Beiträge von Mark

    OB man jetzt noch solange auf das für die Spielfortsetzung ungeeignete Tor spielt, bis alle gleichzeitig geschossen haben? Meiner Meinung nach nicht.

    Im Prinzip hast du recht. Ich war gedanklich bei dem Fall, wo der 11 m Punkt unglücklich in einer im größeren Kuhle liegt und beide Teams den Wechsel wünschen.

    Beim Schauen des Elfmeterschießens im Niedersachsenpokal, bei dem die Schützen offenbar Probleme mit dem Elfmeterpunkt hatten, habe ich mir folgende Frage gestellt:


    Darf der Schiedsrichter während des Elfmeterschießens das Tor bzw. die Seite wechseln, wenn sich die Platz- oder Sicherheitsverhältnisse zu Gunsten des anderen Tores ändern?


    Wenn ja, müssten dann zumindest beide Teams dieselbe Anzahl an Schüssen gehabt haben?

    und mehr als einmal hat sich das IFAB in diesem Sinn schon selbst korrigiert, ich erinnere nur an den Fall Zidane, der regeltechnisch damals ein glatter Regelverstoß war.

    Das belegt auch, dass die jeweils ursprünglich nicht dem Sinn entsprechende Anwendung eben trotzdem die korrekte war.

    Manfred Jetzt mal ehrlich. Auf welcher Grundlage willst du denn jetzt wo den idF ausführen?


    Nach all den Jahren hier im Forum kenne ich dich als denjenigen, der irgendwie immer auf der Suche nach der größtmöglichen Bestrafung ist, wenn ein Spieler irgendetwas nicht exakt regelkonformes begeht. Das war auch beim Torwartwechsel dein Leitmotiv.


    Ich möchte jetzt keine erneute Diskussion über diesen vermeintlichen „Regelgrundsatz“ führen, weil wir dadurch im einer Sackgasse landen.


    KozKalanndok legt jede Formulierung des Regeltextes auf die Goldwaage und seziert im Zweifel auch den englischen Wortlaut. Das führt oft genau so wenig zum Ziel.


    Lasst uns doch versuchen, diese SZ so nah wie möglich am Regelwerk zu lösen. Und die Erklärung im Video ist für mich die plausibelste.

    Zunächst einmal haben wir jetzt eine Situation, die es tatsächlich gegeben hat. :)


    Die Erklärung, dass das Tor zählt, ist für mich schlüssig. Wenn das IFAB wollte, dass so etwas ein Vergehen ist, das mit idF zu ahnen ist, dann stünde es im Regelwerk.


    Natürlich kann man es, wenn es tatsächlich sehr hämisch erfolgt, als Unsportlichkeit, wie eben der unnötige Kopfball am Boden, bewerteten. Das geht aber weder aus der

    Regelfrage noch der SZ hervor.

    Weil wir bei den „Trikotvergehen“ so viel Spaß hatten, bleiben wir dabei. Wie ist zu entscheiden?


    Ein Angreifer läuft auf das leere zu. Noch bevor er den Ball ins Tor schießt, zieht er das Trikot zum Jubeln aus. Erst dann landet der Ball im Tor.

    Ich ergänze das ganze um eine weitere Regelfrage hinsichtlich „Trikotvergehen“:


    „Ein Angreifer läuft auf das leere zu. Noch bevor er den Ball ins Tor schießt, zieht er das Trikot aus. Erst als er schon ohne Trikot am Jubeln ist, geht der Ball ins Tor.“


    Darf das Tor zählen? Wenn nein, weil die Unsportlichkeit (Torjubel) schon vor dem Tor aufgetreten ist oder weil er ohne Feldspieler-Trikot seinen Status als Spieler verloren hat (größtmöglicher Vorteil für das andere Team)?

    Nur zur Information. Beim „Referee Channel“, auffindbar auf diversen Plattformen (z. B. Facebook, Instagram) findet man unzählige Videos mit Spielszenen, die regeltechnisch aufgeklärt werden. Im Prinzip findet man auch fast jede aktuell heiß diskutierte SZ aus dem höchsten Profibereich.


    Einziger Nachteil ist, dass es nur in englischer Sprache ist. Aber man benötigt kein C-Level 😀.

    Die Regeln befassen sich mit dem Torwartwechsel während des laufenden Spiels und das IFAB sieht es sogar als zumindest relevant für eine Q&A an. Daher scheint es durchaus ab und zu passieren.


    Wir wollen nur versuchen, diesen Ausnahmefall für den sicherlich sehr, sehr seltenen Fall regeltechnisch zu lösen, wenn gerade während des Tauschvorgangs der Ball doch auf das Tor geschossen wird.


    Den Fall, dass man tatsächlich den Schiedsrichter verar… will, müssen wir sicherlich nicht besprechen.


    Die Diskussion wurde nur deswegen sehr langatmig, da teilweise persönliche Belange wichtiger waren als sachdienliche.

