seinem Verein findet, dann leitet der für gewöhnlich auch das Spiel.


    Ansonsten gilt auch bei uns die Regelung wenn kein SR angesetzt wurde oder nicht erschienen ist.

    1. neutraler anwesender SR
    2. SR der beiden Vereine
    3. Inhaber eines Regelkundeausweises
    4. Mitglieder eines BFV-/DFB-Vereins ohne SR- und Regelkundeausbildung

    Wobei bei mehreren anwesenden Personen einer Kategorie der Gastverein entscheidet bzw. Vorrecht hat.

  • Ich denke Ente meint das, so dass durch die Mail, welche gestern alle Berliner SR bekommen haben, kein SR der derzeit einen gültigen SR Ausweis besitzt Spiele dieses Vereins leiten darf.


    Ich sehe das ein wenig anders. In der Mail steht nur drin, dass der SR-Ausschuss keine Schiris zu den besagten Spielen ansetzen wird aber nicht, dass es den SR untersagt ist Spiele dieses Vereins zu leiten.

    Aber würde die Mail an alle dann überhaupt Sinn machen? Wenn es "nur" darum gehen würde, dass der SR-Ausschuss keine SR ansetzt, hätte doch eine Pressemitteilung gereicht.

  • Hallo.

    Hier wird aus meiner Sicht auch darauf spekuliert, dass jeder geprüfte SR von sich aus verweigern wird. Darauf kann man sich aber bei einem fehlenden Verbot bzw. der Androhung von Sanktionen nicht setzen. Es wird ggf. Kameraden geben, die sich breit schlagen lassen (ich sag nur Lätzchen) und dann pfeifen. Oder die zusätzliche Spesen bekommen und dann zusagen.

    Ich sehe hier eine eigentlich nicht vereinbare Konstellation :


    Der Verband will eigentlich nicht, das geprüfte SR Spiele des Vereins leiten, bis per Sportgericht das weitere Vorgehen geklärt ist. Eine offizielle Handhabe gibt es augenscheinlich nur für die primär durch den Vorfall betroffene Mannschaft in der höchsten Spielklasse, für die anderen Mannschaften lässt sich dies nicht anwenden, weshalb nicht offiziell untersagt werden kann.


    Eine Absetzung der anderen Mannschaften des Vereins könnte als Wettbewerbsverzerrung interpretiert werden, also lässt man die Spiele regulär angesetzt, schickt aber keine geprüften SR und lässt die Mannschaften das Problem für sich regeln.


    Für mich im höchsten Maß inkonsequent und unfair den Vereinen gegenüber, die gegen diesen Verein spielen müssen : Boykott geht nicht, da falls ein SR gefunden werden kann, das Spiel durchgeführt werden muss. Weigert sich der Gegner, ist es ein schuldhafter Ausfall, da der durch den Vorfall betroffene Verein garantiert antreten möchte. Also muss gespielt werden, was wiederum die Möglichkeit eines erneuten Vorfalls mit sich bringt. Eigentlich eine Frechheit des Verbandes, das so durchziehen zu wollen.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Hier wird aus meiner Sicht auch darauf spekuliert, dass jeder geprüfte SR von sich aus verweigern wird. Darauf kann man sich aber bei einem fehlenden Verbot bzw. der Androhung von Sanktionen nicht setzen. Es wird ggf. [...]


    Der Verband will eigentlich nicht, das geprüfte SR Spiele des Vereins leiten, bis per Sportgericht das weitere Vorgehen geklärt ist. Eine offizielle Handhabe gibt es augenscheinlich nur für die primär durch den Vorfall betroffene Mannschaft in der höchsten Spielklasse, für die anderen Mannschaften lässt sich dies nicht anwenden, weshalb nicht offiziell untersagt werden kann.

    [...]

    Für mich im höchsten Maß inkonsequent und unfair den Vereinen gegenüber, die gegen diesen Verein spielen müssen : Boykott geht nicht, da falls ein SR gefunden werden kann, das Spiel durchgeführt werden muss. Weigert sich der Gegner, ist es ein schuldhafter Ausfall, da der durch den Vorfall betroffene Verein garantiert antreten möchte. Also muss gespielt werden, was wiederum die Möglichkeit eines erneuten Vorfalls mit sich bringt. Eigentlich eine Frechheit des Verbandes, das so durchziehen zu wollen.

    Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß.


    Wenn man mal darüber nachdenkt was jambala das ausführt bekommt das Ganze sogar Geschmäckle. Es liest sich wie "Liebe Presse wir haben gehandelt und nun kümmer Dich lieber wieder um andere Themen"

  • Und anschließend wahrscheinlich auf das dünne Brett kommen, jemanden wegen unerlaubter Leitung eines Spieles abstrafen wollen - damit nur ja jeder beim nächsten Mal ablehnt. Honi soit qui mal y pense.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Heute gab es an alle Berliner Schiedsrichter elektronische Post vom Schiedsrichterausschuss aufgrund des obigen und anderen Vorfällen mit mehr oder weniger konkreten und unkonkreten Maßnahmen und Vorschlägen.


    So wurde schon zum Verbandstag der Antrag gestellt in Zukunft bei jedem Spiel mindestens einen aus 2 Personen, mit entsprechenden Westen markiert, bestehenden Ordnungsdienst aufzustellen, der auch im Spielbericht namentlich vermerkt werden muss. Für Berlin in der Form neu, in anderen Landesverbänden nicht.


