Beiträge von Manfred

    Einfach mal zu Ende gedacht:
    Eine Situation, bei der das Spiel mit Freistoß fortzusetzen wäre, bedingt auch eine persönliche Strafe. Bevor der SR den Ball sperren kann, ist der Freistoß bereits ausgeführt und führt auch zu einem aussichtsreichen Angriff - nach neuer Regel soll der SR laufen lassen und die Karte in der nächsten Unterbrechung nachzeigen. Nur: was ist eigentlich, wenn die nächste Spielunterbrechung wieder ein Freistoß ist, der schnell ausgeführt wird und zu einem aussichtsreichen Angriff führt?

    Ja, es sieht so aus wie im Screenshot - ich verstehe dann einige der früheren Posts nicht. Aber natürlich schließt sich die Folgefrage an, wie ich eigentlich verfahren muss, wenn - leider nicht unüblich - die Namensangabe verweigert wird und ich aus den drei Typen, die da stehen, nicht erkennen kann, welcher der "Ranghöchste" ist respektive die Frage, wie sich eigentlich die "Ränge" definieren; Trainer - Trainerassistent (wenn vorhanden) - und dann?

    Mark

    Wenn schon, dann müssen wir vor allem kritisieren, dass der DFB uns SR faktisch ins Messer laufen lässt, in dem eben diverse Details, die zumindest Fragen aufwerfen - beispielsweise hier oder bei der Frage Karten für Offizielle -, einfach nicht vorab geklärt und mitgeteilt werden. Dadurch entstehen unterschiedliche Interpretationen und Auslegungen, die nicht nur bei uns SR schwer wieder "abzuschaffen" sind, auch die Spieler lernen bei den Neuheiten Dinge, die eben möglicherweise gar nicht zutreffend sind, uns so aber wieder auf die Füße fallen. Ein recht schmales Blatt von Lutz Wagner ist eben einfach nicht ausreichend - und wenn der DFB wirklich gut wäre, gäbe es schon lange ein FAQ-Board zu den Regeln und deren Änderungen. Ich komme mir fast vor wie BestRefinTown: Was ich nicht kenne, kann ich auch nicht anwenden.

    Eingangs des Themas steht in mehreren Beiträgen, dass es (zunächst) keine besondere Erfassungsmöglichkeit für Karten gegen Offizielle geben wird, jetzt stellst Du in den Raum, dass die Ampelkarte im eSB aufgeführt ist - es wird immer verworrener ...

    Ich gehe sogar noch weiter:
    Die neue Spielsituation ist in diesem Fall, dass der Ball im Spiel ist - dies ist der gravierende Unterschied zum vorherigen Zustand "Ball nicht im Spiel". Der Eingriff ist natürlich nur zulässig, wenn der Spieler es ohne schuldhaftes Zögern schlicht noch nicht geschafft hat, den Strafraum zu verlassen, was durchaus bedeutet, dass er sich einer gewissen Eile befleißigen muss.


    Wobei sich die Frage anschließt:
    Lässt sich der Spieler Zeit und ist nur deshab noch nicht aus dem Strafraum, darf er natürlich nicht eingreifen. Wenn er es aber dennoch tut: Indirekter Freistoß am Ort des Eingriffs oder Wiederholung des Abstoßes? Und eine Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens?

    Und jetzt sind wir an dem Punkt, an dem wir die Diskussion unterbrechen sollten - es gibt hier eine Unklarheit, die wir auf unserer Ebene nicht klären können. Stefan hat für seinen Verband eine Information, ob das in den anderen Verbänden ebenfalls so gehandhabt werden soll, bleibt Mutmaßung, auch der englische Text hilft hier nicht wirklich weiter, wobei ich dem Pfeifer zustimme, dass es - lösgelöst von individuellen Fähigkeiten - nicht unsere Aufgabe ist und sein kann, derartige Quellenrecherchen vorzunehmen, die oft genug dann schon anders interpretiert wurden/werden sollten. Lasst uns also bitte eine Pause machen und die Frage mit den jeweiligen Lehrwarten klären.

    Gibt es dann auch Gelb/Rot oder ist es besser nur Rot zu zeigen?

    Eine außerordentlich spannende Frage! Wobei ich davon ausgehe, dass es hier nach der Gelben Karte nur noch die Rote Karte gibt, der Effekt Innenraumverweis ist ja gleich. Von der Nutzung einer Ampelkarte rate ich - es sei denn, es kommt verbandsseitig noch eine andere Weisung - sogar ausdrücklich ab, da mit der Ampel assoziiert wird, dass es "das war" (sprich es folgt keine weitere Strafe), was beim Innenraumverweis aber eher nicht der Fall sein wird, da dürfte regelmäßig eine weitere Strafe (meist ein Ordnungsgeld) folgen.

