Beiträge von SixthSCTF

    Eine Regelfrage von 1997 habe ich zu diesem Thema in unserem Regelfragen Archiv gefunden:


    Zitat von Regelfrage aus Archiv von 1997

    In einem Pokalspiel 1997 hatte sich hinter einen Abwehrspieler ein Angreifer geschlichen. Als der Verteidiger einen Flanke abwehren will, ruft sein Hintermann laut »Leo«. Der verteidigende Spieler lässt den Ball zum vermeintlich besser postierten Mitspieler passieren. Doch dieser »Andersfarbige« bedankt sich mit einem Grinsen und schiebt den Ball ins Tor. Der Schiedsrichter zeigt trotz aller Proteste auf den Mittelpunkt und lässt sich nicht beirren ...

    Spieler oder Schiedsrichter – wer hat Recht?


    Zu diesem Zeitpunkt (Anm.: 1997) handelte der SR nicht richtig:


    Somit handelte der SR aus sicht von 1997 falsch. Statt Tor-Anstoß hätte es idF und Gelb geben müssen.


    Auch ich wurde seinerzeit in diese Mysterien des Regelwerks eingeweiht, und der Drill war preußisch streng. Uns wurde eingehämmert, dass akustische Vergehen wie „Weg da!“ oder „Lass!“ mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen seien: indirekter Freistoß und Gelbe Karte. Wer den Gegner irritiert, begeht Verrat am Fair Play, so die Doktrin.


    In diesem Umerziehungslager für angehende Unparteiische wurde uns auch das ominöse „Leo“ explizit als verbotene Vokabel eingebläut. Es stand quasi auf dem Index der unanständigen Wörter. Doch dann folgte der Moment, den man aus der Politik nur zu gut kennt – der Augenblick, in dem die reine Lehre auf die Wirklichkeit trifft. Unser Lehrwart, eben noch der gestrenge Hüter der Prinzipien, winkte plötzlich milde ab und raunte uns eine Lebensweisheit zu, die das ganze Regelgebäude ins Wanken brachte: „Das pfeift heute eh keiner mehr.“


    Da war sie wieder, die typisch deutsche Lösung: Wir haben zwar die strengsten Vorschriften der Welt, aber wir sind uns insgeheim einig, dass wir sie ignorieren, wenn es drauf ankommt. Es ist ein bisschen wie bei der Schuldenbremse: Gut, dass wir sie haben, aber halten muss sich ja niemand daran.


    Was bleibt ist:


    Das Täuschen von Gegenspielern durch Rufe und Worte ist - auch heute noch - unsportlich und mit idF und Gelb zu bestrafen. Ob nun einer "Leo", "Lass", "Meiner" oder sonst irgendwas ruft. Allerdings ist der Ruf nur zu bestrafen, wenn er dem Zweck des unsportlichem täuschen des Gegners dient. Ob das der Fall ist, entscheidet der Mann in Schwarz.

    diesbezüglichen Regelfragen um den Schiedsrichterball nie im Zusammenhang mit Karten, Verletzungen oder Auswechslungen gestellt worden?


    Dazu muss man sich fragen: Was ist die Ursache des SR-Balls. Und dann kommt man üblicher weise nicht zu einer Entscheidung die zu einer Situation die einen Pfiff zur Spielfortsetzung erforderlich macht (Karte, Wechsel z.B.)


    Wobei diese Überlegung aber nur bedingt richtig ist.


    SR Ball als Spielfortsetzung gibt es/ kann es geben bei

    1. Unterbrechung wegen "falscher SR-Entscheidung" (bspw. falsch Abseits gepfiffen)
    2. Ballberührung mit Spieleoffiziellen
    3. Verletzungsbedingter Unterbrechung
    4. Spielunterbrechung wg. äußerer Einflüsse (Das kann ja nach Regelwerk so bis zu 30min dauern)

    Eigentlich (bis auf 4.) keine Unterbrechung bei der es für den SR-Ball auch den Pfiff benötigt.


    Aber:
    Und jetzt begeben wir uns außerhalb des Regelwerks:

    • Jede Unterbrechung kann für einen Wechsel genutzt werden sofern der SR diesen erlaubt. Nach Wechsel wird mit Pfiff fortgesetzt.
    • Während jeder Unterbrechung kann es auch eine Disziplinarstrafe geben, die nicht zwingend mit dem Spielgeschehen vor der Unterbrechung zu tun haben muß.


    Und

    Verletzungsbedingte Unterbrechungen und welche wegen äußerer Einflüsse können "extrem Lange" dauern. Über einen Pfiff zur Spielfortsetzung bei längeren Unterbrechungen - quasi als Signal "es geht weiter" - sollte der Regelgeber mal nachdenken

    Wenn man beim Schiedsrichterball anpfeift, was man nicht muss (außer nach Auswechslung oder persönlicher Strafe), dann sollte man das meines Wissens nach machen, bevor man den Ball loslässt.

