Beiträge von CTo

    :flop: Letzte Woche gesehen das Bild aus dem Anhang. :(


    Ich muss aber bei Bildern immer sagen, dass die echt täuschen können.

    Ich hatte mal ein Spiel schwarz gegen dunkelblau. Mannschaften waren so früh da zum Auswärmen, dass ich bei Ankunft 60min vorher schon die zwei Farben in Life auf dem Platz gesehen habe und man hat sie perfekt auseinanderhalten können. Auf ein paar Fotos später sah das teilweise nicht so aus. Aber vor Ort hatte niemand Probleme, evtl weil die Sonne auch echt gebrannt hat und die Trikots zusätzlich noch andere Textur hatten.


    Wie haltet ihr es bei den TW-Farben der beiden Teams und zu euerem SR-Trikot?


    Grüße

    Also ich hatte auch schon einige A-C-Jugencspiele bei denen nur ein Trainer dabei war und sonst niemand, keine Eltern keine sonstigen die zu dem Verein gehörten. Ich denke, wenn es mir als Schiedsrichterin zur Kenntnis kommt, dann wird ab der nächsten Spielunterbrechung das Spiel nicht fortgesetzt und ich setze das ganze als Nachspielzeit also verlorene Zeit an und schreibe entsprechend auf für den Spielbericht + ggf. bei zu langer Unterbrechung eben leider Spielabbruch. Das ist in Berlin in der JO eindeutig geregelt.


    Ich hatte vor kurzem auch Aufwärmspieler neben dem Tor die keine Laibchen an hatten und die gleiche Farbe wie der TW. Im Endeffekt gibt es ja immer wieder Dinge die einem erst nach gewisser Zeit zur Kenntnis kommen, da kann man dem Schiri jetzt keine Vorwürfe machen. Wenn es aber zur Kenntis kommt, dann bin ich nach berliner JO schon verpflichtet wie oben zu verfahren, also auch verpflichtet diese Regelung wie in der JO durchzusetzen.

    Berliner JO:


    "...9. Keine Jugendmannschaft darf ohne Be-

    aufsichtigung durch eine volljährige Person,

    die vom Verein beauftragt wurde, ein Spiel

    austragen. Ein Spiel wird nicht sofort von

    dem Schiedsrichter abgebrochen, wenn

    dem einzig im Spielbericht eingetragenen

    Teamoffiziellen eine gelb/rote bzw. rote

    Karte gezeigt wird.

    Der betreffende Verein kann umgehend in

    der Spielunterbrechung eine andere Person

    beauftragen, die Beaufsichtigung zu über-

    nehmen und dem SR zu benennen.

    Diese Person muss nach dem Spiel vom SR

    in den Spielbericht eingetragen werden. ..."

    Aus der Berichterstattung kann ich eigentlich für mich nicht viel ziehen. Im Prinzip hat der Schiri wohl sehr konsequent gehandelt und das steht ihm zu.

    Was natürlich überhaupt nicht geht vom Journalistischen her, ist ihn als Person zu diskreditieren und zu verharmlosen was in dieser Partie gegen ihn passiert ist.

    Es schwingt halt das everlasting Standardargument mit „Ist ja selbst Schuld der Schiri wenn er sch**** pfeift und dann die Quittung dafür bekommt und beleidigt oder angegangen wird.“

    Der Passus mit den idFS ist schon interessant, weil es ist ja klar, dass wenn ich als Schiri keinen Kontakt sehe, ich das Tor nicht geben kann. 🤷🏻‍♀️ Zu unterstellen, dass das Absicht war das Tor willkürlich abzuerkennen finde ich schon krass dreist.

    Das ist einfach häufig in Deutschland der fundamentale Denkfehler, dass dem Opfer die Schuld gegeben wird. Menschen differenzieren einfach nicht zwischen Auslöser, Grund, Rechtfertigung und der Klassiker ist die Verwechslung von Korrelation Kausalität. Einfach nur traurig. Wenn das alles stimmt mit seiner „Karriere“ davor, dann wird er ja sicherlich ab und zu einen BEO vor Ort haben und Feedback bekommen. Ich finde Vereine müssen damit zurechtkommen wie Schiris ihre Linie fahren und er hat ja offensichtlich seine Linie recht offen klar gemacht und durchgezogen, wenn sie dann ihr Verhalten nicht anpassen können, dann ist das ihr Problem.

    Schiris sind Menschen und bei allen Konformitätstests etc. bleiben sie Menschen und entscheiden vor Ort.

    Meine Meinung (ohne Eindrücke von den SR-Kreisen vor Ort zu haben) ❤️🫱🏼‍🫲🏾⚽️

    Die englische Version des Textes ist etwas besser, aber Lutz Wagner hat auch danach erklärt:

    "kein weiterer Pass, kein weiterer Spieler und kein weiteres Dribbling folgt"

    Dribbling wäre eben ein eng am Fuß geführter Ball und nicht nur ein ballkontakt wie im fall von darmstadt.

