Beiträge von Manfred

    Wobei das meinen Erfahrungen auf dem Platz entspricht:

    Die Hygienekonzepte samt Abstandsgebot werden rund um das Spiel missachtet, vor allem in der Kabine, aber auch in der Halbzeit und nach Spielende. Entscheidend ist aber der Satz, dass man nicht davon ausgehe, dass die Infektion während des Spieles stattgefunden habe, wir als SR haben es also selbst in der Hand, ob wir uns anstecken oder nicht. Und diesbezüglich lege ich großen Wert auf die Eigenschaft "Vorbildcharakter", d.h. ich wahre konsequent den Abstand, auch wenn das menschlich manchmal schwerfällt.

    Ich hatte am Beispiel des "Rückpasses" nicht umsonst dargestellt, dass wir öfter Lehrmeinungen haben, die nicht im Regelwerk stehen und manchmal auch nicht dazu passen - und ja, das ist unbefriedigend und auch irritierend, dennoch für uns aber zu beachten. Und die Lehrmeinung bei den Rempeleien kann man durchaus regeltechnisch begründen, wie ich es getan haben, wobei unbestritten ist, dass dies dem reinen Wortlaut widerspricht, es sich aber die Frage stellt, ob hier nicht ein Muster des Falles vorliegt, dass man im Geist des Fußballs entscheiden muss - und nach dem Geist des Fußballs kann ein grundsätzlich regelkonformer Kontakt eben kein Foul sein. Es bleibt schwierig ...

    Kam es überhaupt bei irgendjemanden schon mal vor, dass derjenige ein korrektes Rempeln abseits des Balles abgepfiffen hat?

    Und ob. Zwar ist die Variante, dass ein Verteidiger den Raum statt des Balles abschirmt, weitaus häufiger (auch hier gibt es übrigens einen idF, selbst wenn der Gegner berührt wird), aber das "Stürmerfoul" kommt durchaus vor und da ist man immer sehr gut beraten, dies auch zu pfeifen, denn der Angreifer macht das ja nicht ohne Grund - und daraus ein Tor, sorry, eine Horrorvorstellung.

    Ich habe die deutsche Fassung der DFB Fussballregeln 2014/2015 vor mir liegen, da gibt es einen direkten Freistoss.

    Noch einmal zum mitdenken: Das ist Lehrmeinung - und Lehrmeinungen sind üblicherweise nicht im Regelbuch zu finden. Welchen Einfluss Lehrmeinungen haben, wird aber an einem anderen Beispiel deutlich: Seit gut einem Jahr ist der Ball beim Abstoß bekanntlich im Spiel, sobald er sich bewegt, den Strafraum muss er nicht mehr verlassen. Darauf kam jemand auf die Idee, den Ball aus dem Abstoß direkt zum Torwart zu spielen, der den Ball mit der Hand annahm. Anstatt hier aber, was regeltechnisch naheliegend gewesen wäre, auf Rückpass zu entscheiden, soll nach Lehrmeinung auf Wiederholung entschieden werden - das stand so auch nie im Regelwerk.

    Und wenn ein Spieler seinen Gegenspieler abseits des Balles übers Feld schiebt egal in welcher Art und Weise hat das nichts mit korrektem Rempeln zu tun und der Sportsfreund verdient besondere Aufmerksamkeit.

    Die Aufmerksamkeit hat der definitiv verdient - aber wir befinden uns immer im Spannungsfeld Tätlichkeit - Foul - Unsportlichkeit. Korrektes Rempeln ist nur schwer als Tätlichkeit zu klassifizieren, alleine das Attribut "korrekt" steht einer Zuordnung als Foul entgegen, bleibt also nur sportlich unerwünschtes Handeln - und damit wären wir wieder beim idF. Übrigens kann das durchaus auch ungewollt passieren, manchmal ist der Ball einfach schneller als der Spieler oder der Spieler verschätzt sich und meint, er würde um den Ball kämpfen, nur ist dieser dafür zu weit entfernt.

    Und - hilft uns das jetzt weiter? Die Lehrmeinung im Bereich des DFB hierzu ist eindeutig: Indirekter Freistoß! Wir können das jetzt noch etliche Male diskutieren und womöglich deckt sich die Lehrmeinung nicht zu 100 % mit dem Regelwerk (obgleich man da unterschiedlicher Auffassung sein kann), letztlich ist das egal, im Regeltest oder unter Beobachtung wird in Deutschland der idF erwartet, alles andere gilt als falsch.

