Beiträge von marvinc92

    Macht da doch keine Baustelle auf. Wenn ein Spieler ein Tor verhindert, das ohne seine „Existenz“ gefallen wäre, dann gibt es Rot, wenn ein Handspielvergehen vorliegt. Und auch der reflexartige Schutz erfüllt schon die Voraussetzung „Absicht“, auch wenn in Richtung der Flugbahn die Körperfläche nicht unnatürlich vergrößert wird.


    Hier gar weiterspielen zu lassen, würde ich nur in dem untersten Altersklassen akzeptieren.

    Und hier sind wir wieder bei der Thematik: Hier entscheidet jeder Schiedsrichter intuitiv und anders. Persönlich bin ich aber schon froh, diese Thematik mal zur Diskussion zu stellen. Was wäre denn die Alternative? Gelb und Strafstoß? Weiterspielen? Das erscheint mir moralisch auch nicht "Richtiger" zu sein, als FaD und Strafstoß. Also: Was tun?


    Beschwerden hielten sich damals in Grenzen. Außer beim Verursacher, der nicht verstehen wollte, das es den Begriff Schutzhand nicht im Regelheft gibt. Nach Spielende habe ich dem betreffenden Verein mitgeteilt, dass ich mit der Entscheidung auch nicht glücklich war, ich regeltechnisch aber keine andere Wahl hatte. Das wurde dann wohlwollend und mit Verständnis zur Kenntnis genommen.

    Über diese Thematik habe ich mir vor paar Tagen auch meien Gedanken gemacht. In der letzten Saison kam es bei einem Pokalspiel zu folgender Situation:


    Ungefähr acht Meter vor dem Tor schießt ein Stürmer, nachdem der Ball durch eine Ecke ins Spiel gebracht wurde, mit Vollspann aufs Tor. Auf der Torlinie stand ein Verteidiger, der so schnell nicht reagieren konnte. Er drehte sich weg, riss seinen Arm hoch und verhinderte damit ein Tor. Folge: Da es keine Schutzhand gibt, gab es die rote Karte wegen einer Verhinderung einer Torchance und einen Strafstoß.


    Durch die neue Regelauslegung -- die ich grundsätzlich gut finde -- weiß ich nicht, wie diese Situation mit den neuen Handspielregeln nun bewerten soll.


    1. Zwölftes Spiel

    2. Erstes A-Junioren Spiel

    3. Nachdem ich einen Einwurf für ihn nicht gegeben habe, hat mich der Spieler "Vollidiot" genannt

    4. Ja!

    Hat sich euer Charakter und euer Auftreten dadurch, dass ihr Schiedsrichter seit im Vergleich zu vorher verändert und was hat sich verändert?

    Ja, ich habe mich charakterlich sehr verändert. Ich bin ruhiger und reflektierter geworden. Ich habe gelernt mich zu hinterfragen. Zudem prallen Beleidigungen an mir ab. Streitereien kann ich nun deutlich souveräner lösen, was auch daran liegt, dass ich mir gewisse Techniken angeeignet habe. Und vor allem gebe ich jetzt auch mal zu, wenn ich schlecht gepfiffen habe. So eine Reue hätte es bei mir vor einigen Jahren nicht gegeben. Zudem habe ich gelernt, den Spielern zuzuhören, diese zu beruhigen und diese in ihrer Situation ernst zu nehmen. Wenn diese sachlich mit mir reden, rede ich auch sachlich mit denen. Werden die Spieler frech, wird auch mein Ton rauer und weise gleichzeitig daraufhin, dass ich diese Diskussionskultur so nicht zwingend führend muss.


    Ich habe einen ziemlichen charkterlichen Wandel hinter mir. Während mich die Vereine vor einigen Jahren vom Hof jagen wollten, bin ich jetzt ein gern gesehener Schiedsrichter. Was auch daran lag, dass ich in einem gewissen Zeitraum sehr viel abgenommen habe und mit meiner Größe eine gewisse Ausstrahlung habe. Insgesamt führte das bei mir zu einem Charakterwechsel und einem selbstbewussten -- aber nicht selbstverliebten -- Auftreten.

