SR- Karten verkauft

  • Das eine hat mit dem anderen nur bedingt zu tun.

    Ja, da bin ich voll bei Dir. Sportrecht hat nur bedingt etwas mit der gemeinen Rechstsprechung zu tun.


    Und ja

    dass bei einem solchen Vergehen ein Verbleib als SR nicht mehr möglich ist, da der Verkauf ein Beleg für mangelnde persönliche Eignung zum Amt des SR darstellt.

    Auch dieser Argumentation folge ich in vollem Umfang. Derartige vergehen lassen berechtigte Zweifel an der Eignung für eine Verbandstätigkeit als Schiedrichter zu. Jedoch wird in dem Urteil ebenso die Mitgliedaschaft in einem Verein des Fussball Verbandes untersagt.

    Damit kann der Verurteilte also nicht einmal mehr am Spielbetrieb teilnehmen.


    Und hier wiederhole ich nochmal den Sprengstoff, der zum Unverständnis führt:

    • Innerhalb von Monatsfrist fällt ein Fussballverband drei Urteille, die zu einer lebenslangen aktiven Fussballabstinenz führen für Vergehen, für die ein Strafgericht bereits Schwierigkeiten hätte eine strafbare Handlung nachzuweisen.
    • In vielen anderen Fällen von Körperverletzung, deren Beweislast sogar mit Videobildern belegt werden kann und für die es auch Strafgerichtliche Verurteilungen gibt (hier gibt es bereits genug Beispiele ) werden über Jahre hinweg von den Sportgerichten Urteile gefällt ,die wir wegen ihrer sportlichen Milde immer nur mit Kopfschütteln kommentieren können.

    Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl das da etwas nicht ganz stimmen kann. Selbst für Dopingfälle oder Drogenkonsum/verkauf gibt es im Sportrecht z.T wesentlich härtere Strafen als für Gewalttaten im Sportrecht.


    Um es Klar zu stellen:

    Ich folge der Argumentation, das jemand der eine Zweckgebundene SR-Karte verkauft für ein Amt als SR ungeeignet ist.

    Aber genau so ungeeignet einen Sport fair auszuüben ist jemand, der seinen Frust oder seine Argumentation mit körperlicher oder verbaler Gewalt an irgendjemand (da mache ich keinen Unterschied zwischen Mitspielern, Gegenspielern, Team- oder Spieleoffiziellen oder Zuschauern) anders auslässt.


    Deshalb darf es wohl erlaubt sein, seinen Unmut darüber zu äußern, das jemand berechtigter weise für ein Zivildelikt quasi Lebenslang gesperrt wird wenn andere für Gewaltvergehen vergleichsweise Milde davon kommen.

  • Kann denn jemand was genaueres dazu sagen, was das Urteil bedeutet? Also insbesondere, ob es sich wirklich um einen unbegrenzten Ausschluss von allen Tätigkeiten des Verbandes (als Spieler, Trainer, Funktionär, SR) handelt?


    In diesem Falle fände ich das Urteil wirklich unangemessen.

    Okay wäre mMn eine lebenslange Sperre als SR und ein begrenzte Sperre für weitere Tätigkeiten (vllt. 1 Jahr).

    Schließlich sollte es auch die Aussicht auf eine Begnadigung nach angemessener Zeit geben, wenn der Bestrafte reuig ist und sich dafür ins Zeug legt.


    Was die Verhältnismäßigkeit ggnü. Gewaltvergehen angeht:

    Man sollte beachten, dass an SR zurecht höhere Anforderungen bzgl. korrekten Verhaltens gestellt werden.

    Aber auch ich sehe Gewaltvergehen deutlich zu niedrig bestraft.

    Ich wäre an Meinungen dazu interessiert, woran das liegt.


  • amfa sry, das sehe ich anders - ich würde so was NIEMALS machen! ;)

    Spätestens wenn dir dann jemand.. 1000€ oder 2000€ bietet wirst vielleicht auch du schwach ;)


    Natürlich liegt hier in jedem Fall ein Vermögensschaden vor der zu ersetzen ist.

