Beiträge von Manfred

    Wobei es die Kriterien, weil selbst allesamt wieder unbestimmt, eher noch schwieriger machen:


    "Unbedrängt" - subjektiv oder objektiv? Und wie nah darf ein Gegner objektiv sein, damit das Kriterium "unbedrängt" gegeben ist, so die Nähe für die Bestimmung überhaupt taugt.
    "Nicht in einem Zweikampf befindlich" - im Ernstfall auch wieder eine mehr als subjektive Empfindung, denn wann beginnt der Zweikampf?
    "Nicht eine Abwehraktion in höchster Not" - wann ist das der Fall? Der letzte Verteidiger an der Strafraumgrenze, mithin der einzige Verteidiger, der das noch verhindern könnte - ist das schon höchste Not?

    Und damit wird die Regel wieder einmal - und ohne Not - noch ein Stück komplizierter, denn was um alles in der Welt ist eine deutliche Richtungsänderung? Laufen wir demnächst mit einem Winkelmesser über den Platz? Realitätsfern ist das ohnehin, nein, es wird immer realitätsferner, der Alleinpfeifer ist doch schon gut, wenn er die Abseitsstellung klar und richtig identifiziert ...


    Um den Irrsinn einmal zu verdeutlichen:
    Schon eine Veränderung der Flugbahn des Balles um wenige Grad kann den entscheidenden Unterschied zwischen Tor und Pfosten ausmachen, in der Wirkung also eine mehr als deutliche, im Winkel aber eine vollkommen unerhebliche Richtungsänderung - und umgekehrt ... Und ein Spieler, der - unbedrängt - sein Bein in die Schussbahn hält und dabei die Flugrichtung des Balles deutlich verändert, spiel


    Wobei:
    Seit wann ist die UEFA für so etwas zuständig?

    Es geht jedoch wie immer um den Sinn und Geist der Regel und das Elfmeterschießen findet nach dem Spiel statt, wo es eben keine Zweikämpfe mehr gibt.

    Eben, es geht um den Sinn und Geist der Regeln - und der oberste Sinn ist, gleiche Voraussetzungen für alle zu schaffen. Schienbeinschone sind unbeliebte Teile, nicht umsonst fehlen die oft beim aufwärmen, werden bei der Einwechslungs erst kurz vor knapp in bedenklich (kleiner) Größe in den Stutzen geschoben etc.; erlaube ich das einem Spieler ohne, habe ich einen formidablen Regelverstoß begangen, der, je nachdem, wieviel Spielpraxis im Sportgericht sitzt, potenziell sogar zu einer Neuansetzung führt, wenn das Sportgericht da einen Vorteil sieht und ausgerechnet dieser Schütze den entscheidenden Schuss gemacht hat.

    Aber würden wir tatsächlich einen Schützen zurückschicken, wenn (nur) wir erkennen, dass die Schienbeinschoner fehlen? Es ist ausgeschlossen, dass er sich im Zweikampf verletzt.

    Zweifellos kann er sich da - eigentlich - nicht mehr verletzen, aber wird sind da wieder im Bereich Chancengleichheit, denn es wäre immerhin im Rahmen der Möglichkeiten, dass sich ein Spieler dadurch behindert fühlt, wir mit der Zulassung des Verzichts also einem Spieler einen (unsportlichen) Vorteil gewähren.

    Muss der neue Spieler, der sich ins Tor stellt, zwingend wenigstens ein Laibchen überziehen, damit man ihn nicht mit seinen Mitspielern verwechselt?

    Ja - und wenn er sein Trikot "auf links" anzieht. Ein Elfmeterschießen verlangt uns, gerade als Alleinpfeifer, schon viel Aufmerksamkeit ab, wir müssen darauf achten, dass kein Spieler zum Einsatz kommt, der am Ende des Spieles nicht auf dem Feld war, dass alle ihre vorgesehenen Positionen einnehmen etc.; da möchte ich nicht auch noch darauf achten, wer von den Kadetten jetzt der Torwart ist, sollte der sich nicht am vorgesehenen Ort aufhalten.

    Überprüft ihr wirklich das Schuhwerk, wenn ihr seht, dass es gewechselt wird?

    Wenn ich das mitbekomme bestimmt - und hier sogar sorgfältiger als sonst, ist der Umstand, dass es explizit jetzt gewechselt wird, doch einer der Art, der mein Misstrauen errregt.

    Die Frage bezogen auf Schienbeinschoner gab es hier tatsächlich 2014 schon einmal und die waren damals zumindest in Hessen anscheinend erlaubt.