    Solche Spiele wie bei dir können durchaus mal vorkommen. Wenn sich aber eine Mannschaft so daneben benimmt, nehme ich den Trainer kurz mal auf Seite und erkläre ihm, dass er sowas bei so einem Spielstand definitiv nicht nötig hat, sich so aufzuspielen. Die persönlichen Strafen bzw. die Geldstrafen können sich alle Beteiligten ersparen.

    Üblicherweise wirkt der Trainer nach so einer Ansage von mir auf die Mannschaft ein und beruhigt diese. Alternativ hilft auch ein sachdienlicher Hinweis an den Kapitän.

    Ich differenziere sehr wohl. Wenn ein Spieler eine Tätlichkeit begeht, die mit Schlagen anfängt und mit Treten auf das am Boden liegende Opfer fortgesetzt wird, ist für mich keine Handlung aus dem Affekt mehr gegeben. Die Strafordnung sieht für eine solche Handlung ein Strafmaß von bis zu zwei Jahren (schwerer Fall aufgrund des Fortsetzens durch die Tritte) wenn es gegen andere ausser die Spieloffiziellen gerichtet ist, bei den Spieloffiziellen als ultima ratio den Ausschluss. Wie oft wird aber für so einen Fall maximal ein Jahr verhängt? Oft genug, auch wenn es klar ist. Und genau das meinte ich: Man könnte seitens der Sportgerichtsbarkeit höher gehen, bleibt aber drunter.


    Bei Vorfällen mit Beteiligung von Zuschauern geht es bei 55 Euro los bis zu 1500 Euro. Aktueller Fall in meinem neuen Kreis: Ein Zuschauer der durch Tragen einer Trainingsjacke des Vereins zuordbar ist sorgt nach einem tätlichen Angriff auf den SR für den Abbruch der Partie. Was bekommt der Verein als Strafe? 100,00 Euro und besitzt noch die Unverschämtheit, gegen das erste Urteil in Revision zu gehen mit dem Argument, der Zuschauer hätte sich eine Jacke des Vereins angeeignet um anschliessend tätlich zu werden. Alleine dafür wären mindestens 200 Euro gerechtfertigt aufgrund uneinsichtigen Handelns hinsichtlich der Vernachlässigung der Platzordnung der eigenen Anhängerschaft.


    Dass die Wertung des Vorfalls im Strafrecht eine andere ist, ist ein anderes Thema. Mir geht es darum dass durch genau diese Zurückhaltung keine wirkliche Ruhe hergestellt wird, da etliche Spieler aber auch Vereine sich noch bestätigt fühlen im "war doch nicht schlimm".

    Redest du hier zufällig vom Relagtionsspiel der vergangenen Saison im Kreis Trier/Saarburg? ;)

    Bei uns wird die Rote Karte ganz normal als Innenraumverweis gehandhabt, also mit Bericht etc. Verwarnungen sollen bei uns vorläufig erstmal in "besondere Vorkommnisse" eingetragen werden, uns wurde aber auch mitgeteilt, dass es dazu bald im DFBnet eine Kategorie geben soll, wo man Verwarnungen für Offizielle wie bei Spielern eintragen kann. Bin mal gespannt.

    Das ist ja interessant. Um welchen Kreis des FV Rheinlands handelt es sich denn?

    Rot und Sonderbericht. In der Hoffnung, dass der Spiele zwei Spiele kriegt und darüber nachdenkt, was er gesagt und getan hat. Und sich an mich erinnert, wenn wir beide auf dem Sportplatz das nächste Mal das Vergnügen haben!

    Und wieder lässt Tante Verbandsspezifisch grüßen. In unserem Verband gibt es "Wechselkarten", d.h. Zettel, die der einzuwechselnde Spieler mitbringt und auf denen der Trainer die Nummern der beiden Spieler und eigentlich auch die Spielminute zu vermerken hat (wenn die Minute fehlt bin ich nicht böse, stimmt die ohnehin meist nicht genau). Ich gehe davon aus, dass es bei udo1982 (der pfeift in der Schweiz) auch irgendeine ähnliche Regelung geben wird (vielleicht auch ein "Protokoll" der Auswechslungen und persönlichen Strafen), welches abgeglichen wird.

