Regeländerungs-Test 2. Niederländische liga

  • Uhr mit Piepser auf 30 Minuten stellen, bei jedem Mal "Ball aus dem Spiel" Knopf drücken und bei jeder Spielfortsetzung nochmal drücken und wenn's piepst ist das Spiel zu Ende.

    Ich habe seit mehreren Jahren die Spintso als meine Hauptuhr (mittlerweile noch meine Fitbit, die ich parallel laufen lasse). Diese hat ja die Funktion, dass man Unterbrechungen stoppen kann und diese Zeit dann am Ende oben drauf gegeben wird. Am Anfang habe ich das mal gemacht (um genau zu sein 2 Spiele), hab es aber ganz schnell bleiben lassen, weil es einfach aufhält.

    Ich finde die Gefahr einfach zu groß, dass man es mal vergisst und dann habe ich den Salat. Und es geht nicht darum, dass man 1-2 Sekunden zu spät stoppt oder zu spät wieder freigibt, sondern dass man z.B. einfach vergisst, die Uhr wieder loslaufen zu lassen.

    im Profibereich habe ich einen 4. Offiziellen oder eben einen Verantwortlichen von DFL/DFB, der am Spielfeldrand die Uhr bedient. Aber es geht eben dann irgendwann auch um den Alleinpfeifer in der Betonliga...


    Was die Thematik der Zeitstrafe bei Gelb betrifft, da sehe ich auch die Überwachung als Problematik. Angenommen ich habe bei 65:00 eine Verwarnung zum Strafstoß. Dieser wird ausgeführt und verwandelt, der Schütze zieht das Trikot aus, ergo Verwarnung bei 67:20. Nach dem Anstoß kommt es zu einem Vergehen mit Verwarnung bei 69:10. Ich muss im Endeffekt wissen, wer wann auf das Feld zurückdarf, muss ständig auf die Uhr schauen. Und wenn ich einen der drei versehentlich nur 10 Sekunden zu lange draußen lasse, ist Stimmung in der Coaching Zone. Das kann schon zu einem mittleren Chaos führen.

    Natürlich hat man in der Großzahl der Spiele diese Problematik nicht und kann es gut handhaben. Aber gerade bei solchen Vorschlägen sollte man den Worst-Case berücksichtigen.

    Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.
    (Andreas Brehme)

  • bei jedem Mal "Ball aus dem Spiel" Knopf drücken und bei jeder Spielfortsetzung nochmal drücken und wenn's piepst ist das Spiel zu Ende

    Und vor lauter Uhr drücken bekomme ich nur noch die Hälfte mit, etwa, ob der Ball beim Freistoß geruht hat, jemand im Abseits stand etc., zudem ist das Fehlbedienungsrisiko zu groß. Und was die Nettospielzeit angeht: Den Abpfiff, wenn der Stürmer mit dem Ball alleine auf das Tor zuläuft um das entscheidende Tor zu schließen, aber die Uhr piept ... und wenn Du nicht abpfeifst, hört es jemand und reklamiert nicht ganz unberechtigt. Von der Pieperei halte ich gar nichts, damit hat man nur Ärger.

  • Der Aspekt "Gelb für Bankdrücker", stimmt, der fehlt bisher komplett.

    Das hingegen kann ich so nicht bestätigen - bei uns gibt es den FaZ im Jugendbereich schon sehr lange und seit Saisonbeginn auch im unteren Herrenbereich, Unruhe entsteht allenfalls bei dem üblichen Prozedere "Wie lange noch?".

    Ich habe schlechte Erfahrungen mit dem FAZ gemacht. Man benötigt ihn meistens in den letzen 20 Spielminuten- da jedoch hat man genug andere Dinge zu tun als zusätzlich 1-n Zeiten zu managen. Und das ewige Geblöke von draußen "wann sind denn Deine 5 Min endlich um" nach 4 Minuten nerft nicht nur sondern untergräbt auch die Autorität des SR. Dann hast Du noch Verletzungspausen, die letzten Wechsel, die hektischste Phase des Spiels, bist selber schon physisch und psychisch am Anschlag....
    Ich bin klar dafür die FAZ komplett abzuschaffen.
    Selbst die 10jährigen wollen behandelt werden wie Messi. Und aus einer G/R lernen die jungen Kicker sehr schnell.
    These: FAZ braucht keiner.