    Die anderen Vorschläge wie eine verpflichtende (jährliche) Regelkundeschulung für Herrenmannschaften, Betreuungsrichtlinien für Schiedsrichter im Umfeld eines Spiels und anderes sind bei weitem nicht so konkret.


    Ebenso wird beim Verbandstag im November darüber abgestimmt ob Trainer analog zu Spielern nach gelben, gelb-roten und roten Karten entsprechend gesperrt werden.


    Auch werden wir Schiris aufgefordert alles konsequent zu melden.


    Das nützt nur alles nichts wenn Spieler/Offizielle/Vereinsanhänger bei klaren Vergehen und erfolgter Meldung straffrei bleiben und das ganze nichtmal ans Sportgericht von den Spielleitern weitergegeben wird.


    Ich bin mal gespannt ob das jetzt alles nur blinder Aktionismus ist oder wirklich was Substanzielles und Nachhaltiges dabei rum kommt.

  • Bei uns im wfv sind 2 Heim-Ordner im Aktivenbereich (bei Kreisliga B/C kann der SR verzichten) vorgeschrieben und ich habe gute Erfahrungen damit, auch wenn ich sie noch nicht ernsthaft gebraucht habe. Aber zu wissen, dass jemand an der Mittellinie wartet, um im Notfall zur Kabine zu begleiten oder auch dazwischen zu gehen falls es ernst wird, gibt Sicherheit. Außerdem kann er den Schlüssel der Kabine an sich nehmen.

  • bei uns die Sonderberichte direkt vom Schiedsrichter an die Spruchkammer

    Und bei uns direkt an das Sportgericht des HFV- als Dateianhang im DFBnet.


    Ich bin inzwischen davon überzeugt, das das Verfahren über die Kreisschiedsgerichte -wie in vielen Landesverbänden angewendet- nur dazu führt, das viele Dinge mehr oder weniger absichtlich unter den Tisch gekehrt oder schön geredet werden.

  • Hier dürfen leider die Spielleiter selbst auch Strafen im gewissen Maß verhängen oder auch nicht wenn sie keine Lust haben.


    Ich habe letztes Jahr einen Trainer bei den C-Junioren aus dem Innenraum verwiesen. Von außen hat er ständig weiter gemacht. Sogar nach Spielende kam er noch Mal und hat sich nicht beruhigt. Es ging soweit, dass der Heimverein mir einen Betreuer vor die Kabine gestellt hat. Dann schreibt man einen Sonderbericht und erfährt einige Wochen später, dass gar nichts passiert ist. Ich verstehe durchaus wenn andere Kameraden irgendwann keine Lust mehr haben Sonderberichte anzufertigen.


    Genauso ist es offensichtlich nicht ahndunswürdig wenn deutsche Schiris und Mannschaften von "Fans" eines von Migranten geprägten Verein als Nazis beschimpft werden.

  • So wurde schon zum Verbandstag der Antrag gestellt in Zukunft bei jedem Spiel mindestens einen aus 2 Personen, mit entsprechenden Westen markiert, bestehenden Ordnungsdienst aufzustellen, der auch im Spielbericht namentlich vermerkt werden muss. Für Berlin in der Form neu, in anderen Landesverbänden nicht.

    Das gibt es bei uns in Österreich schon seit Jahren. Bei jedem Herrenspiel müssen mind. 10 Personen als Ordner namentlich in den Spielbericht eingetragen werden. Diese müssen während des Spiels Westen oder Armbinden mit entsprechender Aufschrift tragen und sorgen gerade bei Derbys für Ruhe auf den Zuschauerrängen. Und sollte es nach dem Spiel etwas heißer hergehen begleiten diese unaufgefordert den SR zur Kabine.

  • Der 30 jährige Spieler, der in Mittelfranken den 70 jährigen Schiedsrichter im Frühjahr niederschlug, ist vom Amtsgericht zu 2250 Euro Geldstrafe und zu 1500 Euro Schmerzensgeld verurteilt worde. Das Verbandssportgericht verhängte eine Lebenslange Sperre.

    https://www.focus.de/politik/g…bzNRCkP41MHpl3rVnp5pec4CI

  • Das Urteil gegen den Verein ist ok, sofern die Auflagen beinhalten, dass mindestens eine Stunde vor dem Spiel bis eine Stunde nach dem Spiel ein funktionierender Sicherheitsdienst anwesend sein muss, und ein Verstoß eine sofortige kampflose 0:6-Niederlage bedeutet. Das Urteil gegen den Angreifer ist ein Witz. Wenn der Schiedsrichter im Kabinengang angegriffen wird, dann ist das keine Affekthandlung, sondern geplant. Da gehört eine lebenslange Sperre ausgesprochen, und dann kann der Schläger gerne 2021 ein Gnadengesuch stellen und dabei anführen, was er in der Zwischenzeit alles unternommen hat, damit sich derartiges nicht wiederholt.

  • Und es geht munter weiter. Hier in Essen und Mühlheim.

    https://www.spiegel.de/panoram…n-beworfen-a-1291556.html

    Wer würde es dem Kollegen verübeln, wenn das sein letzter Einsatz war? Ich nicht.

    Diese Typen, die das tun, haben nichts kapiert und der Fussball ist ihnen egal.

    Vor kurzem sagte mir ein Spieler, nachdem ich ihn mit Rot runtergestellr hatte: "Ist mir doch scheißegal, ob ich vier oder sechs Wochen gesperrt werde. Mach ich halt was anderes."

    Ich glaube, das drückt viel darüber aus, mit welcher Klientel wir es zu tun haben.