Beiträge von Referee_Sebastian

    1. Glaube es war im dritten oder vierten Spiel.

    2. Herren Kreisklasse.

    3. Verhinderung einer klaren Torchance, der Verteidiger hat den Stürmer 5 m vor dem Strafraum einfach umgerissen.

    4. Ja logisch, eindeutiger kann man keine Torchance verhindern.

    (...)Zudem habe ich gelernt, den Spielern zuzuhören, diese zu beruhigen und diese in ihrer Situation ernst zu nehmen. Wenn diese sachlich mit mir reden, rede ich auch sachlich mit denen. Werden die Spieler frech, wird auch mein Ton rauer und weise gleichzeitig daraufhin, dass ich diese Diskussionskultur so nicht zwingend führend muss.(...)

    Da kann ich mich anschließen. Zu Beginn meiner SR-Laufbahn habe ich auf jegliche Art der Kritik empfindlich reagiert, oftmals auch mit vielen Verwarnungen. Inzwischen sehe ich das wie Marvin, wer normal mit mir redet, bekommt auch normale Antworten.

    Was aber nicht heißen soll, dass der Sportplatz zum Stammtisch-Ersatz wird. Wer mich bei jeder Aktion sachlich zutextet, wird auch eine entsprechende Ansage bekommen, gefolgt von einer Verwarnung. So einen Fall hatte ich vor einiger Zeit, da war es ein Spieler, der wirklich jede Aktion bewertet hat. Er wurde zwar nie unsachlich oder gar beleidigend. Auch war es fast nie Kritik an meinen Entscheidungen. Habe ihm dann mitgeteilt, dass es mit seinen Bemerkungen reicht und er sich zurücknehmen soll. Das hat dann 10 Minuten gehalten, als es wieder losging. Die Verwarnung nahm er anstandslos hin, flog dann aber wegen eines unnötigen Einsteigens am gegnerischen Strafraum kurz darauf mit G/R vom Platz. Sein Trainer meinte nur "wenn du nicht so viel labern würdest, wärst nicht runtergeflogen".

    Nachdem bei uns die Gesichtskontrolle weggefallen ist, muss ich auch auf die Richtigkeit des Online-Spielberichtes vertrauen.

    Ich notiere mir aber nicht alle Nummern auf der Notizkarte, lediglich die Spielführer mit Nummer und Name, die Namen der beiden Trainer sowie die der Platzordnungsobmänner. Weiterhin schon mal die Nummern der Spieler auf der Bank.

    Alle anderen Spieler, die auf die Karte kommen bei persönlichen Strafen, werden erst nach dem Vergehen notiert.

    Wenn die versehentlich (oder bewusst) Trikots tauschen und andere Nummern als auf dem Bogen haben, dann ist das deren Risiko.



    Wobei das mit dem Namen auch nur bedingt funktioniert: Nicht nur, dass manche Namen schlicht nicht aufschreibbar sind (die werden komplett anders geschrieben als gesprochen), ich erinnere mich sehr gut an ein Spiel, an dem sage und schreibe vier Spieler einer Mannschaft zur Familie gehörten und den gleichen Nachnamen hatten ...

    Das toppe ich noch...11 Spieler + 4 auf der Bank > 8 mal den gleichen Nachnamen, aber alle andere Vornamen...

    Allerdings habe ich eine möglich Erklärung: Der Angreifer steht "weiter" außerhalb des Feldes als die Verteidiger, gewissermaßen dort also im Abseits - regeltechnisch zwar unbedeutend, aber menschlich verständlich.

    Dieses Argument hinkt ein wenig.

    Denn er steht im Aus ja weiter weg von der Torauslinie als die Verteidiger, ist also im Nachteil gegenüber diesen. Nennen wir es mal so, er steht nicht im Negativabseits^^


    Aber das ist ja egal, Spieler im Tor-Aus = auf der Torlinie stehend = gleiche Höhe = kein Abseits = Tor, Anstoß ;)

    So ähnlich habe ich nach meinem Testspiel mit Beteiligung eines positiv getesteten Spielers reagiert. Da ich beruflich bis Ende September in der Probezeit war, wollte ich eine Quarantäne aufgrund eines SR-Einsatzes vermeiden. Somit war ich in Absprache mit KSO und Ansetzer bis Ende September abgemeldet.

