Beiträge von Mark

    Heute beim IFAB gefunden. Ist zwar eine etwas andere Situation aber die zeitliche Abfolge nach meinem Verständnis erst Foul, dann Vorteil Anzeigen und erst danach der äußere Einfluss. Das würde der These „Vorteil Anzeigen ist wie ein Pfiff mit schneller Fortsetzung“ widersprechen:


    Das elementare Problem liegt im Regelwerk und zwar hinsichtlich der Strafen (persönliche und Spielfortsetzungen).


    Eine gelbe Karte pro Spieler isoliert betrachtet ist keine echte Strafe. Sie gibt es sowohl für kleinere Unsportlichkeiten als auch für größere wie SPAs und gerade noch rücksichtslose Foulspiele. Hingegen ist ein Unterzahlspiel, das länger als ca. 10 Minuten dauert, verhältnismäßig hart.


    Fußball ist ein Spiel, bei dem überwiegend 11 gegen 11 spielen sollen und genau deswegen will eigentlich keiner ein spielentscheidendes frühes bzw. zu langes Unterzahlspiel, schon gar nicht wegen zweier „harmloser“ Unsportlichkeiten eines einzigen Spielers. Auch will man bei einem Turnier (EM, WM) auch keine Sperre wegen zweier gelber Karten.


    Und genau deswegen werden auf kurz oder lang diese Unsportlichkeiten wieder mit „Fingerspitzengefühl“ weg gelächelt.


    Unsportlichkeiten müssen daher je nach Art sofort härter bestraft werden und dürfen allerdings auch nicht zu früh spiel- oder Turnierentscheidend sein. Dann bräuchten die Schiedsrichter auch kein „Fingerspitzengefühl“ und könnten jede Unsportlichkeit ahnden.


    Beispiele für Regeländerungen wären (nur rumgesponnen):


    - Zeitstrafe

    - Feldverweis auf Dauer aber Täter darf durch AW ersetzt werden + Strafstoß bei direkte Rotvergehen

    - Dauerhafte Reduzierung erst bei kumulierten Verwarnungen des Teams (z. B. nach jeder 4. oder 5.)

    - Strafstoß + Gelb bei DOGSO egal wo

    - Direkter Freistoß an einer x-beliebigen Stelle außerhalb des Strafraums nach einem SPA.

    Des Weiteren steht im Bericht, dass auch ein Ersatz zu benennen ist für den Fall, dass der Torhüter Kapitän ist und das Geschen abseits stattfindet.


    Ich kann auch nicht erkennen, dass ein grundsätzliches Recht besteht jede Entscheidung erklärt zu bekommen. Ob und wann eine Entscheidung erklärt wird, entscheidet ausschließlich der Schiedsrichter. Klar ist nur, dass nur noch ein bzw. zwei Spieler pro Team überhaupt das Recht haben mit dem Schiedsrichter unbestraft zu sprechen.

    Und mit absoluten Ausnahmefällen, wo an sich regelkonformes Verhalten (den Ball, der im Spiel ist, dorthin schießen wo man möchte) durch eine Karte bestraft wird, sollte sich der SR in den ersten Spielen nicht befassen.

    Weshalb nicht, wenn es zu einer derartigen Situation kommt? Wir reden über eine Situation, bei der ein Spieler vollkommen unbedrängt den Ball absichtlich weit in die Pampa schießt, damit er ja nicht wieder gefunden wird.


    Das ist eindeutig Respektlosigkeit gegenüber dem Fußball (als Objekt und Sportart 😃). Das mindeste ist eine Ermahnung und wenn der Spieler verwarnt wird, dann geht es mit idF weiter.


    Man darf nicht alles mit dem Ball machen, nur weil es scheinbar „regelkonform“ ist. Es ist auch nicht erlaubt eine andere Person einfach so absichtlich heftig abzuschießen, nur weil der Ball während des laufenden Spiels überall hin und mit jeder nur erdenklichen Kraft gekickt werden darf.


    Und weshalb sollte das Spiel deswegen eskalieren, wenn man respektloses Verhalten bestraft? Die Mannschaften, die deswegen durchdrehen, werden früher oder später immer irgend einen Grund finden.

    Der Sinn der Regel ist es, Tricksereien bei denen der Torwart nach einem Abstoß den Ball in die Hände bekommt zu unterbinden

    Das mag tatsächlich so sein, es steht dort aber nicht so. Und gerade du legst doch Wert auf die wortwörtliche Formulierung. Es ist nunmal kein Trick, bei dem ein Mitspieler ihm den Ball zuspielt, sondern eine Finte, um erneut in Ballbesitz zu bleiben.

    Also Gelb und idF auf der Torraumlinie und wenn die Gegner mental fit sind, dann sogar mit schneller Ausführung

    Dann müssten sie mental fitter sein, als der Schiedsrichter mit dem Einleiten der Disziplinarmaßnahme. 😉


    Aber ließ mal den Wortlaut des Regeltextes genau, wie du es sonst immer machst. Der Torhüter leitet zunächst sicherlich einen Trick ein, um die Doppelberührung zu umgehen, der Ball wird dann allerdings nicht zum Torhüter gespielt, da es nur ein Abpraller ist.

