Beiträge von Manfred

    Mark - macht nichts, Sinn und Zweck ist es ja, dass wir uns mit den Regeln beschäftigen, unterschiedliche Aspekte können da nur helfen ...


    Mein Auslöser war die DFB-Anweisung Nr. 3 zur Regel 7 - ein eher unbekanntes Wesen:

    Zitat

    3. Will der Schiedsrichter Zeit nachspielen lassen, so hat er diese in der letzten Minute der jeweiligen Spielzeithälfte für alle Beteiligten deutlich sichtbar anzuzeigen (sofern kein Vierter Offizieller nominiert ist).


    Da ich mal davon ausgehe, dass die allermeisten Forenteilnehmer keinen 4. Offiziellen haben, müssen wir die Nachspielzeit also selbst anzeigen. Spannend ist jetzt aber folgendes Detail: Dass die 3 Minuten nachzuspielen sind - klar wie Kloßbrühe. Aber: Wann beginnen die 3 Minuten? Pragmatisch ist das klar, wir spielen eben nur eine Minute nach, passt dann schon. Aber regeltechnisch ist mir nicht klar, ob unsere Tatsachenentscheidung der Spielzeit bedeutet, dass in der 92. Minute die 90 Minuten um sind und dann die Nachspielzeit beginnt oder ob die Nachspielzeit eben im Moment der Feststellung schon seit zwei Minuten läuft. Solange nichts passiert, was im Spielbericht eingetragen werden muss, ist das Banane, aber rein nach dem Buchstaben der Regel haben wir damit einen Regelverstoß begangen.


    Entscheidend ist für die Punktvergabe ist, dass wir wahlweise die verbleibende Nachspielzeit den Spielführern mündlich mitteilen oder eben nur noch eine Minute Nachspielzeit anzeigen.

    Wir befinden uns in der Schlussphase eines packenden und von vielen keinen Nickligkeiten geprägten Spiels, der Schiedsrichter hat alle Hände voll zu tun. Bedingt durch einige Verletzungen sind drei Minuten nachzuspielen. Auf die Frage eines Kapitäns, wie lange noch zu spielen sei, stellt der Schiedsrichter fest, dass man sich bereits in der 92. Minute befindet. Wie ist die Sache regeltechnisch zu beurteilen und was hat der Schiedsrichter zu tun?

    Zugegeben, die Aufgabe war jetzt nicht so schwer ...


    KozKalanndok Die "Mischform" ist jetzt nicht so schwierig, man darf eckige Pfosten beispielsweise mit einer runden Latte kombinieren.


    Mark Heute habe es sogar gleich zwei Haken: Der alles andere als eindeutig formulierte Passus zu den Netzen - womöglich liegt hier wieder ein Übersetzungsfehler - denn nach dem deutschen Wortlaut sind Netze gar nicht zwingend vorgeschrieben, man spricht nur davon, wie die befestigt werden können ...


    Der zweite Haken ist die herrlich zweideutige Ausführung zur Sicherheit der Tore:

    Zitat

    Sicherheit

    Tore (einschließlich tragbarer Tore) müssen fest im Boden verankert sein.


    Zusätzliche Erläuterungen des DFB

    Zur Vermeidung von Unfällen sind mobile Tore (Klein- und Großfeldtore) so zu sichern, dass ein Umstürzen der Tore in jedem Fall ausgeschlossen werden kann.

    Merke: Rein regeltechnisch sind die beliebten mobilen Tore samt Gegengewichten oder schwerer Ausführung gar nicht zulässig.

    Ich könnte gerade :kotz - also wieder mal einer der Fälle, die uns letztes Jahr auch schon aufgestoßen sind, in denen der deutsche und sehr eindeutige Text vom englischen Original abweicht ... Aber Hand aufs Herz: Wer liest schon den englischen Text?

    Dann fange ich mal mit dem einfacheren Teil an:
    Wir reden hier über einen "Eingriff" von außen, der das Spiel auch beeinflusst, damit ist die Unterbrechung und der SR-Ball klar. Das alleine entscheidet über die Punktevergabe.


