Vorteilsbestimmung bei Foulspielen

  • Bei dem BL-Spiel Bielefeld : Schalke hat SR Wagner nach Foulspiel auf Vorteil entschieden, danach aber das Spiel unterbrochen und auf FS entschieden.
    Leider etwas unglücklich, da trotzdem ein Angreifer den Ball erhalten hat.


    Der Reporter dieser Begegnung kommentiere dies wie folgt:


    Die Schiedsrichter lassen sich in dieser Situation 3 Sekunden Zeit !


    Diese Aussage kann ich pauschal nicht bestätigen, daher die Frage:


    Wie geht ihr mit der Vorteilsbestimmung um ??

    "Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben."
    - Fritz Walter († 17. Juni 2002)

  • Vorteilsauslegung ist ja nach 2-3 Sekunden nach dem Foulspiel noch möglich,
    ich persönlich wende die Vorteilsregel öfters an, auch wenn die Mannschaften dies nicht immer verstehen.

    Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau.
    Bis auf das eine Mal, als sie mit auf´s Hochzeitsfoto wollte...

  • Wie Mr. Scholl schon geschrieben hat, stehen uns einige Sekunden zu, um zu schauen, ob sich ein Vorteil entwickelt.


    Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag, auch die Bundesligaschiris. Daher kann es da auch mal vorkommen, dass der SR nicht so schnell realisiert, ob ein Vorteil eingetreten ist oder nicht.


    Ich warte auch meistens ab, ob ein Vorteil eintritt oder nicht. Es sei denn, es ist ein härteres Foul und dieses war nicht kurz vor dem gegnerischen Tor, dass sich ein guter Vorteil entwickelt hätte.
    Und bei einem Stürmerfoul sehe ich auch keinen Grund zur Vorteilsanwendung.

  • Den Pfiff vom Kollegen Wagner kann ich nachvollziehen. Der Ball kam zu einem Bielefelder Spieler, dieser versprang ihm jedoch, daß der Ball dann zu einem Schalker gelang. Da man von einem BL-SPieler erwarten sollte, daß er den Ball stoppen kann, ohne das dieser 3 m wegspringt :D , hätt ich wohl auch im gleichen Moment gepfiffen.


    In meinen Spielleitungen hab ich mir angewöhnt nur Vorteil zu geben wenn es wirklich Sinn macht, d.h. auch eine aussichtsreiche Situation entsteht. Wenn es sich um ein Foulspiel irgendwo im Niemannsland des Mittelfeldes handelt, pfeife ich lieber. In den Ligen, wo ich unterwegs bin wollen die Leute meist den Freistoß. Die Vorteilsregel kapieren da die wenigsten ... die denken, wenn man nicht pfeift, daß man es nicht gesehen hat und so kann schnell Unruhe entstehen.

    'Dann würden einigen Stammtischen die Themen ausgehen.' (Hoffenheims Verteidiger Christian Eichner über die Folgen einer Einführung des TV-Beweises)

  • ich lasse wenn möglich das spiel laufen vorsicht bei der vorteilsauslegung in der nähe des eigenen strafraums ich spiele selber noch fussball in der b-jugend und da ist aus einem "VORTEIL" schon mal ein gegentor geworden.
    wir spielen in der kreisliga donnersberg kaiserslautern und da ist es oft unterschiedlich mit den auslegungen bei heim und auswärtsspielen (2 verschiedene kreise) zum beispiel ein auswärtsspiel in kaiserslautern nach einem foul schaute mei mitspieler ungläubig zum schiri und der sagte zu diesem ich kann nicht pfeifen ihr habt den ball .ich dachte es heist vorteilsauslegung und nicht ihr habt den ball.wo ist da der vorteil.dieser sr hat übrigens sehr wenige meter zurückgelegt z.B. ein gegentor beide stürmer standen 4-5 meter im abseits und der sr zwischen gegnerischm 16er und mittelkreis.schade hätte er das abseits erkannt hätten wir 1nen punkt bekommen .

  • Der Umgang mit der Vorteilsbestimmung ist bei mir ganz unterschiedlich und hängt nicht nur von der Spielsituation, sondern auch von der Altersklasse ab.


