Beiträge von Manfred

    "Der Schiri ist gegen uns, Jungs heute könnt Ihr nicht gewinnen dafür wird er sorgen."

    Das ist der Moment, in dem ich das Mittel nutze, welches von uns Schiedsrichtern leider viel zu selten genutzt wird: Ich verlange nach dem Ordnungsdienst und lasse einen Ordner neben solche Eltern stellen, danach ist meist Ruhe, zumindest ist das aber ein ganz deutliches Warnsignal nach draußen.

    Sind mit EL zusammen 8 Spiele Sperre, logischerweise. (7 Spieltage - 1 Länderspiele dieses WE + 2x EuroLeague = 8 )

    Eben nicht: Wochen berechnen sich üblicherweise nach dem Kalender und nicht nach Spieltagen (von der EuropaLeague-Ausnahme ganz abgesehen), d.h. Abraham wäre bis zum Jahresende gesperrt. Dabei ist mir gerade nicht so ganz klar, wie viele Spiele er denn mit dieser Sperre wirklich versäumen wird, denn ich komme nur auf sechs Spieltage bis zum Jahresende und frage mich, ob ich noch etwas übersehen habe?

    Ich schrieb ausdrücklich, dass auch die Berichterstattung mangelhaft sein könnte. Unklar ist mir vor allem, warum die SRA nicht vorkommen, gerade vor dem Hintergrund, dass die Aussagen von SR und Verein gleich glaubwürdig seien. Die Sache, dass man mit der Ordnerschulung den Punktabzug reduzieren kann, hat schon Geschmäckle.

    Liebe Spieler, Vereinsfunktionäre und Zuschauer,


    ja, es gibt die Fälle, in denen ein Vergehen so eindeutig war, dass nicht einmal aus Ihren Reihen Protest gegen die Rote Karte kommt, mit der der Schiedsrichter ein Vergehen sanktioniert. Leider reden wir dabei aber eher über die Ausnahme statt die Regel. Und was ist die Regel? Genau: Ein Pulk Spieler, der sich laut darüber echauffiert, dass das wohl doch nicht unser Ernst sei sowie reihenweise Kommentare von außerhalb des Spielfeldes, bei denen die harmloseste Variante noch fehlendes Fingerspitzengefühl ist, meist tendiert dies eher in Richtung blind und/oder unfähig, am schlimmsten sind aber die Anwürfe, dass man das bloß aus Geltungssucht mache oder weil man zu Hause nichts zu sagen habe.


    Ich versichere Ihnen, kein Schiedsrichter zeigt gerne eine Rote Karte. Warum? Für jede Rote Karte muss der Schiedsrichter einen Sonderbericht schreiben und diesen womöglich auch vor dem Sportgericht verteidigen. Glauben Sie ernsthaft, dass das Spaß macht? Ich behaupte sogar, dass das Gegenteil der Fall ist, es gibt viel zu viele Fälle, in denen der Schiedsrichter die eigentlich fällige Rote Karte stecken lässt, wobei die diesbezügliche Versuchung noch größer ist, wenn der „Ersatz“ Gelbe Karte zugleich die Gelb-rote Karte ist. Eigentlich möchten wir SR nach dem Spiel unter die Dusche und den Tag gemütlich und versöhnlich ausklingen lassen, was ohnehin immer seltener gelingt und uns nicht noch hinsetzen und einen solchen Bericht verfassen. Außerdem sind wir Schiedsrichter uns des Umstandes bewusst, dass eine solche Aktion das Spiel beeinflussen kann und für den Spieler regelmäßig auch eine Sperre nach sich zieht. Nicht umsonst muss man sich als SR bei einer Roten Karte sehr sicher sein.


    Wirklich ärgerlich ist es aber, wenn man „draußen“ glaubt, man könne das besser beurteilen, obwohl man überhaupt nicht mitbekommen hat, was alles vorgefallen ist, denn der Spieler selbst wird fast immer behaupten, dass er doch gar nichts gemacht habe. Würden sie es sich gefallen lassen, wenn Ihnen ein Spieler „Fick Dich“ zuflüstert? Außer mir als SR hat es keiner gehört, dennoch ist es doch wohl sonnenklar, dass dieser Spieler gehen muss – und das war nur ein Beispiel, gerade bei den „Freundlichkeiten“, gleich ob gegen den SR oder auch untereinander, sind die Spieler leider oft nicht sehr zurückhaltend.


    In diesem Sinne: Vertrauen Sie uns doch einfach, da, wie beschrieben, kein SR gerne eine Rote Karte zeigt.


    Ihr Schiedsrichter


    P.S.

    Gleiches gilt natürlich auch für einen Strafstoß. Auch da wissen wir um die potenziell spielentscheidende Bedeutung der Entscheidung und verhängen den nur, wenn wir uns sehr sicher sind.

    Wir haben jetzt zwei Dinge:

    1. Den Eingriff des Spielers

    2. Den Eingriff des VAR


    Bei 1 bleibe ich bei meiner Meinung, dass mir eine klare Sache lieber ist als eine, bei der es wieder zu Diskussionen kommen kann und wird. Kennen wir nicht alle beim Abpfiff die Auffassung, dass man diesen Angriff doch noch hätte laufen lassen müssen, obgleich der Spieler mal gerade ein paar Meter vom eigenen Strafraum weg ist? Oder dass das Foul gelb- oder gar rotwürdig war, während der foulende Spieler doch gar nicht gemacht haben will? Und so weiter … Wir haben genug Situationen, in denen wir entscheiden müssen und es eben kein Schwarz oder Weiß gibt, man muss aber nicht ohne Not weitere Dinge schaffen, wenn sie sich denn eindeutig regeln lassen. Ach ja: Das Argument der schnelleren Spielfortsetzung ist Grütze, denn die ist auch möglich, wenn der AW-Spieler den Ball direkt hinter der Linie annimmt und seinem TW zur Ausführung des Abstoßes zuspielt - über Sekundenbruchteile sollten wir hier wirklich nicht reden.


