Beiträge von Mark

    Sehe ich ähnlich. Wir diskutieren doch über eine Ausnahmesituation, wo alle Beteiligten ohnehin zunächst einen Pfiff erwarten. Nach dem Verteilen diverser Karten muss das Spiel dann halt irgendwie fortgesetzt werden. Und das geht eben nur mit einer Mannschaft in Form eines FS oder StS.


    In der Praxis lösen wir derartige Situationen natürlich pragmatischer. Dann haben wir entweder eine zeitliche Unterscheidung wahrgenommen oder einer hat schlichtweg nicht gegen die Regeln verstoßen.


    Und ich werde garantiert niemals einem Spieler einen Vorteil gewähren und in der nächsten Unterbrechung verwarnen.

    Manfred Ich kann deine Argumentation gut nachvollziehen und verstehe sie auch. Vielleicht stimmt sie sogar, ich halte sie nur für falsch.


    Meine Sichtweise ist ebenfalls logisch und entspricht dem Geist der Regel. Ein Regelverstoß wird nicht durch einen härteren des Gegners plötzlich eliminiert.


    Das Regelwerk ist hier nicht 100 % eindeutig, sonst würde ich dir zustimmen und Bedarf einer offiziellen Auslegung ob oder unter welchen Voraussetzungen der SR trotz Regelverstoß auf Vorteil entscheiden darf.


    Der ursprünglichen Fragestellung leite ich ab, dass beide Spieler rücksichtslos in den Zweikampf gegangen sind. Es kann unmöglich die Gelbe Karte für den Bevorteilten erst in der nächsten Unterbrechung geben.


    Da bisher noch keiner der Lehrwarte geantwortet hat, scheint die Antwort so eindeutig ja nicht zu sein.

    Manfred Und meines Erachtens ist deine Schlussfolgerung falsch und spricht nicht für ein sinnhaftes Regel- Spielverständnis.😉


    Und hier die passende Regelfrage: Der Stürmer erzielt absichtlich mit der Hand ein Tor. Bei der Berührung wird er allerdings gleichzeitig brutal mit dem Ellenbogen durch den Torwart am Kopf getroffen. Tor, Strafstoß oder Freistoß?


    Wenn beide Mannschaften offenkundig gleichzeitig gegen die Regeln verstoßen, wird unterbrochen. Wir kommen ohne offizielle Auslegung nicht weiter.


    Für den Fragesteller sollte jedoch beim Weiterspielen grundsätzlich klar sein, dass er es niemals mit „beide, weiter“ begründen darf.

    Manfred Hast du dafür eine offizielle Quelle? Ansonsten sind hier meine Argumente dagegen:


    1. „das Spiel bei einem Vergehen weiterlaufen zu lassen, sofern das Team, das das Vergehen nicht begangen hat,“

    setzt doch schon voraus, dass nur ein Team gegen die Regeln verstößt.


    2. Wenn auch nur den Bruchteil einer Sekunde der SR einen zeitlichen Unterschied wahrnimmt, ist die Unterbrechung alternativlos. Oder würdest du trotzdem weiterspielen lassen, wenn der Gefaulte noch bevor du offiziell auf Vorteil entscheidest, selbst gegen die Regeln verstößt?


    3. „bei mehreren gleichzeitigen Vergehen das schwerste Vergehen hinsichtlich Sanktion, Spielfortsetzung, physischer Härte und taktischer Auswirkungen zu ahnden,“
    Vorteil zu geben ist kein Ahnden.


    Logisch gedacht: Wenn beide Teams gegen die Regeln verstoßen, musste das Spiel schon immer unterbrochen werden. Dem SR wurde für den Sonderfall nur der SR erspart, der bis vor kurzem noch einem Bulli glich. Jetzt gibt es eben nur objektive Kriterien für den fälligen Freistoß, der bei minimalen Zeitunterschied ohnehin gegeben wird.


    Aber letztendlich „erkennt der gute Schiedsrichter immer einen zeitlichen Unterschied.“ So wurde es uns damals noch beigebracht. ;)

    „Beide, weiter“ gibt es nicht. Entweder du erkennst kein Foulspiel, also normaler Körperkontakt, oder nur ein Foulspiel desjenigen, der den Ball nicht spielt und kannst auf Vorteil entscheiden.


    Wenn du aber eine Vergehen beider Spieler wahrnimmst, musst du unterbrechen und gemäß Regel 5.3 verfahren. Zwei Foulspiele heben sich nicht auf.


    Manchmal musst du im Sinne der Regeln eben auch eine Mannschaft benachteiligen. Und Regel 5.3 gibt dir gute Argumente das zu begründen.


    PS: wir hatten schon die Diskussion, ob man für den weniger hart Foulenden Vorteil laufen lassen darf. Ich bin jedoch der Meinung, dass das nicht möglich ist. Wenn beide gegen die Regeln verstoßen, muss das Spiel unterbrochen werden.

    Allgemein lässt sich das streng nach den Regeln nur so beantworten:


    Hinsichtlich der persönlichen Strafe ist ausschließlich entscheidend, wer rücksichtslos oder gar übermäßig hart in den Zweikampf gegangen ist. Ggf. bekommen auch beide Gelb oder Rot.


    Für die Spielfortsetzung ist zunächst entscheidend, wer zuerst getroffen hat.


