Beiträge von Libero

    Ich kann da nicht zustimmen. Es ist doch unerheblich, ob der Ball die Richtung ändert, oder wie stark der Angreifer den Ball berührt - der Hüter bekommt den Ball in jedem Fall nicht mehr vom Mitspieler, sondern vom Gegenspieler. Damit ist die oben von Manfred zitierte Regel automatisch nicht mehr zutreffend. Und wo keine Regel, da keine Strafe.


    Auch beim Abseits ist es egal, ob der Ball nach Verteidigerkontakt die Richtung verändert oder nicht - Ball kommt vom Gegner.

    Auch beim idF ist es egal, wie stark ein Verteidiger nach Ausführung den Ball berührt - wenn er irgendwie dran war, darf der ausführende Spieler erneut den Ball spielen.

    Selbst beim Einwurf reicht es, wenn der geworfene Ball einen Verteidiger leicht streift - und der Werfer dürfte ihn nochmals spielen.


    Warum dann diese Diskussion beim Rückpass? Erschließt sich mir nicht.


    Ich glaube mich auch an eine vergleichbare Szene in der Bundesliga zu erinnern, bei der Neuer einen Pass Boateng aufgenommen hat, der noch mit den Stollen vom Gegenspieler touchiert wurde. Ist aber schon 2-3 Jahre her. Da gab's mW auch keinen Freistoß.

    Spannend, dass Hand/Arm explizit von aus der Definition einer Torverhinderungsaktion ausgeklammert sind, hatte ich auch noch nicht auf dem Schirm. Dann tatsächlich Vorteilsanwendung möglich.

    Tor, Anstoß ist korrekt.


    Vgl. Regelfrage#4 aus Schiedsrichterzeitung 04/2021:


    Gut, das VAR-Protokoll können sie natürlich ohne großen Aufwand anpassen. Aber an der Regel selbst ändert sich dadurch ja nix, Regel 3 Pkt. 7 ist da recht eindeutig - da ist nur die Rede von einem Eingriff ins Spiel, die Qualität des Eingriffs spielt keine Rolle. Daher korrekt im Artikel erwähnt:


    "Gleichzeitig gibt der Chef der deutschen Video-Assistenten zu bedenken, dass sich die Ersatzspieler hinter der Torlinie künftig besser zurückhalten sollten. "Ein Freibrief ist das nämlich nicht. Wenn der Schiedsrichter auf dem Platz ein solches Vergehen wahrnimmt, kann es weiter zu einem Strafstoß kommen.""

    Ergo: Wenn ich ohne VAR-Hilfe erkenne, dass der Ball noch nicht draußen war, gibt's weiterhin Strafstoß.

    Dass das kritisch gesehen wird, kann ich gut verstehen - aber dann sollen sie halt die Regeln wasserdicht formulieren.

    Also ich sehe zunächst mal einen Verteidiger, der das Gleichgewicht verliert und unkontrolliert auf den Ball fällt. Der Spieler klemmt den Ball kurz unabsichtlich zwischen Unterleib und Boden ein. Da nicht absichtlich, auch nicht unsportlich, mir fehlt bis hierhin jegliche Regelgrundlage für eine Bestrafung. Nächste Szene:


    Anschließend kniet sich der Spieler hin und hat den Ball für einen Sekundenbruchteil frei zwischen seinen Oberschenkeln liegen. In dem Moment, in dem er ihn zwischen diesen einklemmt, wird er auch schon von hinten in den Po getreten und kriegt auch noch das Knie in den Rücken. Das sieht in der Zeitlupe natürlich nach einem gewissen zeitlichen Abstand aus, aber in Realgeschwindigkeit sind das für mich nach Sinn und Geist der Regeln gleichzeitige Vergehen. Ergo Stürmerfoul = dF für Verteidiger.


    Wenn der Verteidiger den Ball in diesem Moment nicht eingeklemmt hätte, wäre er aus meiner Sicht übrigens immer noch nicht gefahrlos für den von hinten kommenden Angreifer spielbar gewesen - dieser kann ja schlecht den knienden Verteidiger durchtreten.

    Ein relativ neuer User hat eine konkrete Frage (MP3 für einen speziellen Helsentest). Es gibt aus meiner Sicht genau zwei Gründe, sich in dieses Thema einzubringen: Man besitzt die gesuchte Datei bzw. hat Tipps, wie man sie selbst erzeugen könnte; oder man möchte sich der Suche anschließen. Stattdessen wird man von der anderen Seite des Atlantiks belehrt, dass der Test veraltet ist (was mindestens bezogen auf den Kreis des Fragestellers nicht stimmt); warum der neue Test besser ist usw. (was im vorliegenden Thema überhaupt nicht relevant ist); und muss sogar noch eine beleidigte und belehrende Reaktion auf einen entsprechenden Einwand ertragen, verbunden mit einem weiteren unerbetenen "nützlichen Tip".

    Ganz ehrlich, wenn ich heute neu auf dieses Forum stoßen würde - ich würde mir sowas vielleicht zwei Mal anschauen, dann wäre ich weg.


    Back 2 topic:

    Als Ü35 ist für mich der Helsentest 40/40 relevant, wofür man leider auch keine MP3 findet. Stattdessen verwende ich ein selbstdefiniertes Intervalltraining in Runtastic. Wäre das eine Option für dich?