    Meine Empfehlung an Anwärter: FAD möglichst nur ab dem Zeitpunkt, wo ohnehin nur noch 5 Min zu spielen sind. Vorher finale letzte Ermahnung oder glatt FAD. Der FAZ ist im SHFV nur eine "kann"-Bestimmung.
    Nachteil FAD: Erfordert immer einen separaten Sonderbericht.

  • Ich denke halt es ist weniger eine Zusatzbelastung als eine Umstellung (ja, zugegeben mit etwas mehr Aufwand).

    Nach Sonnenuhr pfeifen geht mit Nettospielzeit ja ohnehin nicht mehr, mit einfacher Armbanduhr wird es in der Tat extrem aufwändig.

    Ich gehe daher davon aus, dass es dafür dann ein spezialisiertes Werkzeug geben wird.


    Das Piepsen muss ja kein Piepsen sein sondern könnte eine Vibration sein, die ein außenstehender gar nicht wahrnimmt (zumal der Stürmer im Beispiel bei Nettospielzeit nunmal leider abgepfiffen gehört).

    Eine angehaltene Uhr könnte eine regelmäßige Vibration geben.

  • Ich nutze eine App (Referee Watch) mit der Apple Watch. Die Nachspielzeit zu stoppen ist kein Problem. Ein regelmäßiges Vibrieren erinnert einen daran, wenn gestoppt wird. Mit etwas Routine machbar.


    Ich bin allerdings gegen die reine Nettospielzeit wie beim Eishockey. Es kann bei 45 Minuten bleiben. Gestoppt wird nur bei Unterbrechungen, die zwingend angepfiffen werden müssen oder wenn der „einzige“ Ball z. B. auf dem Nebenplatz landet bzw das Ball Holen zu eben zu lange dauert. Spieler, die Diskussionsbedarf haben oder übermäßig verzögern werden dann rigoros verwarnt. Sobald der Ball spielbar ist oder durch Pfiff freigegeben wird, haben die Spieler noch 6 „Torwartsekunden“ Zeit zur Ausführung.


    In einem engen Rahmen ist legales Zeit Schinden dann eben erlaubt analog American Football.


    Die HZ ist zu Ende, wenn die Zeit angelaufen ist und anschließend die verteidigende Mannschaft eine Spielfortsetzung bekommt oder den Ball Richtung gegnerische Hälfte befördert.


    Im Prinzip keine wesentliche Änderung, mur mehr Transparenz.

  • Eine Pflicht zur schnellen Spielfortsetzung analog zum Futsal wäre in der Tat eine Regelanpassung, für die ich gerne mal eine Testphase sehen würde.


    Bzgl. Zeitnahme bei Nettospielzeit wäre es eigentlich eine gute Erfindung, wenn die Uhr direkt mit der Pfeife verbunden ist, d.h der Pfiff ersetzt dann das Drücken des Start/Stop-Knopfs. Müsste in Zeiten des Internet of Things eigentlich machbar sein. Und die SR müsste dann nur noch lernen, bei Mehrfachpfiffen immer eine gerade Anzahl zu tätigen ;)


    Bzgl. Zeitstrafen fände ich es eine gute Idee, wenn der Wiedereintritt analog zu Einwechslungen abläuft, d.h.

    1. Nur in Spielunterbrechungen

    2. Auf Antrag der Mannschaft

    3. Nach Zustimmung des Schiedsrichters

    4. Bei wiederholten Anträgen vor Ablauf der Zeit erfolgen Sanktionen

    Dann würde der SR nicht selbst(&)ständig die Uhr kontrollieren müssen, sondern nur in Unterbrechungen und nur auf Zuruf.

  • Und die SR müsste dann nur noch lernen, bei Mehrfachpfiffen immer eine gerade Anzahl zu tätigen

    Und dann war da noch ein Stotterpfiff, der Pfiff aus den Zuschauerrängen oder vom Nachbarplatz ...