    Spannend, das widerspricht der Jugendordnung - die besagt eindeutig, dass der Strafraum den Torraum ersetzt, wo ein Torraum nicht vorhanden ist (und zu ulkigen Situationen führt, wenn man ausnahmsweise tatsächlich mal einen Torraum hat). Wenn man also tatsächlich so eine Meinung hat, dann sollte man die auch mal kommunizieren - und bitte nicht nur an die Schiedsrichter, sondern auch an die Vereine.

    Entweder kann der Verletzte nach kurzer Behandlung weiterspielen oder aus die Maus.

    Da sind wir uns doch einig. Ich kann sogar mit weniger als sieben Spielern bis zur nächsten Spielunterbrechung spielen lassen, soweit ein Vorteil vorliegt. Die nächste Spielunterbrechung verlängert sich dann angemessen (und führt zu Nachspielzeit), wenn davon auszugehen ist, dass der (oder ein) verletzter Spieler in Kürze wieder mitwirken kann.

    Willst du bei 5 Zeitstrafen 5 Minuten warten?

    Damit liegst Du sehr nah an der Lösung des Rätsels, erkennst aber die Begründung nicht:

    Klar ist, dass ich mit weniger als 7 Spielern das Spiel nicht fortsetzen darf. Dummerweise ist aber sehr genau absehbar, wann sich die Spielfähigkeit wieder ergeben wird - und das oberste Ziel ist es doch immer, ein Spiel nach Möglichkeit zu einem regulären Ende zu führen, von daher müsste eigentlich gewartet werden, auch wenn das obskur erscheint und wohl auch nicht im Sinne der Regeln wäre. Allerdings stellt sich das Problem aus einem anderen Grund nicht: Die - zumindest denkbare - Verlängerung der Spielunterbrechung wäre nicht zielführend, denn die Zeitstrafe beginnt bekanntlich mit der Spielfortsetzung - und genau das ist der Punkt, denn das Spiel kann nur mit sieben Spielern fortgesetzt werden, eine Vervollständigung darf aber erst fünf Minuten (= Dauer der Zeitstrafe) nach der Spielfortsetzung erfolgen. Damit ist klar, dass in diesem Fall ein Abbruch unumgänglich ist.

    Mit dem Abbruch wäre ich mir da nicht so sicher: Wenn ich nur noch 7 Spieler auf dem Feld habe und ein Spieler verletzt sich, wird aber voraussichtlich nach einer Behandlung wieder am Spiel teilnehmen können, breche ich ja auch nicht ab, sondern unterbreche das Spiel, bis der Spieler wieder spielfähig ist - bei einer Sammlung an Zeitstrafen wäre das zwar irgendwie sinnwidrig, aber …


    Übrigens passiert so etwas einem guten Schiri nicht: Entweder sorge ich mittels einer hinreichenden Zahl an Roten Karten für klare Verhältnisse oder finde mindestens einen minderschweren Fall, in dem eine Verwarnung statt der Zeitstrafe reicht … ;)Aber wehe, in den fünf Minuten macht dann noch ein Spieler Blödsinn ... X(

    Und was bitte hat das jetzt mit dem Ausgangsfall zu tun? Wir suchen noch immer nach einer regeltechnischen Begründung für den nach Lehrmeinung zu verhängenden indirekten Freistoß - und hier eine Tätlichkeit (oder gewaltsames Verhalten) oder ein grobes Foulspiel konstruieren zu wollen ist einfach vollkommen daneben.

    Du liegst richtig, das lautete früher ein klein wenig anders. Dann bleibt eigentlich nur noch, dass ein solches Verhalten unerwünscht und damit unsportlich, aber dafür nicht zu verwarnen ist - oder die Regel hat sich geändert und das ist bisher nicht aufgefallen respektive coronabedingt nicht detailliert kommuniziert worden.

    Und genau daraus

    die nicht einmal in der Lage ist mehr als 5 Sätze am Stück zu lesen

    sollte das folgen:

    Wer aber mit der Länge dieses Textes bereits überfordert ist, der sollte sich auch nicht anmaßen, über Schiedsrichterleistungen zu reden, das Regelwerk ist bekanntlich bedeutend länger ...