    Der neue IG Account die Schiri Kolumne hat es auch super erklärt. > die_schiri_kolumne auf Instagram



    und ja, ich finde den regeltext hier auch nicht gut formuliert und hatte mir zuvor tatsächlich auch keine gedanken dazu gemacht , also gerade den unterschied "direkt" vs "unmittelbar" , also ich hab dieses WE einiges dazu gelernt 🤩⚽️❤️


    Ich stimme zu, dass es okay ist nix zu sagen. Wenn ich selbst spiele und zb in der Mauer berührt hätte und es eine Chance gegeben hätte diskret zum Schiri zu gehen vor der nächsten Spielfortsetzung und zu sagen "Sorry Schiri, ich hab ich den Ball noch berührt" würde ich das machen und auch nicht mit den Worten "Das war ein Tor, weil ich noch berührt habe" als Wertung sondern für den Schiri als Input und dann muss er / sie entscheiden ob die Info in die Entscheidung Tor oder kein Tor einbezogen wird oder nicht.

    Eigentlich nicht regelkonform, habe ich auch schon ab und zu mal mit dem Input einer Spielerin / Spieler eine Entscheidung geändert, also á la Einwurf für Rot und die SpielerIn des roten Teams kommt zu mir und sagt "Ich hab ihn noch berührt". Ich darf ja eigentlich nur das pfeifen was ich wirklich gesehen hab, also dürfte ich das nicht revidieren. Ich mache das aber wenn ich das Gefühl habe, dass es gewertschätzt und respektiert wird und nicht als Schwäche ausgelegt wird.


    Anderes (Gegen-)Beispiel ist, dass ich mal Foul gepfiffen habe, weil ein Spieler von hinten einem wegrennenden Stürmer nachgetreten hat, knapp nicht berührt hat (also versuchtes Treten, R12), der Stürmer es logischerweise weder gespürt noch gesehen hat, sich danach den Ball zu weit vorgelegt hat und verloren hat. Der Stürmer kam dann zu mir und sagte "Er hat mich nicht berührt" und schaute fragend. Ich habe ihm dann erklärt, dass der Spieler ihn nicht erwischt hat es aber gem. den Regeln bei versuchtem Treten auch ein Foul ist und ich deswegen einen direkten Freistoß gebe. Hat er verstanden und es war okay. (War u.a. weil der Nachtreter schon vorher auffällig war und eingenordet werden musste)


    Ich denke in deinem Fall kommt das Spannungsverhältnis von Fehlwahrnehmung und Fehlentscheidung zusammen und dass Menschen sich unsicher sind ob Input für den Schiri als respektlos vom Schiri empfunden wird und man ihn / sie evtl. auch noch in einen blöde Zugzwang Situation also zusätzlichen Druck bringt.


    Ich gehe tatsächlich in solchen Fällen danach nochmal zu den Leuten und frage wie sie Situation x oder y empfunden haben und häufig fragen sie dann wie meine Entscheidung zustande kam. Ich erkläre das dann und bedanke mich dann für das Feedback. Klappt eigentlich bis dato recht gut und ich bekomme auch wöchentlich Anfragen ob ich da oder dort mal wieder pfeifen könnte. Ich weiss nicht ob das eher akzeptiert ist weil ich eine Frau bin und ob Männern das eher als Schwäche ausgelegt wird. Ich pfeife männlich und weiblich und generell sind solche kniffligen Situationen im Frauen und Mädchenfussball entspannter weil da eine pragmatischere Fehlerkultur herrscht und dem Schiri auch Fehler zugestanden werden und anerkannt wird wenn man etwas revidiert, es wird also sogar als Stärke wahrgenommen. Bei den Männer- / Jungsspielen ist das definitiv kniffliger.

    Ob das akademisch korrekt ist, lassen wir einfach mal offen, das führt hier vom Thema weg (ein Trend ist eine langfristige Sache, der wird nicht von einem Einzelwert bestimmt) ...


    Und gefühlt erlebe ich gerade eine interessante Spreizung:
    Der Respekt, den man mir entgegen bringt, scheint sich im Herrenbereich tatsächlich etwas zu bessern, dafür ist der Abwärtstrend im Jugendbereich - bei Spielern und Trainern - ungebrochen und beschleunigt sich eher - könnte auch daran liegen, da schlösse sich der Kreis, dass Jugendliche in den sozialen Medien aktiver sind und sich auch mehr an den Profis orientieren.

