Beiträge von FCC1903

    Ich habe gerade in einem Hausregeltraining mit folgender Regelfrage zu kämpfen:




    Der Torwart wehrt einen auf das Tor zufliegenden Ball in seinem Strafraum mit einem Schienbeinschoner ab, den er in der Hand hält. Entscheidung?




    Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es idF am Tatort geben muss. Nur wegen der persönlichen Strafe bin ich mir unsicher. Hier wird ja ein Tor regelwidrig verhindert, von daher müsste es ja eigentlich rot geben. Jedoch darf der Torwart ja den Ball normal mit der Hand spielen, so dass auch bloß gelb in Frage kommt, und zwar als Strafe dafür, dass der Keeper sozusagen seine Hand unerlaubt und unsportlich verlängert hat.




    Meinungen?

    Hallo liebe Kollegen!


    Bei unserem aktuellen Hausregeltraining haben mich einige Fragen zum Nachdenken gebracht, und ich wollte euch gerne mal fragen, wie eure Meinung zu folgenden Regelfragen ist. Die Fragen zielen dabei alle in die gleiche Richtung, nämlich dahin, dass ein Spieler mehrere Vergehen hintereinander begeht, bevor der SR das Spiel unterbricht.


    Die 1. Frage lautet:
    Ein bereits verwarnter
    Spieler befindet sich mit Zustimmung
    des SR’s zur
    Behandlung einer Verletzung
    außerhalb des Spielfeldes. Aufgrund seiner Stellung
    sieht der
    SR nicht, dass der Spieler wieder eintreten
    will. Daraufhin läuft der Spieler im
    Bereich
    des SRA ohne
    Zustimmung des SR’s auf das Spielfeld und begeht ein verwarnungswürdiges Foulspiel an der Eckfahne. Entscheidung?


    Hier würde ich spontan sagen GRK und idF wo Ball bei Unterbrechung, den idF wegen unerlaubtem Betretens. Zum Nachdenken gebracht hat mich dann ein Stück weiter die Frage:





    Nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze kommen zwei
    Gegenspieler zu Fall. Da der SR nicht pfeift, nimmt der Abwehrspieler, der
    außerhalb des Strafraums liegt, den Ball
    aus Verärgerung in die Hand und wirft
    ihn dem Gegner, der knapp innerhalb des Strafraums liegt, heftig ins Gesicht.
    Daraufhin unterbricht der SR das Spiel. Entscheidung?
    Hier würde dann ja analog der 1. Frage neben der selbstverständlichen RK ein dF am Ort des Handspiels die logische Folge sein. Da hier aber ein Strafstoß der größere Vorteil wäre, müsste es ja hier Strafstoß geben, da beide Vergehen vom gleichen Spieler während des laufenden Spiels begangen wurden. Es heißt ja auch, bei mehreren Vergehen eines Spielers ist das schwerste für die Spielfortsetzung maßgeblich. Wenn man so da ran geht, dann ist die Frage, die ich mir jetzt stelle, ob es in der ersten Frage nicht dann einen dF am Ort des Foulspiels geben müsste. Wäre hier quasi das Foulspiel ein "schwereres" Vergehen?


    Vollends verwirrt hat mich dann noch eine dritte Frage, nämlich:





    Ein Auswechselspieler wartet an der Seitenlinie auf seine
    Einwechslung. Als sich das Spielgeschehen in seinen Bereich verlagert, läuft er
    ohne Anmeldung auf das Spielfeld. Bevor
    der SR das Spiel deshalb unterbrechen
    kann, bringt der Auswechselspieler einen Spieler der gegnerischen Mannschaft
    verwarnungswürdig zu Fall. Erst jetzt erfolgt die
    Unterbrechung. Wie ist zu
    entscheiden?



    Diese Frage ist ja der ersten sehr ähnlich, nur dass es sich hier statt eines verletzten Spielers um einen Auswechselspieler handelt. Gibt es da noch einen Unterschied?
    Ansonsten würde ich hier hinsichtlich der Spielfortsetzung genauso entscheiden wie bei 1., nämlich auf idF am Ort des Balles.
    Ich bin mir aber wie gesagt bei allen drei Fragen unsicher, und zwar vor allem deshalb, weil alle drei auf einmal auftreten und jede neue so zum Nachdenken über die vorherigen führt. Ich bin auf eure Meinungen gespannt.


