Zitat von DieMacke;90775
Weil es im "zweiten Fall" nicht so direkt ausgesprochen ist, sage ich den Spieler nur, dass ich die Entscheidung treffe und seine Hilfe nicht erwünscht sei. Bei Wiederholung wirds ein Freistoss gegen ihn geben. Beim 3. Mal bekommt er die Gelbe Karte.
Sicherlich eine übliche Vorgehensweise bei Allerweltsvergehen, jedoch kann man ja nicht einfach einen Freistoß geben, ohne dass eine triftige Begründung vorliegt, die sich auch mit den Regeln vereinbaren lässt. Und wenn ein Spieler gefoult wird und dann reklamiert, dann bekommt ER den Freistoß wegen des Foulspiels. Im Gegensatz zu den persönlichen Strafen können Freistöße nicht einfach vom Betreten bis zum Verlassen des Spielfeldes beliebig ausgesprochen werden, sondern richten sich nach dem Grund der Spielunterbrechung.
Zitat von DieMacke;90775
Ueber Jahre hab ich gelernt etwas vorsichtiger mit Karten umzugehen. Generell verstehen Spieler Ermahnungen und verhalten sich danach entsprechend.
Das ist bestimmt nicht selten der Fall, aber mit Sicherheit nicht immer.
Zitat von DieMacke;90775
Es hat nichts mit "stille Post" zu tun. Im Eifer des Zweikampfs gehts oftmals hitzig zu und jeder Spieler reagiert anders. Wenn dann ein Spieler gefoult wird, und der SR es nicht gesehen hat -- das passiert oft genug -- dann will ich nicht noch den "gefoulten Spieler" eine gelbe oder gar rote Karte geben. Es ging in Sekundenschnelle zu. Da muss man ab und zu ein bestimmtes Fingerspitzengefühl zeigen.
Was man auf dem Platz will, das bestimmt man ja leider nicht alleine. Da hat das Regelwerk eben noch ein Wörtchen mitzureden. Und entsprechendes Verhalten muss sanktioniert werden, auch wenn man das persönlich als ungerechtfertigt ansieht. Natürlich muss man nicht alles hören und sehen.
Zitat von DieMacke;90775
TW lag 3 Sekunden am Boden. Danach rief er zu SRA, "... Du hast eine Flagge, dann benutze sie auch. Das war BS ..."
Ich weiß zwar nicht was BS ... bedeuten soll, aber den ersten Satz bekommt wohl jeder SRA in einem durchschnittlichen Spiel mal zu hören, und häufig erfordert dies wenn überhaupt nur eine kleine Reaktion des SR.
Zitat von DieMacke;90775
SR ging zu SRA, danach zu TW. Sagt zu TW, "...nichts war passiert, noch eine Bemerkung und du siehst rot ..."
Und das ist eben genau der Punkt, den ich schon im vorangegangenen Posting nicht so stehen lassen wollte. Unabhängig davon, was vorgefallen ist, aber entweder es ist so schlimm, dass ein Feldverweis angebracht ist, oder die Sanktion ist eine gelbe Karte, welche ja nichts anderes bedeutet als: Achtung, wenn du so weiter machst musst du runter, oder aber man belässt es bei einer Ermahnung. Aber diese kann doch dann nicht so aussehen, dass als nächste Konsequenz
angedroht wird (Außer der Spieler hat schon gelb und ihm droht die Ampelkarte). Das widerspricht in meinen Augen jeglichen Prinzipien, die Regelwerk und DFB lehren. Vielleicht lehren da ja andere Verbände andere Dinge, aber das kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen.
Zitat von DieMacke;90775
Wenn man strikt nach der Regel geht, ist es ein Feldverweis. Als erfahrener SR sieht man Dinge etwas anders. Wie haetten die Mitspieler nach Feldverweis reagiert? Waere es zu eine Hackerei zwischen beiden Mannschaften gekommen? Ganz bestimmt. Vor allen wenn eine Entscheidung den TW angeht.
Ich bin wahrlich kein erfahrener Schiedsrichter, aber ich hoffe und glaube auch in 10 oder 20 Jahren meine Entscheidung zu einem Feldverweis niemals davon abhängig zu machen, wie wohl die anderen Spieler darauf reagieren würden. Und ein Torhüter hat in einer Spielruhe keinerlei Sonderrechte gegenüber anderen Spielern.
Ps: Der FC Carl Zeiss Jena wird in diesem Jahr erst 106 Jahre alt, nicht 916. Trotzdem ein Grund zum
:D.