    Generell sieht die Regel keinen Anpfiff bei SR Ball vor. (Strafe oder Wechsel mal ausgenommen)


    Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, das es -Situationsabhängig- tatsächlich zweckmäßig ist den SR Ball vorher trotzdem anzupfeifen. Insbesondere dann, wenn zwischen der Unterbrechung wegen SR Ball und der Ausführung eine längere "Pause" liegt.

    Wird zeit, das man dort das Regelwerk mal anpasst.

    Der Gnadenschuss an der Pfeife

    Genau Manfred,


    werfen wir doch mal einen unromantischen Blick in die Niederungen der „Holzklasse“, dorthin, wo der Fußball noch ehrlich ist und nicht von Marketing-Agenturen glattgebügelt wurde. Ich stimme Dir uneingeschränkt zu.


    Ein Lehrwart alter Schule – einer jener Männer, die das Regelwerk nicht als Bibel, sondern eher als gut gemeinten Serviervorschlag begriffen – gab mir einst einen Rat von bestechender Lebensklugheit: „Ist das Spiel entschieden, pfeif ab. Der meiste Mist passiert ohnehin in der Nachspielzeit, das muss man sich nicht antun.“


    Man muss konstatieren: Der Mann hat recht. In den unteren Ligen, wo die spielerische Klasse oft diametral zur verbalen Lautstärke steht, ist die Nachspielzeit häufig nichts anderes als eine Einladung zur Eskalation. Wenn der Spielstand längst die Eindeutigkeit eines amtlichen Bescheids hat, signalisiert einem die unterlegene Mannschaft oft schon im Vorbeigehen: „Mach Schluss, Schiri.“ Es ist der stille Ruf nach Erlösung.


    Natürlich, der strenge Regelhüter im DFB-Elfenbeinturm würde jetzt Schnappatmung bekommen. Aber wen kratzt das an der Basis? Gerade (bspw.) in Hamburg, wo der Platzmangel so chronisch ist wie der Nieselregen und die Sportplätze im Schichtbetrieb von „Nine to Five“ durchgetaktet sind, scharren die Nachfolger bereits mit den Hufen.


    Warum also beim Stand von „Hoffnungslos“ gegen „Desaströs“ noch minutenlang die Uhr runterlaufen lassen? Das ist Masochismus, keine Regelkunde. Am Ende siegt hier, Gott sei Dank, noch der gesunde Menschenverstand über den Paragraphen.

    Wenn man das konsequent handhabt, merkt man schnell, dass die „gefühlte“ Nachspielzeit deutlich zu kurz ist.

    Als ich meine SPINTSO die ersten male am Arm hatte, habe ich das auch so gemacht und kam schnell auf 8 bis 10 Minuten Nachspielzeit. In einem Extremfall sogar 14 Minuten.

    Ich war schockiert, habe ich doch bisher immer die Auswechselungen und Tore mit etwa 30 Sekunden angesetzt (passt auch in etwa) und den Rest eben "nach Gefühl und Uhrbeobachtung" .


    Welch Überraschung....

    Seitdem in den Profiligen konsequent(er) nachgespielt wird stelle ich fest, das ich seinerzeit offenbar doch gar nicht so falsch lag.

    Um es endgültig einmal klar zu stellen:


    Folgende Aussage bekomme ich von unserem Fachanwalt für internationales Vertragsrecht zu diesem Thema


    Der Absatz nennt sich im Fachjargon Sprachklausel und findet immer dann Anwendung wenn ein juristisch verbindlicher Text in mehreren Sprachregionen zu Anwendung kommen soll.

    [Zitat] Der IFAB veröffentlicht die Spielregeln in Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Unterscheiden sie sich im Wortlaut, ist der englische Text maßgebend.[Zitat Ende]


    Dazu gebe ich dann folgende juristische Informationen weiter:



    Vereinfacht (nur) für vorliegenden Fall des DFB-Regelwerks erklärt:


    1. Grundsatz der Maßgeblichkeit der nationalen Fassung

    Für Regelauslegungsstreitigkeiten, deren zugrundeliegender Sachverhalt sich ausschließlich im Geltungsbereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ereignet (sog. rein nationaler Sachverhalt), entfaltet die vom DFB autorisierte und verkündete deutsche Fassung des Regelwerks ausschließliche Verbindlichkeit.

    Eine Heranziehung anderer Sprachfassungen ist in diesem Fall ausgeschlossen.


    2. Maßgeblichkeit der Originalfassung bei transnationalem Bezug

    Sofern eine Regelauslegungsstreitigkeit einen Sachverhalt zum Gegenstand hat, der über den Geltungsbereich von Nr 1 hinausgeht (sog. internationaler Sachverhalt), ist für die Auslegung die authentische englischsprachige Originalfassung des International Football Association Board (IFAB) maßgeblich.