    Und wer in der Lage ist, den Text in voller Länge zu verstehen - und ich bin noch immer fest der Überzeugung, dass die meisten Lesenden das könnten, wenn sie es denn wollten -, genau für den soll und muss er diese Inhalte haben.

    Wer aber mit der Länge dieses Textes bereits überfordert ist, der sollte sich auch nicht anmaßen, über Schiedsrichterleistungen zu reden, das Regelwerk ist bekanntlich bedeutend länger ...


    Ja, eine bessere Ausbildung wäre wünschenswert, ist aber praktisch kaum machbar. Ich fände auch eine praktische Prüfung im Neulingslehrgang gut, würde mich auch, trotz vieler Jahre an der Pfeife, über gelegentliches Feedback freuen, wobei ich vor allem Tipps als sinnvoll ansehe, was man wie besser machen kann, um die Fehler, die ich gemacht habe, weiß ich selbst. Aber: Wer soll das leisten? Weder gibt es genügend Coaches noch ist vorstellbar, dass die Vereine für eine praktische Prüfung Mannschaften in hinreichender Zahl abstellen.

    Nicht so ganz: Rempeln per se ist ja nicht verboten, da wird ja schon genauer differenziert, welche Rempeleien nicht zugelassen sind - und wir haben hier keinerlei Indiz für Rücksichtslosigkeit oder übertriebene Härte, selbst eine Fahrlässigkeit halte ich hier nicht für gegeben (und damit wäre auch der vermeintliche Widerspruch aufgelöst), wobei sich eine Rempelei und Fahrlässigkeit eigentlich ohnehin ausschließen. Damit ist Regel 12.1 eben nicht anwendbar, ganz losgelöst von der Frage, ob die spezielle Regel nicht der allgemeinen Regel vorgeht. Unter Berücksichtigung der Regel 12.4 und der Generalklausel, dass für alle nicht näher bezeichneten Regelverstöße der indirekte Freistoß vorgesehen ist, ist dann eben auf idF zu entscheiden.

    Behindern des Gegners liegt vor, wenn sich ein Spieler in den Weg eines Gegners stellt, ihn auflaufen lässt oder zum Abbremsen oder zu einer Richtungsänderung zwingt, wobei der Ball für beide Spieler nicht in spielbarer Distanz ist.

    Und genau hier liegt Dein Fehler!

    Was sagt die Fallgestaltung? Der Abwehrspieler steht da, stellt sich also nicht in den Weg, lässt den Angreifer nicht auflaufen, allenfalls würde er den durch bloße physische Präsenz zur Richtungsänderung zwingen, da sich der Abwehrspieler aber nicht bewegt, wird er also nicht aktiv - und damit ist der zitierte Regelpassus für die konkrete Frage nicht zutreffend. Soviel zum Thema lesen und verstehen.


    Und zur Klarstellung: Der Sachverhalt ist hinreichend erörtert, die Frage, wie das in Deutschland - und das ist maßgeblich - angewendet werden soll, zweifelsfrei geklärt. Hier sollten jetzt bitte nur noch neue und fachlich abgesicherte Argumente kommen, alles andere wird gelöscht werden.

    Ehrlich gesagt: Auf diese Diskussion habe ich keine Lust.


    Erstens haben wir in Deutschland eine ganz klare Lage, wie wir die Regel anzuwenden haben. Es macht keinen Sinn, das jetzt aufzurollen. Schon damit könnte man die Diskussion beenden.

    Zweitens veränderst Du wesentliche Parameter der Fallgestaltung - und dann kommen selbstverständlich andere Ergebnisse heraus.

    Drittens ist ein physischer Kontakt, ohne dass der Ball in der Nähe ist, im Regelfall keine Tätlichkeit, da müssen schon andere Details wie Heftigkeit, Vorsatz, provokative Absicht o.ä. dazu kommen - im Ausgangsfall ging es aber um eine doch spieltypische Handlung, daraus eine Tätlichkeit zu konstruieren, ist tatsächlich eigensinnig-exotisch.

    Du übersiehst eine Kleinigkeit:

    "Bei laufendem Spiel und einem physischen Vergehen eines Spielers innerhalb des Spielfelds gegen: einen Gegner: indirekter oder direkter Freistoß oder Strafstoß"

    Damit ist der indirekte Freistoß bei einem physischen Vergehen - das bedeutet immer einen Körperkontakt - nicht ausgeschlossen.

