Beiträge von jambala

    Ganz zu Beginn der jetzt gebräuchlichen Nachspielzeit gab es auch diesbezügliche Auslegungen, dass bei klarem Ergebnis eine Verkürzung VERTRETBAR sei. Allerdings wurde eigentlich immer betont, dass die Nachspielzeit auch mindestens so lange gespielt werden muss, wie vom SR angegeben. Das wurde später aber aus Gründen der einheitlichen Auslegung aus der Lehrmeinung genommen und es gilt seither die Pflicht zur Einhaltung der Nachspielzeit plus eventuelle Zuschläge wegen weiterer verloren gegangener Zeit. Ich habe jetzt was aus 2012 gefunden, und auch da wurde es betont SR Zeitung 6/2012

    Hallo.


    Da ist glaube ich ein Denkfehler gegeben.


    Der Passus bezieht sich nicht auf eine Kürzung der Nachspielzeit, es bezieht sich auf die vom SR angegebene Nachspielzeit.


    Konkretes Beispiel : SR befindet auf 3 Minuten Nachspielzeit. Heim verliert und vertritt die Meinung, dass nur zwei Minuten hätten sein dürfen und man wegen der zusätzlichen Minute verloren hat. Da Tatsachenentscheidung kein Einspruch gegen die Spielwertung möglich.

    Und was machen die Herrschaften generell, wenn aus irgend welchen Gründen auch immer der Rasen nicht bespielbar ist? Eventuell für längere Zeit, wie nach einem Einfall von Wildschweinen oder Kontamination mit Kaninchen oder Maulwürfen? Alle Heimspiele ausfallen lassen für eventuell 6 Monate?

    Hallo.


    Das ist schon unterlassene Platzpflege und somit im Grunde genommen ein Verstoß gegen die Spielordnung :


    § 56 Platzbau 1. Der Platzverein hat für ordnungsgemäße Herrichtung des Platzes (Spielfeldes) Sorge zu tragen (Regel I). Nach Spielbeginn dürfen Veränderungen am Platzbau nicht mehr vorgenommen werden, es sei denn, dass der Schiedsrichter seine Zustimmung gibt und dem Gegner kein Nachteil entsteht.


    Hier habe ich als Verein, da der Platz der Stadt gehört, drei Möglichkeiten : 1) ich pflege den Platz selbst, aufgrund der Besitzverhältnisse wäre das wahrscheinlich aber Aufgabe der Stadt. Somit Möglichkeit 2: Ich sorge dafür, dass die Stadt es macht. Wenn die Stadt den Ausweichplatz nicht in einen spielfähigen Zustand bringt, bleibt nur Möglichkeit 3: Abmeldung als Ausweichplatz. Oder alternativ Sperre durch die Stadt als unbespielbar mit ausreichend Vorlauf.

    Aber im Bewusstsein um den Zustand des Platzes den Gegner und den SR anreisen lassen geht gar nicht. Das geht für mein Empfinden schon in Richtung vorsätzliches Herbeiführen eines Spielausfalls. Mit Anwendung § 44 Punkt 1 und 2 würde die richtige Konsequenz erfolgen : Geldstrafe und Punktverlust.

    Hallo.


    Zeitstrafe (zumindest nach der Lehrmeinung die ich kenne) gibt es nur bei wiederholtem Vergehen, was verwarnungswürdig ist oder bei Erstvergehen, das keine zwingenden FaD nach sich zieht, von der Intensität oder anderen Rahmenbedingungen her aber über dem liegt, was eine Verwarnung wäre. Also z. B. Wegstoßen des Gegners, ohne dass dieser fällt.


    Alternative im Fall Auswechselspieler ist dann eigentlich nur der FaD.

    Im Saarland werden alle Spiele ab E-Jugend mit SR offiziell angesetzt. Hier jetzt einen kompletten Spieltag verbandsweit unter der Woche anzusetzen merken die Vereine sehr wohl, wie man jetzt nach Bekanntwerden an etlichen Kommentaren ablesen kann, inklusive der üblichen Beschuldigungen gegen die SR, die sich doch bitte nicht so anstellen sollen.


    Nach meiner Meinung hätte man hier schneller und intelligent durchgreifen können, z. B. über Meldung fehlenden Ordnerdienstes, und das jede Woche für jedes Spiel.

    Wollte ich grade sagen. Dass jetzt mal zugegeben wird, dass es eben mehr als Einzelfälle sind, wundert doch nach dem krampfhaften Betonen aus der Führungsebene.


    Und man darf es nicht vergessen, im Gegensatz zu anderen Streiks betrifft es hier nicht nur einen einzelnen Kreis (wo dann teilweise Kameraden aus anderen Kreisen wohl auch eingesprungen sind in einzelnen Spielen, wodurch der Streik gebrochen wurde), sondern das komplette Verbandsgebiet. Selbst mit vorgeplanten Ausweichterminen ist das eine Unannehmlichkeit, die die Vereine spüren.