    Die Geltung der nationalen Fassung (vgl. Nr 1) tritt in diesem Fall insoweit zurück.



    Schluss mit dem Denglisch-Gekicke

    Ach, @KozKalanndok


    es ist ja rührend, wie Du uns hier "zum wiederholtem Male" an Deiner globalen Expertise teilhaben lässt. Man spürt förmlich den Hauch der weiten Welt, wenn Du pfeiffst – vermutlich irgendwo, wo das Regelwerk des DFB als hoffnungslos provinziell gilt.


    Nur müssen wir uns dieses kosmopolitische Imponiergehabe wirklich ständig anhören? Ich weiß ja, in den Redaktionsstuben von Berlin-Mitte bis Hamburg-Eimsbüttel kommt man ohne fließendes Denglisch kaum noch über die Runden. Es gilt als schick, als weltläufig.

    Das Problem ist nur: Es ist nicht "zielführend". Es ist vor allem eines: prätentiös.


    Es "verwirrt" all jene, die, man mag es kaum glauben, einfach nur die Regeln lernen wollen. Die Leute, die hier mitlesen, um sich "regelkundlich zu informieren", nicht um in einem Schein-Debattenkurs für angehende Globalisten zu landen.


    Tun uns also bitte einen Gefallen und nimm Rücksicht auf das einfache Volk, das dem Ball hierzulande noch auf Deutsch folgt.

    Denn – und das mag Dich jetzt vielleicht schockieren, aber so ist die Realität


    in Deutschland gilt tatsächlich "das Fußball Regelwerk des DFB". In der uns vorliegenden Fassung.


    Punkt.

    @ Nr.23 Vielen Dank für die Richtigstellung

    Zunächst einmal ist das wieder einmal eine Anweisung, die in den Regel nicht steht. Insbesondere gibt es den Begriff „vergeudete Zeit“ meines Wissens nicht offiziell.

    Habe gerade eben nochmal im Regelwerk nachgesehen, in Regel 7 gibt es den Begriff "vergeudete Zeit" tatsächlich nicht - (mehr?). Ich meine mich aber daran erinnern zu können, diesen Begriff (ebenso wie Manfred) mal gelernt und auch im Regelheft gelesen zu haben.

    Ich habe tatsächlich mal gelernt: [Zitat sinngem.] "Wer bei eigenem Rückstand Zeit vertrödelt (vergeudet) hat kein Anrecht darauf das diese Zeit Nachgespielt wird." [Zitat Ende]


    Aber:


    Und jetzt kommt die Antwort auf die Frage von Manfred:


    Auch den Passus "unter Berücksichtigung der Vorteilsregel" gibt es offenbar ebenfalls nicht mehr. Und an diesen Passus kann ich mich definitiv d´ran erinnern, haben wir doch hier (finde den Beitrag leider nicht) ewig darüber Diskutiert wie weit man diese Berücksichtigung dieser "Vorteilsregelung" ausdehnen muss? (Die Frage war seinerzeit ob auch die Wettbewerbssituation bei dieser Vorteilsregelung berücksichtigen muss)


    Was bleibt ist @ Manfred eine eindeutige Passsage im Regelwerk:



    Irgendeine "Vorteilsregelung" ist dabei nicht zu berücksichtigen.


    Muss dabei aber zugeben. Hier ist vermutlich irgendwann mal eine Änderung vorgenommen worden, die auch bei mir völlig untergegangen ist. Kann aber auch sein, das sich diese Änderung halt irgendwann einmal ergeben hat.


    Nachtrag [Tante Edith]

    Meine aber auch, das sich die von Manfred zitierten/verwendeten Begrifflichkeiten

    • "verlorene vs. vergeudete Zeit"
    • "unter Berücksichtigung der Vorteilsauslegung" (im Zusammenhang mit Zeitspiel/trödeln)

    seinerzeit in den grün unterlegten "Zusätzlichen Erklärungen des DFB" zu finden waren.

    Ach, Manfred


    Da kommst DU mit einer Situation, die so wunderbar theoretisch ist, dass man sie fast schon lieben muss. Ein kleines, spitzfindiges Problem aus dem Elfenbeinturm des Regelwerks. Das Problem ist nur: Das Leben spielt nicht im Elfenbeinturm, sondern auf dem Ascheplatz. Und dort, Manfred, heißt „äußerst selten“ eben nicht „nie“. Solche Situationen, wie Du sie erlebt hast kommen eben doch vor.


    Das ist wie bei dem berühmten Gedankenexperiment mit den vielen Affen an der Schreibmaschine. Man hält es für ein reines Gedankenexperiment bei denen die Affen Ewigkeiten auf den Schreibmaschinen herzuplappern und nichts sinnvolles dabei herauskommt. Bis man eines Tages seinen eigenen „Faust“ im Posteingang hat – oder eben als Schiedsrichter vor genau dieser Entscheidung steht.


