Lesenswerter Kommentar zum VAR

  • Wirklich lesenswerter Kommentar, vor allem der Schlenker über das Eingriffsverbot für den SRA, wenn der SR es selbst gesehen hat, ist in Relation zum VAR ein interessanter Gedanke.

  • Der Kommentar ist so gut, dass ich eigentlich nicht weiß, was ich darauf sagen / schreiben soĺl.

    Ich bin mittlerweile auch ein Gegner des VAR. Jedenfalls dagegen, wie er aktuell angewendet wird. Die Assistenten an der Linie werden zu Statisten degradiert, die man eigentlich nicht mehr braucht. Die Schiris sind nicht mehr Herr des Spiels.

    So hatte ich mir den Einsatz vom VAR nicht vorgestellt.

  • Das kommt halt davon, wenn man vom "Videobeweise" schreibt un redet, anstelle von dem Videoassistenten.

    Wie geißt es so schön: Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden zu Gewohnheiten........

  • Ich bin ja der Meinung, das der VAR, für die heutige Zeit angebracht ist. Immerhin geht es ja auch um viel Geld, das sollte man nicht vergessen.

    Jedoch finde ich, das er so wie er jetzt ist, falsch genutzt wird.


    Was macht den VAR denn aktuell so schlecht. Er greift ein, wenn keiner weiß warum, die Fans wissen es noch weniger und müssen warten bis was passiert. Und der Schiedsrichter wird in seinen Entscheidungen nicht unterstützt.


    Ich finde, wenn man sich ein Beispiel an Football nehmen würde, wäre der VAR besser zu nutzen.


    Meine Idee:


    Der VAR greift nie ein!

    Der Schiedsrichter entscheidet wieder so wie es sich gehört. Tatsachenentscheidung!

    Wenn ein Trainer aber der Meinung ist, Moment mal, hier war doch ein Handspiel/Foulspiel/etc. dann "challenged" er die Schiedsrichter-Entscheidung.

    Liegt er richtig, wird die Entscheidung angepasst.

    Liegt er Falsch verliert er eine Auswechselmöglichkeit oder ähnliches.

    Aber auch hier sollte klar definiert werden, was "gechallenged" werden kann UND der Schiedsrichter informiert die Zuschauer was gerade passiert (von mir aus über die Anzeigetafel -> Team A challenged Tor wegen vorangegangen Handspiel)


    Somit ist der Schiedsrichter aus der Schusslinie.

    An diesem Wochenende hatte es beim Spiel Wehen Wiesbaden gegen Kiel, 7 Minuten Nachspielzeit in der 1. Halbzeit gegeben, weil allein wegen des Überprüfen der Kollege Siewer 6 Minuten (3 mal überprüfen für je 2 Minuten)benötigt hatte, das nimmt doch die Dynamik aus dem Spiel, wenn die Spieler 2 Minuten warten müssen ob es nun Tor oder nicht ist.

    Mal ganz abgesehen davon, das der zweite Strafstoß meiner Meinung nach doch recht fragwürdig ist.


    Aber daran sieht man wie unsicher die Schiedsrichter inzwischen sind. Daher sollte die Verantwortung zu den Vereinen gehen, ob der VAR genutzt wird oder nicht und nicht von einem Schiedsrichterteam, die die Achsel des Stürmers (Liverpool vs Aston Villa) im Abseits sehen was ein Schiedsrichter auf dem Platz niemals sehen kann.

  • Doch, der VAR greift ein - aber von sich aus nur in den glasklaren Fällen wie der berühmten Lama-Attacke Rijkard - Völler, dem Zidane-Ausraster etc., also in den Fällen mit hoher Bedeutung (Rote Karte), die der SR nicht gesehen hat oder ganz offensichtlich falsch handelt.


