Beiträge von zettelbox


    Unsinn. Unsinn. Unsinn.


    Für einen verbotenen "Rückpass" muss das Ziel des Abwehrspielers das Rückspiel zum Torwart gewesen sein. Dafür muss er nicht zwangsläufig zielsicher zum Torwart spielen, sondern kann ihn auch ein paar Meter daneben zielen, es kommt auf die Intention an. Umgekehrt liegt bei diesem beschriebenen Fall ganz sicher keine Intention (Absicht!) vor, dass der Torhüter den Ball aufnimmt.


    Woher Du diesen ganzen Unsinn mit der Ballkontrolle beim Rückpass schon wieder nimmst (das hatten wir hier im Forum schon zigtausend Male), bleibt Dein Geheimnis - es ist aber falsch.


    Edit: Jetzt erst lese ich Deinen letzte Post. Das ist zum Haareraufen. Es ist nämlich genau andersherum: Es steht und fällt mit der Absicht des Feldspielers, den Ball zum Torwart zurückzuspielen. Wie der Schiedsrichter die Absicht erkennt? Nunja, Spielverständnis und gesunder Menschenverstand halt - und im Zweifelsfall lautet die Entscheidung bei der Rückpassregel immer weiterspielen! Manfred liegt hier völlig richtig, sowohl vom Hintergrund der Rückpassregel als auch von der Auslegung.


    Gerne auch noch als Service den originalen Wortlaut aus den Regeln:


    "Ein indirekter Freistoß wird gegeben, wenn ein Torhüter innerhalb des

    Strafraums eines der folgenden Vergehen begeht:

    [...]

    Er berührt den Ball mit den Händen nach:

    [...]

    einem absichtlichen Rückpass eines Mitspielers zum Torhüter." (Hervorhebung durch mich.)

    Natürlich ist das so gemeint wie Mark schreibt. Das ergibt sich schon aus der Begründung für die Regeländerung. Dass die Abseitsstellung sechs oder mehr Sekunden, nachdem der Ball vom Torwart aufgenommen wurde, plötzlich ausschlaggebend sein soll - nein, das ist mit dieser Regel nicht gemeint.


    Die Kritik an der Formulierung ist aber an sich berechtigt. Eine präzisere Formulierung hätte den Regeln gut getan. Schade, dass - nach der grundlegenden Regelüberarbeitung - wieder so unpräzise Formulierungen ihren Weg in die Regeln schaffen.

    Früher war alles einfacher: Es genügte (Regelstand 1980), dass sich der Spieler in Abseitsstellung aufhielt, zudem war der Aufenthalt auf gleicher Höhe des vorletzten Abwehrspielers ausreichend; ein Eingriff in das Spiel war nicht erforderlich. In allen Fällen musste man sich aber vor dem Ball aufhalten, was impliziert, dass es bei einem "Rückpass" kein Abseits geben konnte - wobei das heute auch noch so ist, denn wenn der Spieler hinter dem Ball steht, kann er nie im Abseits stehen.

    Das ist nicht richtig. Der Spieler kann sich vor dem Ball im Abseits befinden. Wird der Ball nun nach hinten gespielt, kann der Spieler aus der Abseitsposition in Richtung Ball laufen und diesen annehmen, wodruch die Abseitsstellung strafbar wird.


    Das ist eher untypisch, kommt aber hin und wieder mal vor.

    Ich finde in Regel 5, Punkt Verletzungen, folgende Spieler, die den Platz explizit verlassen MÜSSEN:

    - Spieler, die behandelt werden sollen (mit den bekannten Ausnahmen)

    - blutende Spieler

    - Spieler, für die der SR Ärzte oder Sanitäter auf das Spielfeld gelassen hat (dürfte in der D-Jugend eher selten der Fall sein)


    Du stellst also darauf ab, dass der Trainer, der auf dem Spielfeld war, keine Behandlung durchgeführt hat und kein Arzt/Sanitäter ist und deswegen der behandelte betreute Spieler in keine dieser drei Gruppen fällt.


    Dann müsstest Du im Umkehrschluss den Trainer aufgrund unerlaubten Betreten des Spielfelds ermahnen oder im Wiederholungsfall des Innenraums verweisen, denn für eine Betreuung, die keine Behandlung im Sinne der Spielregeln darstellt, darf während des Spiels auch von Teamoffiziellen der Platz nicht betreten werden.