    Und das wirklich Schöne an Deiner Geschichte ist ja die unausweichliche Pointe, die Du selbst schon erkannt hast: Du bist der Depp.


    Das ist die ungeschriebene, aber einzig wahre Grundregel dieses Spiels. Egal, wie Du dich drehst und wendest, die A-Karte ist für Dich reserviert.

    Stellen wir uns das doch mal plastisch vor:

    • Szenario A: Du, als Gralshüter der reinen Lehre, gibst den Vorteil. Der Stürmer hat das leere Tor vor sich und schafft es, den Ball in den dritten Rang zu jagen. Wer ist der Schuldige? Der Mann, der offensichtlich nicht mal ein Scheunentor trifft? Aber nein. Du bist es! Du, der pfeiflose Zauderer, der der Mannschaft den "sicheren" Elfmeter genommen hat. Das Stadion tobt.
    • Szenario B: Du pfeifst. Der Pfiff ist kaum Deinen Lippen entwichen, da kullert der Ball, vom Verteidiger abgefälscht, trotzdem über die Linie. Und was hörst Du von der Tribüne? "Lass doch Vorteil laufen, du Blinder!" Wieder bist Du der Depp.

    Die einzige Variante, in der Du alles richtig machst – Du lässt Vorteil laufen, der Ball geht rein – wird übrigens achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das ist die "Eins mit Sternchen" in der Schiri-Beobachtung, die im Zeugnis der Realität einfach nicht auftaucht. Für Deine heroische Gelassenheit klopft Dir aber niemand auf die Schulter. Das war ja nur der Job.


    Natürlich, das Regelwerk selbst gibt sich da ganz nüchtern und aufgeräumt. Wenn die Spielsituation besser ist als die Strafe, dann soll man Vorteil geben. "Soll". Nicht "muss". Das klingt einfach, fast schon elegant. Das Problem ist nur: Du bist Schiedsrichter, Manfred, kein Hellseher. Ob die Situation wirklich besser ist, weißt Du immer erst hinterher.


    Und weist Du, was man Dir im echten Leben, abseits der DFB-Theorieseminare, rät? Man rät Dir zur feigen, aber einzig vernünftigen Lösung.


    Pfeiff´ den Elfer.


    Die Begründung dafür findest Du in keinem Lehrbuch, aber sie ist aus dem Leben gegriffen:

    1. Einen Vorteil nicht zu geben, ist per Definition nicht falsch. Es ist vielleicht nicht elegant, aber es ist kein Regelverstoß. Du bist auf der sicheren Seite und zumindest gibt´s ja noch den Elfer der die Gemüter kühlt.
    2. Selbst wenn nach dem Pfiff gemurrt wird: Die Mannschaft hat ihren Elfmeter. Das ist ein handfester Vorteil. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Wenn der Schütze den Ball anschließend -wie den Uli Hoeneß EM-Finale 76 Gedächtniselfer- in den Himmel jagt, wer ist dann der Depp? Na also. Plötzlich ist da noch jemand. Die Verantwortung wird auf wundersame Weise geteilt.
    3. Und sollte der Ball doch reingehen, bevor Dein Pfiff überhaupt die Lungen verlassen hat – nun, Manfred, dann bist Du eben schon immer für "Vorteil". Das nennt man dann "situative Elastizität".

    Willkommen in der Realität.

    ber wenn am Ende des Spiels auf meiner Notizkarte 9 Tore vermerkt sind, dann habe ich keine andere Wahl, als 9:0 zu melden.

    @ Nemata


    Es geht hierbei nicht darum ob und wieviel sich der SR notiert hat und ob seine NoItiz möglicher weise falsch oder richtig ist.

    Es geht um das grundsätzliche Verhalten des SR gegenüber einem Coach bzw. einem Spiele/Team-offiziellen (so habe ich das verstanden)

    "Sie haben hier nix zu melden ich bestimme hier

    welches nicht akzeptabel ist.


    Offenbar schein dieses Verhalten bei dem Kollegen ja wohl kein Einzelfall zu sein.

    Blöd gefragt, aber was für eine Art von Problemen kann es denn da geben?

    Man könnte meinen, im Amateurbereich des deutschen Fußballs ginge es um Sport. Um die Freude am Spiel, um fairen Wettstreit. Welch eine romantische Vorstellung. In Wahrheit sind die unteren Ligen oft nichts anderes als ein riesiges Freiluftlabor für Geltungsdrang und die kleinen, schmutzigen Freuden der Machtausübung.


    Das eigentliche Problem sitzt selten auf dem Platz, sondern in den holzgetäfelten Stuben der Kreisschiedsrichterverbände. Dort residiert ein ganz bestimmter Typus Funktionär, der die Abwesenheit weltlicher Bedeutung durch die gewissenhafte Verwaltung der eigenen Wichtigkeit kompensiert. Es sind die Fürsten der Kreisklasse, deren Königreich ein Verbandsgebiet ist und deren Zepter die Ansetzungsliste.