    Schonmal danke im Voraus!


    Ps:


    Es gibt noch eine Frage, bei der ich mir unsicher bin, die aber nichts mit dem Titelthema zu tun hat. Sie lautet:



    Während der Halbzeitpause wechselt die Heimmannschaft einen
    Spieler aus, ohne den SR darüber zu informieren. Der eingewechselte Spieler
    erzielt unmittelbar nach Anpfiff zur 2.
    Halbzeit ein Tor. In diesem Moment
    bemerkt der SR den Tausch. Entscheidung?






    Hier würde ich sagen: GK, aber Tor, Anstoß, da in der HZ ein Wechsel auch ohne Zustimmung des SR als vollzogen betrachtet werden kann. Ich meine, diesen Satz mal in der
    SR-Zeitung gelesen zu haben, aber ich weiß nicht mehr, ob das so korrekt war. Zudem macht mich die Formulierung "unmittelbar nach Anpfiff" stutzig, ob hier nicht doch ein idF
    zu verhängen ist.

    Ich mach jetzt mal keinen neuen Fred auf, weil ich eigentlich nur ein paar Zeilen posten will und es so schön passt.


    Auch ich hatte heute ein Spiel mit der Kennung 001: Verbandsliga A-Jugend, erster Spieltag.


    Die Bilanz:


    3x :gelbe_karte:
    1x :rote_karte:
    1x Trainer entfernt


    Im Prinzip jetzt nicht so außergewöhnlich, aber sicher auch nicht das, was ich von einem normalen A-Jugendspiel erwarte.


    Die Situation mit der roten Karte möchte ich noch ganz kurz schildern, weil ich mir da mittlerweile unsicher bin, ob die nicht vielleicht etwas hart war:


    Zweikampf an der Mittellinie, einer der spielstärksten Spieler der Heimmannschaft (Den ich allerdings auch schon wegen seiner unterschwelligen Aggressivität ermahnt hatte) fühlt sich von seinem Gegenspieler unfair bedrängt. Es ergibt sich eine gute Angriffssituation für die Gäste, die ich im Leben nicht unterbrechen werde (So dachte ich). Jedoch macht der eingangs erwähnte Spieler einige Schritte auf seinen Zweikampfgegner zu, wobei er ihm auch ein paar unschöne, jedoch nicht beleidigende Wörter zuruft. Dann stellt er sich vor ihn hin, und jetzt kommts, und stößt ihm gegen die Brust. Dazu benutzt er jedoch nicht seine Hände, sondern im Wesentlichen seine eigene Brust und seine Schulter. Ich hoffe ihr könnt euch das bildlich einigermaßen vorstellen. Der Stoß war nicht sonderlich heftig, aber der Gegner ging natürlich trotzdem tödlich getroffen zu Boden und schrie vor Schmerz. Ich habe daraufhin die sehr gute Chance abgepfiffen und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Folge waren die größten Proteste, die ich in meiner Karriere je nach einem Feldverweis erlebt habe, denn unglücklicherweise ereignete sich die Szene nur wenige Meter von der Bank der Heimmannschaft entfernt. In der Folge kam es dann auch zur Degradierung des Trainers zum Zuschauer.


    Jedenfalls keine besonders schöne Situation für mich. In dem Moment habe ich natürlich so entschieden, wie ich die Situation wahrgenommen habe, aber jetzt, mit einigen Stunden Abstand bin ich der Meinung, dass hier durchaus auch gelb und eine entsprechende Ansprache ausgereicht hätten.


    Jetzt habe ich doch wieder mehr geschrieben als ich wollte, und obwohl es sicherlich schwierig ist das ganze nur nach meiner Schilderung zu bewerten würde ich mich doch über die eine oder andere Meinung freuen.

    Das hier eine Vereitelung eines Tores nicht vorliegt und es daher keine :rote_karte: gibt leuchtet mir ein, aber wenn der Ball ohne das Handspiel direkt ins Tor gegangen wäre, was einen Abstoß zur Folge gehabt hätte, wieso handelt es sich dann um ein unsportliches Handspiel? Man kann dem Spieler ja nicht eine versuchte Torvereitelung unterstellen, was ja :gelbe_karte: zur Folge hätte, oder etwa doch?