    Gem. ihrer Aussage nimmt sie nicht den Jahreswert als Datenpunkt sondern den Ganzjahresverlauf. Ist halt immer so, dass man solche Dinge unterschiedlich auslegen kann in dem Fall wie man Segmente unterteilt, dann kann ein einzelner Datenpunkt eben zu einem Trend werden wenn man einen Zeitraum feiner unterteilt. Im Forschungsfeld der Kriminologie in dem sie sich bewegt weiss ich das nicht sicher, wie da der Standard ist.


    Also ich muss sagen hier in Berlin sehe ich die Erwachsenen eher problematisch und die D- bis A-Jugend bis zur Verbandsliga hoch, habe ich bis Dato als sehr respektvoll, mir gegenüber, empfunden. Männlich wie weiblich. Erwachsene (schwerpunktmäßig männlich und vereinzelt weiblich) haben sich in meinem Erfahrungsspektrum eher so gezeigt, dass sie eine reduzierte Frustrationstoleranz und Impulskontrolle hatten und ich deswegen auch im Verhältnis zu den Jugendspielen meinen Schwerpunkt eher auf das Spielmanagement bzw. disziplinare Ahndungen legen musste und bei den Jugendlichen kann ich mehr laufen lassen, mal einen Impuls setzen und der wird dann sehr schnell angenommen und umgesetzt. Mein Bauchgefühl ist hier, dass die Erwachsenen mental weniger "wendig" bzw. flexibel sind und ihre ganzen mentalen / psychologischen Baustellen mit aufs Feld bringen, deswegen nicht so schnell auf Ansprachen reagieren weil alles mögliche "im Oberstübchen" viel festgefahrener ist, aber sowas ist natürlich immer multikausal und das ist bestimmt nur ein Aspekt bzw. sogar nur eine Anekdotische Evidenz ;) .


    Ich finde die Reportage https://youtu.be/UbBPmpSdhys?si=cCmY_68Cy1lxs4fv interessant und da beschreiben die Sportpsychologen (u.a. unsere berliner Verbands-Sportpsychologin um die wirklich alle Schiris mega dankbar sind und ihre Erfahrungswerte und Fachwissen wertschätzen) ja auch, dass sich im Umfeld des Fußballs, die Problemfelder im Jugendbereich bei den Akteuren ausserhalb des Spielfelds inkl. Trainern, also nicht bei den SpielerInnen liegt und bei den Erwachsenen liegt die Problematik bei den Spielern auf dem Spielfeld. Ich hatte vor kurzem wieder einen Lehrgang zu dem Thema und männliche Gewaltexzesse oder auch "nur" Diskriminierung und Beleidigungen nehmen den größten Raum ein, ob Trainer Jugendschiris angegangen sind oder sogar Eltern Schiris (inkl. minderjährigen Schiris) bedroht haben. Ich hab auch schonmal rumgefragt ob mal jemand ein Beispielvideo von Jugendspielen hätte oder Damenspielen in denen Jugendliche oder Frauen zu "Tätern" werden, aber auch die Sportrichter die ich kenne sagen schon, dass sich die Probleme hauptsächlich im Erwachsenen und sich da im Männerbereich abspielt. Ich kenne viele neue Schiris in Berlin und Bayern die im Alter zwischen 25 und 40 ihre Spielerkarriere beendet haben um Schiri zu werden und sagen, dass sie alles außer erwachsene Männer pfeifen werden, weil sie sich das nicht antun möchten. Wenn ich mir die Anfangsszene von diesem Video anschaue bzw. anhöre https://youtu.be/DPEuaHFosKc?si=IXMyyEqz529kuNyp würden wahrscheinlich viele schmunzelnd sagen, dass das gängig ist und ein Schiri das aushalten muss oder vorbeihören muss. Ich muss sagen, dass ich zustimme das das gängig sein kann. Ich finde es unter aller Sau und Teile davon wären für mich eine rote Karte wenn es ein Teamoffizieller gesagt hat. Ich finde, jede Generation hat eine andere Art, Wertschätzung und Respektlosigkeit auszudrücken und ich persönlich versuche so flexibel wie möglich damit umzugehen und entsprechend zwar die Grenzen zu ziehen, aber auch verstehen zu wollen und angepasst auf den Adressatenkreis verständlich kommunizieren zu wollen.


    Es gab wohl mal einen Schiri der über einen langen Zeitraum Vollgejammert wurde und sagte "Sag mal hast Du keinen Frisör?" und der Spieler das auf sein Äußeres bezogen hat und den Schiedsrichterdisziplinarausschuss angerufen hat. Ich finde dass das noch recht niederschwellig ist, aber ich finde wir haben als Schiris schon auch die Pflicht uns adressatengerecht auszudrücken und wenn wir es nicht können weil wir uns nicht häufig genug in so einem Umfeld aufhalten, dann müssen wir unsere Grenzen anerkennen und uns auf eine pragmatische und neutrale Formulierung begrenzen. Ich finde den Spruch "Sag mal hast Du keinen Frisör?" so oder so respektlos und für jüngere unverständlich. Das nur ein Gedanke zu den Unterschieden von Respektlosigkeit in den Altersgruppen und , dass wenn wir uns in höherem Alter solcher markigen Fussballersprüche bedienen, das auch bei den Jugendlichen zu dem Empfinden von Respektlosigkeit Seitens des Schiris ihnen ggü. führen kann.