    Wäre mir nicht bekannt - und aus dem eigenen Landesverband sollte ich das eigentlich wissen.

    Ich will nicht wissen, wieviele SR oder auch Beamten ihre unantastbare Glaubwürdigkeit missbrauchen oder sich einfach auch nur irren.

    Sorry, das kann ich so nicht stehen lassen.


    Klar, irren ist menschlich und kann jedem passieren - ärgerlich, aber unvermeidbar.


    Aber weder SR noch Beamte haben eine unantastbare Glaubwürdigkeit, deren Einlassungen müssen schon plausibel und glaubwürdig sein, sonst obsiegen auch da die Zweifel - und es gilt der Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten. Allerdings haben die genannten Gruppen in der Regel eine höhere Glaubwürdigkeit, da sie für ihre Funktion entsprechend gut ausgebildet sind und zudem regelmäßig gehörige Praxiserfahrung haben. Natürlich ist es nie auszuschließen, dass Einzelne hier auch Missbrauch des besonderen Vertrauens betreiben, aber Deine Äußerung suggeriert, dass das häufig vorkäme - das entspricht aber weder meinen Erfahrungen noch der objektiven Rechtsrealität, die Quote der Fälle, in denen plausibel gemacht werden kann, dass ein Missbrauch vorliegt, ist erfreulich klein.

    Dann müsste sich das andere Team ggf. entscheiden, ob der schlecht schießenende Torwart oder der beste Schütze das Elfmeterschießen bestreitet.

    Oder man wählt den Kompromiss aus mittelmäßigem Schützen und mittelmäßigem Torwart, manch Feldspieler hat ja schon gewisse Qualitäten diesbezüglich.

    Beide Mannschaften haben sich zu dezimieren, die vier Strafstöße sind jeweils von den verbliebenen Spielern zu schießen, der fünfte darf dann erstmalig "doppelt" ausgeführt werden.


    Wir reden hier nicht über eine Spielfortsetung, die Mindestspielerzahl greift daher nicht mehr.

    bei jedem Mal "Ball aus dem Spiel" Knopf drücken und bei jeder Spielfortsetzung nochmal drücken und wenn's piepst ist das Spiel zu Ende

    Und vor lauter Uhr drücken bekomme ich nur noch die Hälfte mit, etwa, ob der Ball beim Freistoß geruht hat, jemand im Abseits stand etc., zudem ist das Fehlbedienungsrisiko zu groß. Und was die Nettospielzeit angeht: Den Abpfiff, wenn der Stürmer mit dem Ball alleine auf das Tor zuläuft um das entscheidende Tor zu schließen, aber die Uhr piept ... und wenn Du nicht abpfeifst, hört es jemand und reklamiert nicht ganz unberechtigt. Von der Pieperei halte ich gar nichts, damit hat man nur Ärger.

    Und genau deshalb verstehe ich Deine Vorbehalte ehrlich gesagt nicht.

    Und eben aus der praktischen Erfahrung kommen die Vorbehalte. Zwei Zeitstrafen, die nicht zeitgleich begonnen haben, sind schon nicht ganz einfach zu handhaben, letztlich muss ja auch noch klar sein (und überwacht werden), wer denn da jetzt wirklich zurück auf das Feld kommt - und das bei laufendem Spiel.

    Ein taktisches Foul in der 60. Spielminute wird mit Gelb und 5 Minuten Zeitstrafe bestraft.

    Das gleiche taktische Foul in der 89. Spielminute wird jedoch nur mit Gelb und 1 Minute Zeitstrafe bestraft (Nettospielzeit!).

    Das Problem habe ich nicht angesprochen, weil es sich nicht stellt, das ist eben so, auch bei Bruttospielzeit - eine Zeitstrafe kann es ja auch in der letzten Minute der Nachspielzeit geben, die dauert womöglich sogar nur Sekunden ...

    Wenn ein AW-Spieler zu früh reinläuft, bekommt er Gelb, muss wieder vom Feld, wartet bis der auszuwechselnde Spieler runter ist und kommt dann rein.

    5 Minuten Strafe kann es ja aber eigentlich nur für Spieler geben. Heisst also eigentich dass der auszuwechselnde geht runter und der neue darf trotz Gelb sofort drauf. Oder muss der erstmal 5 Minuten Bankdrücken? Was wäre dann aber mit AW-Spielern, die Gelb sehen ohne dass sie eingewechselt werden?

    Der Aspekt "Gelb für Bankdrücker", stimmt, der fehlt bisher komplett.