    "Befindet sich der Ball in spielbarer Distanz, darf der Spieler vom Gegner regelkonform gerempelt werden."

    Daraus kann eindeutig geschlossen werden, dass der Gegner nicht gerempelt werden darf, wenn der Ball nicht in spielbarer Distanz ist, was aber nichts daran ändert, dass die Art der Rempelei grundsätzlich regelkonform wäre. Und jetzt kommt die Reihenfolge ins Spiel, denn Regel 12.1 regelt den Grundsatz, danach kommen Ergänzungen, Differenzierungen und Ausnahmen - und Regel 12.4 beschreibt klar (siehe oben), dass auch ein physisches Vergehen nicht zwingend ein indirekter Freistoß bedeutet. Es ist kompliziert, von hinten durch die Brust ins Auge und man hätte das sicher einfacher darstellen oder noch besser einfacher regeln können (z.B. eine explizite Definition "technischer" Vergehen wie Abseits, Doppelberührung und Unsportlichkeiten --> indirekter Freistoß, alles andere direkter Freistoß), aber es ist nun einmal, wie es ist.

    Wir können die Sache abkürzen:


    Die gängige Regelauslegung in Deutschland lautet für den Fall klar und eindeutig indirekter Freistoß und geht auch mit Regel 12.4 konform - und das ist für uns aktive Schiedsrichter verbindlich.


    @Die Macke:

    So sehr ich Blicke über den Tellerrand schätze, es ist nicht hilfreich, alle paar Monate hier reinzuschneien, alles aufzumischen und dabei doch etwas eigensinnig-exotische Ansichten zu verbreiten, besonders, wenn man gar nicht mehr an der Pfeife aktiv ist.

    In der lockeren Nachbesprechung meines heutigen Spieles meinte der Jugendleiter des Vereins, dass er doch liebend gerne mal eine Checkliste hätte, die er Trainern und Eltern geben könnte, wie das jetzt mit den offiziellen Schiris wäre. Nun, eine solche Liste kann ich zwar auch nicht erstellen, da helfen Anstand, gesunder Menschenverstand und das Regelbuch am meisten (und die Formalien, wann ein Spielbericht nun freizugeben ist, will ich hier echt nicht aufzählen), aber so ein paar Hinweise allgemeiner Art, die sich alle zu Herzen nehmen sollten, kann ich schon geben:


    Liebe Trainer, Eltern und andere Betroffene und Interessierte,


    Ihr Kind, Schützling, Enkel etc. ist jetzt fußballerisch in einer Altersklasse oder Liga angekommen, die, wie es fachlich korrekt heißt, angesetzt wird, d.h. dort kommen offizielle Schiedsrichter zum Einsatz.


    Zunächst einmal sollten sich alle über diesen Umstand freuen: Es ist Schluss mit pfeifenden Eltern, Trainern etc., die sich sicherlich alle Mühe geben, aber eben doch des Öfteren Mängel im fachlichen Wissen, bei der Neutralität und andernorts haben. Womit wir beim ersten Punkt wären: Alle Schiedsrichter haben nicht nur die Regelprüfung absolviert, die müssen auch einmal im Jahr in der „Leistungsprüfung“ einen Fitness- und einen Regeltest absolvieren, haben also üblicherweise mehr Ahnung von den Regeln als alle übrigen Anwesenden auf dem Sportplatz – und manche Regel ist sehr speziell und/oder verblüffend. Und da schließt sich schon der zweite Punkt an: Vertrauen Sie dem Schiedsrichter, der weiß, was er tut, auch wenn das manchmal für Sie nicht so aussehen mag.


    Natürlich machen auch Schiedsrichter Fehler. Ich könnte jetzt böse sein und darauf verweisen, dass die Welt doch in Ordnung ist, wenn der Schiri nicht mehr Fehler macht als die Spieler Fehlpässe etc. – und überlegen Sie bitte, dass der Schiedsrichter bei jedem Ballkontakt und weit darüber hinaus eine Entscheidung fällen muss. Dazu kommt: Jeder hat eine Perspektive und „die Wahrheit“ gibt es nicht. Sie haben einen anderen Blickwinkel und sehen etwas anderes als der Schiedsrichter, beides kann daher richtig sein – aber die Perspektive des Schiris ist die, die zählt. Und der Schiri muss sich auf das verlassen, was er sieht und hört, selbst wenn er ahnt, dass da mehr passiert ist oder er etwas nicht sehen konnte. Ich kenne aber keinen Schiri, der absichtlich falsch entscheidet, akzeptieren Sie daher bitte die Entscheidungen – und denken Sie daran, gerade in der Altersklasse, in der Ihr Kind spielt, kommen oft junge Schiris mit noch nicht so viel Erfahrung und Standvermögen zum Einsatz, zu viel „Action“ von draußen kann schnell dafür sorgen, dass so ein junger Schiri wieder aufgibt.