    Spannend, dass das evtl. regional unterschiedlich ist.


    Youtube Fairplay Experiment


    Schreie, Streit & Schiris: Schiedsrichter im Amateurfußball | Doku | Real Stories
    In dieser spannenden Doku zeigen wir euch die turbulente Welt der Schiedsrichter im Amateurfußball. Von strittigen Entscheidungen bis hin zu unerwarteten Esk...
    youtu.be

    Das wiederum halte ich für eine steile These ohne jeden Beleg - dazu schweigt die Autorin auch dezent. Die steigenden Schiedsrichterzahlen resultieren m.E. vor allem aus dem Ende der Pandemie und der damit einhergehenden Normalisierung des Spielbetriebs und der Schiedsrichterausbildung; von einer Trendwende kann man frühstens Ende 2025 sprechen, wenn sich das wirklich fortsetzen sollte.

    Also im akademischen Bereich darf man direkt von einer Trendwende sprechen in dem Fall, und sie schreibt ja als Zusatz "diese Erfolge gilt es nun aber zu verfestigen." Ich sehe das aber um ehrlich zu sein nicht, dass hier eine Verfestigung stattfindet. Ich empfinde es eher so, als ob jetzt nach dem "Jahr des Schiris" die sich aufgestauten Schleusen öffnen und solche Kommentare wie von Hummels "Das ist eine Erklärung die kann nur aus dem Regelbuch kommen und nicht aus dem Profifussball. Das möchte ich betonen. Das war null Elfmeter." Während ein Ex-Profi-Schiri der als Fachberater eingeladen wurde neben ihm steht gerade, wie ich finde, gut Erklärt hat wie es zur Entscheidung des Schiris gekommen ist. Das finde ich schon recht respektlos, ähnlich wie die Aktion der FCN-Frauen die ja jetzt, nachdem sich Skysports gegen sie gestellt hat und ihre Art der Kritik an den weiblichen Schiris verurteilt hat, plötzlich zurückrudern auch wenn noch nicht öffentlich.

    Kern des Problems finde ich in der Stellungnahme von Vester schon auch im gesellschaftlichen Umgang mit Fehlern und der destruktiven Fehlerkultur. Es bringt halt schlichtweg nichts sich ständig zu vermeintlichen Fehlern von Schiris aufzuregen oder irgendwelche Sammerschen Verschwörungstheorien zu spreaden, was der Zuschauer mitnimmt und dann auf alle Schiris generalisiert. Profis weigern sich ja auch ihre Verantwortung diesbezüglich anzuerkennen und anstatt dessen lassen sie dann wie zu dem Dortmund Interview lieber Dampf ab in einer Art und Weise die schon darauf schließen lässt, dass sie von diversen Erfahrungen in Social Media abgestumpft sind. Das Gesagte im Interview geht meiner Meinung nach auch weit über fachliche Kritik hinaus. Da muss man sich nicht wundern, wenn es an der Basis als Vorbild genommen wird.

    Viel Spass beim Lesen. Es sind einige Interessante Fakten, Zahlen und Konklusionen mit drin.



    Deutscher Bundestag - 47. Öffentliche Sitzung des Sportausschusses
    Der Sportausschuss ist am Mittwoch, 21. Februar 2024, zu einer öffentlichen Sitzung zusammengekommen. Unter anderem tauschte er sich mit Sachverständigen über…
    www.bundestag.de


    https://www.bundestag.de/resource/blob/990096/9d1e1c27a6d459b155dab48894977e18/240221-Dr-Thaya-Vester.pdf

    Hi, ich hatte geschrieben, dass ich die Videos habe. :confused: Ich weiss natürlich auch, dass bei passivem Abseits nicht NUR die Sichtlinie maßgeblich ist und ein Standbild keine ganze Situation repräsentiert. Wie ich im ersten Post geschrieben habe ging es mir isoliert um die Frage der Sichtlinie und nicht um die Gesamtbeurteilung der Situation.