    Zeitstrafen sind unübersichtlich im Handling und bringen Unruhe in jedweden Spielfluss (für beide(!) Teams).

    Das hingegen kann ich so nicht bestätigen - bei uns gibt es den FaZ im Jugendbereich schon sehr lange und seit Saisonbeginn auch im unteren Herrenbereich, Unruhe entsteht allenfalls bei dem üblichen Prozedere "Wie lange noch?".

    Wie kommst Du darauf, dass die Spieler alle von einer Mannschaft sein müssen? Gerade gegen Ende, wenn die Kräfte ohnehin schwinden, nehmen "taktische" Fouls zu und des Öfteren wird es auch ruppiger, dazu "bedankt" sich der gefoulte Spieler manchmal auch mit wenig freundlichen Worten oder einem Schubser ...

    Man muss sich ebenfalls von dem Gedanken lösen, dass nicht alles auch für die Betonliga gelten muss.

    Das hatte ich ja vorher schon geschrieben - im Profibereich mag das funktionieren ...

    Ein Spieler. der gerade eine Zeitstrafe absitzt, hat seinen Status als Spieler nicht verloren.

    Widerspricht aber der aktuellen Auslegung - und müsste zumindest klargestellt werden.

    Weiterhin sehe ich das Problem beim TW.

    Das wiederum sehe ich nicht, dann muss eben ausgewechselt werden/ein Feldspieler übernehmen.

    Ob ich nun einen Trottel oder fünf reinwinke ist doch egal.

    Mein Limit zur Überwachung von Zeitstrafen als Alleinpfeifer liegt bei maximal 3 bis 4 Spielern, immerhin können die unterschiedliche "Anfangszeiten" haben - bei einem hitzigen Spiel gibt es aber auch mal 6 oder 7 Verwarnungen innerhalb weniger Minuten.

    Nettospielzeit ist gut, wenn es technisch geht.

    Nettospielzeit ist eine Spielerei für Profi-Ligen, das ist im Amateurbereich und für Alleinpfeifer schon gar nicht umsetzbar.


    Von der Abschaffung des Einwurfes halte ich gar nichts, die Diskussionen, ob der Ball nun zum ausführenden Spieler gespielt wurde oder doch schon das Spiel fortgesetzt wurde ... nein danke, gleiches gilt für die Modifikation beim Freistoß, die nur dann Sinn machen würde, wenn der Freistoß zwingend per Pfiff freizugeben ist - und da wären wir wieder im Profi-Bereich, wo das entgegen der Regel ja leider üblich ist.


    Die Zeitstrafe zusätzlich zur Gelben Karte - da bin ich ambivalent, einerseits gerne, andererseits habe ich dann im Extremfall mal eben 4, 5 oder mehr Zeitstrafen parallel laufen, eine Rudelbildung würde ggf. schon reichen.


    Wechselkontingent - einerseits eher eine hypothetische Diskussion, haben viele Vereine doch schon jetzt nicht genügend Auswechselspieler, andererseits für die Jugend gut, da können mehr Spieler im Sinne des Sportes zu Einsatz kommen, aber dann hakt es wieder bei der Nettospielzeit; unendlich lange Spiele will keiner und schon der heute im unteren Bereich zulässige Rückwechsel gibt eine Vorstellung, was dann auf uns zukäme, man müsste also wenigstens den Rückwechsel wieder abschaffen.

    Offen gestanden: Ob explizit im Regelwerk verankert oder nicht, die Frage ist eher akademischer Natur, denn es ist doch vollkommen klar, dass der Mehrwert von SRA aus dem Umstand resultiert, dass das Spiel zwischen SR und SRA stattfindet - alleine schon deshalb müsste sich der SR fragen lassen, ob er das nicht gemerkt hat, zur Not hätte der seinen Laufweg anpassen können.


    Leider geht aus den Schilderungen von Comox nur hervor, dass das Stellungsspiel grottig war, aber nicht, ob dies auch zu - womöglich vermeidbaren - Fehlentscheidungen führte, denn Fehlentscheidungen wären unstrittige Aspekte für Abzüge.


    Tatsächlich muss der SR einen Abzug für sein schlechtes Stellungsspiel bekommen, er hätte die Möglichkeit gehabt, die Assistenten anders aufzustellen respektive seinen Laufweg anzupassen. Unabhängig vom Abzug erschiene mir aber eine "Fußnote" bei der Beobachtungsnote angebracht, denn auffallen müssen hätte das allen drei Beteiligten (der Assistent muss schon merken, dass da etwas schief läuft).