Beiträge von Manfred

    Ja, das Urteil ist gut, dennoch gibt es zwei Dinge, bei denen es sich lohnt, diese aufzugreifen:

    Zitat

    Im Vorfeld der gestrigen Verhandlung hatten die Angeklagten zu ihrer Verteidigung hervorgebracht, dass Gewalt gegen Schiedsrichter im Fußballsport ihrer Meinung in gewisser Weise "normal" und damit nicht von einem Strafgericht zu verurteilen sei.

    Das ist offensichtlich die "Denke" - und schön, dass das Gericht hier die Verhältnisse sehr klargestellt hat.


    Etwas schwieriger ist zunächst

    Zitat

    Aber auch aus anderer Warte ist die Sicht einer "Normalität" im Sinne einer "Üblichkeit" von Gewalt gegen Schiedsrichter nicht nachvollziehbar. Statistisch gesehen ist sie nach wie vor – im Gegensatz zu verbalen Verunglimpfungen – die große Ausnahme.

    , da damit zunächst der Eindruck entsteht, als müsse die Gewalt gegen SR nur üblich werden, damit diese nicht mehr strafbar wäre. Glücklicherweise wird das dann aber in der Folge auch geklärt:

    Zitat

    Doch auch diese relativ gesehen wenigen Fälle sind nicht zu akzeptieren. Jeder Fall, wenn ein Schiedsrichter attackiert wird, ist einer zu viel. Es darf auch nicht der Zustand eintreten, dass eine niedrige Anzahl an Straftaten als zum Fußball zugehörig angesehen wird. Gewalt hat nie etwas auf dem Fußballplatz zu suchen! Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass sowohl Sport- als auch Strafgerichte spürbar sanktionieren, um den Fehlentwicklungen der letzten Jahre entgegenzuwirken.


    Es wäre wünschenswert, wenn alle Gerichte - auch die Sportgerichte - ebenso konsequent argumentieren und urteilen würden.

    Dingmader

    Es geht nicht um die konkrete Spielsituation, alleine deswegen, weil der Torwart versucht, den Ball in die Finger zu bekommen. Dennoch war die Situation für mich der Aufhänger, weil mir spontan nicht klar war, ob hier dieselben Regelungen wie bei der Ballkontrolle mit der Hand gelten oder nicht - und das ist ja geklärt.

    Im gestrigen Spiel Mönchengladbach gegen Leverkusen gab es eine Situation, über deren regeltechnisch korrekte Auflösung ich mir gerade nicht im Klaren bin:


    Der Torwart hält den Ball unglücklich, aber am Ende liegt sein Fuß auf dem Ball - das weitere Geschehen ist hier nicht von Interesse. Beim Einsatz der Hand ist klar vermerkt, dass alleine die Berührung des Balles mit einem Finger für eine regeltechnische Ballkontrolle ausreichend wäre und der TW nicht mehr angegriffen werden dürfte - aber: Ist das beim Fuß auch so? Es wäre im Prinzip einfach gewesen, den Ball mit der "Picke" zu treten (und sogar ins Tor zu befördern), ohne den TW zu gefährden ...

    Meistens kann man es aber schon vor dem Spiel dem ESB entnehmen, welche Karten es für Offizielle gibt.

    Sorry max_hb, aber das ist unsinnig. Das Feld für Karten gibt es im ESB für Spieler auch in den Jugenden, in denen bei uns keine Karten gezeigt werden dürfen, was aber nicht heißt, dass es die persönlichen Strafen nicht gäbe. Ergo kann ich alleine aus dem Vorhandensein eines solchen Feldes für den Eintrag keinerlei Rückschluss darauf ziehen, ob ich die Karte nun zeigen darf oder nicht.

    Wobei das nicht die Frage beantwortet, denn es geht ja nicht darum, ob Trainer eine Zeitstrafe bekommen dürfen, sondern ob auch dann dort mit Karten gearbeitet wird, wenn die persönlichen Strafen gegen Spieler nur ausgesprochen werden dürfen.


    Sicher, die Trainer dürften alt genug sein, damit man mit Karten arbeiten könnte. Andererseits halte ich es für die beste Fehlerprävention, wenn man in solchen Spielen erst gar keine Karten einsteckt, denn dann kann man sich auch den Spielern nicht zeigen - von daher bliebe nur, persönliche Strafen auch gegen Teamoffizielle nur auszusprechen, was ich in diesen Altersklassen ohnehin günstiger finde.


    Ein offizielle Regelung ist mir aber nicht bekannt.

    Schon ein interessantes Detail, dass das Hygienekonzept der DFL verbietet, auf den Rasen zu spucken: Im Bericht nachzulesen. Ehrlich gesagt: Wenn diese Rumrotzerei, die ich persönlich schon immer eklig fand, damit ein Ende hätte - offensichtlich geht es ja doch -, das dürfte die Corona-Zeit gerne überdauern.