    Trotzdem vielen Dank Ente für den technischen Tipp. Ich muss allerdings zugeben, dass mir das zu aufwendig ist wenn ich am iPad sitze unterwegs (auch weil ich ja an der Sichtlinie interessiert war und nicht in erster Linie an der Gesamtbeurteilung des Abseits), aber wie gesagt trotzdem vielen Dank für zukünftige Posts zu denen Videos notwendig sein werden und ich zuhause mehr Zeit habe <3

    Bei Bejahung des öffentlichen Interesses (und bei Rassismus auf dem/am Fußballplatz sehe ich das eigentlich gegeben) hat das Opfer keine Entscheidungshoheit mehr darüber, ob es strafrechtlich verfolgt wird. Das Opfer hat in diesem Fall auch keine rechtliche Handhabe mehr die Zeugenaussage zu verweigern.

    Im Übrigen ist bei Rassismus und Diskriminierung aus dem Zuschauerraum oder auch auf dem Feld meiner Meinung nach durchaus auch der Verband ein Opfer der Straftaten und damit möglicherweise ohnehin sogar antragsberechtigt.

    Das ist in der strafrechtlichen Praxis schon lange nicht mehr so, im Bereich in dem es um echten Opferschutz geht. In vielen Bundesländern bekommt man nochmal die Dinge die z.B. am Tatort von den Ermittlungsbehörden aufgenommen wurden und dann wird es dem Opfer freigestellt ob die Strafanzeige weitergeführt werden soll, bzw. juristisch gesprochen ob man die Aussage so bestätigen kann, wenn nicht, dann ist in vielen Fällen auch direkt eine Einstellung des Verfahrens die Folge. So sieht die Praxis aus, aus der ich aus erster Hand sprechen kann.

    Uns ist allen Klar, dass der Föderalismus da in den Ländern unterschiedliche Blüten treibt, lokal sehr unterschiedliche Umstände Herrschen und diejenigen die staats- und rechtsphilosophisch hohe Ansprüche haben, denen rollen sich natürlich die Zehennägel hoch. Für die Opferarbeit ist es aktuell aber wichtig, dass es in vielen Bereichen so gemacht wird.


    Ich denke, dass viele Schiris noch nicht viel mit Strafrecht zutun hatten und auch wenn man es als normale Zivilcourage ansehen mag, Strafrechtsbestände aufzudecken und anzuzeigen so würde so eine Pflicht jeden strafrechtlich relevanten Fall über den Spielbericht zu melden doch sehr abschreckend für den jungen und auch sonst Jungschiedsrichternachwuchs sein und könnte auch überfordern.

    Auch eine Folge wäre, dass z.B. Spiele mit hohem Gewaltpotenzial im Rassismus diversen Phobias, dann wirklich niemand mehr pfeifen möchte der noch halbwegs ruhig leben möchte ausserhalb seiner Schiris-Zeit. Auch wenn es ein paar Tapfere gibt, schreckt das einfach einen sehr großen Teil der Schiris ab. GGf. hat man dann noch neben dem Job und ein zweimal im Monat einen Zeugentermin vor Gericht? Absolut okay für Beamte etc, aber es gibt auch Arbeitnehmer deren Chef zwar freistellen muss, aber anderweitige Nachteile produziert werden.


    Viele Tätlichkeiten im Fußball hätte man auch jetzt schon ohne diesen neuen Mechanismus strafrechtlich melden müssen, nach der reinen Lehre, nach der es sich bei Dir oben anhört, hätte das jeder Zeuge und somit auch IMMER jeder Schiri melden müssen und zwar direkt polizeilich wenn z.B. im Rahmen einer Tätlichkeit an den Haaren gezogen wurde oder Beleidigt wurde, angespuckt wurde. Hab ich aber noch nicht besonders häufig davon gehört. Soweit ich das sehe haben das weder Verbände noch Schiris im niederschwelligen Bereich als ihre Aufgaben gesehen. Auch im DiskriminierungsBereich herrscht doch auch trotz den Handreichen Verwirrung wann es eine Diskriminierung ist.


    Es gibt halt auch ein Menge Unsicherheiten, wie ganz banale Dinge, dass wenn es sich um eine Straftat Spieler zu Spieler handelt und der Täter kann sich nicht ausweisen, in wie weit darf ich dann Daten aus dem Spielberichtsbogen nutzen und weitergeben. Darf ich die Daten aus dem Spielerpass nutzen, dann darf ich ihn nicht festhalten, darf ich den nicht nutzen, dann darf ich ihn auch nach StPO festhalten bis die Polizei da ist oder er sich irgendwie ausweisen kann usw. und das Strafrecht kann ja auch schnell mal gegeneinen ausgelegt werden wenn es hier zu einer strafrechtlichen Eskalationsspirale kommen sollte, dann muss man als Schiris vor jedem Spiel prüfen ob die Rechtsschutz noch gültig ist.


    Ich kann nur sagen, wenn es einen Automatismus ohne Mitspracherecht des Schiris geben sollte, dann würde ich Spiele anders leiten in Konfliktsituationen und die Ideen die mir da gerade kommen wären keine Verbesserung.