    Diese Zwischenrufe durch den SR halte ich oftmals für sehr sinnvoll, um Diskussionen oder Reklamationen im Keim zu ersticken.

    In der entsprechenden Lautstärke merken alle anderen auf dem Platz "der Schiri hat es gesehen und beurteilt". Natürlich gilt auch bei diesen Zwischenrufen, dass man es nicht übertreiben sollte.

    Im vorliegenden Fall kann man, wenn man diese Bewegung aufgrund der vermeintlichen Korrektur wahrgenommen hat, mit dem Ruf "Ball ist im Spiel" Klarheit schaffen.

    (...)Gibt es schon bekannte Fälle, wo eine Infektion bei einem Fußballspiel nachgewiesen wurde oder aufgrund eines Infektionsfalles eines Fußballspielteilnehmers alle 30 Beteiligten in Quarantäne gesteckt wurden?

    Ich hab vor eineinhalb Wochen (26.7.) ein Vorbereitungsspiel geleitet. Hygienemaßnahmen wirklich vorbildlich (verschiedene Zonen, ausreichend Platz auf den Bänken etc.). Ansprache der Spieler von mir auf größere Distanz (ca. 2m), kein Händeschütteln oder ähnliche Gesten (Faust auf Faust, Ellbogen auf Ellbogen o.ä.). Und auch unter den Spielern hielt man sich außerhalb der Zweikämpfe eher auf Distanz.

    An diesem Dienstag (4.8.) habe ich nun einen Anruf vom Hygienebeauftragten des Heimvereins einen Anruf bekommen, dass einer der Spieler drei Tage nach dem Spiel im Rahmen einer Massentestung getestet wurde und nun das positive Ergebnis kam. Daraufhin habe ich mich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt und die Situation geschildert. Da ich keine der Voraussetzungen für eine Kontaktperson I erfülle, darf ich ganz normal meinen Alltag nachgehen, außer es treten Symptome auf.

    Neues aus Baden-Württemberg:

    ℹ Die BaWü-Fußballverbände sprechen sich für die Beendigung der Saison zum 30. Juni 2020 ohne weitere Spiele aus.

    ▶ Die direkten Aufsteiger sollen die Teams mit den besten Punkte-Quotienten sein (Punkte geteilt durch die gespielten Spiele)

    ▶ Keine Absteiger, keine Relegation, keine Aufstiegsspiele.

    ▶ Das gilt für alle Meisterschaftsstaffeln, aber explizit nicht für den bfv-Rothaus-Pokal

    ❗ Die Entscheidung trifft ein außerordentlicher Verbandstag im Juni. Dort kann zwischen diesem Modell und der Alternative „Fortsetzung der Spielzeit 2019/20 frühestens ab dem 1. September 2020“ abgestimmt werden.

    ▶ Noch vor dem Verbandstag wird eine offizielle Umfrage unter den bfv-Vereinen durchgeführt. Diese wird neben der offiziellen Empfehlung des Verbandsvorstands Grundlage für die Wahl durch die Delegierten sein.

    Ich hatte heute einen ähnlichen Fall.

    Spieler A von Gast verursacht in der 8. Minute einen Strafstoß aufgrund eines Textilvergehens, das Ganze mit Gelb geahndet, da es eine sehr aussichtsreiche Angriffssituation war, für eine Verhinderung einer klaren Torchance war es mir zu wenig.

    Rund 20 Minuten später bringt selbiger Spieler einen Gegenspieler verwarnungswürdig zu Fall, aber es entsteht eine dankbare Vorteilssituation.

    Hätt ich die Nummer gleich erkannt, hätte es den dF gegeben in Verbindung mit Gelb-Rot. Leider sah er seinem Mitspieler sehr ähnlich und ich war mir nicht sicher.

    In diesem Fall Glück für ihn und Pech für mich. Hab es dem Spielführer von Heim auch so erklärt und erntete volles Verständnis. Auch von draußen kam nichts weiteres, also nochmal Schwein gehabt.

    Ich denke, es ist doch eine subjektive Einschätzung jedes einzelnen Kameraden, ob er eine Aussage eines Spielers/Trainers als beleidigend oder bedrohend auffasst. Und genauso ist es eine subjektive Einschätzung jedes einzelnen Kameraden, ob die getätigte Aussage einen Abbruch rechtfertigt.


