Kann ich nicht bestätigen, da gibt es einen Fall in der erweiterten Familie.
Das bedarf keiner Bestätigung, das kann man objektiv vergleichen. Der Dokumentationsaufwand (auch finanzielle Rücklagen, Rückholgarantien etc.), die Ablehnungsquote und die Wartezeiten auf Visumstermine sind in Bezug auf die Schengen-Einreise allesamt höher als beim US-Visum.
Natürlich muss man gleiches mit gleichem vergleichen ... Keine Ahnung, woher dein Bekannter kommt, auch für Schengen ist es natürlich sehr stark abhängig von der Staatsangehörigkeit, dem Aufenthaltsort und der Historie der Person. Aber für Personen aus China, Indien, Afrika etc. ist das Schengen-Visum sehr viel schwieriger als das US-Visum. Konkret für Somalia könnte es tatsächlich umgekehrt sein, seit Somalia von den US als Terrorstaat eingestuft wurde, das weiß ich nicht.
Und nur, weil etwas schon immer so war, ist es keineswegs gut. Grundsätzlich steht einem Staat das Recht zu, die Ausstellung eines Visums zu verweigern, nur sollte man das im Vorfeld tun und nicht die Menschen (teuer) anreisen lassen, um sie dann abzuweisen.
Sehe ich grundsätzlich genauso, geht aber nicht, aus verschiedenen Gründen (bestimmte Überprüfungen gehen erst zum Zeitpunkt der Einreise, insbesondere wenn zwischen Visumserteilung und Einreise längere Zeit liegt, sonst würde sich da eine massive Sicherheitslücke ergeben). Mir ist auch kein Staat bekannt, in dem das anders läuft: Die finale Entscheidung liegt eigentlich immer beim Grenzschutzbeamten.
Warum werden die Checks und Befragungen nicht vor der Ausstellung des Visums gemacht?
Und sollte aus dem Kontext heraus nicht klar sein, welche glaubhaften Absichten die Person in den USA hat?
Zudem ist der Generalverdacht aufgrund der Herkunft fragwürdig (auch wenn er teilweise begründet werden kann).
Zum ersten siehe oben.
Zum Generalverdacht: Es ist überall so, dass ein Risikoprofil im Wesentlichen auf Basis der Staatsangehörigkeit, der Reisevergangenheit und sonstigen Historie gemacht wird. Wir Deutschen sind hier übrigens extremst privilegiert, in fast alle Staaten können wir visumsfrei einreisen, zumindest zu touristischen Zwecken. Das hat einfach mit Wahrscheinlichkeiten basierend auf der politischen und sozialen Lage des Landes sowie bilaterialen Abkommen zu tun. Übrigens ist das oft sehr einseitig - Deutsche können sogar mit dem Personalausweis in die Türkei einreisen, während Türken relativ viel Aufwand haben, selbst für ein Schengen-Touristenvisum. Das fühlt sich sehr unfair an und auf den Einzelfall bezogen ist es das auch, aber was ist die realitische Alternative?
Warum ist das sonst unproblematisch? Teilweise passieren Auslosungen und SR-Ansetzungen zudem recht kurzfristig. Gibt es da irgendwelche Sonderregelungen damit die Einreisen unproblematisch funktionieren?
Ja genau, es gibt diese Sonderregelungen. Ein "normaler Somalier" hätte überhaupt keine Chance, auch nur einen Visumstermin für die USA zu bekommen. Dasselbe gilt für viele andere Teilnahmestaaten, zumal die ja auch mit einer beträchtlichen Anzahl an Staff anreisen.
Hier geht es jetzt um einen Einzelfall, bzw. mit Embolo um zwei? Das kann man, ohne die Details zu kennen, leider nicht weiter bewerten. Ja, vielleicht ist es ein Skandal, aber vielleicht gibt es bei Artan eben auch eine Phase im Leben, die er nicht erklären kann. Vielleicht hat er mit fragwürdigen Personen, die später Terroristen wurden, interagiert und kann es nicht klar erklären (das ist rein fiktive Spekulation!). Wir wissen es nicht und solange sollte unsere Bewertung auch nicht übermäßig einseitig ausfallen, während eine gesunde Skepsis hier natürlich wie bei allen Themen angemessen ist.
Während des Turniers müssen Mannschaften und Offizielle wiederholt zwischen den drei Gastgeberländern wechseln. Müssen diese dann wirklich jedes Mal den Grenzübergangsprozess durchlaufen?
Das ist so, bei jedem Eintritt muss man den Prozess durchlaufen, er geht dann aber sehr schnell. Es gibt ja auch Grenzpendler zwischen Kanada/USA und USA/Mexiko. Jede einzelne dieser Bewertungen ist im System hinterlegt und es gibt ein internes Risikoscoring. Ich persönlich hatte mal ein Visum für die USA mit diversen Einreisen, abgesehen von der ersten und einer direkten Einreise aus Kuba (das war 2017 kurzzeitig tatsächlich möglich), die je mit recht langen Interviews verbunden waren, war das ganze eine Frage von wenigen Sekunden; selbst die Prozedur von Foto/Fingerabdrücken ist dann nicht mehr notwendig.
Bei meiner Einreise aus Kuba musste ich auch Fragen zu meiner politischen Einstellung beantworten. Das kann man für fragwürdig halten, ich persönlich kann es irgendwo nachvollziehen oder akzeptieren.