Beiträge von Altschiri

    Hier etwas ausführlicher

    Fupa.net


    Zitat: "Kurz darauf brachen auf dem Spielfeld sämtliche Dämme. Spieler und auf das Parkett stürmende Zuschauer lieferten sich heftige Prügelszene in Wild-West-Manier, auf den Rängen suchten Eltern mit ihren Kindern fluchtartig Schutz auf den oberen Reihen. Der Spielabbruch war folglich für die Schiedsrichter die einzig mögliche Konsequenz, dem brutalen Tohuwabohu ein Ende zu setzen und die Sicherheit Unbeteiligter nicht weiter zu gefährden. Als rund 20 Minuten später mehrere Polizeibeamte mit drei Einsatzfahrzeugen anrückten, hatten sich die Gemüter zwischenzeitlich wieder einigermaßen beruhigt und das ansonsten fair verlaufene Turnier wurde fortgesetzt."


    Ich hätte dafür plädiert, das Turnier abzubrechen.

    Mutiger junger Mann. Erschreckend, was man sich anscheinend alles bieten lassen muss. Eigentlich erwartet man, dass bei einem solchen Trainer Unterstützung von außen kommt (Co-Trainer, Eltern, evtl. sogar der gegnerische Trainer), z.B. mit den Worten "komm mal bisschen runter, das hier ist ein (Jugend-)Fußballspiel".


    Mir wäre nach solch einem Spiel der restliche Tag verdorben, wahrscheinlich würde ich auch noch davon träumen.

    Ich bewerte dabei üblicherweise die weiteren Umstände.


    Beispiel: Sagt der Spieler das mit etwas Frustpotential nach der zweiten strittigen Entscheidung innerhalb von 5 Minuten gegen ihn, bekommt er von mir wahrscheinlich "gelb" mit der Ansage "machen Sie mal langsam mit solchen Äußerungen" oder "halten Sie sich bitte zurück".


    Ist der Spieler schon vorher mit dem Mundwerk unangenehm aufgefallen (insbesondere wenn er bereits eine Ermahnung erhielt) und/oder gehört er zu den "Dauernörglern", geht er mit rot runter.


    Der Satz "Der Spieler meinte danach , er hat ja nur fragen wollen." macht es für mich allerdings noch schlimmer, denn das ist die nächste, eindeutige Provokation. Da tendiere ich ziemlich stark zur gelb-roten unmittelbar nach der gelben.

    Och, ich hab die letzten Jahre nur D- und C-Jugendspiele (meistens 2. und 3. Mannschaften) gepfiffen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, die Trainer sind schlimmer als die Eltern. Die Jungs verlieren die Bälle, schießen links und rechts am Tor vorbei, Pässe kommen nicht an - alles ganz normal. Aber an den Schiedsrichterentscheidungen wird rumgemäkelt.


    "Das war niiiieeee Abseits!" - Trainer steht auf meiner Höhe und sieht den letzten halben Meter genau so wenig wie ich.


    "Schiiiiriii, du pfeifst ja jede Kleinigkeit gegen uns!" - seine Mannschaft hatte die Angewohnheit, beim Zweikampf Arm und Ellenbogen einzusetzen, um den Gegner von sich weg zu halten, den Gegner festzuhalten oder zu zerren. Die andere Mannschaft machte das nicht, ergo wurde jeder dritte oder vierte Zweikampf abgepfiffen. Dem Trainer habe ich's sogar noch begründet. Trotzdem völliges Unverständnis.


    Folgendes ist mal passiert (D-Jugend): versierter Stürmer spielt Abwehrspieler aus und geht alleine aufs Tor (verschießt aber dann doch). Trainer des Abwehrspielers brüllt rein "Ei, da hau ihn doch vorher um!" Ich unterbreche die Abstoßausführung und stelle den Trainer zur Rede: wieder völliges Unverständnis seinerseits.


    Selbst der Umgang des Trainers mit den Spielern (bzw. Kindern!) war das ein oder andere mal höchst fragwürdig.

    Tja, wie brauchen (wieder?) mehr Respekt auf dem Platz.