    Wer glaubt, ich übertreibe, dem sei eine kleine Anekdote aus diesem Mikrokosmos des deutschen Vereinswesens anempfohlen. Der Vorwurf, der mich neulich ereilte, war nicht etwa eine Fehlentscheidung im Spiel. Es ging um Höheres, um die reine Lehre. Man warf mir allen Ernstes vor, in der Halbzeitpause, es muss gegen 14 Uhr gewesen sein, ein belegtes Brötchen verzehrt zu haben.


    Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. Nicht die korrekte Anwendung der Abseitsregel ist der Maßstab, sondern die Einhaltung einer imaginären Fastenzeit zwischen An- und Abpfiff. Der Grund für mein Vergehen? Profaner Hunger, nachdem die letzte Nahrungsaufnahme das Frühstück gewesen war.

    Doch in der wunderbaren Welt der Verbandsfürsten ist ein knurrender Magen bereits ein Akt der Subversion, eine Majestätsbeleidigung gegenüber dem Amt, das man bekleidet. Es ist der Geist des deutschen Unteroffiziers, der hier fröhliche Urständ feiert:


    Wo die Macht klein ist, muss die Vorschrift umso größer sein. Und sei es nur die Vorschrift, wann ein Schiedsrichter sein Pausenbrot zu essen hat oder welchen Insta-Post er in seiner Freizeitbeschäftigung zum besten gibt.

    Wenn Gegner sich noch im Strafraum befinden, obwohl sie die Zeit hatten, ihn zu verlassen, ist der Abstoß ja ohnehin zu wiederholen. Egal, ob diese Spieler eingreifen oder nicht.

    Eben nicht, Wann warst denn zuletzt bei einer Schulung? :hammer:

    Sinn der Regel ist das der Abstoß schnell ausgeführt wird und das man dafür nicht darauf warten muß das der Strafraum "Feindfrei" ist

    Die Guillotine des grünen Rasens

    Hand aufs Herz: Der Elfmeter ist die größte Ungerechtigkeit des modernen Fußballs. Ein juristisches Monstrum, verkleidet als simple Regel. Ein biederer Lehrwart mag ihn zwar als „direkten Freistoß mit besonderen Regeln“ verharmlosen, aber das ist in etwa so, als würde man die Guillotine als „Fallbeil mit Nackenstütze“ beschreiben.


    Dabei war die Idee dahinter einst von rührender Naivität. Wir schreiben das Jahr 1863. Männer in langen Hosen und mit beeindruckenden Schnurrbärten gehen davon aus, dass ein englischer Sportsmann niemals, wirklich niemals, absichtlich unfair spielen würde. Für den extrem seltenen Fall eines unbeabsichtigten Fauxpas führte man den „Freekick“ ein. Eine Geste der Wiedergutmachung, ein Gentleman’s Agreement, um den Ballbesitz wiederherzustellen. Von einer Torchance sprach damals niemand, was auch daran lag, dass man den Ball ohnehin nicht nach vorne passen durfte.


    Man möchte sich diese Zeit zurückwünschen! Keine Schwalbenkönige, keine Video-Inquisitoren im Kölner Keller, keine Rudelbildung. Nur zwei Mannschaftskapitäne, die bei einem Glas Sherry sportlich fair diskutieren, ob der Tritt gegen das Schienbein nun übermütig oder doch nur ein Versehen war. Wahrscheinlich würden wir unseren heutigen Hochgeschwindigkeits-Zirkus nicht wiedererkennen.


    Doch dann kam der Strafstoß. Und mit ihm die Perversion des Gerechtigkeitsgedankens. Er ist die sozialistische Gleichmacherei des Regelwerks: Jedes Vergehen im Strafraum wird gleich bestraft. Völlig egal, ob ein Verteidiger auf der Torlinie mit einer zynischen Faustabwehr ein zu 100 Prozent sicheres Tor verhindert oder ob ein Stürmer im Niemandsland des Sechzehners über einen unglücklich ausgestreckten Fuß stolpert, aus einer Position, aus der nicht einmal ein betrunkener Kreisligist eine Gefahr entwickeln würde.

    Das Ergebnis ist dasselbe: eine Duellsituation, Schütze gegen Torwart, eine staatlich verordnete Torchance von 75 Prozent.


    Das ist das eigentliche Drama. Wir haben ein System geschaffen, in dem der ursprüngliche Gedanke – die Kompensation eines Nachteils – von einer kalten, statistischen Exekution ersetzt wurde. Die feine Klinge des Sportsgeistes wurde durch das rostige Fallbeil der Regelhörigkeit ausgetauscht. Und so wundern wir uns bei jeder 50/50-Entscheidung, warum die Debatten so hysterisch sind. Die Antwort ist einfach:


    Weil die Strafe in keinem Verhältnis mehr zur Tat steht. Es ist an der Zeit, diese Guillotine des grünen Rasens endlich wieder in die Mottenkiste der Fußballgeschichte zu verbannen.