    Richtig, natürlich müssen wir die Motivation mit berücksichtigen. Und da natürlich theoretisch alles möglich ist, wie Klamauk, kann auch das passieren. Das sind dann sicherlich Gründe, das Spiel zu unterbrechen. Ich möchte nur die Fälle klären, bei denen die Spieler tatsächlich die Motivation haben die Position zu tauschen und sich unglücklicherweise das Spiel wieder verlagert hat, sodass der Tauschprozess nicht abgeschlossen war.


    Im konkreten Fallbeispiel, war unglücklicherweise der Sepp eben verletzungsbedingt nicht in der Lage dazu. Wir haben einen Fall, den die Regeln explizit nicht beschreiben und womöglich auch nicht kennen. Und da stellt sich die Frage, ob im Geiste der Regeln dann doch der Eckstoß die beste Lösung ist anstatt des Strafstoßes.

    1B (beide TW-Trikot, Sepp hält Ball)

    1: Handspiel

    2: Torhüterstatus nicht eindeutig -> kein sicherer TW

    3: Behandlung als Feldspieler, Strafstoß

    4: DOGSO, Rot für Sepp möglich

    Da stimme ich nicht zu. In der Spielruhe hat der SR alle Zeit der Welt eindeutig festzustellen, wer welchen Status hat. Und da es nicht ansatzweise einen regeltechnischen Beweis dafür gibt, dass Sepp seinem Status abgegeben hat, darf er auch nicht bestraft werden, nur weil Franz gegen die Regel verstoßen hat.


    Jetzt hast du nämlich genau das gemacht, was du bei Manfred kritisiert hast. Du kannst nicht wegen deiner Unsicherheit den Status zum Nachteil der gegen die Regel verstoßenden Mannschaft festlegen.


    Ich bleibe dabei, solange nicht eindeutig erkennbar ist, dass ein Wechsel vollzogen ist, bleibt Sepp der Torhüter. Der Wechsel ist erst dann vollzogen, wenn Sepp kein TW-Trikot mehr und Franz eines trägt.


    Im Fallbeispiel habe ich jetzt ein Fall konstruiert, bei dem Manfred noch einen Hinweis bekommt, wie sich die Spieler positioniert haben.


    Jetzt haben wir einen Fall, bei dem keine spielbezogene Absicht für eine Unsportlichkeit vorliegt. Beide Spieler wollen die Position tatsächlich tauschen. Leider schafft es Sepp verletzungsbedingt nicht, das TW-Trikot auszuziehen. Er hat aber, ähnlich einer Abseitsposition, durch sein Handeln zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr am Spiel teilnehmen möchte und Franz unterscheidet sich eindeutig von den Feldspielern.


    Auch wenn das in diesem Fall irrelevant ist, da Sepp formal immer noch TW ist, folgende Variante: Während Franz den Ball abwehrt, liegt Sepp bereits verletzt außerhalb des Spielfeldes.

    Der Schiedsrichter muss das Spiel unterbrechen und den Zustand herstellen, nicht einen Status durch Interpretation festnageln.

    Wir wollen jetzt die Fälle durchspielen, bei den einer davon den Ball tatsächlich in Torwartmanier abwehrt. Jetzt gilt es nämlich noch mögliche persönliche Strafen auszusprechen und ggf. auf Strafstoß zu entscheiden. Ein paar Fülle habe ich weiter oben genannt inkl. eines Beispiels.

    und auf meiner Spielnotizkarte steht übrigens auch nicht, wer TW ist, würde hier übrigens auch genau gar nicht helfen,

    Die ist auch nur symbolisch gemeint bzw. existiert eben als Gedanke. Bevor du das Spiel fortsetzt, gibt es immer pro Team einen, den du als Torhüter gespeichert hast. Und diese Position hat er solange, bis es eindeutige Hinweise gibt, die zweifelsfrei einen anderen als solchen identifizieren.


    Und in meinem letzten Kommentar habe ich dir auch ein Beispiel beschrieben, das du gerne lösen darfst. ;)

    am Ende kommt es auf Details wie Positionen der Spieler und mehr an.

    Ok, dann lass uns das in deinem Sinne anhand eines nicht ganz abstrusen Beispiel für 1C durchspielen:


    Sepp fängt einen Eckball, rennt bis zur Strafraumgrenze und leitet mit einem kräftigen, weiten Abwurf einen vielversprechenden Konter ein. Dabei kugelt er sich den Arm aus, sodass er definitiv nicht mehr weiterspielen kann und signalisiert seinem Team, dass er ausgewechselt werden muss, aber den Angriff nicht unterbinden und deswegen seine Position mit Franz tauschen möchte.


    Geistesgegenwärtig wirft ein neben dem Tor Stehender Auswechselspieler sein andersfarbiges Aufwärmtrikot dem Franz zu, der es schnell überzieht. Während sich der Sepp langsam Richtung Torauslinie quält und natürlich sein Trikot nicht ausziehen konnte, wird der Konter abgefangen und der Ball auf das Tor Richtung Franz geschossen, der ihn in Torwartmanier zur Ecke abwehrt.