    Zeitstrafe wieder einführen, gerne auch 15 Minuten (statt 10 Minuten). Frei verhängbar, auch ohne vorherige Verwarnung.


    Und wenn ein spieler eine SR-Entscheidung kritisiert, meckert, oder sonstwie das HB-Männchen macht, geht er zum Abkühlen 10 oder 15 Minuten vom Platz. Ohne Diskussion.


    Die Zeitstrafe funktioniert ja bei anderen Sportarten auch.

    Bezüglich der genauen Auslegung des Regelwerks bin ich bei euch. Der Auswechselspieler hat eben seinen Füße wegzulassen.


    Trotzdem: Wir kennen alle die Regelfragen zum Thema "Eingriff von außen", und dem ein oder anderen ist es auch schon mal auf dem Platz passiert, dass ein Zuschauer, Trainer, Auswechselspieler (etc.) aktiv in das Spiel eingreift, um sich irgendeinen Vorteil (oder dem Gegner einen Nachteil) zu verschaffen. Selbstverständlich muss (bzw. sollte) dann der SR entsprechend handeln.


    Das ist hier nicht der Fall, es ist keiner offensichtlich aufs Feld gelaufen, das war eine "Zentimeterentscheidung" - daher halte ich den Eingriff des VAR für überzogen.


    Auch kennen wir die Situationen, wenn der Einwechselspieler schon aufs Feld läuft, während der Auswechselspieler noch die letzten 1...2 Meter zurückzulegen hat, wenn er tatsächlich draußen ist. Eine Lappalie, eigentlich nicht der Rede wert. Streng genommen eine Pflichtverwarnung, aber wer macht das denn tatsächlich - allerhöchstens, wenn bereits eine Ermahnung stattgefunden hat oder eine Provokation vorliegt.


    Was mich aber definitiv stört ist die unterschiedliche Wahrnehmung. Beim Strafstoß auf der anderen Seite stehen mehrere Abwehrspieler auf der Linie bzw. im Teilkreis - da hätte es Wiederholung geben müssen.


    Aber vielleicht liegt es tatsächlich an den Vorgaben, wann der VAR eingreifen soll und wann nicht...

    Sehr seltsam. für mich heißt das, dass man dem Schiedsrichter nicht glaubt (obwohl das Sportgericht dessen Aussagen als glaubwürdig darstellt).


    Im Artikel steht dazu:


    "(...) Partie, die einen vierseitigen Sonderbericht des Schiedsrichters (...) nach sich zog.

    (...) Schiedsrichter G. S. schreibt darin von gleich mehreren Vergehen. Ein Zuschauer soll ihn massiv rassistisch beleidigt haben, zudem habe ein Vereinsverantwortlicher, der Sportliche Leiter C. M., ihn nach dem Spiel (...) tätlich angegriffen und beleidigt [haben]."


    Die rassistische Beleidigung wird vom Verein bestätigt, der tätliche Angriff aber nicht. Aussage gegen Aussage


    Da stimmt doch was nicht. Da muss es doch noch einen anderen Hintergrund geben...?!

    Als ich noch aktiv gepfiffen hatte, gab es die 10-Minuten-Zeitstrafe. Das hatte das ein oder andere mal geholfen, Hitzköpfe für ein paar Minuten draußen abkühlen zu lassen, zumal die Zeitstrafe ja ohne vorherige Verwarnung möglich war.


    Ferner war der FaZ eine nicht ganz so harte Strafe wie "gelb-rot", da der Spieler wiederkommen konnte (bzw. wenn der Trainer das für richtig hielt, nach Ablauf der Zeitstrafe durch einen Auswechselspieler ersetzt werden konnte).


    Ich würde die Wiedereinführung des FaZ in den unteren Ligen ("Betonliga") durchaus mal zur Diskussion stellen in Bezug auf das aktuell bestehende Konfliktpotential.

    Das Problem ist wohl, dass der Alltagsfrust auf dem Fußballplatz rausgelassen wird. Und wenn es nicht so für die eigenen Mannschaft läuft, wie es soll, muss halt ein Schuldiger her. Pöbelt man die eigenen Spieler an, die den Ball nicht im Tor unterkriegen, wird man zum Buhmann in den eigenen Reihen, also nimmt man lieber den Schiedsrichter her, denn der ist ganz alleine.


