Beiträge von Mark

    Es ändert sich wenig. Solange die zweite Gelbe Karte noch nicht gezeigt wurde, kann grundsätzlich auch für folgende Vergehen direkt Rot gezeigt werden. Für die anschließende Dauer der Sperre sollte es auch irrelevant sein, ob der Spieler wegen Gelbrot oder Direktrot vom Platz fliegt, wenn der SR alles ausführlich im Spielbericht vermerkt.

    Auf was ich hinaus möchte. Es gibt eine aktuelle Klarstellung vom IFAB, dass hierbei keine Verwarnung notwendig ist.


    According to the Laws of the Game, the substitute only enters the field of play:

    ➡ during a stoppage in play

    ➡ at the halfway line

    ➡ after the player being replaced has left

    ➡ after receiving a signal from the referee


    If the substitute enters the field before the team-mate has left, the substitute must go back and wait for the correct time to enter. No disciplinary sanction is needed (no yellow card).

    Bei einem Feldverweis werden die zuvor im selben Spiel gezeigten Gelben Karten sowieso nicht mehr für die Gelbsperreregelung mit berücksichtigt. Daher ergibt es keinen Sinn, einen Spieler vor dem Zeigen einer Glattroten Karte wegen eines anderen Vergehens noch zuerst die Gelbe Karte zu zeigen.


    Interessant ist das nur, wie man das bei der 10-Minuten-Strafe dann gerecht handhabt.

    Gilt diese Reduzierung denn für jedes verwarnungswürdige Vergehen? (genau darauf will ich nämlich hinaus)

    Es ist eigentlich keine echte Reduzierung. Die gibt es nur im Strafraum. Durch den Vorteil kann ein taktisches Foul nicht mehr geahndet werden, da die Unsportlichkeit nicht eingetreten ist.


    Und nein, das gilt nur für taktische Fouls, die selbst nicht rücksichtslos bzw. nur fahrlässig sind. Ein Halten wie Chiellini bei der EM muss auch bei Vorteil mindestens verwarnt werden.

    Es geht doch um die Situationen, bei denen ein Angreifer aus Sicht des SRA knapp im strafbaren Abseits steht, er aber nicht winkt, sondern den Angriff abwartet, damit der VAR bei einem vermeintlichen Torerfolg nich überprüfen kann. Im Amateurfußball würde man sofort unterbrechen.


    Wenn jetzt der Angriff abgeschlossen ist, wird in der Regel rückwirkend auf Abseits entschieden. Nur, wenn z. B. der Torhüter jetzt einen schnellen Angriff einleiten könnte, welchen Sinn hätte dann noch der Abseitspfiff und wäre Weiterspielen noch im Sinne der Vorteilregelung?

    Im ersten Schritt würde es schon reichen, wenn man im Regeltext nur zwei Wörter ändert:


    Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung, wenn:

    • er sich mit irgendeinem jedem Teil des Kopfs, des Rumpfs oder und der Beine in der gegnerischen Hälfte (ohne die Mittellinie) befindet und

    • er mit irgendeinem jedem Teil des Kopfs, des Rumpfs oder und der Beine der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Gegenspieler.


    Damit wäre natürlich ggf. der Zehnagel des vorletzten Gegenspieler entscheidend, allerdings hat der Angreifer jetzt ca. einen halben Meter Vorsprung und auf Abseits zu spielen wird noch riskanter.

    Natürlich käme man nicht aus allen Diskussionen heraus, aber ein paar Zentimeter und Milisekunden bei der Ballabgabe wären damit obsolet, zudem wäre das schon eine deutliche Erleichterung auch für die Alleinpfeifer, denn einen Spieler, der zehn Meter weiter ist, erkenne ich auch mit der Verspätung nach einer Drehbewegung des Kopfes; zudem gehen die Spieler durch die Einstufung als Unsportlichkeit mit der damit einhergehenden Verwarnung ein weitaus höheres Risiko ein.

    Wieso sollten 10 m Abseits dann unsportlich sein, wenn der Spieler z. B. nur sehr viel schnell reingelaufen ist, um am Spiel Teil zu nehmen und den Ball zugespielt bekommt?

