2. Liga, Kiel-Bochum ("Auswechselspieler stoppt Ball"): Videoschiri - mal so mal anders?

  • Tja Nr.23, die Idee hat Charme - und wir auf dem Platz im Zweifelsfall die Diskussion, ob das nun ein relevanter Eingriff war oder nicht. Von daher: Eine klare Regel ist mir um Klassen lieber, nebenbei stellt sie sonnenklar fest, dass auf dem Platz auf dem Platz bedeutet und niemand sonst dort mitzuwirken hat; wer es doch tut, muss eben mit den Konsequenzen leben.

  • Ich bin da auch eher bei Manfred, zumal die Alternative für den Auswechselspieler ganz klar ist: Ball nicht berühren, bevor der im Aus ist!

  • Auch wenn es hart klingt, aber auch ich sehe es so wie Manfred und Ente


    Im Zweifel muss ich nämlich entscheiden ob der Eingriff entscheidend war oder nicht. Und schon habe ich Stress auf dem Feld,weil die einen sagen das das niemals entscheidend war und die anderen mit "Sehr wohl Entscheidens" Argumentieren.


    Das kenne ich doch irgendwoher vom Foulspiel? Mordanschklag sagen die einen während die anderen sagen Ich hab ihn nicht mal berührt.

    Das jetzt Mit dem Argument "Er wollte für schnelle Spielfortsetzung sorgen" abzutun finde ich Hahnebüchen,


    Gerade in Stadien gibt es so viele Bälle und Balljungs da macht das keinen unterschied mehr ob man einen Ball stoppt damit der TW nicht so weit laufen muss um ihn zu holen. Für alle anderen Gilt: Wenn man sich zwi meter weiter hinten aufhält passiert sowas erst gar nicht - auch nicht aus Gedanklenlosigkeit.

  • Hm, in den meisten Fällen sollte es ja klar sein, ob das Spielgeschehen beeinflusst wird oder nicht. Und ja, bei den restlichen Einzelfällen (die wohl sehr selten sein dürften), muss der Schiedsrichter dann halt entscheiden - ist nun mal seine Aufgabe und bekommt er in anderen Bereichen ja auch hin. :)


    Und der indirekte Freistoß in Tornähe bliebe ja weiterhin eine Abschreckung dagegen, als Auswechselspieler allzu fahrlässig zu agieren.

  • Bezüglich der genauen Auslegung des Regelwerks bin ich bei euch. Der Auswechselspieler hat eben seinen Füße wegzulassen.


    Trotzdem: Wir kennen alle die Regelfragen zum Thema "Eingriff von außen", und dem ein oder anderen ist es auch schon mal auf dem Platz passiert, dass ein Zuschauer, Trainer, Auswechselspieler (etc.) aktiv in das Spiel eingreift, um sich irgendeinen Vorteil (oder dem Gegner einen Nachteil) zu verschaffen. Selbstverständlich muss (bzw. sollte) dann der SR entsprechend handeln.


    Das ist hier nicht der Fall, es ist keiner offensichtlich aufs Feld gelaufen, das war eine "Zentimeterentscheidung" - daher halte ich den Eingriff des VAR für überzogen.


    Auch kennen wir die Situationen, wenn der Einwechselspieler schon aufs Feld läuft, während der Auswechselspieler noch die letzten 1...2 Meter zurückzulegen hat, wenn er tatsächlich draußen ist. Eine Lappalie, eigentlich nicht der Rede wert. Streng genommen eine Pflichtverwarnung, aber wer macht das denn tatsächlich - allerhöchstens, wenn bereits eine Ermahnung stattgefunden hat oder eine Provokation vorliegt.


    Was mich aber definitiv stört ist die unterschiedliche Wahrnehmung. Beim Strafstoß auf der anderen Seite stehen mehrere Abwehrspieler auf der Linie bzw. im Teilkreis - da hätte es Wiederholung geben müssen.


    Aber vielleicht liegt es tatsächlich an den Vorgaben, wann der VAR eingreifen soll und wann nicht...


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    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)

  • Ja, bezüglich des vorzeitigen Betreten des Strafraums soll der VAR nur eingreifen, wenn

    - ein Angreifer, der zu früh im Strafraum war, trifft oder direkt an einer Torerzielung beteiligt ist

    - ein Verteidiger, der zu früh im Strafraum war, einen Angreifer daran hindert, den Ball zu spielen, wenn dieser sonst ein Tor erzielen könnte

    Alle anderen Fälle sind nicht VAR-relevant.

  • Wir haben jetzt zwei Dinge:

    1. Den Eingriff des Spielers

    2. Den Eingriff des VAR


    Bei 1 bleibe ich bei meiner Meinung, dass mir eine klare Sache lieber ist als eine, bei der es wieder zu Diskussionen kommen kann und wird. Kennen wir nicht alle beim Abpfiff die Auffassung, dass man diesen Angriff doch noch hätte laufen lassen müssen, obgleich der Spieler mal gerade ein paar Meter vom eigenen Strafraum weg ist? Oder dass das Foul gelb- oder gar rotwürdig war, während der foulende Spieler doch gar nicht gemacht haben will? Und so weiter … Wir haben genug Situationen, in denen wir entscheiden müssen und es eben kein Schwarz oder Weiß gibt, man muss aber nicht ohne Not weitere Dinge schaffen, wenn sie sich denn eindeutig regeln lassen. Ach ja: Das Argument der schnelleren Spielfortsetzung ist Grütze, denn die ist auch möglich, wenn der AW-Spieler den Ball direkt hinter der Linie annimmt und seinem TW zur Ausführung des Abstoßes zuspielt - über Sekundenbruchteile sollten wir hier wirklich nicht reden.


    Zu 2 kann man unterschiedliche Auffassungen vertreten: Ich kann durchaus verargumentieren, dass hier ein Strafstoß und mithin eine potenziell spielentscheidende Szene vorliegt, welche der SR nicht wahrgenommen hat, womit ein VAR-Eingriff richtig wäre. Oder ich bin der Auffassung, dass der VAR für solche Lappalien nicht zuständig ist, ohne jetzt weiter darüber nachzudenken, ob das logisch ist, es wäre eben eine Festlegung. Hier ist aber das IFAB gefordert, wann der VAR nun eingreifen soll oder nicht - und auch dort wird man zunehmend erkennen müssen, dass der VAR-Einsatz eben nicht mit wenigen Sätzen beschreibbar ist, sondern ein paralleles Regelwerk entsteht.