  • Bezüglich Gelb und Zeitstrafen:


    Keine Zeitstrafe, dafür muss ab der x. (z.B. 5.) für jede weitere Gelbe ein Spieler dauerhaft das Spiel verlassen. Dafür könnte man bei Gelbrot den Spieler durch einen AW ersetzen, solange eben die 5. nicht erreicht ist.


    Weitere Variante bei taktischen und mindestens rücksichtslosen Foulspielen (Spinnerei):

    Beim Freistoß dürfen maximal 6 Abwehrspieler in der eigenen Hälfte näher an der Torlinie stehen als der Ball.


    Des Weiteren sollte das Opfer bei einem Rotvergehen ohne Einfluss auf das Kontingent ersetzt werden dürfen.

  • Nettospielzeit führt aber in der Betonliga zu viel zu langen Spielen.

    In der Bundesliga beträgt die Nettospielzeit wohl aktuell im Schnitt 51 Minuten.


    Und das ist schon mit Balljungen und ca 54095 Ersatzbällen rund um das Spielfeld.

    Wenn man jetzt 60 Minuten Nettospielzeit auch in der Kreisliga einführt, dann dauert das Spiel wahrscheinlich fast doppelt so lange (Ich hab ehrlich gesagt noch nie die Nettospielzeit bei uns gestoppt, hat das schon mal einer von euch konsequent gemacht?)

    Wobei da erst mal die Frage bleibt: Was genau gehört zu Nettospielzeit. Wirklich nur die Zeit, in der der Ball im Spiel ist.


    Verantwortlich für die Zeitnahme ist der Spielführer Trainer (Spielführer hat ja keine Uhr), wenn ein Powerplay-Spieler auch nur 1 Sekunde nach seiner Powerplay-Zeit noch drauf ist,

    Und wer kontrolliert dann diese 1 Sekunde zu viel, wenn der Trainer verantwortlich ist?

    Dann ist der SR am Ende ja trotzdem verantwortlich und muss die Zeit auch stoppen, sonst kann er gar nicht beurteilen ob der Spieler 1 Sekunde zu lang auf dem Feld ist.

    Wenn dann noch Nettospielzeit dazu kommt, müssen beide Personen auch noch zeitgleich stoppen, sonst hast du nach 5m Minuten sehr schnell auch eine größere Differenz als 1 Sekunde.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • In der Tat hatte ich den Gedanken soweit nicht zu Ende gedacht.

    Hintergrund dieser Idee war, dass es letztendlich der Trainer die Verantwortung dafür trägt und im Zweifel eben damit automatisch verpflichtet ist, den Powerplayer dann halt früher runterzunehmen.

  • Reine Nettozeit analog Eishockey ist nicht sinnvoll. Auch wenn der Ball nicht im Spiel ist, finden spieltaktische Bewegungen statt, die zur Spielzeit gehören müssen. Was mich z. B. nervt ist das Freistoßritual mit Diskussionen und Mauerstellen. Da muss die Uhr definitiv stehen bleiben, da hier schnell 1 min verloren geht und seltenst nachgespielt wird. Ansonsten habe ich weiter oben alles beschrieben.

  • Ähh- das betrifft meiner Einschätzung nach auch Regeln (die Spielfortsetzungen), die explizit nicht ohne Zustimmung der FIFA geändert werden dürfen.

    Ist das eigentlich schon geklärt?
    Dürfen die Holländer einfach die Regeln ändern?

  • Was mich z. B. nervt ist das Freistoßritual mit Diskussionen und Mauerstellen.

    Da gibt's eigentlich nichts zu diskutieren.

    Mauerstellen ist optional. Einfach schnell Ball freigeben, wenn die Mauer dann zu nah stand, zurückpfeifen, etcpp...


    Nur wenn der ausführende Spieler es einfordert den Mauerabstand vorab zu kontrollieren sollte das Rasierschaum-Ritual (unter Anhalten der Uhr) losgehen.

  • KozKalanndok Die Regel ist bekannt. Die Praxis insbesondere im TV ist anders. Eine Foulspiel kurz vor dem Strafraum verzögert das Spiel regelmäßig um mindestens 30 Sekunden, verursacht durch die Verteidiger und Schiedsrichter. Von der Praxis wie beim Handball träumen wir.