Beiträge von Nemata

    Man hätte die feste Zeit einfach weglassen sollen und dem SR nur die Möglichkeit geben sollen irgendwann von 5 runter zu zählen

    Man sollte die Regeln, die man festlegt, einfach umsetzen und regelmäßig Eckstöße für Zeitüberschreitungen geben. Dann würden die Torhüter irgendwann lernen, dass 15 Sekunden mehr sind als 8.


    Die Regeländerung, dass die letzten 5 Sekunden angezeigt werden, hat das ganze so transparent gemacht, dass (fast) niemand den Schiedsrichter für so etwas kritisieren würde. Auf Kreisebene gibt es mit der neuen 8-Sekunden-Regel wenig Probleme, weil es für jeden zu erkennen ist, dass der Torwart noch 5 Sekunden, 4 Sekunden, 3 Sekunden, 2 Sekunden, 1 Sekunde hat. Und wenn er währenddessen den Ball nicht freigibt, dann bekommt die gegnerische Mannschaft eben einen Eckball.

    "Erwarte das Unerwartete" ist ein guter Merksatz für die Vorbereitung auf eine Situation.


    In dieser Diskussion hat sich für mich rausgestellt, dass das Regelwerk für den Fall, dass auf einmal 2 Spieler ein Torwarttrikot tragen, keine explizite Lösung vorsieht. Das ist zwar unbefriedigend, aber reicht für mich aus, um im Ernstfall diese Situation unter Berufung auf Regel 5 zu lösen:


    "Der Schiedsrichter entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Spielregeln und des Fußballs."


    Die Spielregeln geben nichts her, also entscheide ich "im Sinne des Fußballs".


    Und wenn ich "im Sinne des Fußballs" entscheide, dass der letzte Torwart noch solange Torwart ist, bis der Wechsel komplett abgeschlossen ist, du jedoch in deinem Spiel entscheidest, dass der Torwart seine Torwarteigenschaft verliert, sobald ein zweiter Spieler ein Torwarttrikot anzieht, dann haben wir eben in verschiedenen Spielen verschiedene Entscheidungen, ohne dass eine davon falsch wäre.

    Im Spiel zwischen Augsburg und Freiburg kam es zu einer Szene, die hier gut ins Thema passt.


    FC Augsburg - SC Freiburg Highlights Bundesliga, 18. Spieltag | Sportschau Fußball
    Der FC Augsburg hat gegen den SC Freiburg klar geführt und sein Heimspiel in der Fußball-Bundesliga trotzdem nicht gewonnen. Das Unentschieden hilft den Schw...
    youtu.be


    Nach einer Ecke köpft ein Freiburger Spieler aufs Tor, ein Abwehrspieler wehrt den Ball auf der Torlinie mit der Hand ab, der Ball fällt einem Stürmer vor die Füße und dieser schießt ihn ins Tor.

    Ich würde direkt nach 1. bewerten, ob ein Vorteil vorliegt. Sobald der angreifende Spieler Ballkontrolle erlangt, wäge ich ab ob seine Torchance besser ist (oder sein wird, wenn er noch viel Weg zu laufen hat) als es der Freistoß an der ursprünglichen Stelle wäre. Ich denke auch, dass das generell unstrittig ist.


    Das Problem in der Situation liegt darin, dass der Angreifer nicht wirklich Ballkontrolle erlangt, sondern mit dem ersten Ballkontakt direkt auf das Tor schießt.


    In der von Manfred ursprünglich beschriebenen Szene scheint es so als wäre es alles sehr zeitnah passiert, sodass die "Gedankensekunde", in der die Bewertung vorgenommen wird, erst nach dem Torabschluss zuende ist. Hier hätte ich kein Problem damit, noch nach erfolgtem Abschluss den Strafstoß zu geben.


    In der Szene aus der Sportschau liegt relativ viel Zeit zwischen dem Foul und dem Torabschluss und auch wenn ich nicht denke, dass die "wenigen Sekunden" binnen derer der Vorteil eingetreten sein sollten schon vergangen sind, bin ich überzeugt, dass der Torschuss objektiv betrachtet sehr viel schlechter als ein Strafstoß ist. Außerdem war dies aus meiner Warte (die Kameraperspektive bietet da sehr guten Überblick) auch schon vor dem Torschuss klar, sodass ich hier schon vor dem Torschuss abgepfiffen hätte.