    Hat schon jemand Erkenntnisse, wie wir Karten, die wir ja nun auch Offiziellen zeigen, im Spielbericht eintragen? Muss das unter Bemerkungen erfolgen oder geht das in der Tabelle mit den Spieler respektive gibt es noch eine andere Variante?

    Manchmal sind die Alten doch im Vorteil, denn ganz neu ist die Regel nun wieder nicht, die gab es schon einmal … Und damit ist klar: Entscheidet sich der Gewinner des Münzwurfes für den Anstoß, so hat er den Vorteil aus dem Gewinn ausgeübt - und der Verlierer "muss" sich für eine Seite entscheiden.

    Vorsicht, auch die Sportgerichtsbarkeit muss die Verhältnismäßigkeit wahren, ansonsten wird sie ganz schnell von den staatlichen Gerichten (so diese denn angerufen werden) "kassiert".


    Allerdings: Es geht mir weniger darum, dass ich den Verkauf von SR-Karten für zu streng bestraft halte (obwohl sie das zweifelsfrei ist), sondern eher die sonst üblichen sportrechtlichen Strafen gerade in schweren Fällen für zu gering.

    Unser Bundesliga-Schiri Patrick Ittrich beklagt sich über mangelnden Respekt und häufige Diskussionen: Artikel


    Lieber Patrick, Du liegst vollkommen richtig - aber Ihr "oben" erntet nur, was Ihr jahrelang gesät habt und was uns "unten" auch viel Ärger macht. Zeigt bei Protesten konsequent die Gelbe Karte (die "oben" durch die Gelbsperre ohnehin meist mehr Gewicht hat als "unten", wo Gelbsperren eher die Ausnahme sind), das regelt sich relativ schnell ein. Von dem Gedanken, dass nur der Kapitän protestieren darf, halte ich hingegen gar nichts, damit geht eher Zeit verloren - Manuel Neuer muss immer erst über das ganze Feld laufen ...

    Das Problem ist doch, dass der reine Regeltext die entscheidenden Fragen nicht im Detail beantwortet - und da kommt Sinn und Geist der Regel ins Spiel. Damit nun nicht jeder SR dies anders interpretiert, gibt es doch die Auslegungshinweise des DFB (übrigens die beste Lösung, besser als "Lehrmeinungen" oder Fallbesprechungen in der SR-Zeitung, da einfach nachlesbar).


    Ich interpretiere das so - übrigens wie bisher -, dass die Gegner aus dem Strafraum müssen bzw. beim Freistoß im Strafraum zusätzlich auf Abstand müssen und dabei nicht schuldhaft verzögern dürfen. Durch die schnelle Ausführung verzichtet die ausführende Mannschaft faktisch auf den Abstand, eine Intervention des SR ist nur erforderlich, wenn ein Gegner unmittelbar interveniert (also die Ballabgabe blockiert). Spätestens mit dem nächsten Ballkontakt ist diesbezüglich alles erledigt, jede andere Variante wäre durch den SR auch gar nicht mehr kontrollierbar.

    Wobei: Auch ein Regelabend ist kein Garant für einheitliche Regelanwendung. Wir erleben doch gerade, dass es durchaus im Detail noch Fragen gibt - beim SR-Ball sieht es übrigens kaum besser aus, da ist auch weitaus mehr passiert, als es der reine Regeltext zunächst erahnen lässt -, die einem definitiv nicht zwingend sofort einfallen.

    Kommen wir doch mal zurück zu den Basics:


    Der uns offiziell übermittelte Text der Regeländerung lautet wie folgt:

    Zitat

    Regel 9

    • Wenn der Ball den Schiedsrichter (oder einen anderen Spieloffiziellen) berührt und danach ins Tor geht, der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff lanciert/gestartet wird, gibt es einen Schiedsrichterball.

    Sorry, wenn die gegnerische Mannschaft danach Einwurf hat, ist das für mich auch ein Ballwechsel.


    Aber allgemein:
    Mir scheint, das ist alles nicht durchdacht und (hoffentlich) verständlich, wenn das Regelwerk komplett vorliegt.


    Und ergänzend:
    Bis dato ist mir nicht klar, ob es den "neutralen" SR-Ball weiterhin gibt - und es gibt durchaus Konstellationen, in denen dieser weiterhin angezeigt wäre. Ich habe jetzt mal bei meinem Lehrwart angefragt.