    In den übrigen Fällen könnte ich mich mit dem Modell anfreunden, dass die Verantwortung über den "VAR-Abruf" auf die Trainer abgewälzt wird, gebe aber zu bedenken, dass man dann ein wirksames Pönalsystem kreieren müsste. Warum? Eine reine mengenmäßige Beschränkung würde dazu führen, dass am Ende der Trainer in der Pressekonferenz sitzt und jammert, dass er die "offensichtlich falsche" Entscheidung nicht mehr überprüfen lassen konnte, weil er sein Kontingent ja bereits zur Korrektur weiterer falscher Entscheidungen verbracht hatte. Vielleicht könnte man aber vorsehen, dass ein Trainer eine Überprüfung pro Halbzeit verlangen kann: Ist diese erfolgreich, darf der Trainer eine weitere Überprüfung verlangen (in der Theorie also beliebig oft), ist sie falsch, ist das Recht für diese Halbzeit verwirkt.

  • ...weil er sein Kontingent ja bereits zur Korrektur weiterer falscher Entscheidungen verbracht hatte. Vielleicht könnte man aber vorsehen, dass ein Trainer eine Überprüfung pro Halbzeit verlangen kann: Ist diese erfolgreich, darf der Trainer eine weitere Überprüfung verlangen (in der Theorie also beliebig oft), ist sie falsch, ist das Recht für diese Halbzeit verwirkt.

    Sein Kontingent wird ja nur bei einer falschen "challenge" genommen.

    liegt er richtig passiert ja nichts negatives für das Team.


    Handspiel führt zum Torerfolg --> Schiedsrichter gibt Tor --> Trainer challenged die Entscheidung --> VAR erkennt das Handspiel --> Tor wird aberkannt, Freistoß --> kein Challengeverlust.

    Vermeintliches Handspiel führt zum Torerfolg --> Schiedsrichter gibt Tor --> Trainer challenged die Entscheidung --> VAR erkennt kein Handspiel --> Tor wird gegeben, Anstoß --> Challengeverlust.


    Ich finde eine challenge im Zusammenhang mit möglichen Wechselverlust effektiver, da sonst alles gechallenged wird.


    Deine Idee wäre aber auch okay. ;)

  • Der Vergleich mit dem American Football gefällt mir. Ähnlich dazu könnte man das auch im Fußball einführen, dass wenn der Trainer challenged und dabei falsch liegt, ein Wechsel verfällt. Wenn der Trainer keine Wechsel mehr zur Verfügung hat kann er auch nicht challengen, d.h. da fließt durchaus ein taktischer Aspekt mit ein. Im Football ist es auch so, dass nur bestimmte Entscheidungen überprüft werden und in den letzten 2 Minuten keine Überprüfung vom Trainer aus mehr möglich ist, um einen Missbrauch zu vermeiden. Ich habe auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis vermehrt Unverständnis über VAR Entscheidungen wahrgenommen, weil der durchschnittliche Fußballfan gewisse Entscheidungen einfach nicht nachvollziehen kann und die Kommentatoren die Verwirrung eher erhöhen. Auch da wäre es durchaus hilfreich, wenn man analog zum American Football, den SR mittels Mikrofon ins Stadion und ins Fernsehen live schaltet und dieser kurz und knapp die Entscheidung erklärt. Das würde nicht nur das allgemeine Regelwissen erhöhen, sondern auch die Akzeptanz des VAR steigern, da die Entscheidungen transparent kommuniziert werden.

  • Ehrlich gesagt finde ich den VAR gut so wie er ist.
    Weder brauchen wir eine Challange noch sonst was.

    Auch der Vergleich mit dem American Football passt deshalb schon nicht, weil da sowieso nach jedem Spielzug erst mal eine Unterbrechung gegeben ist.
    Da ist man solche Pausen einfach gewohnt.. sei es auch nur für die Werbeunterbrechung.

    Das "Problem" lässt sich doch am einfachsten lösen, wenn sich die Kommentatoren mal endlich ein wenig Regelwissen aneignen.
    Das ist deren Job und trotzdem hat der Großteil keine Ahnung oder will keine Ahnung haben um die Kontroverse um den VAR weiter zu schüren.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Auch der Vergleich mit dem American Football passt deshalb schon nicht, weil da sowieso nach jedem Spielzug erst mal eine Unterbrechung gegeben ist.

    Meine Rede. Darüber hinaus ist sogar noch jeder Spielzug in (regeltechnisch) Phasen unterteilt, sodaß Ursache und Wirkung einer Regelwidrigkeit sehr detailliert festgelegt werden kann. Letztendlich ist jeder Spielzug ein abgeschlossenes System von mehreren aufeinander folgenden Phasen an dessen Ende immer eine Spielunterbrechung steht.