    Im Mittelfeld lasse ich generell eher das Spiel laufen, während mit zunehmender Strafraumnähe der zu erwartende Vorteil schon wesentlich deutlicher sein muss. Je älter die Spieler, desto eher gibt es Vorteil, da gerade die ganz Kleinen es oft nicht verstehen, warum es keinen Freistoß gibt, obwohl sie klar gefoult wurden. Wenn der Vorteil ganz klar ist, dann lasse ich das Spiel schon laufen und erkläre dem Spieler, dass ich das Foul sehr wohl gesehen habe, es aber so für seine Mannschaft wohl besser war (geht bis etwa in die E-Jugend, dann können die es so langsam verstehen).


    Mit der Ausschöpfung der Zeitspanne von bis zu 3 Sekunden habe ich eher negative Erfahrungen gemacht, da viele Spieler (und auch Trainer und Zuschauer) das eher als Entscheidungsschwäche auffassen und glauben, ihre Reklamationen hätten die Entscheidung beeinflusst. Ich zögere bei der Entscheidung meistens nur noch dann im Rahmen der Regel hinaus, wenn der Vorteil eigentlich schon klar gegeben ist, aber beispielsweise davon abhängt, ob es dem Gefoulten noch gelingt, den Ball zu erreichen.

  • Ich halte es mit der Vorteilsregel wie Manfred. Allerdings gebe ich bei unseren ausländischen Mitbürgern keinen Vorteil. Ich habe festgestellt, wenn sie gefoult werden, wollen sie auch einen Freistoß und keinen Vorteil.

  • Manfred;547 schrieb:

    Mit der Ausschöpfung der Zeitspanne von bis zu 3 Sekunden habe ich eher negative Erfahrungen gemacht, da viele Spieler (und auch Trainer und Zuschauer) das eher als Entscheidungsschwäche auffassen und glauben, ihre Reklamationen hätten die Entscheidung beeinflusst.


    Beim verzögerten Pfiff laufe ich meist direkt zum Tatort, das verstehen größtenteils auch die unkundigen Zuschauer.
    So Spielereien wie Vorteil und verzögerter Pfiff werden allerdings auch erst ab einer gewissen Klasse der Spieler richtig interessant. In der Betonliga stört es niemanden, wenn ich jedes Foul sofort pfeife, teilweise wollen die das auch so, wie Udo schreibt.

    In einer Aktion prallten Grevelhörster und Gerick zusammen. Der FC-Stürmer blutete aus der Nase, aber Schiedsrichter Stefan Tendyck aus Gelsenkirchen konnte mit einem Taschentuch aushelfen. Gericks Torriecher wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen: Er markierte das 1:3.


    Westfalen-Blatt (29.5.2017) :D

  • Bei unserer Letzten Sitzung der Jung-Schiris hat Werner Föckler folgendes gesagt:


    Vorteil ist nur selten zu geben.
    Besser der Pfiff, da viele Clubs einstudierte Freistoß Varianten haben. Vorteil im Mittelfeld ist Quatsch, bzw besser gesagt hier mit "bedacht" umgehen. Wie kann im Mittelfeld "vorteil" entstehen. Mal ehrlich jungs...wer selber spielt weis das. Pfiff, und freistoß, dann oist die Kugel auf ein mal am 16'er ... mehr vorteil geht nicht!
    Vorteil am 16'er ist in jedem Fall der Freistoß.


    Ich sehe es genau so. Vorteil ist bei mir ne 1 gegen 1 Stiuation, oder 2 gegen 2. Aber nciht 2 Angreifer gegen 4 Verteidiger. Da pfeiffe ich klar den Freistoß, und kein Vorteil!


    Oftmals brauch ich keien 3 Sekunden, das klärt sich meist n weniger als 3 Sekunden. Besonders in Bezirks Liga und darunter Spielen. Landesliga schon schwieriger!


    Grundlegend aber noch was. Ich denke Vorteil generell muss von Spiel zu Spiel entshc werden. Ein schnelles Spiel lebt mit "Vorteil" und 3 sek regel gut. Ein träges Spiel, C & B Klasse oftmals schon besser mit Pfiff!

