Ich lese hier keinen Beitrag, in dem es um die Daseinsberechtigung der AfD ginge, sondern lediglich - und da war der Rücktritt eines Sportgerichtes der Anlass - einiges zum Thema, wie man mit politischen Einflüssen und in diesem Kontext auch der AfD umgehen möge; es passt aber in das Vorgehensmodell genau dieser Partei, dass man, sobald die Diskussion unangenehm wird, wahlweise die Opferrolle sucht oder das Thema wechselt ...
Trennen wir Politik von der schönsten Nebensache der Welt
Da bin ich mit TimBalsiger auf einer Linie: Das geht nicht - und es fängt übrigens noch viel kleiner an, nämlich ob und welche Vereine Zuschüsse bekommen, ob und in welcher Höhe Nutzungsentgelte für gemeindeeigene Sportanlagen zu zahlen sind etc. pp., dagegen sind Kabinentrakte und Sportplatzbau schon große Dinge; übrigens gilt das auch für uns Schiris, sobald wir unsere Sitzungen in Räumen abhalten, welche einer öffentlichen Institution gehören.
außer wenn es darum geht, dass man die WM privatisieren möchte
Ach, hier dann plötzlich doch? Nach welchen Maßstäben wird also festgelegt, wann die Trennung aufzugeben ist?
Fußball ist in Deutschland und vielen anderen Ländern auch ein Volkssport - mit enormer politischer Bedeutung, selbst wenn man die Politik gar nicht betrachtet. Vergessen wir nicht, Fußball ist ein Breitensport, mithin trägt der zur Volksgesundheit bei, nennt sich Sport- und Gesundheitspolitik, durch den Umstand, dass im Fußball - zumindest soll das so sein, Abweichungen sind ja gerade das Problem - alle Menschen unabhängig von Nationalität, sozialer Herkunft, sexueller Orientierung, ... mitmachen, hat der auch eine enorme integrierende und gesellschaftspolitische Bedeutung und so weiter und so fort - es ist schlicht nicht möglich, Politik und Fußball zu trennen; und dabei habe ich wirtschaftliche Aspekte verschiedenster Art, Profifußball, Fans und deren (Un)Kultur etc. noch gar nicht einbezogen.
P.S.
Mark
Überlege Dir doch einmal, wie es passieren kann, dass Leute, die sonst eher wie Feuer und Wasser aufeinander reagieren (nimm exemplarisch zettelbox und meine Wenigkeit), hier plötzlich ins gleiche Horn stoßen? Das ist übrigens gelebte Demokratie, nämlich dass man trotz inhaltlicher Unterschiede und mehr gemeinsam die elementaren demokratischen Grundwerte verteidigt!