    Durch dieses in sich vor allem zeitlich abgeschlossene Spielzug-System bei dem immer am Ende eine Schirientscheidung steht ist dann auch das Challenging-System selbst für den 'regelunkundigen' Zuschauer recht transparent.


    Das "Problem" lässt sich doch am einfachsten lösen, wenn sich die Kommentatoren mal endlich ein wenig Regelwissen aneignen

    "Kontakt Ja, aber für mich kein Strafstoß" oder "Hier wäre eine Gelbe Karte völlig ausreichend gewesen" " Schiedsrichter XYZ zeigt Fingerspitzengefühl..." will ich hier nur nochmal zum Besten geben.


    Es ist weniger das Regelwissen sondern der Halo-Effekt des Sportjournalisten. Weil dieser uns vor uns während der Spielübertragung mit allen möglichen Fakten und Anekdötchen versorgt, hat dieser einen allgemein anerkannten Wissensvorsprung, der auf alle Wissensgebiete nahezu ungeprüft vom Zuschauer übertragen wird.

    Das Ganze dann gepaart mit einer exorbitanten Reichweite führt zu einem kollektivem Regelunwissen bei den Muggels.

  • "Kontakt Ja, aber für mich kein Strafstoß" oder "Hier wäre eine Gelbe Karte völlig ausreichend gewesen" " Schiedsrichter XYZ zeigt Fingerspitzengefühl..." will ich hier nur nochmal zum Besten geben.

    Wobei man hier sagen muss.. dass halt wirklich auch so gepfiffen wird.

    Schlimmer finde ich halt, wenn die Kommentatoren einfach nicht wissen warum eine Szene überprüft wird.
    Da wäre es halt nötig, dass sie mit Fachwissen glänzen und dem Zuschauer (von dem wir halt kein Fachwissen erwarten können) erklären warum etwas passiert.

    Wenn der Kommentaror halt auch nur sagt (sinngemäß) "Was ist das denn für ein Chaos hier, niemand weiß was gerade passiert" (Also ich weiß meistens was passiert und was geprüft wird) braucht man sich nicht wundern, wenn die gesamt Akzeptanz vom VAR eher schlecht ist.

    Und ganz so kompliziert ist das nun mal auch nicht.
    6 Jahre im Fußball-SR Forum reichen vollkommen aus. ;) (oder einfach mal die Regeln lesen und bei unklarheiten hier rein gucken.)

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Das Problem der mangelnden Akzeptanz wird vor allem durch die Medien verursacht, die leider mehr von „Bad News“ als von „Good News“ profitieren.


    Beispiel: [Blockierte Grafik: https://www.google.de/amp/s/m.bild.de/sport/fussball/champions-league/champions-league-video-irrsinn-aus-inter-tor-wird-elfer-fuer-prag-66328512,view=amp.bildMobile.html]


    Ich wette, gleiche Szene vor drei Jahren und dasselbe Blatt hätte von „Schiedsrichterskandal, Wann kommt endlich der Videobeweis“ gehetzt. ;)

  • SixthSCTF

    Stimmt! So einfach ist das.

    Schick doch mal unseren Link an die Sportredaktionen der TV-Anstalten. Diesen Kommentatoren kann doch geholfen werden ;)

    Negativ. Die Interessierten wissen sogar sehr gut Bescheid. Die anständigen Journalisten reden mit dem SR unter 4 Augen, loben ihn für seine Leistung, geben ihm die Hand und sagen "Ich geh dann mal und bringe Uli Hoeneß/Rudi Völler/random Temperamentsbolzen mit Posten im Verein zum Platzen. Du hast mir da in der xx. Minute einen Aufhänger gegeben, in dem du .... und du weißt ja, Geschäft ist Geschäft."

  • Jein. Aktive Bundesliga-SR werden wahrscheinlich nicht sooo deutlich werden (dürfen). Aber es gibt ja auch noch andere Personen, die "Backstage-Pässe" haben oder hatten. ;)