    Die optische Wunderwaffe des Fans, Spieler und der Bank.

    Lasst mich eines klarstellen, damit wir uns nicht im Kleinklein der Stammtisch-Exegese verlieren.

    Es geht hier nicht um jene charmant-unauflösbaren Situationen, die der Fußball-Intellektuelle als „50/50-Entscheidungen“ adelt. Diese Grauzonen sind das Lebenselixier jeder hitzigen Debatte, der Stoff, aus dem die Mythen sind. Nein, diese Fälle meine ich nicht.


    Ich spreche von den Momenten monumentaler Eindeutigkeit. Ich spreche von jenen Szenen, bei denen die Faktenlage so erdrückend ist, dass selbst ein Blinder mit Krückstock die Unsportlichkeit erkennen würde. Und genau in diesen Momenten wird eine optische Wunderwaffe gezückt, die leistungsfähiger ist als jedes Nachtsichtgerät der Bundeswehr:


    die Vereinsbrille.


    Dieses wundersame Gestell ist mehr als nur ein modisches Accessoire in den Farben des Lieblingsklubs. Es ist ein aktiver Realitäts-Verzerrer, ein moralischer Weichzeichner für die Seele des Anhängers. Das harmlose Foul im Mittelfeld, die unbedeutende Rüttelei an der Außenlinie? Geschenkt. Das löst kaum ein Zucken der Augenbraue aus. Die Vereinsbrille bleibt im Etui.

    Ihre volle, fast magische Wirkung entfaltet sie erst, wenn es ans Eingemachte geht. Wenn der eigene Innenverteidiger den gegnerischen Stürmer im Strafraum von den Beinen holt – und zwar mit einer Wucht, die seismographisch messbar ist. Wenn die Grätsche von hinten in die Beine so offensichtlich eine Karte in der Farbe von Löschfahrzeugen nach sich ziehen müsste. In diesem Augenblick schierer Panik, kurz vor dem drohenden Unheil in Form von Strafstoß oder Platzverweis, aktiviert sich der Filter.


    Die Vereinsbrille blendet dann nicht nur die Sonne aus, sondern vor allem die unbequemen Paragrafen des Regelwerks. Sie fokussiert mit der Präzision eines Lasers auf ein einziges, winziges Detail, das plötzlich zur alles entscheidenden Tatsache aufgeblasen wird: die flüchtige Berührung des Balles. Alles andere – der gefällte Gegner, die Brutalität der Aktion, die Verletzungsgefahr – verschwimmt zu einem irrelevanten Hintergrundrauschen.


    Was wir hier beobachten, ist nichts anderes als der Notausgang aus der kognitiven Dissonanz. Der Fan, der Verein, die Mannschaft kann und will nicht akzeptieren, dass sein Held gerade einen justiziablen Fehler begangen hat. Also klammert er sich an den einen Strohhalm, der ihm geblieben ist.


    „Ball gespielt“


    ist somit kein Argument mehr, sondern eine Schutzbehauptung. Es ist der verzweifelte Versuch, die eigene, heile Welt gegen den Einbruch der profanen Wirklichkeit zu verteidigen. Eine Wirklichkeit, die in diesen Momenten meistens einen Elfmeterpunkt oder eine rote Karte hat.

    Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz auf deutschen Fußballplätzen, eine Art sakrosanktes Dogma, das von der Kreisliga bis in die Fankurven der Bundesliga mit dem Pathos einer Verfassungsnorm deklamiert wird. Es ist wichtiger als Abseits, erhabener als die Rückpassregel und wird mit einer Inbrunst verteidigt, die man sonst nur von fundamentalistischen Predigern kennt. Dieses Gesetz lautet:

    „Das war doch Ball gespielt!“

    Man muss sich das einmal vorstellen. Da war mein Spiel gestern Abend, ein Mikrokosmos bundesdeutscher Rechthaberei. Gleich dreimal ertönte der Pfiff zum Strafstoß, zusätzlich zweimal bei einer rustikalen Grätsche. Und noch bevor der Schall meiner Pfeife verhallt war, noch bevor der gefoulte Spieler seine opernreife Sterbeszene beendet hatte, erhob sich der Chor der selbsternannten DFB-Regelexperten. Von der Ersatzbank, aus dem Pulk der Spieler, vom Spielfeldrand:


    „Das war doch Ball gespielt!“


    Es ist keine Frage. Es ist eine Feststellung. Eine Absolution, die sich der moderne Fußball-Bürger selbst erteilt. Die Grätsche mag von der Seite gekommen sein und den Gegner auf Hüfthöhe abgeräumt haben, der Stürmer mag im vollen Lauf umgesenst worden sein – doch wenn die Stollen des Verteidigers auf ihrer mörderischen Reise auch nur ein einziges Molekül des Ballleders gestreift haben, tritt automatisch die große Amnestie in Kraft? So will es der Fußballgott, oder zumindest sein Bodenpersonal im verschwitzten Trikot.