    Wobei es schon die berühmte "goldene Brücke" gibt - was eine "Behandlung" ist, entscheidet der Schiedsrichter. Und wenn es für den SR keine Behandlung ist, wenn der Trainer dem Spieler hochhilft und dreimal das Köpfchen tätschelt (wobei die Jungs in der D eigentlich aus dem Alter raus sind), dann darf der Spieler natürlich auch auf dem Platz bleiben. Sollte der Spieler tatsächlich behandelt werden, und sei es nur ein Kühlpäckchen auf dem Knöchel, dann sollte der Spieler schon zum Schutz vom Platz geschickt werden. Ob er wieder richtig laufen kann, sollte er dann nämlich erstmal außerhalb des Feldes ohne Gegnerdruck und ohne Adrenalin probieren...


    Dem widerspreche ich. Wenn der Betreuer nach Aufforderung des SR auf das Spielfeld gelaufen kommt, dann muss der Spieler mit runter (Ausnahmen wurden von Manfred bereits genannt).

    Darüber hinaus wurde der Ball dem TW einfach vor die Füsse geworfen. Kann man jetzt als "Manipulation des Ergebnisses des Schiedsrichterballs" werten, weil ja auch anschließend der eine Rote Spieler angedüst kommt.

    Einmal mehr, um Missverständnisse bei Mitlesern zu vermeiden: Es gibt keine Pflicht und auch kein Recht einer Mannschaft, beim SR-Ball anwesend zu sein. In dieser Hinsicht war der SR-Ball absolut regelkonform. Einzig der Ort war nicht korrekt - und ein SR-Ball im Torraum ist regeltechnisch nunmal nicht möglich, insofern ist das schon etwas mehr als "Dipfele scheißen".


    Wenn wir das "Keine Strafe ohne Gesetz" auch auf den Fußball anwenden wollen (was ich begrüßen würde), kann es ja eigentlich gar kein Vergehen geben, dass nicht in den Spielregeln erwähnt wird.


    Dann würden die Fußballregeln aber Umfänge eines Strafgesetzbuches mitsamt Auslegungen annehmen. Das ist vielleicht ein Wunschdenken, aber praxisfern. Daher gibt es auch die Gummiparagraphen, nach denen man in Kombination mit gesundem Menschenverstand zum Schluss kommt, dass es sich um verbotenes Spiel handelt.

    Wenn ein bereits verwarnter Spieler in einem Spiel mit Zeitstrafe (VW -> FaZ -> FaD) ein Vergehen, das eine Pflichtverwarnung nach sich zieht, begeht, hat der SR nicht zwingend den FaZ zu erteilen, sondern kann ohnehin den FaD erteilen. Die zusätzliche Stufe des FaZ ist nicht zwingend ein zusätzlicher Freischuss für den Spieler. Auch wenn es sich um eine "Pflichtverwarnung" handelt, hat der SR also im Jugendbereich mit Zeitstrafe schon einen Spielraum (FaZ oder FaD).


    In dem konkreten Fall ist der FaZ nicht anwendbar, insofern ist der FaD dann zwingend. Das ist klare Lehrmeinung. Insofern verstehe ich hier diesen ganzen Trubel nicht und auch nicht die Meinung, dass dies aus den Regeln "nicht ableitbar" sei.

    Für welches Vergehen nach Regel 12 hast Du denn die rote Karte gezeigt? Nach der Beschreibung liegt für mich recht eindeutig kein rohes oder brutales Spiel vor. Aspekte wie "keine Chance auf den Ball" und "von hinten" sind Indizien, die ein Foul schnell zum rohen Spiel machen können - aber niemals hinreichend sein können. Wie amfa schon sagt: Bei nahezu jedem Trikotziehen erfolgt der Angriff von hinten UND ohne Chance auf den Ball. Dennoch ist ein Trikotziehen selten rotwürdig. Bei Grätschen sind wir bei dieser Konstellation schneller bei rot, aber auch hier kommt es immer auf die Intensität an.