    Die Jugendspielordnung des Fußballverbandes Brandenburg enthält eine solche Regelung nicht, vielmehr besagt §16 in Absatz 2, dass je nach Vergehen Verwarnung, FAZ oder FAD auszusprechen sind.


    Tatsächlich etwas verwirrend finde ich allerdings in dieser Jugendordnung die unterschiedliche Handhabung von persönlichen Strafen in verschiedenen Spielklassen, so gibt es im Landesmaßstab der A-C-Jugend keinen FAZ, in den tieferen Spielklassen dagegen schon. :confused:


    Zitat

    In Bayern läuft gerade eine Ausbildung zum Konfliktmanager, das geht über 3 Wochenenden von Freitag mittag bis Sonntag spätnachmittag und dort sind 21 Damen und Herren eifrig dabei


    Das Problem bei solchen lobenswerten Veranstaltungen ist leider oft die Tatsache, dass dort nur solche Leute hingehen, die sich eh schon Gedanken machen und daher die Kurse eigentlich am wenigsten nötig hätten.

    Ich hole mal meinen alten Bericht hoch, um einen Weiteren folgen zu lassen, wobei dieser sich fast nahtlos anschließt.
    Leider haben mir meine neuen Schuhe im vergangenen Herbst wirklich nicht viel Glück gebracht. Nur 5 Tage nachdem ich meinen Beitrag über meine Treter (siehe oben) verfasst hatte, blieb ich als Spieler bei einem A-Jugend-Punktspiel unglücklich im Rasen hängen: Es kam zu einer Überstreckung des linken Kniegelenks, es folgte ein lauter Knall und große Schmerzen. Das Spiel war für mich natürlich beendet, aber dabei sollte es nicht bleiben. Nachdem mir in einer ersten Diagnose am selben Abend lediglich ein Kapselriss diagnostiziert wurde, brachte eine erneute Untersuchung bei einem Spezialisten wenige Tage später die ernüchternde Erkenntnis: Riss des vorderen Kreuzbandes, kombiniert mit einem größeren basisnahen Riss des Innenmeniskus, einem minimalen Anriss im Außenmeniskus sowie einer Überdehnung des hinteren Kreuzbandes. Das Ganze war am 4.10. passiert, am 9.10. wurden in einer ersten ambulanten OP die Begleitverletzungen repariert, am 30.11. wurde mir von einem Spezialisten (Dem ich sehr dankbar für seine gute Arbeit bin!) aus zwei Muskelsehnen (Semitendinosus und Gracilis - Für die Experten) ein neues Kreuzband eingesetzt. Es folgten insgesamt ca. 12 Wochen Reha und natürlich eine sehr lange Pause, die ich zum Glück ganz gut nutzen konnte, da für mich in diesem Frühjahr Abiturprüfungen stattfanden. Trotzdem sind fast 8 Monate ohne richtigen Sport eine verdammt lange und harte Zeit.


    Aber diesen Zeitraum habe ich heute endgültig verlassen. Denn heute um 18 Uhr stand mein erstes offizielles Spiel seit dem 27.9.2009 (Bundestagswahl) an: Ein Punktspiel in der Kreisliga der C-Jugend.


    Weder meine Schuhgröße hat sich verändert, noch habe ich zu viel Geld, folglich lief ich mit meinen zwar 8 Monate alten, aber fast ungebrauchten neuen Schuhen auf.


    Ich war mit meiner Spielleitung angesichts meiner langen Pause insgesamt eigentlich recht zufrieden, obwohl es recht flott hin und her ging und auf beiden Seiten insbesondere viele Abseits-Situationen zu bewerten waren. Die erste Halbzeit verlief bis auf ein paar deutliche Worte an einen Halbstarken recht ruhig. Zu Beginn des zweiten Durchgangs wurde das Spiel durch viele Nicklichkeiten etwas hecktischer, aber absolut in einem angemessenen Rahmen, es stand auch schon 4:0. Aber in der 45. Minute war es mal wieder so weit. Ich weiß nicht, was so viele Menschen ständig dazu bewegt das Körperteil zu benennen, welches allen Wirbeltieren dazu dient eine räumliche Trennung zwischen ihrem Körper und unverdaulichen Überresten ihrer festen Nahrung herzustellen, aber ein 13-Jähriger (!) Spieler der führenden (!) Heimmannschaft meinte, nach einem verlorenen Zweikampf ein paar unhöfliche Worte an seinen Gegenspieler mit dieser "Mutter aller Beleidigungen" zu krönen, und das natürlich so laut, dass es selbst die alten Herren verstanden, die auf dem Nebenplatz "trainierten". Ich dachte sofort: "Ach Mann!", korrigierte den Gedanken aber in Sekundenbruchteilen auf: "Ach Junge!", bevor ich zum ersten Mal seit 8 Monaten zur Tat schritt: :rote_karte:


    Es sollte die einzige Karte im Spiel bleiben, denn nach diesem "Zeichen" war es auf dem Platz so ruhig, dass man sogar die A 4 hören konnte, die einige Dörfer weiter verläuft und auf der westlich des Tunnels in beiden Richtungen 80 km/h gelten.


    Das Spiel endete dann 5:0, und nach dem Spiel in der Kabine hatte ich noch ein nettes Gespräch mit dem Trainer des "Sünders", in dem von seiner Seite Worte wie "Erziehungsauftrag", "Spielermangel", "vorausgehende Tätlichkeit", "noch ein Kind" oder "kein anderer Schiedsrichter entscheidet so" fielen. Und ich dachte einfach nur: "Wie habe ich das vermisst."


    Und jetzt sitze ich zu Hause und mache mir augenblicklich bewusst, dass ich jahresübergreifend 3 Spiele in Folge nicht mit allen Spielern beendet habe.
    Das ist aber nur ein kleiner "Randgedanke" im Gefühl der Freude darüber, nach so langer Zeit endlich wieder meinem geliebten Hobby nachgehen zu können und ganz nebenbei der Gewissheit, dass 22 junge Fußballer heute eine Menge über Konsequenz und sportliches Verhalten gelernt haben dürften.

    Nach nun mehr als 2 Jahren Schiedsrichterei und weit über 100 Spielen fielen meine alten Fußballschuhe allmählich auseinander, was auch daran liegt, dass ich in Schuhpflege nicht so bewandert bin. Da mich der Verein schon zu Saisonbeginn großzügig mit neuere Kleidung unterstützt hat habe ich aus eigener Tasche für 89,90 ein paar neue Nike-Schuhe gekauft, weil ich auch häufiger selbst mal in der Freizeit spiele und mir passendes Schuhwerk dabei natürlich sehr gelegen kommt. Meine bis vor kurzem letzte :rote_karte: hatte ich so etwa im Frühjahr diesen Jahres, ist also schon eine Weile her, trotz zahlreicher Spiele in der Zwischenzeit. "Premiere" feierten die neuen Prachtexemplare an meinen Füßen also letzten Samstag, exakt 10:30 Uhr in einem Zweitrundenspiel des Thüringer Landespokals der B-Jugend ohne Assistenten (bei uns leider in solchen Bereichen Standard). Ich hatte exakt 24 Minuten Zeit, das umwerfend angenehme Laufgefühl in den neuen Tretern zu bestaunen. Dann fühlte sich ein Spieler bemüßigt, einen Gegenspieler vor einem Einwurf FÜR sein eigenes Team mit elegantem Hüftschwung gegen das Bein zu treten, und ihn dabei auch noch auf vier Buchstaben gekürzt als nach der darwinistischen Evolutionstheorie direkten Vorläufer des Menschen bezeichnen zu müssen. Dass ich auf dieses Geschehen bessere Sicht hatte als es mir die Fernsehkameras bei Zidanes legendärem Kopfstoß im WM-Finale 2006 ermöglichten, störte ihn dabei nicht sonderlich. Jedenfalls war ich gezwungen, meine Aufmerksamkeit für kurze Zeit von den Füßen abzuziehen und sie stattdessen auf die rechte Hand sowie die unmittelbare Umgebung der Gesäßtasche zu richten. Damit hatte ich dann auch gleich eine Beschäftigung für den bis dahin unverplanten Samstagnachmittag gefunden. Im gleichen Spiel hatte ich auch noch viel Spaß, zum Beispiel als nach einem simplen Doppelpass zwischen 2 Verteidigern des vollzähligen Teams plötzlich ein Teil der Zuschauer laut aufschreit. Grund: Der Torhüter des vollzähligen Teams windet sich am Boden, ein Spieler des dezimierten Teams entfernt sich von diesem Ort. Augenzeugen sprachen später von einem "Umnieten", einem "Wegstoßen" und einem "Umhauen". Dass ich nicht ahnden konnte, was ich nicht sehe verstanden komischerweise die 14-16 jährigen Spieler viel schneller als ein ca. 2-3 mal so alter Trainer. Aber auch für den Rest des Spiels sahen meine