  • Hallo.
    Eine Vorteilsentscheidung soll dem Zweck dienen, die benachteiligte Mannschaft (sprich der Mannschaft, gegen die der Regelverstoß begangen wurde) in eine Lage zu versetzen, eine Möglichkeit zur Torerzielung aufrecht zu erhalten. Bei Situationen, in denen dies nicht der Fall ist, also Stürmerfoul oder Geplänkel im Mittelfeld ist ein Vorteil in diesem Sinne nicht gegeben und der Freistoß ist die angebrachte Entscheidung.
    Das Maß für den Vorteil an der Spielklasse festzumachen finde ich persönlich hingegen etwas gefährlich. Es mag richtig sein, daß in den unteren Klassen das Verständnis für die Vorteilsauslegung fehlen mag. Dafür aber einen Spielzug zu unterbinden, der wirklich aussichtsreich ist, entspricht für mein Verständnis aber nicht dem Sinne einer flüssigen Spielleitung.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • wärd ihr so doof gewesen und hättet auf vorteil entschieden (fall wagner)
    1.wäre das ein richtiger vorteil gewesen ?
    2.er stand ungefähr auf höhe der mittellinie und hätte ca. 50 meter sprinten müssen bis er beim geschehen gewesen wäre er ist auch nicht mehr der jüngste

  • maurice;861 schrieb:

    wärd ihr so doof gewesen und hättet auf vorteil entschieden (fall wagner)
    1.wäre das ein richtiger vorteil gewesen ?
    2.er stand ungefähr auf höhe der mittellinie und hätte ca. 50 meter sprinten müssen bis er beim geschehen gewesen wäre er ist auch nicht mehr der jüngste


    Moment mal! Was heißt doof, ich glaube nicht, dass Du ein vollkommen perfekter SR bist und über diese Situation so urteilen kannst.


    maurice;861 schrieb:

    2.er stand ungefähr auf höhe der mittellinie und hätte ca. 50 meter sprinten müssen bis er beim geschehen gewesen wäre er ist auch nicht mehr der jüngste


    Ich wäre an deiner Stelle etwas vorsichtiger mit solchen Äußerungen, da Du mit Sicherheit nicht über die konditionelle Lage von einem Bundesliga-SR bescheit weißt! Ich kann Dir versichern, dass Kondition im DFB-Bereich groß geschrieben wird, dementsprechend ist auch das Laufpensum das jeder einzelne zu absolvieren hat.

  • Zumal die Buli sehr viel schneller ist, als Spiele in unteren Klassen. Und unsere Schiris halten mit, das zeigt, dass sie alle Konditionell auf der Höhe sind.

  • maurice;861 schrieb:

    wärd ihr so doof gewesen und hättet auf vorteil entschieden (fall wagner)
    1.wäre das ein richtiger vorteil gewesen ?
    2.er stand ungefähr auf höhe der mittellinie und hätte ca. 50 meter sprinten müssen bis er beim geschehen gewesen wäre er ist auch nicht mehr der jüngste


    :pfiff_rot:
    Also ein Schiedsrichter entscheidet nicht aus Dummheit heraus, Maurice.
    Falls du es ( nach deinen Worten ) bereits mit 23 Jahren in die Verbandsliga schaffen solltest, dann wirst du zuvor öfters mal merken, dass nicht nur Vorteilsentscheidungen in Sekundenbruchteilen gefällt werden müssen und nicht nur Regelkenntnis, sondern auch Kondition eine sehr große Rolle spielen.


    Ich wäre schon froh, wenn ich nur einen Teil der körperlichen Fitness eines Lutz Wagners hätte ( von der Erfahrung als SR mal ganz abgesehen ).


    Daher abschließend noch ein Wort als ADMIN !!
    :gelbe_karte: Dumme SR gibt es nicht ! Wir alle machen das beste auf dem Platz, daher bitte künftig etwas zurückhaltender mit solchen Äußerungen ! Danke ! :gelbe_karte:

    "Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben."
    - Fritz Walter († 17. Juni 2002)