    Hinzu kommt das Verhalten der Spieler. Sieht man ja jede Woche aufs neue auf dem Platz oder im Fernsehen: Die Spieler foulen, zerren, halten, stoßen was das Zeug hält, und wenn der Pfiff kommt zeigen sie gerne völliges Unverständnis ("ich hab doch gar nix gemacht")

    Im gestrigen Zweitligaspiel stoppt der Auswechselspieler den (in Richtung Toraus rollenden) Ball nach Ansicht des Videoschiris vor der Linie. Wohl korrekt, wenn man sich die Fernsehbilder anschaut und damit regelkonform, aber natürlich in gewisser Weise auch "kleinkariert". Der fällige Strafstoß führte zum 1:1.


    Einige Zeit später folgt ein Strafstoß für Kiel (blau), der vom TW gehalten wird. Aber warum meldet sich hier der Videoschiri nicht? Gleich (mindestens) 3 rote stehen mit dem Fuß auf oder knapp über der Linie (man beachte auch den Teilkreis), demnach also im Strafraum:



    Warum wird der Strafstoß nicht wiederholt? Warum ist der Videoschiri diesmal nicht genau so "kleinkariert" wie vorher? Wenn "genau" dann "immer genau"!


    Das komplette Video hier:

    Kann sein, kann aber auch nicht sein. Maßgebend für den von mir geschilderten Fall ist eben dass es keine neue Spielsituation ist, vergleichbar mit dem Lattentreffer der vom TW ins Tor abprallt (sonst macht die Diskussion ja keinen Sinn).


    Nochmals zum Hintergrund dieses (sicherlich sehr theoretischen, aber möglichen) Falls: ich würde keinesfalls als SR kommunizieren "dass es keinen Sinn ergibt, sich außer dem Schützen und TW in Strafraumnähe aufzuhalten", oder so ähnlich. Dann passiert tatsächlich was, an was ich vorher garnicht gedacht habe, und schon habe ich ein Problem.


    Als SR kenne ich die Regeln und meinen Ermessensspielraum, das reicht aus, um (anschließend, also nach Ausführung des Strafstoßes!) die Situation zu beurteilen. Und wenn die Spieler die Entscheidung bemängeln, habe ich immer noch die Möglichkeit mit einem kurzen Satz die Begründung nachzuliefern, und dann ist gut. Und auf ein längeres "Palaver" mit Spielern und/oder Offiziellen lasse ich mich ohnehin nicht ein, weil's nix bringt...

    Dann eben folgende Situation:


    Spieler A schießt Strafstoß, Torwart klatscht ab, Spieler A sprintet weiter auf den Torwart zu, Torwart will den Ball weggrätschen, trifft aber dabei ins eigene Tor.


    Der Torwart ist der einzige Spieler, der den Ball nochmals berühren darf. Aus meiner Sicht ist die "Wirkung" noch nicht vorbei, das Tor zählt.



    Wenn ich als SR vorher, wie von Mark geschrieben:


    Zitat Mark: "Ich würde vorher auch klar kommunizieren, dass es keinen Sinn ergibt, sich außer dem Schützen und TW in Strafraumnähe aufzuhalten."


    ...hab' ich nach dem Tor ein ordentliches Palaver.


    Da lass' ich doch lieber die Verteidiger mit in den Strafraum rennen, und wenn einer von denen früher am Ball ist, ist definitiv Schluss.

    Schöne Analyse.


    Bei genauer Betrachtung des Satzes


    "(...) im Laufweg eines Gegners befindet und die Bewegung des Gegners zum Ball beeinträchtigt (...)"


    müsste man bei einer Schritt-für-Schritt-Abarbeitung zunächst entscheiden, ob sich der Abseits stehende Spieler überhaupt "im Laufweg eines Gegners" befindet. Kann man das verneinen, ist es (streng genommen) auch egal, ob er die Bewegung des Gegners zum Ball beeinträchtigt oder nicht.


    Wäre da nicht die Formulierung besser gewesen:


    "(...) im Laufweg eines Gegners befindet oder die Bewegung des Gegners zum Ball beeinträchtigt (...)"