    Ich war am Sonntag SRA1 beim einem Verbandsliga Mitte Spiel im hessischen Dorndorf. Die Wechselkarten sind auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. ;) Und eine Spielminute war auch nicht drauf, was mir erst beim dritten Wechsel aufgefallen ist.

    Naja, Manfred, ganz so neutral und nüchtern betrachte ich das nicht. Wir beide sind in verschiedenen Verbänden tätig und schon sehr lange dabei. Und wir beide haben bestimmt auch schon Dinge erlebt, wo wir uns gewundert haben, wieso die ein oder andere Entscheidung von oben so und nicht anders ausgefallen ist. Und wieso große Talente nicht von der Stelle kamen oder plötzlich verschwunden waren. Wenn ich näher drüber nachdenke, fallen mir gleich zwei Vorkommnisse aus unserem Verband ein, die ich hier aber nicht schildern werde.

    Das, was in dem Bericht geschrieben wurde, überrascht mich jedenfalls nicht.

    Früher, also so in den 80er Jahren,haben damals ältere Kollegen immer von der "schwarzen Mafia" geredet. Ich glaube, da war und ist immer noch ein Fünkchen Wahrheit dran.

    Mir hat heute ein Kollege bei einem Termin etwas ähnliches erzählt. Wer nicht mitmacht, war unten durch und kam wenn er Glück hatte nicht von der Stelle. Wenn er Pech hatte, wurde er so lang gemobbt, bis er freiwillig auf Landesebene aufgehört hat. Mehr sag ich öffentlich dazu nicht.

    Mein Ansatz ist ein anderer: Üblicherweise kommt das Anbrüllen nicht überraschend. Es kündigt sich an, da es bereits im Spielverlauf einige Nicklichkeiten und versteckte Fouls gab. Manchmal reicht es schon, wenn man im vorbeigehen den Kapitänen kurz sagt, dass die Karten kommen werden, wenn hier nicht bald Ruhe herrscht.

    Wenn ich angeschrien werde, neige ich dazu, auch impulsiv zu werden. Und so weit möchte ich es eben gar nicht kommen lassen.


    Natürlich klappt es nicht immer. Aber in 95 Prozent meiner Spielleitungen habe ich Ruhe auf dem Spielfeld. Wenn ich Hessen im Austausch bin, wollen die Spieler beispielsweise gar nicht mit dir reden. Auch sehr angenehm ;)

    Lass es mich so ausdrücken: Sofern Ruhe ins Spiel reinkommt, bin ich gerne bereit meine Entscheidung zu erklären. Es kommt auch immer auf Situation an. Wenn du auf einmal ei nRudel vor dir hast, würde ih es zum Beispiel ganz anders abhandeln. Aber: Ich bin bereit meine Entscheidung zu erklären, diskutiere aber nicht. Und die Diskussion beende ich meistens sinngemäß mit dem Spruch: "ich habe es so gesehen, akzeptieren weitermachen." Meistens herrscht dann Ruhe.

    Mir ist halt eben die Trazaparenz und das Gespräch auf Augenhöhe wichtig. Und wenn dann Ruhe herrscht in meiner Spielleitung, kann es mir nur Recht sein.

    Versuch Ruhe in dein Spiel zu schaffen. Ruf den Spieler am Besten zur dir. Erklär ihm kurz und präzise, dass du es anders wahrgenommen hast und das man über alles reden kann, nur eben in einem anderen Ton. Je nach Situation kriegt er entweder von mir die gelbe Karte, da ich mich nicht anschreien lasse oder eben eine Ermahnung, dass er jetzt bitte Sendepause hat.

    Wichtig: Binde den Spieler ein und stelle dich nicht über ihn bzw. tue nicht so, als wärst du der Herrscher auf dem Sportplatz. Das kommt nicht gut an.