    Ganz ehrlich.. selbst da bin ich nicht sicher.
    Wem ist denn hier wirklich ein Schaden entstanden?

    Die Plätze wären so oder so kostenlos abgegeben worden. Dem Verein kann es (aus Vermögenssicht) eigentlich egal sein, wer da am Ende wirklich sitzt.
    Man könnte sogar argumentieren, dass die "reichen Chinesen" im Stadion vielleicht sogar mehr Geld ausgeben als die "armen Schiedsrichter".
    Daher sehe ich nicht mal einen wirklichen finanziellen Schaden für irgendwen, aber Ich bin kein Jurist ;)



    Zum Thema generall nochmal:

    Es geht mir nicht darum, dass die SR milder bestraft werden sollen, es geht mir darum, dass inbesondere gewaltätige Spieler auch für immer ausgeschlossen werden sollen aus dem Verband.
    Und es geht nicht um die "normale" Tätlichkeit die im Eifer eines Spiels passiert.

    Es geht um Fälle wo Spieler nach dem Spiel Gewalt anwenden inbesondere aber nicht nur gegen den SR.

    oftmals lese ich da nur was von 6 Monate Sperre.. vielleicht mal ein Jahr.

    Wenn ihr mir jetzt sagt, dass solche Spieler in Bayern auch lebenslang gesperrt werden bin ich damit ja zufrieden.

    Wenn der Spieler aber nach 6 Monaten fröhlich weiter prügeln darf läuft da halt beim Strafmaß was falsch.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D


  • In diesem Falle fände ich das Urteil wirklich unangemessen.

    Okay wäre mMn eine lebenslange Sperre als SR und ein begrenzte Sperre für weitere Tätigkeiten (vllt. 1 Jahr).

    Danke, das fasst den Knackpunkt nochmal gut zusammen. Als SR sollte der Kamerad nie wieder tätig sein dürfen. Besonders, wenn solche Aussagen kommen wie "Eigentlich wollte ich gar nicht, aber..." In dem Fall ist eine lebenslange Sperre schon zum Schutz der Spieler notwendig, denn wer weiß, wo der SR noch alles "schwach werden" könnte. "Eigentlich wollte ich das Spiel fair pfeifen, aber als Verein A mir 300 Euro in der Kabine hingeblättert hat, bin ich schwach geworden und habe halt gleich nach Anpfiff einen Spieler von B für zwei Nichtigkeiten mit Gelb-Rot vom Platz geworfen und 3 seiner Mannschaftskameraden wegen SR-Beleidigung hinterher geschickt..." :flop:


    Aber wenn die Sperre auch als Spieler, Trainer oder Funktionär gelten sollte, dann fehlt die Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu den Sperren, die gegen gewalttätige Spieler ausgesprochen werden.

  • Diese Freikarten werden von den Vereinen freiwillig an die Schiris ausgegeben, das sollte man nicht vergessen. Wenn das mal nicht mehr so wäre, der Aufschrei würde groß sein.


    Mir sagte mal der damalige Verbandssportgerichtsvorsitzende auf meinen Vorwurf, warum ein "lebenslang" gesperrter Spieler, der einen SR niedergeschlagen hatte, nach 2 Jahren begnadigt wurde, der BFV ist ein Monopolverband und es wäre rechtlich nicht zulässig, ihm das geordnete Fußballspiel lebenslang zu untersagen.....!?


    Jetzt frage ich mich natürlich, wie ist es da mit Schiedsrichtern, dem kann man das Hobby Schiedsrichter scheinbar lebenslang untersagen?


    Jeder SR sollte wissen, dass solche Freikarten nicht weitergegeben werden dürfen! Wenn er es trotzdem, aus welchen Gründen auch immer macht, ist er m. M. selbst schuld. Wenn man sich mal überlegt, bis man heutzutage an dem Stadion ist, man muss hinfahren, zu Stadion laufen, anstellen um die Karte zu bekommen, das sind mehrere Stunden Zeitaufwand, um dann mit ein paar Scheinen wieder heim zu fahren? Was sind das für Fußball- Fans?