    Zu 2 kann man unterschiedliche Auffassungen vertreten: Ich kann durchaus verargumentieren, dass hier ein Strafstoß und mithin eine potenziell spielentscheidende Szene vorliegt, welche der SR nicht wahrgenommen hat, womit ein VAR-Eingriff richtig wäre. Oder ich bin der Auffassung, dass der VAR für solche Lappalien nicht zuständig ist, ohne jetzt weiter darüber nachzudenken, ob das logisch ist, es wäre eben eine Festlegung. Hier ist aber das IFAB gefordert, wann der VAR nun eingreifen soll oder nicht - und auch dort wird man zunehmend erkennen müssen, dass der VAR-Einsatz eben nicht mit wenigen Sätzen beschreibbar ist, sondern ein paralleles Regelwerk entsteht.

    Dabei gibt es noch eine kleine Nettigkeit:
    Ich vergesse im Sonderbericht nicht zu schildern, was genau passiert ist, denn auch das Sportgericht wird sich fragen, warum der Spieler genau einen Menschen auf der Ersatzbank attackiert - und den Angreifer befragen und auf Basis von dessen Aussage möglicherweise auch diesen Spieler sperren, denn das Sportgericht darf den Angreifer anhören und ihm glauben, was uns leider versagt ist.

    Wobei ich gespannt darauf wäre, wie ein Sportgericht entschiede, sollte der Sachverhalt dort genau so vorgetragen werden - anders als auf Regelverstoß kann man wohl kaum entscheiden, lediglich die Frage, ob man diesen Regelverstoß ob einer ggf. längeren Dauer seit der falschen Spielfortsetzung noch als "entscheidend" ansähe, könnte diskutiert werden.


    Sorry, aber irgendwie klingt das ein wenig so, als würde eine Straftat (Mord, aber auch Steuerhinterziehung) weniger schlimm, wenn danach nur genügend Zeit ins Land geht. Eine Verjährung tritt da doch erst ein, wenn die Verjährungsfrist (so es eine gibt) abgelaufen ist, im Fußballspiel ist das eben die nächste Spielfortsetzung.

    Und hierzu gibt es jetzt ein Urteil. Entweder ist die Berichterstattung schlecht oder die Sache ist ein - ebenso schlechter - Witz.


    Die Aussagen von Verein und SR sind gleich glaubwürdig - aha, in dieser Klasse gibt es aber auch Assistenten, hatten die nichts zu sagen?
    Es handelte sich nicht um einen gezielten Angriff, sondern der habe sich aus der Situation ergeben - immerhin, einen Angriff gab es also; ob der wirklich harmloser ist, weil er sich "eben so ergeben hat", sehr merkwürdige Argumentation.

    Schließlich: "Schiedsrichter, der sich zu dem Urteil nicht äußern wollte" - hatte man ihm den Mund verboten (tatsächlich oder faktisch, weil sonst die Karriere beendet wäre) oder war er einfach nur unzufrieden mit dem Urteil?


    Und Ordnerschulungen sollen es jetzt richten - wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über den Witz echt gut lachen.

    Zunächst muss klar sein:
    Ab der nächst folgenden Spielfortsetzung ist das Geschichte. Wir haben dann zwar einen Regelverstoß begangen, aber der wird allenfalls in extremen Ausnahmefällen zu einer Neuansetzung führen.


    Sollte es wirklich dazu kommen, dass der Einwurf in der ersten Minute falsch läuft und der Ball danach nicht mehr aus dem Spiel kommen, hätten wir das genannte Problem. Wobei mich das zu einer Zusatzfrage animiert: Wie lang ist denn dabei die maximal mögliche Nachspielzeit? Genau, die muss kleiner als 45 Minuten sein, denn wir müssen Anstoß und Zeit bis zum Einwurf abziehen und danach darf es ja keine Spielunterbrechung mehr gegeben haben, denn sonst hätten wir ja eine neue Spielfortsetzung.


    Zum Schluss ein praktischer Tipp:
    Wie kann man so etwas vermeiden, wenn einem ein solcher Fehler passiert ist? Unterbrechen, wir brauchen dafür keinen Anlass!

    Die Entscheidung war doch vollkommen richtig, wo ist das Problem?


    Erstens kannst Du jede Entscheidung bis zur nächsten Spielfortsetzung zurücknehmen.
    Zweitens hat die falsche Mannschaft den Einwurf ausgeführt, ergo ist der Ball, wie Du richtig schreibst, nicht regelkonform ins Spiel gekommen - und damit bleibt als Spielfortsetzung nur die "Wiederholung" des Einwurfes, lediglich eventuelle persönliche Strafen z.B. wegen groben Foulspiels hätten trotzdem Bestand.

    Drittens solltest Du den Einwerfer nur verwarnen, wenn der Verdacht besteht, dass er vorsätzlich gehandelt hat, d.h. Deine Entscheidung bewusst unterlaufen oder das Spiel verzögern wollte.


    Und die Moral von der Geschichte: Murphys Gesetz lässt grüßen.