    Kommen wir nun zum schwierigeren Teil:
    Eine Ladung angetauter Nassschnee stellt für mich keine grundsätzliche Gefahr dar, aber das wäre sicher im Einzelfall anhand der tatsächlichen Konsistenz vor Ort individuell zu überprüfen, da kann es also keine generelle Antwort geben. Daraus folgt auch, dass es keineswegs zwingend weiterer Maßnahmen bedarf und das Spiel auch nicht unbedingt für längere Zeit zu unterbrechen ist, da unterscheiden sich die Fußball- und die Hallenhalma-Fraktion ... 8o


    Wirklich abwegig - wenn auch nicht mit Auswirkung auf die Punktevergabe - ist aber die Vorstellung, dass in Deutschland wegen eines Fußballspieles ein Heli zum Einsatz käme ...

    Okay, jetzt mache ich mal mein Kopfkino transparent:

    Die Lösung kann nur Wiederholung - da ist definitiv ein Angreifer zu früh in den Strafraum gelaufen, das ist eindeutig - und Verwarnung lauten, Berger hat die korrekte Regelpassage schon zitiert:

    Zitat

    Läuft ein Spieler in den Strafraum, bevor der Ball im Spiel ist, und foult er einen Gegner oder wird er selbst gefoult, wird der Abstoß wiederholt und der Täter je nach Art des Vergehens verwarnt oder des Feldes verwiesen.

    Warum eine zwingende Verwarnung:
    Was sagte noch einmal die Beschreibung der Situation?

    Zitat

    Der Verteidiger C, der überhaupt nicht involviert ist und mehrere Meter vom Ball entfernt ist


    Damit war klar, dass hier kein Kampf um den Ball stattfindet, denn ein nicht involvierter Spieler mehrere Meter vom Ball entfernt, deutlicher kann man nicht signalisieren, dass der im wahrsten Sinne des Wortes Unbeteiligter ist. Und diesen Spieler zu rammen ist, da ein regelkonformer Zweikampf hier nicht stattfinden kann ( mfs67227 Das ist m.E. das entscheidende Detail), aus meiner Sicht ein Foul, welches hier ( Mark Da ist der gesuchte Haken, denn hier führt auch ein einfaches Foul zur Pflichtverwarnung) eben zwingend mit einer Verwarnung zu ahnden ist, auch wenn das Foul an sich womöglich nicht verwarnungswürdig ist.


    Wenn jemand ob des Begriffes "rammen" zur Verwarnung oder gar Roten Karte kommt, für die Punktwertung nachrangig, aber auf eine Verwarnung zu verzichten kommt aus den dargelegten Gründen m.E. nicht in Betracht. Bevor ich da aber endgültig über die Punktevergabe entscheide, stelle ich meine Lösung zur Diskussion.

    Besondere Brisanz hat jedoch der Umstand (ich spinne den Gedanken von Berger weiter) das der Fragesteller es offen lässt wann der Ball vertauscht wurde.

    Und genau das ist der Grundansatz meiner Überlegung gewesen: Wir haben schlicht keine Ahnung, seit wann mit dieser zu leichten Pille bereits gespielt wurde, ebenso wie offen ist, wie viele und welche Spielfortsetzungen es damit womöglich schon gab - und damit scheidet die Wiederholung aus, weil schlicht nicht klar ist, was zu wiederholen wäre. Zu Ende gesponnen: Womöglich war der Ball schon vorher mal im Spiel, wurde irgendwo in die Pampas gedroschen und kam dann nach dem nächsten "Ballverlust" wieder zum Einsatz.

    Überprüfst Du jedesmal vor einem Einwurf den Ball wenn dieser aus der Botanik geholt werden musste?

    Und dieser Moment ist noch weit dramatischer, damit würde jede schnelle Spielfortsetzung unmöglich, sobald der Ball auch nur das Blickfeld des Schiedsrichters verlassen hat. Man dürfte unter strenger Auslegung nicht mal einen Wechsel notieren, sich über die Stellung der Spieler oder um kleinere Konflikte von Spielern oder Verletzte kümmern etc., da könnte ja jemand den Ball vertauscht haben, ergo müsste ich den jedes Mal kommen lassen und prüfen - okay, dann geht unter einer Viertelstunde Nachspielzeit gar nichts mehr und der Spielcharakter würde sich nachhaltig ändern.

