Beiträge von KozKalanndok

    Hier sind die Wettbewerbsregeln bindend, und das sind die Spielordnung für die jeweilige Liga oder Wettbewerb sowie die dazu gehörigen Durchführungsbestimmungen.

    Natürlich sind die bindend. Und was schreiben die vor bei einem Spieler ohne (oder mit falscher) Rückennummer?

    Zu meiner aktiven Zeit waren Rückennummern zwar auch schön vorgeschrieben, aber nirgendwo waren irgendwelche Sanktionen bei Verstößen beschrieben, so dass Verstöße mangels Regelgrundlage einfach nicht vom SR sanktioniert werden konnten.

    Ok...da verlassen wir aber den Bereich der Regeln und kommen an den Punkt, wo doch bestimmt in den Ausführungsbestimmungen ausgeführt ist, welche Ausführungen ein Schiedsrichter zu Unternehmen hat, wenn die Ausführungsbestimmungen nicht ausgeführt werden :)

    Falls das wider erwarten dort vergessen wurde, sind wir was Sanktionierungen angeht doch wieder nur im Bereich der Regeln und dort ist es nicht verboten ohne Rückennummer zu spielen.

    Mit den Schienbeinschonern muss man sich (oder vielleicht auch den Spieler, der das machen will) doch einfach mal fragen, was er sich denn davon erhofft, ohne Schienbeinschoner zu schießen.


    Wenn dann sowas kommt wie "die stören ein bisschen", dann sind wir an dem Punkt, an dem er sich durch Weglassen von vorgeschriebener Ausrüstung einen Vorteil verschaffen will und dann bleiben sie erst Recht an.

    Dafür muss ich mir als SR vom Kammer-Vorsitzenden auch noch anhören:
    In der 88. Spielminute hättest du auch einfach noch Abpfeifen können.

    Hat Dir der Vorsitzende ernsthaft nahegelegt, eine derartige Situation anstatt mit einem Abbruch stattdessen mit einem Regelverstoß aufzulösen? Das würde ich doch versuchen eine oder zwei Ebenen nach oben zu eskalieren (gibt es denn ein Wortprotokoll der Verhandlung?). Sowas von einem Sportrichter...das geht gar nicht.


    Ich hoffe Du hast wenigstens Rückendeckung von Deinen SR-Kollegen und Deinem Obmann.

    Und mit Rückendeckung meine ich nicht "ja, die sind halt alle doof, wir fühlen mit Dir aber da kann man nix machen" sondern eher konkrete Maßnahmen in Richtung "wenn bei tätlichen Angriffen gegen einen SR mangels Zeugen keine Strafen verhängt werden können, dann besetzen die Spiele vollständig gemäß Regelwerk oder ihr könnt Euch Eure Schiedsrichter woanders suchen"

    Was mich z. B. nervt ist das Freistoßritual mit Diskussionen und Mauerstellen.

    Da gibt's eigentlich nichts zu diskutieren.

    Mauerstellen ist optional. Einfach schnell Ball freigeben, wenn die Mauer dann zu nah stand, zurückpfeifen, etcpp...


    Nur wenn der ausführende Spieler es einfordert den Mauerabstand vorab zu kontrollieren sollte das Rasierschaum-Ritual (unter Anhalten der Uhr) losgehen.

    Ich denke halt es ist weniger eine Zusatzbelastung als eine Umstellung (ja, zugegeben mit etwas mehr Aufwand).

    Nach Sonnenuhr pfeifen geht mit Nettospielzeit ja ohnehin nicht mehr, mit einfacher Armbanduhr wird es in der Tat extrem aufwändig.

    Ich gehe daher davon aus, dass es dafür dann ein spezialisiertes Werkzeug geben wird.


    Das Piepsen muss ja kein Piepsen sein sondern könnte eine Vibration sein, die ein außenstehender gar nicht wahrnimmt (zumal der Stürmer im Beispiel bei Nettospielzeit nunmal leider abgepfiffen gehört).

    Eine angehaltene Uhr könnte eine regelmäßige Vibration geben.

    Bei der Nettospielzeit hingegen sehe ich es schon so, dass es einen Zeitnehmer bräuchte, denn das ist eine nicht unerhebliche Zusatzbelastung für den SR

    Ohne dass ich das in meiner aktiven Zeit selbst mal gemacht hätte, sehe ich bei Nettospielzeit nehmen gar keine so große Mehrbelastung.

    Uhr mit Piepser auf 30 Minuten stellen, bei jedem Mal "Ball aus dem Spiel" Knopf drücken und bei jeder Spielfortsetzung nochmal drücken und wenn's piepst ist das Spiel zu Ende.

    Übrigens hat Manfred hier noch (vielleicht unabsichtlich) ein anderes Problem angesprochen:


    Ein taktisches Foul in der 60. Spielminute wird mit Gelb und 5 Minuten Zeitstrafe bestraft.

    Das gleiche taktische Foul in der 89. Spielminute wird jedoch nur mit Gelb und 1 Minute Zeitstrafe bestraft (Nettospielzeit!).


    Und eine andere Frage, die sich mir stellt:

    Wenn ein AW-Spieler zu früh reinläuft, bekommt er Gelb, muss wieder vom Feld, wartet bis der auszuwechselnde Spieler runter ist und kommt dann rein.

    5 Minuten Strafe kann es ja aber eigentlich nur für Spieler geben. Heisst also eigentich dass der auszuwechselnde geht runter und der neue darf trotz Gelb sofort drauf. Oder muss der erstmal 5 Minuten Bankdrücken? Was wäre dann aber mit AW-Spielern, die Gelb sehen ohne dass sie eingewechselt werden?