    Wenn man bis zum 30.6.2020 sowieso nicht spielen kann, dann kann mandie Saison aus Schiriesicht auch absagen.

    Das sehe ich, wie bereits erwähnt, unterdessen anders. Man sollte nicht die Saison abbrechen, sondern die Entscheidung vertagen, bis klar ist, wann wieder gespielt werden kann. Betrachte ich die jüngsten Aussagen des Kanzleramtsministers, der davon ausgeht, dass wir vor einem Impfstoff nicht in die Normalität zurückkehren können und dies voraussichtlich bis Frühjahr/Sommer 2021 dauern könne, nun, dann könnte man die Saison dann wieder aufnehmen und zu Ende spielen. Die jetzige Vorgehensweise riskiert nur unnötig, dass auch die Saison 2020/2021 nicht spielbar ist - und schon gar nicht mit vergrößerten Gruppen (wegen des Verzichts auf Abstiege). Die Variante hätte zudem auch den Vorteil, diese Frage

    Ich stell mir besonders die Frage, wie der Aufstieg/Abstieg im Schiri-Wesen betrachtet wird.

    gleich mit zu lösen, könnte man die Saison doch nahtlos fortsetzen und eben im Sommer 2021 zu Entscheidungen kommen.

    Moderatorenhinweis

    Um die juristische Komponente (zumindest für mich) abzuschließen:

    Damit ist bitte nicht nur für Dich die juristische Diskussion abgeschlossen, sondern für uns alle - danke.



    Und nun: Rollenwechsel

    Soetwas sollten wir Schiedsrichter uns niemals (!) gefallen lassen.

    Leider gibt das Regelwerk das nicht wirklich her - und es ist zu befürchten, dass sich irgendein Sportgericht findet, das der Meinung ist, nicht nur keine Sperre zu verhängen, sondern womöglich sogar ein Spiel wiederholen zu lassen (natürlich nur, wenn der FaD potenziell spielentscheidenden Charakter hatte).


    Generell sollte das Regelwerk an zwei Stellen verschärft werden:
    Der ohnehin schon heute verbotene Körperkontakt ohne Kampf um den Ball - oft genug Anlass und Auslöser für weitere Aktionen, die in einem Spiel nichts verloren haben -, muss einfach härter sanktioniert werden, d.h. hier muss die Pflichtverwarnung her. Und die Sache mit dem "Aufbau" muss auch regeltechnisch klar "Rot" werden - und egal ob vor dem Schiri oder einem Gegenspieler.

    Sorry Kaef, das sehe ich etwas anders:


    Gerade gestern wurde aus Spanien bekannt, dass die Verbreitung von Antikörpern - letztlich also abgeschlossener Infektionen - um den Faktor 10 über den Erwartungen lag. Die wenigen in Deutschland abgeschlossenen Studien lassen auch erkennen, dass es auch bei uns eine nicht unerhebliche Dunkelziffer symptomlos abgeschlossener Erkrankungen gibt und die aktuellen Testergebnisse aus der Bundesliga beweisen, dass wir auch symptomlos Erkrankte haben.


    Wir wissen aktuell fast nichts über das Virus, vor allem nicht, ob nach einer Erkrankung Immunität besteht oder nicht, ob eine Impfung, so die denn verfügbar sein wird, Immunität erzeugen kann, ob das Virus womöglich - analog Windpocken - ein "Schläfer" ist und so weiter. Daraus folgt, dass wir vermutlich eine sehr lange Zeit nie zu 100 % sicher sein können, ob da nicht ein unerkannt Infizierter unterwegs ist, dennoch gehe ich davon aus, dass der Spielbetrieb nicht so lange ausgesetzt werden wird, bis da absolute Sicherheit hergestellt werden kann (bei den Pocken hat das Jahrzehnte gedauert und selbst die Kinderlähmung ist nach Jahrzehnten noch nicht endgültig besiegt).


    Daher erscheint es mir logisch, dass wir die Aufplustereien künftig konsequent mit "Rot" ahnden müssen, übrigens gleich, ob gegen uns als Schiri oder auch bei Gegenspielern. Man könnte das auch schlicht mit "Feldverweis für vermeidbare und nicht spieltypische Abstandsverletzungen" umschreiben.

    Lassen wir die Körperverletzung beiseite, das führt zu nichts - sportrechtlich ist die Rote Karte zwingend, Ende.


    Aber ich habe einen ganz anderen Gedanken: Ich bin strikt gegen jeglichen Saisonabbruch - zum jetzigen Zeitpunkt!