    Natürlich habe ich aus reiner Neugier mal wieder in dieses erstaunlich dünne Heftchen geblickt, das sich „Fußball-Regelwerk“ nennt. Ein furchtbar nüchternes Dokument, gänzlich ohne die emotionale Tiefe der


    „Ball gespielt“-Doktrin.


    Unter Regel 12, diesem Hort der Spielverderber, steht etwas von „fahrlässig, rücksichtslos oder übermäßig hart“. Kein Wort von der heilsbringenden Berührung des Spielgeräts. Nichts. Eine Leerstelle, die der Volksmund mit seiner eigenen, viel großzügigeren Jurisprudenz gefüllt hat.


    Woher also kommt dieser massenhafte Irrglaube, diese postfaktische Grätsche gegen das Regelwerk?


    Es ist die Sehnsucht nach einer einfachen Welt. Eine Welt, in der eine einzige, simple Handlung – die Ballberührung – jeden Kollateralschaden rechtfertigt. Es ist der juristische Kurzschluss des kleinen Mannes, der sich nicht mit dem Kleingedruckten von „Fahrlässigkeit“ und „Rücksichtslosigkeit“ aufhalten will. Wenn der Ball gespielt wurde, so die Logik, kann die Aktion per definitionem nicht gegen den Mann gerichtet gewesen sein. Das Tackling wird so zu einer Art technischem Versehen, der umgemähte Gegner zum bedauerlichen, aber unvermeidlichen Beifang.



    In Wahrheit ist der Ruf

    „Ball gespielt!“


    nichts anderes als der verzweifelte Versuch, die Deutungshoheit über eine Szene zu erlangen, die man gerade krachend verloren hat. Es ist das akustische Störfeuer gegen die unliebsame Wahrheit, die der Mann in Schwarz gleich verkünden wird. Und so steht der Schiedsrichter Woche für Woche als letzte Bastion der Vernunft auf dem Platz, ein Hüter der Norm in einer Welt der gefühlten Regeln, und muss den Jüngern des


    „Ball gespielt“-Kultes


    erklären, dass die Welt – und insbesondere das Fußballfeld – leider ein wenig komplizierter ist.


    In diesem Blogbeitrag sind zwei beispielgebende Szenen von "Ball Gespielt" zusammengeschnitten (Achtung, die erste Szene ist wirklich nur für starke Nerven)


    Meine Frage in die Runde: Woher kommt diese irrige Annahme, das das Spielen des Balls ein genereller Freispruch von jedweder Verantwortung für ein Kontaktvergehen ist:

    Wisst Ihr, woran man den Zustand einer Gesellschaft erkennt?


    An ihren Fußballregeln. Man muss sich diesen Irrsinn einmal auf der Zunge zergehen lassen, der da Wochenende für Wochenende auf unseren Plätzen zelebriert wird.


    Es geht um die vermeintlich simple Frage, was passiert, wenn der Torwart den Ball sicher in seinen Händen hält. Man sollte meinen, die Sache sei damit erledigt. Der Ball ist im Tresor, der Angriff vorbei. Doch weit gefehlt. Hier beginnt für den deutschen Regel-Fundamentalisten erst die eigentliche Arbeit.


    Fall eins, die rustikale Variante für den Mann von der Straße: Ein gegnerischer Spieler rammt den Torwart. Kontakt, Foul, direkter Freistoß. So weit, so logisch. Das versteht man sogar noch nach dem dritten Stadionbier.


    Aber jetzt kommt die bürokratische Kür, der Moment, in dem aus einem Fußballspiel eine juristische Abhandlung wird. Ein Spieler berührt den Torwart nicht, er stellt sich ihm nur lästig in den Weg und hindert ihn am Abschlag. Was pfeift der Schiedsrichter, der seine Anweisungen von einem „Regelwart“ erhält – ein Wort, das schon klingt wie aus dem preußischen Beamtentum?


    Er pfeift nicht einfach nur Behinderung. Nein, das wäre zu einfach. Er macht eine „Anleihe beim Zeitspiel“!


    Eine Anleihe! Als wären wir hier bei der Europäischen Zentralbank und nicht auf dem grünen Rasen. Man konstruiert ein Vergehen, indem man sich bei einem anderen bedient, um am Ende einen indirekten Freistoß und eine Gelbe Karte zu verhängen.


    Man muss die Sache also gar nicht erst künstlich schwer konstruieren, sie ist bereits das Ergebnis einer zwanghaften Verkomplizierung. Es ist der deutsche Geist in seiner reinsten Form: Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Hauptsache, es gibt für alles eine Vorschrift, einen Paragrafen und am besten noch ein dazugehöriges Rundschreiben. Der gesunde Menschenverstand bleibt dabei, wie so oft, auf der Strecke.