    Im Strafrecht sind für so viele (nicht-Juristen) Menschen Dinge nicht über Logik zu erschließen, dass es sehr viele Unsicherheiten gibt. Deswegen bin ich echt auf die Sache in Bayern gespannt. Ich glaub ja an den BFV und die bayerische Polizei und Justiz, dass sie da was Gutes gemacht haben.

    Im Übrigen: EIn Tatopfer wird nur dann Nebenkläger, wenn es auch sein will.

    Das ist korrekt, hatte ich so gemeint, aber nicht explizit so geschrieben, da hast Du recht.

    Ich weiss nicht, also die Strafrechtsverfolgung geht ja dahin, dass sie zwar nie wirklich opferorientiert sein wird, aber, dass man den Opfern zumindestens die Autonomie geben will selbst entscheiden zu dürfen ob sie es schaffen können hier ein Verfahren durchzumachen. Das widerspricht zwar etwas dem Prinzip der Priorisierung des öffentlichen Interesses vor der Entscheidungsautonomie der Opfer (die Nebenkläger sind), aber ist halt langsam so normal geworden.

    Das würde diesen Fortschritt auf den sich die Justiz schon recht gut eingestellt hat, wieder wegnehmen. :/

    Evtl. gibts ja sowas wie nen Button "Bitte um Vorprüfung für eine Strafanzeige" oder so. Das dass dann die Justiz macht würde mich irgendwie, mangels Ressourcen wundern, auch in Bayern. Würde eher denken, dass es einen Referenten im BFV geben wird. Die Spannung steigt.

    Ich denke, dass Dir da hier und da doch ein wenig der Gaul durchgegangen ist ...


    Was bitte spricht denn gegen den Einsatz der besten verfügbaren SR? Ist es wirklich nur das Geschlecht? Ich empfinde es als unproblematisch und bereichernd, wenn Frauen auch im Herrenbereich pfeifen, umgekehrt wie es eben kein Problem sein sollte, dass Männer im Frauenbereich das Spiel leiten. Darf ich daran erinnern, dass Bibiana Steinhaus (heute Steinhaus-Webb) in der Herren-Bundesliga gepfiffen hat? Warum sollte es also ein No Go sein, dass ein Mann in der Frauen-BL pfeift? Kommt es nicht am Ende auf die erbrachte Leistung an? Und ein guter SR sollte, da widerspreche ich einem anderen vorherigen Post, durchaus in der Lage sein, Spiele geschlechtsunabhängig zu pfeifen, bekanntlich ist jedes Spiel anders.

    Ich hab nicht gesagt, dass Männer nicht in die FBL dürfen, sondern, dass die Behauptung, dass das eine kurzfristige Verbesserung wäre wie von Herrn Cankaya behauptet, nicht korrekt ist, was die Zahlen belegen. Er ist halt, wie erwähnt dafür bekannt weibliche Schiris impulsiv respektlos zu behandeln, also ist es nicht verwunderlich, dass er auch hier impulsiv gehandelt hat. Jeder PR-Mensch schlägt ja die Hände über dem Kopf zusammen, wie er auch anderen in die Parade gefahren ist. Ich denke es wäre schon schön wenn in diesem Fall nicht nur Frauen dafür eintreten, dass sie selbst mit Respekt behandelt werden sondern ich sehe es eigentlich als selbstverständlich an, dass Männer nicht unbeteiligt wegschauen sollten. Hier besteht auch ggü. dem Auslöser also dem Einzelfall Nadine Westerhoff ein massives Machtgefälle, medial und auch sonst. Er hätte es persönlich mit ihr Besprechen können nach dem Spiel und dann sein Statement neutraler und pragmatischer formulieren müssen. Er wusste bei der Formulierung ganz genau, dass die SRinnen, also das schwächste Glied in der Kette jetzt die volle Breitseite abbekommen. Seine Personalie im Zusammentreffen mit seinem Statement kann man einfach nicht für voll nehmen unabhängig davon, dass ja andere Vereine die DFB-Missstände vorher berechtigterweise kritisiert haben.

    Um auf das Fachliche zu kommen, ich selbst pfeife Männer und Frauen und wie schonmal von anderer Seite, erwähnt muss man sich wenn man sich in den Frauenbereich begibt erstmal an die etwas andere Spieldynamik und das Foulspielbild in der Wahrnehmung einstellen und auch das spricht dafür, dass es KEINE kurzfristige Lösung wäre, sondern, dass wenn man nun Männer einbringt, diese auch einige Zeit bräuchten um auf das Level der frauenfussballerfahrenen Schiedsrichterinnen zu kommen. Das geht auch nicht innerhalb von fünf Spielen und wie gesagt, es kämen ja eh nicht die TOP-Schiris für die geringen Spesen, ausser evtl. JustforFun mal vereinzelt.