    Da widerspreche ich Dir jetzt mal. Die Strafordnung, die bei der Bewertung von Verstössen Anwendung findet, nennt sehr wohl die Tätlichkeit. Und genau diese wird auf dem Platz durch den SR festgestellt. Diese Bewertung wird zwar in einem Zivilverfahren für die Bewertung nicht herangezogen werden können (da das strafrechtliche Äquivalent Körperverletzung einen anderen Ansatz verfolgt als die fussballbezogene Tätlichkeit), greift aber eben in sportrechlicher Hinsicht.


    Und noch mal: Die Sportgerichte haben einen recht breiten Rahmen hinsichtlich des Strafmaß, greifen aber häufig sehr niedrig. Klar kann durch zu hohe Strafen der gewünschte Effekt verpuffen, aus meiner Sicht werden aber durch zu geringe Strafen speziell bei physischen Vergehen falsche Zeichen gesetzt.

    Ich differenziere sehr wohl. Wenn ein Spieler eine Tätlichkeit begeht, die mit Schlagen anfängt und mit Treten auf das am Boden liegende Opfer fortgesetzt wird, ist für mich keine Handlung aus dem Affekt mehr gegeben. Die Strafordnung sieht für eine solche Handlung ein Strafmaß von bis zu zwei Jahren (schwerer Fall aufgrund des Fortsetzens durch die Tritte) wenn es gegen andere ausser die Spieloffiziellen gerichtet ist, bei den Spieloffiziellen als ultima ratio den Ausschluss. Wie oft wird aber für so einen Fall maximal ein Jahr verhängt? Oft genug, auch wenn es klar ist. Und genau das meinte ich: Man könnte seitens der Sportgerichtsbarkeit höher gehen, bleibt aber drunter.


    Bei Vorfällen mit Beteiligung von Zuschauern geht es bei 55 Euro los bis zu 1500 Euro. Aktueller Fall in meinem neuen Kreis: Ein Zuschauer der durch Tragen einer Trainingsjacke des Vereins zuordbar ist sorgt nach einem tätlichen Angriff auf den SR für den Abbruch der Partie. Was bekommt der Verein als Strafe? 100,00 Euro und besitzt noch die Unverschämtheit, gegen das erste Urteil in Revision zu gehen mit dem Argument, der Zuschauer hätte sich eine Jacke des Vereins angeeignet um anschliessend tätlich zu werden. Alleine dafür wären mindestens 200 Euro gerechtfertigt aufgrund uneinsichtigen Handelns hinsichtlich der Vernachlässigung der Platzordnung der eigenen Anhängerschaft.


    Dass die Wertung des Vorfalls im Strafrecht eine andere ist, ist ein anderes Thema. Mir geht es darum dass durch genau diese Zurückhaltung keine wirkliche Ruhe hergestellt wird, da etliche Spieler aber auch Vereine sich noch bestätigt fühlen im "war doch nicht schlimm".

    Hallo.

    Die Sportgerichtsentscheidung ist eine andere Rechtsgrundlage als das Zivilurteil, richtig.


    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass für extreme Vergehen teilweise nicht mal annähernd an das Maximalstrafmaß gegangen wird, obwohl die Sachlage klar ist, das die jeweils geltende Strafordnung hergibt. Ich rede nicht von Bagatellen, sondern von Fällen schwerer Körperverletzung, die ein geschädigtes Opfer zurück lassen, unabhängig ob Gegenspieler oder SR. Und da kann es nicht sein, dass solche Leute dann mit etwa zwei Jahren Sperre davon kommen, vor allem wenn es um Wiederholungstäter geht. Gab es oft genug, u. a. in Bayern mit dem Schläger, der eine SRin krankenhausreif schlug und dessen lebenslange Sperre aufgehoben wurde.


    Das macht unzufriedenen. Weil es eben nicht das Gerechtigkeitsempfinden anspricht, wenn ein erwiesener Täter nur eine unzureichend hohe Strafe erhält obwohl mehr möglich ist.


    Auf den aktuellen Fall in Merzig bezogen ist der Fakt, dass von mehreren Funktionären als auch vom Verein, aus dessen Umfeld der potentielle Täter kommt, keine eindeutige Aussage kam, sondern nur rumlaviert wurde. Bei den offiziellen Stellen war es der Verweis auf den Einzelfall, bei dem Verein die Aussage, dass man Sanktionen erwägen würde. Und genau das hat den Unmut in der Gruppe erzeugt.

    Hallo.


    Generell ist es meines Wissens nach nicht gewünscht ohne Rücksprache mit dem jeweiligen Obmann Aussagen gegenüber der Presse zu tätigen.

    Zum Vorfall selbst: Wenn wirklich der Vogel gezeigt wurde, war er mit Gelb-Rot noch gut bedient, bei mir wäre es glatt Rot gewesen.

    Bin mittlerweile nicht mehr im Saarland, daher kann ich auch nur das wiedergeben, was durch die Presse ging.

    Täter soll ein Vater aus dem Kreis der Gastmannschaft sein, der es aber abstreitet. Der Angriff erfolgte nach dem Spiel, als der SR den Schlüssel am Tresen im Vereinsheim abholen wollte und bekam dann von hinten Schläge ab, dass er anschließend mit Gehirnerschütterung ins KH musste. Auslöser waren wohl ein FaZ und FaD gegen Gast.