    KozKalanndok Es könnten z. B. bei einem Freistoß 7 Angreifer auf der Torraumlinie eine Mauer bilden und dem Torhüter somit legal die Sicht versperren. Das wäre kein Behinderung aber trotzdem nicht wirklich im Geiste der Regel.

    Abseits im VAR-Zeitalter ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, insbesondere wenn der Assistent plötzlich rückwirkend Abseits anzeigt, während die Verteidiger gerade einen schnellen Gegenangriff einleiten wollen. Als ob die Angreifer einen Anspruch auf Abseits hätten.


    Abseits abzuschaffen bzw. als Unsportlichkeit zu „Subjektivieren“ sehe ich als sehr schwierig an.


    Manfred Wie möchtest du deinen Vorschlag genau textlich formulieren?


    Ich könnte mir hierbei (Brainstorming) auch eine Abseitslinie z. B. 22 m vor dem Tor vorstellen, die dann die „Redzone“ markiert und noch eine bei z. B. 37 m.


    Sobald die Angreifer den Ball über der Mittellinie kontrollieren oder dort der vorletzte Verteidiger steht, gibt es bis zur 37 m-Linie kein Abseits. Sobald die 37m-Linie überquert wird, geht das Ganze bis zur Redzone.


    Sobald die Angreifer den Ball in der „Redzone“ kontrolliert haben oder dort zwei Abwehrspieler stehen, ist Abseits komplett aufgehoben.


    Der SR bzw. SRA muss dann nur noch die Linien beobachten, während auch nur die Füße der Spieler maßgebend sind.


    Natürlich muss man sich Gedanken machen, wie man verhindert, dass der Torhüter durch mehrere Angreifer blockiert wird.

    Es wird doch im nächsten Satz konkretisiert:


    Zitat

    Eine unnatürliche Vergrösserung des Körpers liegt vor, wenn die Hand-/Armhaltung weder die Folge einer Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation ist noch mit dieser Körperbewegung gerechtfertigt werden kann. Mit einer solchen Hand-/Armhaltung geht der Spieler das Risiko ein, dass der Ball an seine Hand/seinen Arm springt und er dafür bestraft wird,

    Damit sollte doch klar sein, dass es kein magisches Handzeichen ist, das den Körper vergrößert. 8)

    Entscheidend ist nicht, was der DFB will, sondern was er tatsächlich veranlasst und dann auch konsequent insbesondere im TV-Unterhaltungs-Fußball umsetzt.


    Alles was im TV „Usus“ ist, wird im Amateurfußball gespiegelt und erwartet. Man kann zwar leider nicht verhindern, dass die von Schlagzeilen lebende Presse jede Fehlentscheidung zerlegt, allerdings kann man den Spielern bzw. Verantwortlichen einen gewissen „Maulkorb“ verpassen. Auch EX-Schiedsrichter müssen sich nicht permanent in den Vordergrund stellen und jede Entscheidung kommentieren.

    Nemata Du hast meine zwei letzen Beiträge nicht gelesen, wo ich den Unterschied zwischen „Tor“ und „Torchance“ erklärt habe.


    Nochmal: Ist der Torschuss abgeschlossen, ist auch die Torchance des Schützen abgeschlossen und kann nicht mehr verhindert werden, auch wenn er anschließend gefoult oder der Ball abgewehrt wird.


    Jetzt kann nur noch ein Tor verhindert werden. Es gibt keinen weiteren Hinweis mehr wie hoch die Wahrscheinlichkeit dabei sein muss. Es liegt nur noch im Ermessen des Schiedsrichters, ob die Flugbahn und Geschwindigkeit des Balles keine andere Möglichkeit mehr zulassen, als dass sich der Ball ohne das Handspiel (oder Wurfvergehen) zweifellos ins Tor bewegt hätte.


    Je weiter der Torschuss und das Handspiel vom Tor entfernt sind und je näher weitere Abwehrspieler sich in der Nähe des Tores befinden, umso weniger kann man von einer Torverhinderung sprechen. Auch wenn der schlechteste Torwart der Liga zwischen Handspiel und Torlinie steht, wird in der Regel kein Tor mehr verhindert.