    Dann musst Du auch Rot geben, wenn der Schütze den Ball rücksichtslos und mit Wucht in die Mauer haut - es macht keinen unterschied ob der Gegner 4m oder 9,15m entfernt ist.


    Dann hast Du bei jedem 3. Freistoß einen FaD,


    Absicht ist nur anhand von Indizien zu beweisen. Selbst die BuLi Profis knallen das Leder oft genug in die Mauer.


    Nur um diesen Unsinn nicht unkommentiert stehen zu lassen: Wenn ein Freistoßschütze den Gegenspieler, weil dieser sich zwecks Spielverzögerung vor den Ball stellt, absichtlich und übermäßig hart anschießt, ist das ein klarer FaD ohne Wenn und Aber. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Schütze gar keine andere Möglichkeit hat, also z.B., wenn der Gegenspieler wirklich unmittelbar vor dem Ball steht. Ein rücksichtsloses Anschießen ist dann als Tätlichkeit mit rot zu bestrafen und nichts anderes.


    Mit dem Ball, der versehentlich in den Weichteilen des Gegenspielers landet, hat das absolut überhaupt nichts zu tun.


    Und nein, das passiert nicht bei jedem 3. Freistoß und auch nicht bei jedem 3. Spiel, sondern allenfalls alle Jubeljahre einmal...

    1. gewollt - unkontrolliert = Abseits wird nicht aufgehoben --> genau dies ist das reine Abblocken

    Vielleicht verstehe ich Dich falsch, aber "gewollt" ist das entscheidende Indiz für Absicht und löst die Abseitssituation damit auf.

    Ja, davon gehe ich doch mal aus. Nur leider gehören offenbar (und das hat der BGH ja nun mit seinem Urteil gesagt) auch Deine SR Euronen dazu.


    Dass SR-Einnahmen Einkünfte sind, die grundsätzlich steuerpflichtig sind, war nie anders. Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es ja auch den entsprechenden Freibetrag von 720 Euro im Jahr.


    Was der BGH hier entschieden hat, ist die Tatsache, dass unter ganz bestimmten Umständen die SR-Tätigkeit als Gewerbe einzustufen ist. Das hat völlig andere Konsequenzen und ist für die allermeisten Leser hier im Forum nicht relevant. Man sollte das nicht durcheinander werfen.

    Manfred, das war ein Regelverstoß. Der idF für die gegnerische Mannschaft lässt sich einfach nicht begründen, eben aus dem von dennosius genannten Grund: Deine Argumentation wird sich immer auf Vergehen vor dem Zeitpunkt beziehen, als der Ball im Spiel war. Eine Spielstrafe ist somit unmöglich, auch wenn Du allen Spielern auf dem Platz den gelben Karton mit sonstwie haarsträubenden Begründungen zeigst.


    Die "Finten-Regel" für Strafstöße bezieht sich übrigens explizit auf Strafstöße. Ich verstehe nicht, wie man diese auf andere Spielfortsetzungen übertragen kann. Oder ist das wieder der "Sinn und Geist des Fußballs"?

    The referee may not change a decision on realising that it is incorrect or on the advice of another match official

    if play has restarted or the referee has signalled the end of the first or second half (including extra time)

    and left the field of play or terminated the match.


    Also: Keine Entscheidungsänderung, wenn (Spielfortsetzung ODER erste oder zweite Halbzeit beendet) UND (Feld verlassen ODER Spiel abgebrochen).

    Meiner Meinung nach eher:


    Keine Entscheidungsänderung, wenn Spielfortsetzung ODER ( [erste oder zweite Hälfte beendet] UND [Feld verlassen ODER Spiel abgebrochen]) ... Das gibt sowohl grammatikalisch (Subjekt ändert sich) als auch inhaltlich deutlich mehr Sinn - anderenfalls wäre eine Entscheidungsänderung ja möglich trotz Spielfortsetzung, wenn nicht gerade das Spielfeld verlassen oder das Spiel abgebrochen wurde. :)

    Aber der Schiedsrichter spricht doch mit dem Spieler und teilt ihm die Verwarnung mündlich mit. Das ist doch über die Fernsehbilder klar erkennbar. Lediglich den gelben Karton sieht er nicht. Insofern sind Deine Ausführungen, denen ich zustimme, nicht wirklich mit dem Urteil zu vereinbaren.