    Zur Abwechslung mal wieder eine Regelfrage:


    Der Torhüter führt einen Abstoß aus und kickt dabei den Ball einem ihm abgewandten, nahestehenden Mitspieler absichtlich mit geringem Impuls in die Waden, um den zurückspringenden Ball anschließend mit der Hand aufzunehmen.

    Sch…drauf, Geschlechtwechsel ist nur einmal im Jahr…


    Ab November darf nun jeder einmal im Jahr das Geschlecht wechseln. Details kenne ich nicht. Trotzdem stellt sich jetzt schon einmal die Frage, wie die Verbände damit umgehen.


    Muss es ab November dann ermöglicht werden „männlich gelesenen Personen“ in Damenmannschaften mitzuspielen?


    Kann sich der Sport über gesellschaftliche Regelungen hinwegsetzen?


    Es wird spannend.

    Hier wäre meines Erachtens eine klare Regelung "Hand über Schulter ist immer strafbar" sehr hilfreich und nachvollziehbar.

    Der Arm dient sicherlich dem Gleichgewicht. Für mich entscheidend, ob der Arm in einer erwarteten Flugbahn war oder ob er vollkommen unglücklich angeschossen wurde (z. B. vorletztes Euroleague-Spiel von Freiburg). Bei Hummels klar strafbar, wenn der Kontakt unwiderlegbar erkennbar wäre.

    Lange Rede kurzer Sinn, insbesondere international wird die Regel anders ausgelegt, als es der deutsche Regeltext hergibt. Vereinfacht wird es so gehandhabt:


    Wenn die Hand (gemeint ist auch der Arm) den Ball berührt, muss der Schiedsrichter maximal diese 4 Fragen beantworten:

    1. Wird unmittelbar ein Tor erzielt:ja, Handspiel. Nein, 2.
    2. War die Hand eng an Körper? ja, weiterspielen. Nein 3.
    3. Hatte der Spieler ausreichend Zeit (auch schon vor dem Schuss) die Hand wegzuziehen oder eng anzulegen? Ja, absichtliches Handspiel. Nein 4.
    4. Musste der Spieler damit rechnen an dieser Hand getroffen zu werden? Ja, unabsichtliches Handspiel. Nein, weiterspielen.

    Versuchen wir doch diesen Satz anders zu formulieren, ohne den Sinn zu verändern:


    „Eine unnatürliche Vergrösserung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung weder die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist noch mit dieser Körperbewegung gerechtfertigt werden kann.“


    b ist dabei immer die Erklärung des Gegenteils, die natürlichen Vergrößerung. Meint der Regelgeber in der originalen englischen Version 1. oder 2.?


    1a

    Eine unnatürliche Vergrößerung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung nicht die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist und mit dieser Körperbewegung nicht gerechtfertigt werden kann.


    1b

    Eine natürliche Vergrößerung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist oder mit dieser Körperbewegung gerechtfertigt werden kann.


    2a

    Eine unnatürliche Vergrößerung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung nicht die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist oder mit dieser Körperbewegung nicht gerechtfertigt werden kann.


    2b

    Eine natürliche Vergrößerung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist und mit dieser Körperbewegung gerechtfertigt werden kann.

    unnatürlichen" Handhaltungen

    Das Regelwerk kennt auch nur die „unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche“, die dann auch leider etwas schwammig erläutert wird. Und zwar so schwammig, dass international praktisch jeder abstehende Arm als strafbar bewertet wird und es bei uns etwas großzügiger ausgelegt wird.


    Allerdings kommt dann die Erklärung, dass der Spieler mit seiner Armhaltung das Risiko eingeht getroffen zu werden. Das impliziert schon eher nur Fahrlässigkeit. Und der Spieler muss die Möglichkeit gehabt haben, den Arm in natürlicher Art und Weise enger am Köper zu halten.

    Fällt Dir denn ein Beispiel ein, wie man mit unnatürlich vergrößerter Körperfläche unabsichtlich den Ball mit der Hand spielt (so dass der zweite Tatbestand überhaupt jemals greifen könnte)?

    Zunächst einmal ist jede unnatürliche Vergrößerung durch eine Armhaltung, die vor dem Schuss/Abspiel schon da war natürlich keine Absicht im Sinne des deutschen Strafrechts.


    Wenn der Schiedsrichter jetzt der Meinung ist, dass die Armhaltung vorsätzlich so gewählt wurde, weil der Spieler den Ball blocken möchte, egal ob es der Arm ist, dann ist absichtlich im Sinne der Regeln.


    Wenn er der Meinung ist, dass der Spieler nur fahrlässig gehandelt hat, dann ist es unabsichtlich. Der Spieler wollte das Handspiel zwar nicht, aber er hätte sich mehr Mühe geben können den Arm weiter anzulegen.


    Der Grad zwischen fahrlässig und vorsätzlich ist natürlich schwierig zu beurteilen. Wir kennen das bei Rasern, die einen Menschen totgefahren haben. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass man den klaren Vorsatz durch z. B. zwei weit abgespreizte Arme zum Blocken durchaus erkennen kann.


    Allerdings sind fast alle Hand-Elfmeter, an die ich mich in den letzten Monaten erinnern kann, tendenziell eher unabsichtlich im Sinne der Regeln.