Groß gegen Klein und gefährliches Spiel

  • Im Nachgang zu meinem Spiel am Samstag grübele ich noch, wie so etwas eigentlich richtig aufzulösen ist:
    C-Jugend und, wie das in der Altersklasse gar nicht selten ist, immense Größenunterschiede. Dummerweise ist der Kleinste ein direkter Gegenspieler des Größten. Nun muss der Große beinahe nur das Knie heben, um den Kleinen am Kinn zu treffen - sicher übertrieben geschrieben, aber ich denke, Ihr könnt Euch vorstellen, was ich meine. Das Problem: Wir reden hier nicht über klassisch gefährliche Aktionen, sondern über ganz normales Spielverhalten des Großen. Muss der Große jetzt Rücksicht auf den Kleinen nehmen respektive der Trainer die Spielerzuordnung verändern oder hat der Kleine hier hinzunehmen, dass für ihn die Gefährdungslage bei normalen Aktionen eben etwas größer ist?

  • Zitat

    Gefährliches Spiel

    Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Versuch, den Ball zu spielen, durch

    die jemand verletzt werden könnte (einschließlich des Spielers, der die Aktion

    begeht), und schließt eine Aktion ein, durch die ein nahestehender Gegner aus

    Angst vor einer Verletzung am Spielen des Balls gehindert wird.


    Rein nach Buchstaben des Regelwerks kann bzw. muss man sowas wohl tatsächlich als gefährliches Spiel sehen.

    Was mit aber tatsächlich nicht 100%ig klar ist, WER denn nun genau gefährlich spielt.

    Ist es er Große, der ganz normal spielt oder ist es der Kleine, der sich durch den Zweikampf mit dem Großen selbst gefährdet? (meine Tendenz ist, dass der Große gefährlich spielt)

  • Hallo.

    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass man das nicht pauschal sondern immer auf die Situation bezogen entscheiden muss. Und auch egal ob es Jugend, Damen oder Aktive sind. Manch kleiner Spieler ist trotzdem so durchsetzungsstark und - willig, dass man sehr viel laufen lassen kann und ihn eher zurück pfeifen muss als den einen Kopf größeren Gegenspieler. Genau so gibt es grosse Spieler, die den physischen Vorteil stark einsetzen, dabei aber regelkonforme Spielweise zeigen.


    Sobald aber erkennbar ist, dass der eine oder der andere Spieler den Einsatz übertreibt oder gefährlich oft an die Grenze des Erlaubten geht schreite ich ein. Konkret: Wenn erkennbar ist, dass der größere Spieler gezielt mit hohem Knie arbeitet, um den kleineren vom Spielen mit dem Kopf abzuhalten oder der kleinere bewusst den Kopf stärker runter nimmt als nötig um ein Foul zu provozieren, geht es über das Maß und damit ist es zu unterbinden. Setzen beide ihre körperlichen Voraussetzungen so ein, dass es regelkonform ist, geht es weiter. Ich kann weder den einen noch den anderen wegen des Größenunterschieds sanktionieren, wenn erkennbar fair gespielt wird.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • So würde ich es auch sehen. Ich habe oft erlebt, dass die kleineren Spieler besonders "giftig" spielen, sprich härter in die Zweikämpfe gehen und wie wild um den Ball kämpfen. Daher würde ich auch eher jeden Spieler individuell bewerten und dem größeren Spieler keine Gefährdung unterstellen.

    Adlerauge sei wachsam

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