    Nach der Tatsachenentscheidung dann ein Zurückrudern und Ahndung eines vorherigen Vergehens ist regeltechnisch nicht möglich.

    Regelverstoß.

    Sehe ich auch so. Was ich dem Kollegen in der Bundesliga noch zugutehalten möchte ist, dass ihm theoretisch der VAR "reinreden" könnte.


    Worst Case ist imo:


    Pfiff, während der Stürmer gerade zum Schuss ansetzt, Ball geht rein, aber VAR sagt, dass es vorher kein Foul war und es gibt SR-Ball.

    Meiner Meinung nach hätte man das abpfeifen sollen, bevor der Torschuss passiert. Ich halte die Schussmöglichkeit für klar schlechter als einen Strafstoß, da der Spieler zum einen deutlich weiter entfernt vom Tor ist und zum anderen noch 2-3 Verteidiger zwischen ihm und dem Tor stehen. Hier erst noch abzuwarten, ob dem Spieler ein Sonntagsschuss gelingt, und dann doch Strafstoß zu geben ist für mich am Regelwerk vorbei entschieden.


    Edit: Das einzige, was ich mir noch vorstellen könnte ist, dass man wegen einer möglichen VAR-Überprüfung des nicht so ganz klaren Strafstoßes zuerst den Schuss abwartet, aber ich interessiere mich zu wenig für VAR-Protokolle, um darüber eine fundierte Ansicht zu haben.

    Beim Abseits hängt das davon ab, ob realistisch noch etwas anderes passieren wird als dass der im Abseits stehende Spieler ins Spiel eingreift. Es gab mal eine Saison, da wurden im Profibereich noch Laufduelle über 30 Meter laufen gelassen und als der Stürmer den Ball berührte abgepfiffen. Das ist meiner Meinung nach Unsinn. In den unteren Klassen kommt noch dazu, dass je länger man laufen lässt, desto wahrscheinlicher ruft jemand "Abseits" rein und man muss sich anhören "nur auf Zuruf" zu pfeifen.


    Wenn man beim Schiedsrichterball anpfeift, was man nicht muss (außer nach Auswechslung oder persönlicher Strafe), dann sollte man das meines Wissens nach machen, bevor man den Ball loslässt.

    Während man mit modernen Uhren sicherlich die Zeit genau genug messen kann, ist es immer noch ein "Gefühl" oder eine Einschätzung des Schiedsrichters, ob er wie du es nanntest der Meinung ist, dass eine Unterbrechung länger dauert als erforderlich. Ein Zeitnehmer, der die Nachspielzeit transparent misst und anzeigt wäre im Profibereich sicherlich denkbar, ich jedoch habe in meinen Spielen nicht einmal die SRAs, die mir das Regelwerk ohnehin zugesteht.

    Regel 5 besagt: "[Der Schiedsrichter] lässt das Spiel bei einem Vergehen weiterlaufen, sofern das Team, das das Vergehen nicht begangen hat, dadurch einen Vorteil erhält, und das Vergehen zu ahnden, wenn der mutmaßliche Vorteil nicht sofort oder innerhalb weniger Sekunden eintritt"


    Das Anzeigen der "Vorteil"-Geste stellt meines Erachtens nach nur klar, dass der Schiedsrichter sich entschieden hat, das Spiel nach der o.g. Regel weiterlaufen zu lassen.

    Natürlich ist es nicht akzeptabel, wenn ein falsches Ergebnis eingetragen wird. Aber wenn am Ende des Spiels auf meiner Notizkarte 9 Tore vermerkt sind, dann habe ich keine andere Wahl, als 9:0 zu melden. Auch wenn der Trainer sagt es sei 10:0 oder 13:0 ausgegangen.

    Mein Gedanke war auch, dass mindestens ein Spieler gegen die Regeln verstoßen haben müsste. Wenn beide gleichzeitig gegen die Regeln verstoßen, ist dann SR-Ball die korrekte Fortsetzung?

    Eines der großen Probleme bei der Bewertung von Foulspielen ist ja, dass eine Berührung immer wechselseitig erfolgt. Wenn ich meinem Gegner das Bein stelle ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er mich mit eben jenem Bein auch tritt. Nun gilt es zu bewerten, welche der beiden Aktionen möglicherweise zumindest "fahrlässig" war. Und da ist meiner Ansicht nach es in vielen Fällen durchaus legitim anzunehmen, dass der beinstellende Spieler nicht fahrlässig handelt, wenn er direkt vorher den Ball gespielt hat.