neuen Schuhe nur noch einige :gelbe_karte: auf etwa 2 Meter über sich in die Höhe schnellen. In den kurzen ruhigeren Spielphasen blieb mir noch immer wieder Zeit, dass angenehme Laufgefühl zu bewundern. Den Nachmittag brachte ich zunächst im Stadion bei einem schwachen Spiel meines Vereins und einem mehr oder weniger glücklichen 2:2 gegen die Reserve des SV Werder Bremen zu. Später konnte ich mir die Zeit bis zum Abend vertreiben, indem ich ein paar Zeilen über mein Spiel am Vormittag verfasste. Bis jetzt dachte ich noch nicht daran, dass meine neuen Schuhe eine besondere Wirkung haben könnten. Der nächste Tag jedoch sollte mir Anlass geben, an die magische Wirkung von Bekleidungsstücken zu glauben. An jenem Sonntag hatte ich ein besonderes Spiel zu leiten: Derby der 2. Kreisklasse, der vorletzten Liga, in der man normalerweise ohne Assistenten mit den Spielern relativ unter sich ist. An diesem Spiel war aber lediglich die Abwesenheit von Assistenten normal. Ansonsten fanden sich am Spielfeldrand ca. 10 nüchterne Zuschauer ein. Dazu kommen etwa zehnmal so viele sonstige Zuschauer. Insgesamt bestimmt ein Saisonrekord in dieser Spielklasse. Mit Sicherheit aber ein Rekord für mich persönlich. In der ersten Halbzeit gab es einmal :gelbe_karte: wegen Reklamierens. In Hälfte zwei schlug aber die Stimmung von draußen auf das Spielfeld über. Ergebnis: einmal :gelbe_karte::rote_karte: wegen wiederholtem Foulspiel, einmal :rote_karte: wegen einer Tätlichkeit, einmal :rote_karte: wegen einer Notbremse und dazu noch sieben :gelbe_karte:. Verständlicherweise dachte ich während dieses Spiels keine einzige Sekunde an mein neues Schuhwerk. Stattdessen drehten sich meine Gedanken in den letzten Minuten vor allem darum, wie man ein solches Spiel wohl taktisch klug beendet. Nach 89 Minuten und 21 Sekunden dann ein spontaner Entschluss: Der Torhüter (übrigens ein Feldspieler, der für den "Notbremser" ins Tor gegangen war), welcher das Tor hütete, hinter dem sich das Kabinengebäude befand, fing einen harmlosen Ball. Ich pfeife zweimal kurz, einmal lang, der Torhüter schaut mich verblüfft an, ich nehme den Ball mehr oder weniger aus seinen Händen...Und bin innerhalb von 20 Sekunden in meiner Kabine. Normalerweise ja nicht meine Art mich einfach so aus dem Staub zu machen, aber in dieser Situation hielt ich es für das Klügste. Beim Berichteschreiben zu Hause fiel mir dann erst auf, dass ich mit meinen neuen Schuhen in deren noch junger Karriere noch kein Spiel mit allen Spielern beendet habe. Insofern dürfte der nächste Samstag eine Premiere werden, denn dann soll ich ein D-Jugendspiel leiten. Obwohl, man hört ja neuerdings so einiges über die Verrohung der Jugend. Aber eines ist sicher: Nachdem meine rote Karte demnächst bestimmt eine Gehaltserhöhung fordern wird, werde ich mit meinen neuen Schuhen bestimmt auch in zahlreichen ruhigen und entspannten Spielen noch viel Spaß haben.

    Im Filmbericht zum Spiel bei Sport im Osten kann man die besagte Szene ab 5 Minuten vor Ende sehen, wenn man sich gerne ein eigenes Bild von der Situation machen möchte.
    Und dann soll mir mal einer erklären, wo hier ein arrogantes Auftreten Aytekins zu erkennen sein soll. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass die Szene für den Rotsünder zumindest unglücklich gelaufen ist, denn da habe ich schon viel heftigere Tätlichkeiten gesehen als diese, wobei :rote_karte: natürlich trotzdem in Ordnung geht.

