Beiträge von Micko

    Ich finde, in der gesamten Diskussion sieht man sehr deutlich zwei Dinge.


    Erstens: Fehler passieren auf beiden Seiten.

    Ein falscher Spielstand, ein unpassender Tonfall oder eine überzogene Reaktion sind menschlich. Gerade bei sehr jungen Schiedsrichtern mit zwölf Jahren muss uns bewusst sein, dass sie in einer Rolle stehen, die für ihr Alter ohnehin sehr anspruchsvoll ist. Selbstbewusstsein, Auftreten und Kommunikationsstil sind in diesem Alter natürlicherweise noch nicht vollständig entwickelt. Das entsteht erst mit Erfahrung.


    Zweitens: Der Umgang miteinander eskaliert oft schneller, als notwendig wäre.

    Ob es der falsche Spielstand ist oder eine unglückliche Aussage, respektloser Umgang löst keine Probleme, sondern schafft neue. Das gilt für Trainer, Spieler und Schiedsrichter gleichermaßen. Wenn sich eine Seite nicht ernst genommen fühlt und die andere sich angegriffen fühlt, verhärten sich die Fronten sehr schnell.

    Deshalb ist es wichtig, klare Maßstäbe zu setzen.


    Beleidigungen, Drohungen oder Herabwürdigungen sind niemals akzeptabel, unabhängig davon, ob der Schiedsrichter zwölf oder fünfzig Jahre alt ist.

    Gleichzeitig sollte man bei jungen Schiedsrichtern ein gewisses pädagogisches Feingefühl zeigen. Viele von ihnen stehen zum ersten Mal in dieser Verantwortung und wirken nicht aus Absicht überheblich, sondern eher aus Unsicherheit oder Überforderung.

    Letztlich wollen wir doch alle dasselbe. Faire Spiele, respektvollen Umgang und mehr Menschen, die Freude daran haben, Schiedsrichter zu werden und zu bleiben.


    Vielleicht hilft es, in solchen Situationen einmal tief durchzuatmen, bevor man sich gegenseitig in Schubladen steckt, unabhängig davon, ob man jemanden als arrogant, unflexibel oder respektlos empfindet.


    Am Ende schaden wir sonst dem Sport, den wir alle schätzen.

    Klingt nach einer sinnvollen Maßnahme – etwas Straffung tut dem Forum sicher gut :)

    Danke für die transparente Info und natürlich auch an alle, die hier in neuer oder alter Funktion Verantwortung übernehmen.

    Euch allen ebenfalls einen guten Saisonstart und Gut Pfiff!

    Ich finde, hier wird sehr gut deutlich, wie knifflig der Übergang zwischen Theorie (Regeltext) und Praxis ist.

    Meiner Meinung nach ist der Knackpunkt tatsächlich, dass für DOGSO zwingend ein Regelvergehen vorliegen muss und genau das sehe ich bei der zweiten Aktion nicht, wenn der Verteidiger den Ball sauber spielt.

    Damit bleibt es bei der ursprünglichen Verwarnung (also Gelb/Rot) aus der ersten Aktion und idF am Ort des Eingriffs.

    In der Außendarstellung wirkt es natürlich kurios, wenn ein Spieler "für einen fairen Ballgewinn" fliegt, aber das ist eben Folge dieser speziellen Vorteilsregelung.


    Unterm Strich also:

    • Regelkonformes zweites Eingreifen ⇒ kein neues DOGSO
    • Spielfortsetzung: idF am Ort der zweiten Aktion

    • Persönliche Strafe: G/R aus der ersten Aktion

    In der Praxis schreibe ich den Sachverhalt genau so in den Bericht. Dann kann der Staffelleiter, falls gewünscht, noch tiefer in die DOGSO-Frage einsteigen.

    Kölner Keller bald Geschichte, irgendwie hört sich das nach einem Ende mit Ansage an. Die Kritik daran war ja seit Jahren groß, nicht nur wegen einzelner Entscheidungen, sondern auch wegen der fehlenden Transparenz und Kommunikation.

    Dass die Schiris dort im Outfit des Spielgespanns sitzen, war mir ehrlich gesagt neu, klingt fast schon symbolisch: wie auf dem Platz, aber doch irgendwie weit weg vom echten Spielgeschehen.

    Ich finde, der Video-Beweis hat seine Berechtigung, aber die Umsetzung in Deutschland hat vieles von dem Vertrauen verspielt, das er eigentlich schaffen sollte. Vielleicht ist das Aus des Kölner Kellers ja die Chance für einen echten Neustart- mit mehr Nähe zum Stadion, besserer Kommunikation und klareren Abläufen.

    Bin gespannt, ob es wirklich besser wird, oder ob einfach nur der Standort wechselt und alles beim Alten bleibt.

    Ich finde besonders den Punkt interessant, dass die Spielklasse Einfluss auf die Vorteilsauslegung haben sollte. Gerade bei hitzigeren oder niedrigklassigen Partien ist das "Risiko" eines eskalierenden Nachspiels nach einem nicht gegebenen Freistoß definitiv größer als der Nutzen eines möglichen Vorteils. Das ist eine wertvolle Einschätzung, die man als Neuling erstmal so nicht auf dem Schirm hat.

    Das sind ja wirklich beachtliche Anpassungen, gerade im Jugendbereich ist das ein echter Fortschritt. Absolut richtig find ich, dass die Spesen endlich mal angehoben werden. Der zeitliche Aufwand und die Verantwortung sind ja nicht weniger geworden – im Gegenteil.

    Natürlich hinkt Hessen im Vergleich zu Bayern noch hinterher, aber immerhin bewegt sich endlich mal etwas. Und wenn man sieht, was in der Schweiz für ein C-Jugend-Spiel gezahlt wird, kann man schon ein bisschen neidisch werden.

    Vielleicht motivieren die neuen Sätze jetzt auch den ein oder anderen, länger als Schiri aktiv zu bleiben oder überhaupt erst anzufangen.

    Hi Berni,

    spannende Situation, danke fürs Teilen!

    Ich finde, genau solche Szenen zeigen, dass Fingerspitzengefühl im Amateurbereich oft wichtiger ist als das starre Durchziehen aller Eskalationsstufen. Rein regeltechnisch wäre der Vorwurf "bist du behindert§ natürlich eine Beleidigung und damit FaD. Aber ich kann absolut nachvollziehen, dass du es in dem Kontext – hitziger Zweikampf, keine Verletzung, spontane Emotion – bei Gelb belassen hast.

    Ich denke, das Entscheidende ist, ob du das Gefühl hattest, dass du mit dieser Lösung die Situation befrieden konntest. Und so klingt es ja: keiner hat weiter rumgemault, der Kapitän kam sachlich zu dir, die Spieler haben sich beruhigt.

    Aus meiner Sicht ist es im unteren Bereich oft besser, solche emotionalen Ausrutscher – wenn sie nicht völlig entgleisen – mit Gelb abzumoderieren, statt das Spiel durch einen Platzverweis komplett eskalieren zu lassen. Man muss immer abwägen, ob man dem Spiel einen Gefallen tut, wenn man streng auf den Regeltext pocht.

    Von daher: Ich finde, das war völlig okay so. Wichtig ist, dass du es transparent kommunizierst (was du ja gemacht hast) und konsequent bleibst, wenn es später wieder vorkommt oder in üblerem Ton weitergeht.

    Grüße, Micko