    Falsch Traumfriese. Gehen wir von zwei möglichen Fällen aus.


    Möglichkeit 1: Der Trainer beleidigt dich durchgehend wegen einer Entscheidung, die du getroffen hast. Folge: Entweder du unterbrichst oder entscheidest auf Vorteil. Danach gehst du in aller Ruhe raus zur Coachingzone. Lass dir die Zeit: Der Trainer hat die Möglichkeit sich abzureagieren und du auch. Du erklärst ihm, dass er wegen den Beleidigungen den Innenraum zu verlassen hat. Sollte er dies zügig und ohne weiteres, auffälliges "Geblubber" tun, wird das wohlwollend in den Sonderbericht aufgenommen.


    Möglichkeit 2: Der Trainer beleidgigt nicht, sondern nervt einfach nur mit seinem Gehabe. "Und schon wieder eine Fehlentscheidung", "Ey, Schiri, 5m Abseits usw. gehört alles in diese Kategorie. Sollte es dir zu viel werden, rede mit dem Kapitän. Erkläre ihm sein Vorgehen, dass der Trainer jetzt zwei Alternativen hat. Alternative 1: Es hält sich jetzt mit weiteren Kommentaren bedeckt und darf weiter in der Coachingzone seine Mannschaft betreuen. Alternative 2: Er macht so weiter wie bisher und wird auf kurz oder lang von mir aus dem Innenraum verwiesen. Der Kapitän geht raus zu seinem Trainer und sagt ihm als Bote, was ich gerade kommuniziert habe.


    So bringst du Ruhe ins Spiel. Wie heisst es so schön: "Einen Kotzenden soll man nicht füttern". Aber genau das machst du, wenn du den Trainer anschreist. Ich halte es für keine gute Außendarstellung.

    Hallo.


    Zu 1) hier sollte man auf die Wortwahl achten. Als "alter Hase" kann man etwas direkter sein, als Jungspund würde ich mich auf die Aussage " In dem Ton bitte nicht, sonst muss ich Sie aus dem Innenraum verweisen" beschränken.

    Zu 4) Grade den Doppelpfiff soll man eigentlich nicht machen, um eine Verwechslung mit dem regulären Abpfiff zu vermeiden. Spielführer hernehmen, klar sagen, dass das Spiel hiermit abgebrochen ist und klare Geste machen, so zumindest kenne ich die gewünschte Vorgehensweise beim Abbruch.


    Zu 4: Doppelpfiff und eine klare Geste machen, dass das Spiel vorbei ist. Ich denke aber, wenn einem sowas wirklich mal passieren sollte, dass das nach sechsminütiger Unterbrechung auch für die Zuschauer alternativlos ist.

    Mach es beim nächsten Mal:


    1. Ruhig zum Trainer oder Kapitän hingehen und ihnen sagen, dass sie eine Minute Zeit haben einen Ball zu organsieren und das er gefälligst die frechen Aussagen zu unterlassen hast, ansonsten verlässt er beim nächsten Mal den Innenraum.


    2. Sofern er weiter frech ist -> Innenraumverweis. Sollte immer noch kein Ball da sein, gibst du Ihnen zwei Minuten Bedenkzeit.


    3. Sollte immer noch kein Ball da sein: Du holst dir beide Kapitäne zu dir und erklärst Ihnen die weitere Vorgehensweise. Wenn in drei Minuten kein Ball da ist, wobei die Heimmannschaft hier in der Pflicht ist, wird das Spiel abgebrochen. Und sei es die 90. Spielminute.


    4. Sollte nach drei Minuten kein Ball da sein, machst du einen Doppelpfiff und zeigst an, dass das Spiel abgebrochen ist. Eigentlich solltest du dann auch direkt heimfahren und nicht noch versuchen abzurechnen. Vertrau mir: Nach so einem Spiel sind die Emotionen so geladen, dass es schwierig wird noch ein sachliches Gespräch zu führen. Man sollte es aber probieren und dann ggf. eine Meldung schreiben, sofern nicht bezahlt wurde.