    Wenn nur einer klar den Ball spielt, dann war das Foulspiel des anderen natürlich etwas früher. ;)


    Ist das im Kopfkino nicht nicht erkennbar bzw. als gleichzeitig bewertet hilft Regel 5.3 weiter:


    „bei mehreren gleichzeitigen Vergehen das schwerste Vergehen hinsichtlich Sanktion, Spielfortsetzung, physischer Härte und taktischer Auswirkungen zu ahnden,“


    Wenn z. B. beide rücksichtslos eingestiegen sind, dann gibt es auch Ben dF für die Angreifer bzw. Strafstoß.

    Das scheint eine Regelfrage Marke Eigenbau zu sein. Es fehlt zunächst die Angabe, wer überhaupt den Freistoß bekommt. Aber egal.


    Dann kann es sich unmöglich um eine zu schnelle Ausführung handeln, da der SR nach Gelb zwingend anpfeifen muss und daher genügend Zeit hatte, den Arm zu heben. In einer derartigen Situation kann es nur Wdh geben.

    @ Stefan Dann muss man aber auch auch den entscheidenden Absatz davor mit einbeziehen, wo ganz klar von einer absichtlichen Torabwehrverhinderungsaktion (deliberately saved) die Rede ist. Und eine absichtliche Torabwehrverhinderungsaktion mit der Hand wäre damit wieder ein Handspielvergehen nach Regel 12.


    Was Nr. 23 wahrscheinlich meint, ist ein unabsichtliches Berühren des Balles mit der Hand beim Versuch den Ball mit einem anderen Körperteil zu spielen oder zu blocken. Damit sind wir jedoch bei „von einem Gegner zurückprallt“ und damit idF.


    „Unabsichtlich mit der Hand abwehren“ ist ein regeltechnisches Oxymoron. ;)

    Manfred

    So ist es. Entschlackung: Mit Schmunzeln habe ich z. B in 17.2 gelesen, dass der den Eckstoß ausführende TW keinen Strafstoß verursachen kann, wenn er den Ball ein zweites Mal spielt. Ich hab bisher immer Strafstoß gegeben. :ironie:

    Nein, dann bewerten wir das als Abpraller und es gibt idF.


    Die unabsichtliche Ballberührung eines Abwehrspielers ist nicht mit einer unmittelbaren Torerzielung eines Angreifers vergleichbar.

    KozKalanndok

    Du hast in deiner ausführlichen Beschreibung noch folgenden Fall mit allen Varianten vergessen:


    Ein Spieler spielt den Ball gezielt zu einem anderen Feldspieler, der den Ball jedoch plötzlich unberührt dem Torhüter überlässt…


    Was ich damit sagen möchte: Der reine Regeltext ist leider nicht immer so eindeutig und erschöpfend, wie man es sich erhofft und Bedarf offizieller Auslegungen, die leider ebenfalls nicht in einer regelmäßig aktualisierten Quelle nachzulesen sind.



    Ich glaube, dass der Fragesteller nach dem expliziten Hinweis in Regel 12 sucht, dass auch nur eine minimale, unabsichtliche Ballberührung eines Angreifers den Rückpass aufhebt.


    Diese Textpassage gibt es tatsächlich nicht. Verwirrend kommt möglicherweise hinzu, dass nur beim Einwurf noch „direkt zugespielt“ steht. Das suggeriert, dass das beim Zuspiel mit dem Fuß nicht erforderlich sein könnte.


    Leider sind die Regeln nicht immer sprachlich eindeutig formuliert. Hier gilt wie so oft: Isso.

    Ein auf der Linie stehender Abwehrspieler wehrt einen Torschuss mit der Hand ab, der zu einem Angreifer gelangt, der zum Zeitpunkt des Torschusses nur noch diesen Abwehrspieler vor hatte, ihn aber nicht beeinflusste. Noch bevor der Schiedsrichter pfeift, schießt dieser Angreifer den Ball ins Tor.

    Wo steht „auf dem Spielfeld“?


    Der Begriff „Spieler“ ist definiert und schließt dessen Standort außerhalb des Spielfeldes nicht aus.


    Ein Spieler, der aus taktischen oder formalen Gründen das Spielfeld kurzfristig verlässt oder verlassen muss, kann nicht zum Spielabbruch führen.


    Anderes Beispiel: Wenn die 7er Mannschaft einen Einwurf hat, muss der SR darauf bestehen, dass der Ausführende dann immer auf der Linie steht? Denn wirft er von außerhalb ein, wären sie zum Zeitpunkt der Spielfortsetzung ja zu sechst. Das wäre nach euerer Logik aber ebenfalls nicht zulässig.;)

    Zu diesem rein theoretischen muss ich auch noch meinen Senf zugeben.


    Ganz wortwörtlich betrachtet schreibt Regel 3.1 nur vor, dass jede Mannschaft mindestens 7 Spieler aufweisen muss. Dort steht nicht, dass sich alle auf dem Spielfeld befinden müssen.


    Demnach spricht formal nichts dagegen, wenn sich ein Spieler, der die Erlaubnis des SR zum Wiederbetreten benötigt, diese erst kurz nach der Spielfortsetzung erhält. 😉

    Manfred


    Der „Paragraf 144“ ist eigentlich überflüssig, denn die eng angelegte Körperfläche nicht vergrößernde (Schutz-)Hand ist nach gängiger Auslegung auch im Herrenfußball erlaubt (die Diskussionen mit Quellenangaben aus der SZ hatten wir schon).


    Formal dürfen nach dieser Formulierung die Damen ihre Brust trotzdem nicht schützen, wenn sie z. B. einen Ball mit derselben stoppen möchten, insbesondere wenn sie sich mit der geschützten Brust nur leicht Richtung Ball bewegen.