    Im vorliegenden Fall steht ja nicht nur die Bezeichnung "Nazi" im Raum, sondern es wird auch von Bedrohungen gesprochen. Und ich denke mir, für die paar Euro Spesen brauch ich mich nicht bedrohen lassen. Da ist dann einfach eine Grenze überschritten und das Spiel zu Ende.

    Wie wir so oft hier schon festgestellt haben, wir sollten uns nicht alles gefallen lassen. Aus meiner Sicht müssten viel mehr Spiele abgebrochen werden und vor allem die Täter viel härter bestraft werden.

    Auf Basis des Berichtes absolut konsequente Entscheidung ! Nur mit der gelb-roten Karte für den Mittelfinger wäre ich nicht ganz einverstanden. Denke aber das spielt bei der Urteilsfindung keine Rolle mehr, vielleicht kam G/R vor dem Mittelfinger, wir wissen es nicht.

    :top: für diese Hilfestellung, denke gerade für Neulinge ist das mit den Sonderberichten nicht immer so einfach.

    Mit ein wenig Erfahrung gehen gerade die 08/15-Sonderberichte leicht von der Hand, also Verhinderung einer klaren Torchance oder Tätlichkeiten, die nicht im 20 Mann-Rudel ausarten. Bei gravierenden Dingen hol ich mir auch die Hilfe unseres KSO oder des KLW, sicher ist sicher.

    Was die sprachliche Stimmigkeit betrifft, hier muss man einfach sagen, manche Kollegen fällt es einfach schwer, das kann auch verschiedene Gründe haben. Auch hier gilt, einfach von einem Kollegen gegenlesen lassen, so wie Du es auch treffend beschrieben hast.

    Servus zusammen,


    Mitte April hatte ich eine FaD in einem Spiel der untersten Kreisklasse B , also in der Betonliga.

    Ganz normal den Sonderbericht ausgefertigt und wie immer nicht erfahren, welche Sanktionen die Spruchkammer ausgesprochen hat.

    Nur dieses Mal hab ich den Übeltäter privat getroffen, ich hab ihn nicht erkannt, er mich schon.

    Als wir dann ins Gespräch kamen, musste ich nachfragen, was nach dem FaD (den er als völlig berechtigt ansah) rauskam.

    Ich habe Euch den Sonderbericht mal angehängt, dass sich die Sportrichter unter uns sich mal ein Bild machen können.

    Ergebnis unserer Spruchkammer: 8 Spiele Sperre. So als Augenzeuge und sportrechtlicher Laie klingt das recht viel.



    MfG Sebastian

    Für eine Spielleitung habe ich einen Zeitaufwand - incl Reisezeit vor und Nachbereitung sowie Schuhe putzen und Trikots Waschen sowie Spielbericht und möglicherweise Sonderberichte - von Durchschnittlich 3,5 bis 4 Stunden.

    Jetzt Erwartet das Finanzamt vom mir noch eine -wenn auch rudimentäre- Buchführung in der ich belege das die wenigen Eurionen im Jahr nicht versteuert werden brauchen?

    Also ich mach es schon seit Jahren so, dass ich mir zu Rundenbeginn (kann man auch zum Jahresanfang machen) eine Excel-Tabelle erstelle,

    in der ich alle Daten zum Spiel eintrage, also Datum, Paarung, Spielort, Tore, Karten und auch die Spesen. Kostet mich pro Spiel 2 min. in diesem Umfang.

    Fürs FA dürfte Datum, Paarung, Spielort und Aufwandsentschädigung reichen. Das muss dann ja nicht mal elektronisch geschehen, sauber handschriftlich in eine Liste eingetragen muss da dann auch reichen. Bei den Ausgaben kann man es ja ähnlich machen.

    Hallo zusammen,


    ich hatte gestern abend ein längeres Telefonat mit meinem KSO und möchte Euch diese Infos nicht vorenthalten.

    Für uns Amateur-Schiedsrichter sind die Einnahmen aus der SR-Tätigkeit nicht als "Einnnahmen aus Gewerbebetrieb",

    sondern als "Sonstige Einkünfte" auf der Steuererklärung zu deklarieren.