    Selbst das IFAB geht bei seiner Aussage letztlich davon aus, dass das Trikot den Status verleiht,

    Das kannst du anhand der vereinfachten Antwort auf eine spezielle Frage nicht verallgemeinern. Dort gab es eben nur einen Spieler, der das TW-Trikot trägt.

    am Ende kommt es auf Details wie Positionen der Spieler und mehr an.

    Weshalb sollte das eine Rolle spielen?


    Und in der Fallgruppe 1 kann ich nun einmal nur einen Torwart haben, Zweifel gehen zu Lasten der Mannschaft mit zwei Torhütern, weil ich am Ende im Sinne der sportlichen Fairness und nicht anhand irgendwelcher Einträge im Spielbericht entscheiden muss.

    Und da ist dein Denkfehler. Es gibt zwar allenfalls Zweifel in der aktuellen Situation, vielleicht auch weil du die Spieler auf die Entfernung nicht identifizieren kannst. Aber spätestens während der Unterbrechung lässt sich der Status anhand des Regelwerks ganz klar auflösen und da kommt dann eben der Notizblock ins Spiel.


    Und nochmal zur sportlichen Fairness ein paar Beispiele:


    - Bis vor ein paar Jahren konnten Auswechselspieler und vor allem Teamoffizielle klare Tore nahezu ungestraft verhindern, bis man diese Ungerechtigkeit durch Regeländerungen geschlossen hat.


    - Das Verhindern eines klaren Tores mit einem Handspiel führt nur zu einem Strafstoß, der verschossen werden kann.


    - Ein falscher Pfiff gegen die Angreifer im Strafraum führt immer zu einem Ballbesitzwechsel für das bevorteilte Team.


    Das heißt, dass die korrekte Regelauslegung nicht zwingend immer die gerechteste ist.


    Ich glaube, was du mit „im Zweifel im Sinne der sportlichen Fairness“ meinst, ist dass du als Tatsachenentscheidung z. B.


    - den Ball knapp hinter der Linie gesehen hast, anstatt das Handspiel kurz davor,


    - der Tatort der Notbremse am Strafraum kurz vor Spielende auf der Linie war,


    - insbesondere als Alleinpfeifer keine Abseitsstellung wahrgenommen hast.


    Aber du wendest dabei immer die Regeln bezüglich der Spielfortsetzung und persönlichen Strafe korrekt an.


    Du kannst aber niemals einem formal existierenden Torwart seinen Status aberkennen, solange es das Regelwerk nicht hergibt.



    Manfred Du solltest dich schon bei allen Fragen für eine Antwort entscheiden. Wenn es ein Foulspiel eines Verteidigers innerhalb des eigenen Strafraums gibt, dann gibt es Strafstoß, Punkt und nicht den Zusatz, was wäre, wenn ich es (ggf. fälschlicherweise) als außerhalb wahrgenommen hätte.


    Vorab die Regel 3.1: „Das Spiel wird von zwei Teams mit jeweils höchstens elf Spielern bestritten, von denen einer der Torhüter sein muss“.

    => Ein Spieler ist zu jedem Zeitpunkt während des laufenden Spiels der Torhüter.


    Es gibt z. B. bei 1B nur eine korrekte Antwort im Sinne der Regeln. Entweder ist Sepp der Torhüter oder Franz. Du kannst jetzt nicht deinen ominösen „Grundsatz“ anwenden und Sepp den Torhüterstatus aberkennen, nur weil es dadurch zum größtmöglichen Nachteil der gegen die Regeln verstoßenden Mannschaft kommt.


    Fakt ist, dass es bei 1B keinerlei Ansätze gibt, dem Sepp einen Verstoß gegen die Regeln nachzuweisen. Er steht als Torhüter auf deinem Notizzettel (auf Papier oder nur im Kopf) und trägt ein TW-Trikot.


    Bei 2B ist es komplizierter. Aber auch da steht Sepp als Torhüter auf dem Zettel. Da kein anderer Spieler ein TW-Trikot trägt, bleibt er immer noch Torhüter. Wer sonst sollte es sein? Kein Trikot ist auch kein TW-Trikot.


    Gegen welche Regel verstößt Sepp überhaupt? Ich sehe zunächst nur einen Verstoß gegen Regel 4.3 und die wird gemäß 4.6 durch nichts bestraft.


    Einen idF nach 12.2 wegen eines Vergehens (unsportliches Täuschen?), das nicht in den Spielregeln erwähnt wird, kann man natürlich fast immer konstruieren. Da aber dadurch keine Torchance verhindert wurde, kann es allenfalls gelb geben.


    3B ist am kompliziertesten. Allerdings können wir hier denselben „Algorithmus“ anwenden:

    - Wer steht als Torhüter auf dem Zettel? Der Sepp.

    - Hat sich irgendein anderer Feldspieler als neuer Torhüter zu erkennen gegeben? Nein

    => Wer bleibt dann als Torhüter übrig? Natürlich der Sepp.

    - Hat Sepp als Torhüter und die „unsportliche Täuschung“ eine Torchance verhindert? Nein, der Torschuss erfolgte ja.