    Also man dreht sich hier im Kreis um von den DFB-Problemen abzulenken und der Druck liegt hier jetzt unfairerweise nicht mehr auf dem DFB. Bärendienst hat er uns allen erwiesen, mega Aktion nur weil er seine Emotionen nicht im Griff hat, während sein Spielerinnen leider gerade sportlich erfolglos sind. Traurig, dass er dafür nicht von seiner Umgebung entsprechend gewürdigt wird sondern alle in Nürnberg nur betreten wegschauen, trotz dem Wissen um sein problematisches Verhalten. Mir tun die Spielerinnen leid.

    Hallo an Alle,


    ich finde die Kritik an Fehlentscheidungen immer gut um dazuzulernen. Ich selbst versuche nach jedem Spiel wenn es die Stimmung erlaubt mich auch mit Trainern und Kapitäninnen zu unterhalten und ggf. Entscheidungen zu erklären und ggf. auch mitzuteilen, dass wenn ich einen schlechten Blickwinkel hatte ich im Zweifel nichts pfeifen kann was ich nicht mit eigenen Augen gesehen habe. Das ist sehr erfolgreich bis dato. Kann ich natürlich auch nur machen wenn die Stimmung passt nach dem Spiel.


    Die Kritik der Club-Frauen finde ich, um ehrlich zu sein, schon dreist aus verschiedenen Gründen.