    Passend zur Wetterlage ... Über Nacht hat es geschneit, die "Pampe" ist im Begriff zu tauen. Der Heimverein hat es irgendwie geschafft, den Platz spielfähig zu bekommen, ergo pfeift der Schiedsrichter das Spiel an. Nach einer Viertelstunde fällt von der den Platz überspannenden Hochspannungsleitung (das ist nicht erfunden, so einen Platz kenne ich tatsächlich) ein dicker Klumpen angetauter Schnee auf den Platz und verhindert so, dass der langsam auf das Tor zurollende Ball noch in selbiges gelangt. Was tut der Schiedsrichter?

    Punkte in Flensburg

    Damit kann ich leider nicht dienen - aber sollte ich mal in die Verlegenheit kommen, werde ich an Dich denken ... :P


    KozKalanndok
    Sorry, aber das ist eine Lösung, die ich, wie unser Jura-Prof das immer nannte, für abwegig halte. Alle Welt hat den Ball als Ball wahrgenommen, selbst der Ball, der "platt" ist, erfüllt immer noch die Eigenschaften eines Balles, er ist nur eben nicht mehr regelkonform.

    Vorab:
    Einen Extrapunkt für Ente , der referenziert sich auf die Regeln und bringt einen wichtigen Aspekt ins Spiel, auf noch einzugehen sein wird. gebi, Du kannst leider keine Punkte bekommen - ohne Spielfortsetzung sind Fragen immer falsch beantwortet.


    Nun zum Inhalt:
    Tatsächlich ist ein solcher Fall nicht explizit geregelt, wir kommen also nicht umhin zu schauen, welche Anhaltspunkte uns das Regelwerk gibt, damit wir so etwas im Sinne des Fußballs regeln können.

    All das hilft uns nicht wirklich weiter, denn das ist eingehalten - und hier komme ich auf Ente zurück: Ein Ball, der jetzt noch 290 g wiegt, kann nach vernünftiger Betrachtung die vorgeschriebenen Gewichte zu Beginn des Spiels nicht gehabt haben. Die Regelung der Mindestgewichte stammt aus einer Zeit, in der Bälle noch aus echtem Leder waren, was sich durchaus vollsaugen konnte, womit die Bälle an Gewicht zulegten, bei den heute zum Einsatz kommenden Kunststoffbällen tritt dieser Effekt zwar in weitaus geringerem Umfang ein, ist aber noch nicht vollkommen Geschichte; mithin können die Bälle grundsätzlich nur schwerer werden. Nun kann es natürlich passieren, dass ein Ball Luft verliert und deswegen leichter wird, in dem hier zur Diskussion stehenden Fall müsste der aber so viel Luft verloren haben, dass der "platt" wäre, mithin die Vorgaben zum Druck auch nicht mehr erfüllen würde.


    Letztlich hilft uns nur die Analogie zu Regel 2.2:

    Ein Tor zählt nicht zu den genannten Dingen, in denen die Spielfortsetzung eine Wiederholung wäre, zudem wäre eine Wiederholung auch gar womöglich ausgeschlossen, denn wir wissen zwar, wann der Ball ins Spiel gekommen sein muss (letzter "neuer" Ball), aber seitdem kann schon viel passiert sein. Wirklich hilfreich ist hier also nur die Analogie zur allgemeinen Beschädigung, sprich Schiedsrichterball, ergo kein Tor. Allerdings kann man über den Ort des Schiedsrichterballes nachdenken, das muss nicht zwingend mit dem Torwart im eigenen Strafraum sein, je nach vorheriger Spielsituation könnte ich auch zum Ergebnis einer SR-Balls für die angreifende Mannschaft am Ort des letzten Ballkontaktes (soweit außerhalb des Strafraums) kommen.