    Um die 7-Mann-Regelung zu Umgehen hätte ich aber einen anderen Vorschlag:

    Für jede gelbe Karte, die eine Mannschaft sieht, darf die andere für 5 Minuten mit einem Mann mehr spielen (Powerplay)

    Verantwortlich für die Zeitnahme ist der Spielführer Trainer (Spielführer hat ja keine Uhr), wenn ein Powerplay-Spieler auch nur 1 Sekunde nach seiner Powerplay-Zeit noch drauf ist, bekommt der Spielführer Trainer Gelb (und dadurch auch 5 Minuten PP für die andere Mannschaft)...natürlich zusammen mit allem anderen was unter "zuviele Spieler auf dem Feld" einhergeht.

    Losdribbeln muss man wirklich testen. Es werden dann definitiv die unsäglichen Diskussion „war doch nix“ wegfallen.

    Also ich stelle mir unter "losdrbbeln erlaubt" vor allem vor, dass damit die Doppelberührung nach einem Freistoß. Also der Ball muss schon ruhig am richtigen Ort liegen.

    Die Frage ist halt nor bei Freistoß oder auch bei den anderen Spielfortsetzungen (Eckstoß, Strafstoß, Anstoß, Einwurf (niederländisch). Abstoß)

    Alle Gedankenspiele der Selbstgefährdung durch z. B den Torpfosten sind für mich abstrus.

    Warum genau hälst Du die für abstrus?

    Die Regel spricht eindeutig davon, dass auch eine Selbstgefährdung beim Versuch den den Ball zu spielen ein gefährliches Spiel darstellt (mit zwei Ausnahmen: Fallrückzieher und Scherenschläge).


    Zitat: Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Versuch den Ball zu spielen, durch die jemand verletzt werden könnte (einschließlich des Spielers, der die Aktion begeht) [...]

    wenn es bei einem mindestens rücksichtslosen Tackling keinen Kontakt gibt

    Du hast aber weder rücksichtsloses Tackling (gegen den Gegner gerichtet) noch ein versuchtes rücksichtsloses Tackling, sondern lediglich einen Kampf um den Ball ohne Kontakt beschrieben.

    Mein Kopfkino hat die Situationsbeschreibung nicht als Tackling wahrgenommen sondern lediglich einen Kampf um den Ball ohne Kontakt. Ich denke Du stimmst mir zu, dass damit meine Entscheidung hier richtig ist.

    Wenn Dein Kopfkino das als versuchtes rücksichtsloses Tackling wahrnimmt, dann ist natürlich dF und Gelb richtig (und meine Entscheidung falsch). Worauf ich hier aber raus will: Was genau vorliegt (und vor allem wo genau die Grenze ist) unterliegt hier der unanfechtbaren Wahrnehmung des Schiedsrichters und diese Grenze können wir hier wohl selbst mit der detailiertesten Beschreibung nicht exakt ziehen.

    dF: Gar nicht.

    idF: Wenn der Gegner aus Angst vor einer Verletzung den Kampf um den Ball abgebrochen hat.

    Weiterspielen: In allen anderen Fällen. (weil es nicht beim Versuch den Ball zu spielen geblieben ist sondern der Ball gespielt wurde...von dieser Regelung entstammt der Zuruf "Schiri, das war Ball gespielt")


    Und ergänzend:

    Wenn der Gegner den Zweikampf annimmt und ihm dabei das Bein vom Körper abgetrennt wird sind wir bei Krankenwagen, Karriereende, Knallrot und dF.

    Was ist daran so schwer?

    Eine gefährliche Aktion ist genau dann kein gefährliches Spiel, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:


    - Es geschieht nicht beim Versuch den Ball zu spielen (in der Regel zwingende Bedingung)

    - Es tritt tatsächlich eine Verletzung ein (die Regel greift, wenn sich jemand verletzen könnte (im englischen Regelwerk: ...threatens injury...). Wenn sich jemand verletzt hat, dann ist es kein "threat" mehr. In dem Fall ist aber meist etwas anderes strafbar)

    - Der ausführenden Spieler gefährdet bei der Ausführung eines Fallrückziehers oder Scherenschlags ausschließlich Spieler seiner eigenen Mannschaft (Spezialregelung zu Fallrückziehern schlägt die Allgemeinregelung zu gefährlichem Spiel)


    Beispiele (übertrieben, aber nach Regeltext nicht falsch)

    Beispiel 1: Ein Spieler schlägt sich vor Wut vorsätzlich selbst den Kopf an den Torpfosten -> Kein GeSp, aber respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel. Weiterspielen und Gelb in der nächsten Spielunterbrechung.

    Beispiel 2: Ein Spieler steigt auf der Torlinie am Torpfosten stehend zum Kopfball hoch um eine knapp geschossene Bananenflanke nur wenige mm neben dem Torpfosten abzuweheren -> GeSp, wegen Risiko der Kopfverletzung. IdF auf Torraumlinie

    Beispiel 3: Ein Spieler steigt auf der Torlinie am Torpfosten stehend zum Kopfball hoch um eine knapp geschossene Bananenflanke nur wenige mm neben dem Torpfosten abzuweheren, trifft aber den Torpfosten und bleibt bewusstlos auf dem Boden liegen -> kein GeSp, weil die Verletzung eingetreten ist. Aber sofortige Unterbrechnung, Behandlung und SRB.

    Beiispiel 4: Ein Spieler versucht einen Torschuss mittels Fallrückzieher nur wenige mm neben dem Torpfosten abzuwehren und sein Torwart ist in unmittelbarer Nähe -> kein GeSp, weil nur Selbstgefährdung bei Fallrückzieher. Weiterspielen.