    Als Einnahmen gelten hier:

    - Aufwandsentschädigungen für Spielleitungen

    - Aufwandsentschädigungen für Beobachtungen o.ä.

    Liegen diese Einnahmen unter dem Ehrenamtsfreibetrag von 720 €, ist alles okay. Liegt man darüber, sind diese "Mehreinnahmen" regulär zu versteuern.


    Natürlich können auch Ausgaben für die SR-Tätigkeit als Werbungskosten geltend gemacht werden, das umfasst u.a. :

    - Fahrten zu Pflichtsitzungen oder anderen SR-Veranstaltungen

    - Beiträge zu Schiedsrichtervereinigungen

    - Kosten für Schiedsrichterkleidung und Schiedsrichterausrüstung

    - Pflege und Reinigung Sportkleidung

    - Porto- und Telefonkosten

    - Fachliteratur (z.B. Regelheft)

    - Fortbildungskosten

    - Sonstige Kosten in Zusammenhang mit der Tätigkeit


    Im Regelfall wird man dann sogar noch eine steuerliche Rückerstattung erwarten können, da sich gerade die Werbungskosten summieren.


    Belege sowohl für Einnahmen (Liste der geleiteten Spiele mit jeweilig erhaltenem Betrag) als auch für Ausgaben (Rechnungen, Liste der Sitzungen mit km) müssen nicht mit der Steuererklärung mitgeschickt werden, jedoch bis zum Abschluss der jeweiligen Steuerveranlagung vorgehalten werden.


    Wer bis hierher aufmerksam gelesen hat, wird die Fahrtkosten vermissen. Diese können vernachlässigt werden, da hier einer Einnahme eine Ausgabe in gleicher Höhe entgegensteht, sodass sich das gegeneinander aufrechnet.


    Ich hoffe, das bringt ein wenig Licht ins Dunkle.


    Schöne Grüße

    Sebastian


    P.S. hier noch eine kleine Präsentation zu dieser Thematik.

    Ich hatte in der Vorrunde ein Herren-Spiel in der zweitniedrigsten Klasse (Kreisklasse B).

    Gast kam in der 76. Minute auf 3:4 heran und drückte auf den Ausgleich, Heim ließ sich öfters Zeit bei Spielfortsetzungen.

    Durch einen Doppelschlag in der 84. und 86. Minute erhöhte Heim auf 5:3.

    Im zweiten Spielabschnitt waren somit 5 Tore gefallen und 7 mal gewechselt worden, also eigentlich Grundlage für ordentlich Nachspielzeit,

    die ich für mich auch schon auf 4-5 Minuten taxiert hatte. Nach dem Treffer zum 5:3 fragte mich der Gäste-Spielführer, wie lang noch zu spielen sei.

    Als ich ihm antwortete "4 Minuten plus Nachspielzeit", bekam ich die Antwort von ihm "Schiri, das gibt heute eh nix mehr, wir können auch pünktlich aufhören".

    Kurz überlegt und mir den Heim-Kapitän bei nächster Gelegenheit zur Seite genommen und ihm mitgeteilt, dass nach 90 Minuten Schluss wäre,

    wenn schon die zurückliegenden Gäste damit einverstanden wären. Da auch von ihm nix dagegen kam, hab ich nach der regulären Spielzeit abgepfiffen.

    Danach kam der Gäste-Trainer zu mir und fragte nach der eigentlich notwendigen Nachspielzeit. Als ich ihm dann von der Aussage seines Kapitäns berichtete,

    meinte er nur "ja stimmt eigentlich, geschossen hätten wir eh keins mehr, im Gegenteil".


    Regeltechnisch sicher nicht ganz korrekt, aber situationsbedingt sicher vertretbar.


    Was ich damit sagen will, die Nachspielzeit hat sicher in den allermeisten Fällen ihre Berechtigung, aber ab und zu muss man auch den Spielcharakter beachten.

    Hab ich einen klaren Spielstand und ich merke, dass beide Teams in den letzten Minuten nur noch mit stark angezogener Handbremse spielen (und damit mein ich kein Zeitspiel, sondern eher sich nur noch den Ball hin und her passen), dann brauch ich auch nicht noch länger spielen.