    1. Fachliche Kritik an der Fehlenden Professionalisierung ist absolut berechtigt, insbesondere weil weniger Vorbereitungszeit automatisch zu schlechteren Leistungen führt (aufgeführte Fehlentscheidungen waren häufig wirklich Fehlentscheidungen, das zweifle ich nicht an, aber siehe 3.) - schaue ich mir folgende Compilation an würde ich sagen kann ich verstehen wie die Fehlentscheidungen durch die Position der SRinnen entstanden sind und diese hätten durch VAR geheilt werden können ( https://www.instagram.com/p/C3DPY1ptPdo/?img_index=1 )
    2. Strukturelle Kritik in der Ausbildung UND vor allem fehlendem VAR und Torlinien-Technologie ist absolut berechtigt (VAR-Statistik von 22/23 : 146 gravierende Fehlentscheidungen auf dem Platz, davon 133 vom VAR angezeigt und danach davon 117 geheilt), diese geht in Richtung DFB
    3. Vorschlag männlichen Schiris einzubringen finde ich komplett haltlos, denn gem. DFB ist statistisch gesehen die Fehlerquote der Frauen (ohne VAR) und die der Männer (ohne VAR) vergleichbar, also objektiv sind die Frauen nicht schlechter, also ist der Vorschlag der als "kurzfristiger Lösungsvorschlag" eingebracht wurde schlichtweg kein Lösungsvorschlag weil er nachweislich keine Verbesserung bringen würde (und das unter der Prämisse, dass Frauen i.d.R. ab der Regio häufig primär noch Frauenspiele leiten, was heisst, dass sie nur einen Bruchteil an Bezahlung bekommen und dem Wissen, dass sie selbst wenn sie FBL erreichen werden es immer nur ein Hobby bleiben wird - Wenn diese Frauen die Schiedsrichterei nun Hauptamtlich machen würden wären sie nochmal besser)
    4. Wenn man die Medienlandschaft anschaut, dann hat sich das Ganze nun im SRinnen Bereich extrem zugespitzt und im Männerbereich auch wieder zugespitzt, dass wir wieder nicht wahrnehmen, dass Schiris nur Menschen sind und die deutsche Fehlerkultur einfach nur Antisozial ist wenn man es wissenschaftlich pragmatisch betrachtet. Wir kennen das vom Spielfeldrand und aus Social Media, das es innerhalb von Sekunden Meilen entfernt ist von jeglichem Pragmatismus;
    5. Wenn man zudem die Berichterstattung anschaut und diejenigen die sich aktuell melden, und z.B. der Kicker als extrem konservatives Medium vorranprescht, aber in seinem Kommentar auch sagt, "Es sollten aber erst zum Mitte des Jahres Männer in die FBL zugelassen werden". Ein Schelm wer das in Zusammenhang bringt mit dem Wechsel des DFB-Schiri GmbH Chefs Knut Kirchner und dem Klagen des Aktuellen Lutz Fröhlich eine zu dünne Personaldecke zu haben für den Spielbetrieb.
    6. Meine Prognose, die "Frauenabteilungen" Altvereine (FCB, FCN, WOB etc.) haben dem Frauenfußball mit ihrer Kritik richtig schön ins Knie geschossen, erstens weil sie den DFB mit dem Vorschlag Männer zu nehmen nur helfen vom eigentlichen Problem abzulenken (siehe 1. & 2. und statistisch ist das einführen von männlichen Schiris auch keine kurzfristige Verbesserung weil sie gem. Statistik also objektiv nicht besser sind) denn was wird denn passieren wenn wir Männer zulassen? Es wird doch kein Deniz Aytekin oder Siebert kommen! Evtl. macht der DFB wie üblich ein paar Schaulaufen-Matches mit Elite-Schiris und danach wird die FBL verkommen zu einem Auffangbecken für ausgediente Altschiris die die Altersgrenze überschritten haben oder noch schlimmer diejenigen die in der Männer BuLi versagt haben und abgestiegen sind UND für unerfahrene Jungschiris um denen eine zusätzliche Sprosse in ihrer Karriereleiten zu bieten und dann einen Ersatz-Pool zu haben für die Männer Buli wenn die Verletzungspech plagt wie letztes Jahr.
    7. Wenn man Social Media analysiert mit ordentlicher guter Data Science (Sentiment Analysis für diejenigen die aus dem Bereich kommen) , dann ist klar, dass seit dem Ende des "Jahr des Schiris" offensichtlich im Medienbereich ein Kritikstau dazu führt, dass sie es jetzt richtig rauslassen und das schlägt aktuell auch bei den männlichen Schiris durch, mit dem Unterschied, dass die im vgl. sehr viel Geld verdienen und deren mediale Kritik von der DFB-Schiri GmbH gemanaged wird
    8. Nur als Denkanstoß: Deutsche (männliche) Schiris haben international einen sehr schlechten Ruf und schließen wir daraus jetzt, dass wir für die BuLi belgische, französische oder englische Schiris reinholen? Ich glaube wohl NICHT;
    9. Unter drei: Ist es eigentlich Objektiv, dass wir bei einem durchschnittlichen FBL Spieltag zwei bis drei Fehlentscheidungen haben (was im Herren BuLi mit VAR eine gute Quote wäre), aber die Aussage und subjektive Einschätzung eines sportlichen Leiters, Osman Cankaya für bare Münze nehmen, obwohl wir sie statistisch widerlegen können, denn die weder die Qualität noch die Quantität der weiblichen Schiris ist schlechter als die der männlichen Pendants die ja als massgeblich genommen werden in seiner Kritik.
      Insbesondere in Frage stellen sollten (?), weil Cankaya in Franken (meine Info als Ortsansässige aus erster Hand) für seine Unsportlichkeit und übermäßige Impulsivität bekannt ist. Siehe DFB-Sportgerichtsurteil zu wiederholtem Reklamieren und Beleidigungen gegenüber weiblichen Schiris wofür er Geldstrafe 500€ und mehrere Spiele sperre bekam, was im Frauenfußball sehr ungewöhnlich ist, dass ein Teamoffizieller so austickt auch nochmalig nach 20min Feldverweis, "In der 73. Minute des DFB-Pokalspiels der Frauen gegen Arminia Bielefeld am 17. November 2019 lief Cankaya nach einem Bielefelder Treffer reklamierend auf das Spielfeld und äußerte sich im Anschluss unsportlich gegenüber der Schiedsrichter-Assistentin. Er wurde in der Folge von Schiedsrichterin Silke Fritz des Feldes verwiesen. Nach Spielende äußerte sich Cankaya erneut wiederholt unsportlich gegenüber dem Schiedsrichtergespann." (Auszug aus dem DFB-Sportgerichtsurteil) Für mich stellt es sich einfach so dar als ob er ein unbelehrbarer und unsportlicher Widerholungstäter ist, also dass was für uns Schiris an der Basis eine echte Plage ist. Kollegen aus dem engen Umfeld des FCN haben mir bei einer Diskussion zu dem Thema auch nicht widersprochen sondern nur bedrückt geschaut;
    10. Welche Signale setzen wird nun eigentlich in Sachen Fairness hier für junge weibliche Nachwuchsschiedsrichterinnen? Das so eine brachiale Vorgehensweise, sowohl medial als auch auf dem Platz von Erfolg gekrönt wird? Und wie man aktuell sieht ja auch wieder die Schleusen für eine unterirdische und manchmal antisoziale Kritikkultur öffnet auch in Richtung der männlichen Schiris?


    Das ist meine bescheidene Meinung zu dem Thema die gerade extrem aufgebauscht wird und die Statistiken zeigen, dass die Kritik haltlos ist, aber auf dem Rücken der schwächsten aber zugleich sehr engagierten Gruppe ausgetragen wird (weibliche SRinnen) und vom eigentlichen Missstand im DFB-Schiriwesen ablenkt. Das die Masse darauf sofort anspringt ist klar, aber ich finde doch, dass Schiris es komplexer betrachten sollten und aufgrund ihres Wissens und Erfahrungsschatzes die Möglichkeiten haben es komplexer zu beurteilen


    Sportliche Grüße :)

    C