    Aber nochmal, es liegt im Ermessen des Schiedsrichters das zu beurteilen und selbst für den VAR wäre es sehr schwer im Falle einer Roten Karte dann nachzuweisen, dass der Ball möglicherweise nicht ins Tor gegangen wäre. Mir geht es nur darum verstehen zu geben, dass du dir sicher sein musst, dass ein Tor und nicht nur ein wahrscheinliches Tor verhindert wurde.


    Wenn du allerdings jetzt für dich festlegst, dass du nur dann kein Rot gibst, wenn du dir absolut sicher bist, dass der Ball nicht ins Tor geht, dann handelst du meines Erachtens nicht im Sinne der Regel und wie ich es bei Lehrabenden verstanden habe.

    Ich denke, dass der originale Text keine zwei Interpretationen ermöglicht:


    denying the opposing team a goal or an obvious goal-scoring opportunity


    Der Begriff „Torchance“ steht nicht für die stochastische Wahrscheinlichkeit, dass der Ball aufgrund seiner Flugbahn im Tor landet, sondern für die Gelegenheit eines Spielers den Ball durch Spielen mit einem Körperteil außer der Hand/Arm ins Tor zu befördern,


    Ansonsten würde „Verhindern eines Tores“ als zusätzlicher Tatbestand überflüssig sein, wenn schon die „Verhinderung einer hohen Wahrscheinlichkeit eines Tores“ für den Feldverweis ausreicht.

    Manfred , wir sind jetzt wieder im Ermessensbereich. Die Regel ist grundsätzlich klar und alles andere bedarf der Auslegung durch das IFAB, die Verbände und letztendlich dem Kollegen auf’m Platz.


    „Verhindern einer klaren Torchance“ bedeutet, dass einem Angreifer die Möglichkeit genommen wird, überhaupt auf das Tor zu schießen oder er dabei wesentlich behindert wird. Es liegt somit noch kein kontrollierter Torschuss vor.


    Der Strafstoß wird als Wiederherstellung einer klaren Torchance definiert. Die Trefferquote liegt bei ca. 75-80 %. Das ist schon einmal ein statistischer Anhaltspunkt wie hoch die Chance für „klar“ oder „offensichtlich“ sein muss. Eben nicht die ominöse 100%ige und wahrscheinlich auch keine nur 50%ige.


    Beim „Verhindern eines Tors“ muss der Torschuss logischerweise abgeschlossen sein (und kein anderer Angreifer darf noch eine ca. 75%ige Chance haben den Ball danach ins Tor zu treffen)*. Eine mathematische Definition hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit gibt es nicht. Allerdings lässt das Weglassen eines auslegungsbedürftigen Attributs den Rückschluss zu, dass der Ball (aus Sicht des Schiedsrichters) ohne den Regelverstoß zu 100% ins Tor gegangen wäre. Berechtigte Zweifel, wie „könnte noch an den Pfosten“ oder „ein anderer Spieler im Bereich des Tores könnte den Ball noch abwehren“ sollten als Ausschlusskriterium für den Feldverweis gelten.


    Daher stimme ich deiner Meinung nicht zu, wenn du einen Spieler des Feldes verweist, der einen Schuss, der nur mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ins Tor gegangen wäre, mit der Hand abwehrt.


    * Dann wäre es ggf. noch „Verhinderung einer klaren Torchance“ falls die Flugbahn des Balles nicht eindeutig ins Tor führt.

    Habe ich Zweifel, wo der Ball bei einem Torschuss hingeht (Er geht nicht offensichtlich vorbei), dann liegt für mich eine klare Torchance vor und ich würde auf FAD entscheiden

    Und das schreibst du dann auch so sinngemäß in den Bericht?

    „Feldverweis für Nr. 5 wegen Handspiel bei einem Torschuss, bei dem ich Zweifel hatte, ob er eventuell doch nicht ins Tor gegangen wäre.“