    Für den Schiedsrichter endet die Geschichte meist mit dem Absenden des Berichtes bzw. der mündlichen Aussage.
    Aber das heißt ja nicht, dass es einen als Mensch bzw. als Freund des Fußballs nicht interessieren darf, was die Sportgerichte so entscheiden. Ich lese mir auch häufiger Sportgerichtsurteile durch und bilde mir meine eigene Meinung dazu, wie es sicherlich viele Andere auch machen.
    Aber diese Meinung sollte man dann für sich behalten, zumindest wenn man öffentlich als Schiedsrichter auftritt.

    Ich denke, dass bei grenzwertigen Fouls, wo man gelb geben KANN, eine Entschuldigung beim Gefoulten häufig dazu führt, dass der Schiedsrichter auf die Verwarnung verzichtet. Dazu muss die Initiative aber vom Spieler selbst ausgehen, der Schiedsrichter hat hier regeltechnisch keine Handhabe.

    Zitat von CFP;95913

    muss ich dir aus meienr Sicht widersprechen. Selbst wenn er noch so leicht wirft und ihn nicht trifft, ist es :rote_karte:.


    Schließlich ist bei Werfen auch der Versuch strafbar - ergo: wenn er den Spielr abwerfen will, ist es immer Rot, egal wie stark geworfen und getroffen oder nicht.


    Die Frage ist, ob das Spiel unterbrochen ist. Bei laufendem Spiel greift wohl die FIFA-Anweisung zur Regel 12 "Vergehen durch Werfen von Gegenständen(inkl. Ball)" auf Seite 91 des aktuellen Regelheftes.
    Und von einer Spielunterbrechung war ja explizit nicht die Rede.

    Das ist jetzt ja der zweite Beitrag dieser Art am heutigen Tag. Vielleicht sollten wir ja ein eigenes Forum für "Rechtshilfe und Rechtsberatung" einrichten. :ironie:


    Aber jetzt möchte ich mal cool sein auf die Gefahr hin mich zu blamieren:
    Ich widerspreche meinen Vorpostern. Denn nach den Schilderungen des Threaderstellers ist :rote_karte: nicht zwangsläufig berechtigt. Denn für mich ist ein "leichtes Treffen am Rücken" nicht auf einen Wurf mit übermäßiger Härte zurückzuführen, sondern eher auf Rücksichtslosigkeit. Daher kann es auch :gelbe_karte: geben.


    Aber lieber Überflieger, ich glaube aus einem anderen Grund, dass die rote Karte berechtigt war. Denn ich denke kaum ein erfahrener Schiedsrichter macht sich wegen eines halbstarken Jugendlichen die Arbeit eines Zusatzberichtes, wenn er regelkonformn darauf verzichten kann.


    Aber wer weiß, vielleicht hast du jetzt ja gelernt, dass der Schiedsrichter immer am längeren Hebel sitzt und verhältst dich ab jetzt gesitteter auf dem Platz, auch wenn du mal mit einer Entscheidung nicht einverstanden bist. Als Torhüter hättest du ja immer noch die Möglichkeit, den Strafstoß zu halten, natürlich nur wenn du auf dem Platz bleibst.;)

    Natürlich sind die abgegebenen Berichte der Vereinsvertreter nicht neutral, aber das kann ja auch keiner erwarten. Es wird ja auch niemand gezwungen, auch nur einem der beiden Befragten Glauben zu schenken. Noch weniger wird jemand gezwungen überhaupt die Berichte lesen.
    Wenn es in meiner Umgebung allerdings ein kostenloses Internetportal gäbe, welches derart detailliert vom Amateursport berichten würde, so würde ich persönlich mich darüber sehr freuen.
    Und Neutraliät wird im Fußball ohnehin nur von wenigen Auserwählten verlangt, pro Spiel haben maximal 4 Leute neutral zu sein, und so viele auch nur in der Bundesliga.
    :off_topic:

    Ich denke man kann gar nicht neutraler berichten, als beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. Denn erstens kann ja nicht bei jedem Spiel in jeder Klasse ein Journalist vor Ort sein, und zweitens hat jeder Journalist auch eine eigene Meinung zu jedem Vorfall, welche er dem Leser weitervermittelt. Insofern kann sich jeder Leser nur sein eigenes Urteil bilden. Scheint aber in jedem Fall ein unschöner Vorfall gewesen zu sein. :flop:

    Heute hatte ich zum ersten Mal in meiner Karriere ein Spiel in der 1. Kreisklasse zu leiten, bei uns die höchste Liga in der ohne Assistenten gepfiffen wird. Dabei handelte es sich auch noch um das Spitzenspiel Erster gegen Dritter, wobei der Dritte nur einen Punkt Rückstand auf den Ersten hatte. In diesem Bewusstsein nahm ich mir vor dem Spiel extra vor, besonders konsequent und kleinlich zu pfeifen. Die ersten 25 Minuten verliefen reibungslos und auch relativ fair, wobei ich dennoch nach Möglichkeit jede Kleinigkeit abpfiff. Dann nach etwa 25 Minuten kam eine Phase in welcher die Gastmannschaft mehr und mehr das Spiel in die Hand nahm und es fast nur in eine Richtung ging. Dadurch bedingt musste ich von nun an natürlich vor allem Freistöße gegen die Heimmannschaft pfeifen, was diese wiederum nicht so toll fand. Nach einer guten halben Stunde gab es dann die erste gelbe Karte gegen die Heimmannschaft wegen Festhalten des Gegners mit beiden Armen. Und dann kam die 35. Spielminute: Ein langer Ball der Gäste landet im Strafraum der Heimmannschaft, ein Spieler der Heimmannschaft erkämpft den Ball und ist im Begriff, diesen rauszuspielen. Aber bei dem Versuch den ballführenden Spieler zu bedrängen wird ein Spieler der Gastmannschaft zu Fall gebracht. Der Kontakt war nicht sehr stark, aber vorhanden. Daher entschied ich auf Strafstoß für die Gastmannschaft. Es folgten wilde Proteste einiger Spieler der Heimmannschaft. Einen Spieler, welcher besonders lautstark reklamierte rief ich zu mir um ihn zu verwarnen. Doch bevor ich die gelbe Karte aus der Brusttasche holen konnte sagte er zu mir die Worte "Du blinder Stock!". Ich nehme also die Hand von der Brusttasche zur Gesäßtasche, um dem Spieler rot zu zeigen. Doch dieser bekam recht schnell mit, dass das Spiel für ihn demnächst beendet sein wird. Also baute er sich vor mir auf und sagte in aggresivem Ton zu mir "Na los, zeig sie mir doch!". Das wirkte auf mich so bedrohlich, dass ich beschloss ihm nicht die rote Karte unter die Nase zu halten, sondern mich stattdessen zum Kapitän der Heimmannschaft begab und ihm mitteilte, dass ich seinen Mitspieler mit der roten Karte des Feldes verweise. Dieser protestierte zwar gegen diese Entscheidung, aber in Verbindung mit der Anwesenheit einiger Gästespieler verlies der betreffende Spieler der Heimmannschaft schließlich das Feld und den Innenraum. Jetzt konnte es also mit dem Elfmeter weitergehen, welcher zum 1:0 für die Gastmannschaft verwandelt wurde. Das Spiel wurde jetzt natürlich ruppiger, aber ich denke durch relativ kleinliches Pfeifen gelang es mir das Ganze nicht ausarten zu lassen. Es gab noch eine gelbe Karte für einen Spieler der Gastmannschaft wegen Foulspiels, aber dann war Halbzeit. Hier war ein Auswechselspieler der Gäste so freundlich mich bis zur Kabine zu begleiten. In der Halbzeit führte ich ein kurzes intensives Gespräch mit einem Betreuer der Heimmannschaft, welcher ebenfalls Schiedsrichter mit langjähriger Erfahrung ist. Das gab mir noch mehr Mut, die zweite Halbzeit beruhigt anzugehen. Für die zweite Halbzeit nahm ich mir vor, so kleinlich wie möglich zu pfeifen, um die Emotionen einzudämmen. Und tatsächlich passierte bis zur 77. Minute nur wenig nennenswertes, was vor allem darauf zurückzuführen sein sollte, das der Ball nie lange im Spiel verblieb, weil es immer irgendwelchen kleinen Fouls abzupfeifen gab. Im Wesentlichen machte jetzt aber die Heimmannschaft trotz Unterzahl das Spiel. Und in der 77. Minute schafften sie es tatsächlich das 1:1 zu erzielen, wo sie noch in der Halbzeit der festen Meinung waren, ich hätte das Spiel bereits entschieden. Die Gäste reklamierten zwar