    Die Szene aus dem Video verdeutlicht das meiner Anischt nach sehr gut. Der Verteidiger geht mit gestrecktem Bein zum Ball und spielt ihn. Der Stürmer versucht einen Schuss, tritt jedoch dem Verteidiger gegen den Fuß. Zur Bewertung, ob einer der Spieler mindestens fahrlässig handelt liegen nun verschiedene Indizien vor, z.B.:


    - Der Verteidiger hat den Ball gespielt, der Stürmer nicht

    - Der Verteidiger trifft den Stürmer mit der ungefähr hüfthoch gehaltenen Sohle

    - Die Intensität des Kontaktes resultiert überwiegend aus der Bewegung des Stürmers

    - Der Verteidiger kann den Ball nur mit dem gestreckten Bein spielen


    und sicherlich fallen jedem Einzelnen noch weitere Punkte ein, die man berücksichtigen könnte.


    Wie ging es in der Szene eigentlich weiter? Gab es SR-Ball oder Freistoß für die Verteidiger?

    Ich sehe als Problem, dass es für jedes Vergehen im Strafraum die gleiche Spielstrafe gibt, obwohl die jeweils unterbundenen Angriffe stark voneinander abweichende Torwahrscheinlichkeiten haben. Handspiel auf der Torlinie führt zum Strafstoß, Beinstellen am seitlichen Ende des Strafraums auch. Sinnvoll wäre es vielleicht, Strafstoß nur als Strafe für eine Notbremse auszusprechen. Auch kann ich mir als Strafe für bspw. Handspiel auf der Torlinie einfach Tor, Anstoß vorstellen.


    Solange es jedoch einfach für jedes Vergehen im Strafraum einen Strafstoß gibt, werden wir bei den Grenzfällen, wenn es z.B. darum geht ob regelkonform gerempelt wurde oder eben schon ein fahrlässiges Foulspiel vorliegt und der Unterschied in der Spielfortsetzung entsprechend Strafstoß oder Weiterspielen wäre, regelmäßig große Unzufriedenheit bei der jeweils "benachteiligten" Mannschaft spüren.

    Als Werbungskosten kannst du im Prinzip alle Kosten ansetzen, die dir für deine Tätigkeit entstehen. Beispielsweise Fahrtkosten zu den Spielen und zu Lehrabenden oder Kosten für Ausrüstung, die du bezahlst.


    Meines Wissens nach werden deine Einnahmen aus ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht mit ALG1 verrechnet, solange sie nicht dazu führt, dass du dem Arbeitsmarkt nicht vollumfänglich zur Verfügung stehst (15 Wochenstunden oder mehr aufwendest). Diese Informationen können allerdings fehlerhaft sein.

    Eines der großen Probleme bei der Bewertung von Foulspielen ist ja, dass eine Berührung immer wechselseitig erfolgt. Wenn ich meinem Gegner das Bein stelle ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er mich mit eben jenem Bein auch tritt. Nun gilt es zu bewerten, welche der beiden Aktionen möglicherweise zumindest "fahrlässig" war. Und da ist meiner Ansicht nach es in vielen Fällen durchaus legitim anzunehmen, dass der beinstellende Spieler nicht fahrlässig handelt, wenn er direkt vorher den Ball gespielt hat.

    "Indirekter Freistoß

    Ein indirekter Freistoß wird gegeben, wenn ein Spieler:


    [...]

    den Torhüter daran hindert, den Ball aus den Händen freizugeben, oder

    gegen den Ball tritt oder zu treten versucht, während der Torhüter den Ball

    aus den Händen freigibt"



    Was genau "den Torhüter daran hindert, den Ball aus den Händen freizugeben" bedeutet, lässt sicherlich Spielraum für Interpretationen und damit für Auslegungsvorgaben durch die Verbände.

    Nein, beim Abstoß wurde nicht die Regel gebeugt, sondern eine andere sehr schwammige Regel wurde angewendet (sonstige Unsportlichkeit).


    Regeln im Sinne des Fußballs auszulegen ist etwas ganz anderes als klar formulierte Regeln nicht umzusetzen. In den Regeln ist definiert, wann der Torwart den Ball mit den Händen kontrolliert. Wenn dieser Zustand länger als 8 Sekunden andauert ist eben abzupfeifen. Wenn ein anderer Spieler vorher den Regelverstoß "hindert den Torhüter den Ball freizugeben" begeht, dann muss man den eben ahnden.