    Natürlich sollte über solche potenziell spielentscheidenden Dinge eine Meldung gemacht werden, wobei ich hier nicht die zwingende Erforderlichkeit eines Sonderberichtes sehe, ein "einfacher" Vermerk in den Bemerkungen reicht m.E. auch aus, ob das zwingend ist, darüber könnte man streiten.


    Entscheidend für die richtige Lösung ist also "kein Tor" und "Schiedsrichterball", den Ort und die Sache mit dem Bericht lasse ich bewusst weg.


    MrNice
    Mit Deiner Lösung bin ich nur einverstanden, wenn angenehme Temperaturen herrschen, man mir einen Liegestuhl mit Sonnenschirm in den Schiedsrichterlaufkreis stellt und mich dort mit leckeren Drinks versorgt.

    Der den Abstoß ausführende Spieler A stolpert kurz bevor er den Ball berührt. In Erwartung der Ausführung dringt der Angreifer B bereits in den Strafraum ein, erst jetzt berührt A den Ball, der sich daraufhin auch sichtbar bewegt. Der Verteidiger C, der überhaupt nicht involviert ist und mehrere Meter vom Ball entfernt ist, wird von B auf dessen Weg in Richtung Ball gerammt. Der Schiedsrichter unterbricht daraufhin das Spiel - Entscheidungen?

    Ein Sportplatz auf "freiem Acker", es fehlen auch jegliche Ballfangzäune. Der Heimverein weiß um das Problem und hält gleich einen ganzen Sack voller Ersatzbälle bereit, die der Schiedsrichter vor Anpfiff auch alle prüft und für korrekt befindet. In der 89. Minute erzielt Heim dann das erste Tor der Begegnung, der Torwart von Gast, der den Ball aus seinem Tornetz fischt, kommt aber aufgeregt mit dem Ball zum Schiedsrichter gerannt und reklamiert, dass der Ball zu leicht sei. Der Schiri kontrolliert das und stellt fest, dass ein in diesem Verband für die E-Jugend vorgesehener Ball der Größe 5, aber eben nur mit 290g Gewicht, wie auch immer den Weg in den Ballpool gefunden hat und mit diesem das Tor erzielt wurde. Was hat der Schiedsrichter zu tun?

    Die "Spielregeln" sind ganz einfach:


    Jeder kann teilnehmen - und man nimmt einfach durch posten der Lösung teil.


    Es gibt nicht zwingend eine eindeutig richtige Lösung, sondern Hauptzweck ist es, sich mit dem Regelwerk zu beschäftigen - und bitte daran denken, dass Tante Verbandsspezifisch und Onkel Kreisspezifisch keine Rolle spielen und unberücksichtigt bleiben -, es gelten ausschließlich die Dinge aus dem Regelbuch des DFB (die DFB-Anweisungen also durchaus).


    Editierte Antworten sind ungültig - und es ist nur eine Antwort pro Tag möglich, also auch keine Nachträge o.ä.


    Diskutiert wird erst nach der "Lösung".


    Und nun: Viel Spaß!

    Es geht ja auch weniger um die Fremdgefährdung, auch wenn diese durchaus denkbar ist, aber die Eigengefährdung und vor allem kritische Grenzbereiche wie "auf den Schnürsenkel treten" (man selbst oder der Gegner) sind definitiv real auftretende Probleme.

    Der 1. Dezember steht wieder vor der Tür - und ich möchte auch in diesem Jahr versuchen, wieder ein Weihnachtsrätsel zu veranstalten, wie es funktioniert, haben wir ja letztes Jahr ausprobiert:


    Es gibt nicht zwingend eine eindeutig richtige Lösung, sondern Hauptzweck ist es, sich mit dem Regelwerk zu beschäftigen - und bitte daran denken, dass Tante Verbandsspezifisch und Onkel Kreisspezifisch keine Rolle spielen und unberücksichtigt bleiben.


    Also: Der Wettlauf um den "Regelkönig 2022" beginnt morgen, einfach die Fragen beantworten, eine separate Anmeldung ist nicht erforderlich.