    Ohje. Was habe ich bloß losgetreten.

    Gar nichts, alles gut.


    Hand aufs Herz, was hast Du erwartet? ;) Dass Du in den unendlichen Weiten des Internets auf eine lauschige Plauderecke stösst und am Ende alle im Konsens-Stuhlkreis „Kumbaya“ singen? Nein, Du bist in einem jener letzten Refugien für Leute gelandet, die es noch genau wissen wollen. Einem Forum für Spezialisten, für, nennen wir das Kind ruhig beim Namen: Nerds. Und ja, ich bekenne mich schuldig, zu diesem exklusiven Zirkel zu gehören.


    Die Krux mit der Wirklichkeit, die schon ganze Philosophen-Generationen in den Wahnsinn getrieben hat, lässt sich nirgends besser studieren als bei einer simplen Fußballszene. Wir Eingeweihten wissen längst, was dem Laien als schockierende Erkenntnis dämmern mag: Man kann eine Szene niemals so beschreiben, wie sie wirklich war. In dem Moment, in dem man versucht, die physische Realität eines Zweikampfs in die armseligen Fesseln der deutschen Prosa zu zwängen, ist bereits alles verloren.

    Denn dann beginnt das große Kopfkino, diese Epidemie der Subjektivität. Jeder Leser, jeder Zuhörer dreht seinen eigenen Film, meist ein Melodram mit klar verteilten Schurken- und Heldenrollen, das mit dem Originalskript des Autors nur noch den Titel gemein hat. Das ist kein persönlicher Affront gegen Dich, versteh mich nicht falsch.

    Es ist lediglich die ernüchternde Diagnose einer Welt, in der die gefühlte Wahrheit längst über der schnöden Realität thront.


    Und genau deshalb, als Akt der Notwehr gegen die Tyrannei der Interpretation, haben wir Schiedsrichter uns einen Code zugelegt. Eine Fachsprache. Ein Set von Schlüsselbegriffen, die so präzise und unromantisch sind wie ein chirurgisches Skalpell. Nicht, weil wir uns mit Geheimwissen brüsten wollen, sondern weil im Zeitalter der endlosen Diskussionen irgendjemand ja noch den Überblick behalten und eine Entscheidung treffen muss. Nennen Sie es unseren kleinen Beitrag zur Rettung der Vernunft.

    Komm gerne wieder mit Deinen Fragen, wir freuen uns immer wenn jemand bei uns professionellen Rat sucht bevor er irgendwelche Loddar-Matthäus-Weisheiten während eines Fußballspiels über den Grantplatz schreit.

    Nun mal Halblang.


    Diese Diskussion führt zu nichts. Da sitzt ein User, der Rat sucht, aber keine SR-Lizenz hat und selbst zugibt, keinerlei Erfahrung zu besitzen. Er schildert eine beobachtete Szene mit einem Vokabular, das aus seinem persönlichen Wortschatz stammt. Zufällig – ja, tatsächlich Zufällig – fallen ihm Begriffe ins Ohr, die uns als Schlüsselbegriffe dienen.

    Wir dürfen freilich nicht davon ausgehen, dass er weiß, welche Worte exactly Schlüsselbegriffe sind. Der User hat immerhin das Regelwerk konsultiert, um eine beobachtete Situation zu analysieren. Lobenswert, denn viele Eltern wiederholen einfach das, was Sky-Kommentatoren und Lothar Matthäus bei Bundesliga-Übertragungen an Unfug von sich geben.


    Eure Diskussion (@Markund @KozKalanndok) hilft dem User @Erik absolut nicht weiter. Er versucht sich zu erklären, warum das Gesehene dem Wortlaut des Regelwerks nach nicht entspricht. Vor allem braucht er eine einfache, schlüssige Erklärung dafür, warum es so ist, wie es eben ist, die er mit seinem Kenntnisstand versteht und am nächsten Wochenende seinen Miteltern wiedergeben kann.

    Das Regelwerk erklärt das Stoßen als Foulspiel im Sinne von Regel 12. Schubsen steht da zwar nicht drin, aber wir zählen das mal zum Oberbegriff des „Stoßens“. Für Foulspiele gibt es einen direkten Freistoß – oder, im Strafraum, einen Strafstoß. Ob der Schiedsrichter für den beobachteten Vorgang dann auch einen Freistoß gibt, hängt davon ab, ob er das Stoßen überhaupt wahrgenommen hat bzw. wahrnehmen konnte und ob er diese Situation auch als Stoßen im Sinne des Regelwerks bewertet.


    Warum sich dies nach Beschreibung von @Erik offensichtlich anders darstellt als das Regelwerk es vorsieht lässt sich tatsächlich nur erklären, wenn man die Situation selbst beobachten konnte.,