Abseits, aber nur symbolisch und ich war mir ziemlich sicher dass gleiche Höhe vorlag, weil sich der Angreifer erst nach dem Abspiel von seinem Gegner löste. Also ging das Spiel von Vorne los. Aber nur zwei Minuten später verwandelte ein Spieler der Heimmannschaft einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt zur 2:1-Führung. Und wiederum drei Minuten später vollendete die Heimmannschaft einen Konter zum 3:1. Die verbleibenden etwa 10 Minuten waren jetzt nochmal sehr schwierig zu leiten. Denn, gefrustet durch die Tatsache dass sich innerhalb von 5 Minuten ein sicher geglaubter Sieg in eine fast sichere Niederlage verwandelt hatte, ging jetzt die Gastmannschaft zum Angriff über, und zwar ebenfalls sehr häufig mit unfairen Mitteln. Also musste ich auch hier vieles unterbinden. Gröbere Foulspiele waren aber nur wenige dabei. Kurz vor Schluss schoss ein Spieler den Ball weit weg, über den Zaun. Der Ersatzball befand sich bei einem Zuschauer, der aber so tat als wisse er nicht, dass der Ball gebraucht wird. Daher rannte ein Spieler mit Anlauf zu diesem Zuschauer und riss ihm den Ball aus der Hand. Der Zuschauer, der offensichtlich ein Anhänger der Heimmannschaft war, fiel wie betäubt zu Boden und schien dem Tod nahe zu sein. Da ich aber keinen bewussten Angriff wahrnehmen konnte und sich der Zuschauer zudem auch äußerst provokant verhielt, gab ich dem Gästespieler lediglich die gelbe Karte, wobei er sich wohl über rot nicht hätte beschweren dürfen. Nun verletzte sich auch noch ein Spieler der Heimmannschaft so dass er ausgewechselt werden musste, jedoch ohne absichtliches Einwirken eines Gegners. In der Nachspielzeit dann noch folgende Situation: Ein Gästespieler spielt den Ball an der Grundlinie entlang. In meinen Augen war der Ball dabei kurzzeitig im Aus, daher entschied ich auf Abstoß. Der Spieler war damit aber nicht einverstanden, nimmt den Ball in die Hand und schießt ihn weg. Ich zeige ihm also gelb. Doch während ich die Karte in die Höhe strecke fasst er die Karte an und zieht sie nach unten. Ich habe sie zum Glück gut festgehalten, so dass ich sie ihm gleich nochmal zeigen konnte, gefolgt von einer Andersfarbigen. Diese Aktion stellte dann den Schlusspunkt dar. Die Heimmannschaft drehte ein Spiel in der zweiten Halbzeit in Unterzahl. Zahlreiche Zuschauer der Gastmannschaft wollten mir auf dem Weg in die Kabine noch auf ihre Art für die Spielleitung danken, aber der Ordnerdienst waltete seines Amtes und so konnte ich mich nach diesem Spiel erstmal in der Kabine hinsetzen und einmal tief durchatmen. Übrigens kam der Spieler der mich in der ersten Halbzeit beleidigt hatte noch in die Kabine und entschuldigte sich. Zu allem Überfluss musste ich dann auch noch eine Stunde am Bahnhof warten, weil ich den Zug um 3 Minuten verpasste.


    Unterm Strich bin ich mit meiner Leistung eigentlich relativ zufrieden, wenngleich ich durch ein besseres Auftreten vielleicht von Anfang an noch mehr Respekt erhalten könnte. Zu großen Teilen war das Spiel auch nicht schwieriger als viele meiner Bisherigen. Aber die Elfmetersituation in der ersten Halbzeit sowie die heiße Schlussphase können einen Siebzehnjährigen wie mich doch schon in Situationen bringen, die eine gewisse Grenzwertigkeit aufweisen hinsichtlich der Frage, warum man sich das eigentlich antut. Dennoch denke ich, dass man gerade in solchen Spielen am meisten lernen kann, und deswegen werde ich auch versuchen, die bei mir selbst festgestellten Kritikpunkte zu minimieren.
    Den Zusatzbericht werde ich wohl erst morgen schreiben und eventuell dann auch mal mit in dieses Forum schreiben, schließlich wird das mein erster richtiger Sonderbericht.