    Warum?

    Niemand weiß, wann Fußball als Kontaktsportart wieder zulässig sein wird. Stellen wir uns doch jetzt einfach mal vor, es wird Oktober. Durch die abbruchbedingt fehlenden Abstiege haben wir übergroße Ligen und sollen dann auch noch mindestens drei fehlende Monate aufholen - kaum zu schaffen.

    Von daher plädiere ich dafür, die Saison weiterhin zu suspendieren und die Entscheidung zu vertagen, bis Klarheit besteht. Es wäre ja auch möglich, dass womöglich erst ab März 2021 wieder gespielt werden kann - dann könnte man die aktuelle Saison relativ problemlos wieder aufnehmen und zu Ende spielen. Aber wahrscheinlich ist das alles zu einfach ...

    Hm, da muss ich jetzt mal mein Postfach durchwühlen, an eine solche Rundmail kann ich mich nicht erinnern … (heißt aber nicht zwingend, dass es die nicht gab).

    Was Saisonabbrüche so alles bewirken können - zumindest im Profifußball - zeigen gerade die Niederlande: Bericht


    Letztlich gibt es nur die Wahl zwischen Pest und Cholera:
    Saison zu Ende spielen und womöglich Terminverschiebungen in Kauf nehmen oder quälende Unsicherheit ob offener gerichtlicher Entscheidungen, die auch zu Terminverschiebungen führen.

    "Kreisliga-Kicker sollen nicht mehr zu elft spielen"


    Nein, ich habe keinen Zugang, es würde aber Sinn machen, weil damit die Kabinen nicht mehr so voll wären und es auch auf dem Platz mehr "Luft" gäbe. Ob es allerdings sinnvoll ist, unter solchen Prämissen den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, zumal auch die Zahl der Auswechselspieler (nicht der Auswechslungen) zu beachten wäre …?!?

    Und ergänzend zu jambala:

    interessante Regeldiskussionen gab und man hilfreiche Tipps von erfahrenen Kollegen mitnehmen konnte

    Wenn nichts passiert, gibt es auch nichts zu diskutieren - nicht schön, aber eben nicht zu ändern.


    nicht mehr verpflichtendem Händeschütteln, das nie verpflichtend war

    Willkommen bei Tante Verbandsspezifisch! In vielen (allen?) Landesverbänden in Deutschland war der shake Hands vor dem Spiel vorgeschrieben, also sehr wohl verpflichtend.


    Warum muss denn unbedingt Fußball gespielt werden?

    Vielleicht, weil das ein gebliebtes Hobby ist? Rein zum Überleben braucht der Mensch wenig - aber es geht eben auch darum, das Leben werthaltig zu gestalten, dazu gehören neben Sozialkontakten (die sind eine Mischung aus lebensnotwendig und lebenswert) eben auch freizeitliche Aktivitäten; für den einen ist es der Gottesdienst, für den anderen eine Kulturveranstaltung und für weitere eben Sport, um nur einige Beispiele zu nennen.

    Mark

    Guck mal einer schau, da kommst Du aber mal eben mit einer weiteren wichtigen Einschränkung um die Ecke. Ja, wenn man damit wirklich die Spieltage entzerrt und versetzt - nur passiert das wirklich? Schon heute werden doch munter Spiele verlegt und man beklagt sich ob der unterschiedlichen Zahl an absolvierten Spielen über nicht aussagefähige Tabellen. Und wer meint, ausreichend Zeit zu haben, wird eben auch das Spiel, für welches Kälte und/oder Regen vorhergesagt ist, verlegen, der Gegner wird freudig mitmachen.


    Ob weniger Spiele auch die Schiedsrichter entlastet? Ich erinnere mich an einen Diskussionabschnitt, in dem es um die Anrechnung der Kollegen ging, die das Soll noch nicht erfüllt haben und als Schönwetter-SR bekannt sind. Es besteht durchaus das Risiko, dass wir noch mehr Schönwetter-SR schaffen.


    Abendspiele sind ohnehin immer problematisch - nicht nur wegen Beruf und Schiedsrichter, die Plätze sind oft für Trainingsbetrieb belegt und gar nicht verfügbar.

    Mark

    Du hast den Denkfehler noch nicht realisiert. Es geht nicht darum, dass es weniger Spiele werden, sondern darum, wann diese Spiele stattfinden. Es nutzt eben nichts weniger Spiele zu haben, wenn die trotzdem zeitgleich mit anderen Ligen stattfinden - zumindest im städtischen Bereich teilen sich oft genug mehrere Vereine eine Sportanlage. Weniger Spiele bedeuten dann eben eine Spielpause von Ende Oktober bis Ende März, während man heute von Anfang Dezember bis Ende Februar pausiert ...