    Was ist aber nun wirklich wichtig?

    Die Regeln sind einzuhalten. Das beginnt bei Banalitäten, denn der Schiri wird darauf achten, dass alle schmückenden Gegenstände abgelegt werden. Dann gibt es klare Formalitäten: Eine Auswechslung muss in einer Spielunterbrechung angemeldet werden, bedarf der Zustimmung des Schiedsrichters, der muss erkennen können, wer geht und wer kommen soll, der Spieler, der ausgewechselt wird, hat das Spielfeld auf dem kürzesten Weg zu verlassen und der neue Spieler darf erst auf Zeichen des Schiris auf das Feld. Apropos auf das Feld: Auch wenn Sie das bisher anders gewohnt waren, selbst bei einer Verletzung darf ein Trainer/Betreuer erst auf das Feld, wenn der Schiri dazu auffordert, die einzige Ausnahme einer lebensbedrohlichen Situation tritt hoffentlich nicht ein.


    Der Schiri wird auch auf korrekt ausgeführte Einwürfe achten, weiß, wie man einen indirekten Freistoß anzeigt, kümmert sich um Abseits (und seien Sie da bitte ein wenig großzügig, der kann nicht auf zwei Abseitslinien und in Spielnähe gleichzeitig sein) und weiß auch, ob und wann er die Vorteilsbestimmung anwenden kann/soll/muss – geben Sie ihm auch hier etwas Zeit, da das manchmal auch einige Augenblicke dauert. Völlig überflüssig ist auch die Reklamiererei „Aus“, das entscheidet der Schiri selbst, vor allem wird er das aber erst tun, wenn der Ball auch wirklich aus dem Spielfeld ist.

    Besonders schwierig wird es, wenn der Schiri persönliche Strafen ausspricht, insbesondere, wenn dabei noch keine Karten gezeigt werden dürfen. Sicher, manchmal ist das sonnenklar, oft genug aber eben nicht – und der Schiri wird das dem Spieler schon mitteilen, es ist aber nicht seine Aufgabe, auch noch an die Seite zu laufen und Ihnen das zu erklären.


    Übrigens: Wenn Sie der Meinung sind, dass der Schiri es nicht kann – ich kenne keinen Fußballkreis, der sich nicht über neue Schiris freuen würde, melden Sie sich zum Lehrgang an. Und wenn ein Schiri es wirklich nicht kann – selten, aber kommt vor –, wird der nicht lange Schiri bleiben, denn entweder merkt der das selbst und hört auf oder das spricht sich schnell herum, denn Sie können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie kommunikativ Schiris sind (und der Schiri des vorhergehenden oder des folgenden Spieles bekommt ganz zwangsläufig einiges mit); meist aber ist nicht der Schiri schlecht, sondern Ihre Regelkenntnisse (das Regelwerk mal zu lesen könnte sehr aufschlussreich sein, aber mehr als 100 Seiten sind nicht ohne) und/oder Ihre Wahrnehmung, doch dazu hatte ich doch schon einmal etwas geschrieben.


    Warum ich das schreibe? Ich habe nur selten das Vergnügen, in diesen Altersklassen angesetzt zu werden, als alter Sack merke ich aber immer sehr schnell, wen ich da wie einnorden muss respektive wo da Mängel in den Kenntnissen bestehen. Gerade heute hatte ich mal wieder so einen Fall und ich bin mir sicher, wenn sie wollen, könnten beide Mannschaften jetzt korrekt wechseln (und in einem Freundschaftsspiel kann man das, auch wenn es nicht 100 % regelkonform ist, auch ohne Kartenflut vermitteln).


    Gerne dürfen Sie das an Ihre Trainer, Eltern etc. verteilen, sachliches (und am besten fundiertes) Feedback ist gerne gesehen – aber bitte keine Beschwerden über die Leistung von Kollegen.


    ©Manfred von http://www.fussball-sr.de