    Ich habe in Thekla vor ein paar Jahren mal die Herrenmannschaft gepfiffen (damals 1. Kreisklasse) und erinnere mich noch gut an dieses Spiel. Waren so um die 75 Zuschauer, mit Trommel und Transparenten. Tatsächlich haben die dort traditionell überdurchschnittlich viele Zuschauer, die im Artikel beschriebene Atmosphäre kann ich schon nachvollziehen.


    Ich gehe aber trotzdem nicht davon aus, dass die 200 handgezählt waren. ;) Und auch wenn der Artikel das suggeriert, glaube ich nicht, dass alle "200" angetrunken waren und den Platz stürmen wollten (die benötigte Ordnerzahl bei 100-200 Zuschauern ist vier - vier Ordner hätten einen derartigen Mob wohl kaum zurückgehalten), das werden nur ein paar vereinzelte Dödel gewesen sein.

    Hinterherpfeifen, bis er zurückkommt. Wenn das schnell genug geht, bleibt es bei der Verwarnung. Wenn es zu lange dauert oder sonstwie noch Theater gibt, Gelb direkt gefolgt von Gelb-Rot wegen unsportlichem Betragen. Und wenn er sich auch nach Hinweis an den Kapitän weiter weigert, glatt Rot analog Ente.

    Ich tat mich anfangs auch schwer mit den "Freundschaftsspielen". Inzwischen pfeife ich diese Spiele aber konsequent genauso durch wie ein normales Wettkampfspiel. Alles andere führt direkt oder indirekt zu Stress.
    Einzige Ausnahme ist für mich "Verhinderung einer klaren Torchance" ohne Gefährdung des Angreifers (unabsichtliches Beinstellen; Handspiel), bei denen dann auch mal Gelb ausreicht - sofern jedem auf dem Platz klar ist, warum.

    Nachtrag: Komplett anders bewerten würde ich die Situation, wenn Spieler B erkennbar "nachhaltig" den Platz verlassen hätte, z.B. zur Behandlung o.ä. - dann hätten wir hier tatsächlich ein unerlaubtes Betreten samt Verwarnung.
    Aber bei der einleitenden Situationsbeschreibung ("2 Meter hinter Grundlinie") stelle ich mir einfach nur zwei Spieler in ähnlicher Entfernung zur Eckfahne vor, weshalb ich zu den obigen Schlüssen komme.

    Ich sehe hier auch nicht unbedingt die Finte, sondern die Vorteilsnahme durch das absichtliche Verlassen des Spielfeldes. Regel 3 Absatz 8 bezieht sich eher auf Bewegungstypische Abläufe in der Spielsituation.


    Hierbei möchte ich den Vergleich mit der Situation anstellen, bei der sich ein Spieler der Hilfe eines Mitspielers "bedient" um einen Kopfball zu erreichen.
    In meiner Fahrschulausbildung hat mein Fahrlehrer eine durchgezogene Linie oft mit einer (virtuellen) Mauer verglichen. Ich habe also niemals gegen diese Mauer zu fahren weil es dafür Strafe gibt, obwohl Situationen vorstellbar sind wo man diese "Mauer" straffrei überfahren werden darf.


    Dafür müssen aber äussere Zwänge gegeben sein. Diese sehe ich beim Eckstoß -für Spielerin B - jedoch nicht.

    "Bewegungstypische Abläufe in der Spielsituation":
    Ist der Eckball eine Spielsituation? Natürlich. Nur aus der Tatsache, dass das Spiel zwecks Ausführung des Eckballs unterbrochen ist, kann ich jedenfalls nicht ableiten, dass keine "Spielsituation" vorliegt.
    Ist das Verlassen des Feldes hinsichtlich der Spielsituation "bewegungstypisch"? Natürlich. Analogie: Bei Freistößen in Strafraumnähe, und oft auch im Halbfeld, stellen sich doch auch regelmäßig mehrere potentielle Schützen in Ballnähe auf, gern sowohl Rechts- als auch Linksschützen, damit sich die verteidigende Mannschaft nicht so leicht auf eine zu erwartende Flugkurve einstellen kann. Wenn eine angreifende Mannschaft dieses Konzept nun auf Eckbälle ausdehnen will, und deswegen zwei Schützen (z.B. je einen rechts und links der Eckfahne) rausschickt - warum soll ich ihr das verwehren? Zweck des Verlassens ist es, (im Anschluß an den Eckball) eine Flanke schlagen zu können. Der Spieler verlässt also kurzfristig und spielbezogen das Feld. Damit ist die Aktion - für mich - durch den o.g. Regeltext gedeckt.


    Dass die angreifende Mannschaft daraus einen Vorteil ziehen will, ist logisch, aber nicht strafbar, da ich hier keine Unsportlichkeit erkenne. Der Vergleich zur "Räuberleiter" hinkt, da diese per "ständiger Rechtsprechung" als unsportlich einzustufen ist.

    Ich sehe da keinen Regelverstoß. Begründung: Regel 3 Absatz 8:


    "Ein Spieler, der eine Begrenzungslinie als Teil der Spielbewegung überschreitet, begeht keinen Verstoß"


    Die Ausführung eines Eckballs betrachte ich als normale Spielbewegung. Und wenn die "direkte" Ausführung erlaubt ist, warum sollte die "indirekte" Ausführung verboten (oder gar unsportlich) sein? Finten gehören zum Spiel, und Regeln sind nach Sinn und Geist auszulegen.