    Richtig. Sohm (#9) musste draußen bleiben, und Boyd (#13) musste weiterspielen, obwohl Halle den Spieler Boyd (#13) auswechseln wollte.


    Es ist wie LucaSR oben schrieb - Selbst Sohm (#9) dachte zunächst, er solle ausgewechselt werden, sagt er doch im Interview: "Ich habe die Nummer neun auf der Anzeigetafel gesehen und dachte, ich muss raus“. Entsprechend bereitwillig geht er auch vom Feld. Angezeigt war allerdings noch der Wechsel des Gegners Münster.


    Allerdings sieht man im Video ganz deutlich, wie die Tafel mit den "falschen" (bzw. Münsteraner) Ziffern nach vollzogenem Wechsel runtergeht, und die korrekten Ziffern 13 <-> 21 hochgehalten werden. Der SRA steht dabei und notiert das, während der SR mit der #9 palavert und die geänderte Tafel nicht sieht.


    Als sich der SR umdreht, ist allerdings die Tafel schon wieder weg, und er winkt den Spieler rein und lässt dann soforrt den Einwurf ausführen.


    Rein formell stellen sich mir die Fragen: ist die (falsche) Auswechslung durch Anpfeifen des Spiels tatsächlich vollzogen? Gibt es für den SR nach Wiederanpfiff überhaupt formell die Möglichkeit, die Aus-/Einwechslung zu korrigieren?

    Ich halte die Spielunterbrechung für gerechtfertigt. Der Trainer ruft "da ist ein verletzter Spieler", dem sollte man durchaus nachgehen, auch wenn man die Situation genau wahrgenommen hat, warum der Spieler aus Sicht des Trainers verletzt ist.


    Wichtig aus meiner Sicht, dass der SR hier die Souveränität behält, d.h. ein eindeutiger Blick zur Uhr, Aufforderung des Spielers das Spielfeld zu verlassen, Karte für den Co-Trainer, eine klare Ansage "die Zeit wird nachgespielt". Und als Folge eine großzügige Nachspielzeit. Die gesamte Aktion mit Karte etc. dauert bestimmt 2...3 Minuten (oder sogar noch länger).

    Nee, die # 18 stand nicht auf dem Spielbericht, also durfte diese "Drittperson" den Innenraum verlassen.


    Ich dürfte dem Speiler das Spielen nicht verweigern auch wenn er nicht auf dem SB steht. Dann tragen wir ihn eben nach. Er hätte schliesslich eine Spielberechhtigung. Äusserte der Trainer seinen Unmut über meine Entscheidung. Er würde sich über mich beschweren.

    Ich meine, vor über 30 Jahren gelernt zu haben, dass man tatsächlich jeden spielen lassen "muss" - mit entsprechendem Vermerk im Spielberichtsbogen, was dann ggf. dazu führt, dass das Ergebnis annulliert und das Spiel für den Gegner gewertet wird.


    Auch für das Nachtragen von Spielern gibt es m.W. (verbandsspezifischer) Regelungen.

    Darf ich als Trainer wenigstens noch zu meinem Spieler rufen "War falsch (Der Pfiff vom SR) aber spiel weiter!"?
    Ist in 99% der Fälle ja nicht mal gelogen ;)

    Ernst gemeinte Frage...?


    Was hältst Du als Trainer davon, wenn der SR zu Deinem Spieler ruft "Dein Trainer liegt falsch, aber spiel weiter!" ?

    Zitat

    Laut Hausordnung müssen die Spiele aus Rücksicht auf die Anwohner gegen 21.30 Uhr beendet sein.

    Dann ist es eben so, dass das herbeigerufene Ordnungsamt das Spiel um 22.15 Uhr abbricht. Egal wie viele Elfmeter noch zu schießen sind.


    Gerade als Schiedsrichter sollte man dem Regelwerk bzw. dem Formalismus eher aufgeschlossen gegenüberstehen. Abweichungen vom Regelwerk bzw. den Vorschriften (unter dem Deckmantel "Fingerspitzengefühl", "hat doch nur", "ist doch nur noch eine Minute zu spielen" bla...bla...) führen doch häufiger zu Problemen.