Beiträge von Nemata

    Wo verläuft denn die Grenze wo Beleidigung aufhört und Diskriminierung beginnt?

    Wikipedia gibt als Definition für Diskriminierung folgendes her:


    "Diskriminierung bezeichnet eine Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen nach Maßgabe bestimmter Wertvorstellungen"


    Andere Quellen geben ähnliche Definitionen, wobei im Allgemeinen erstmal jede Beleidigung unter die Definition passt.


    Letztlich ist die Beleidigung ja Teil der Diskriminierung, da ohne die Beleidigung (in den Fällen, die hier beschrieben werden) gar keine Benachteiligung bzw. Herabwürdigung entstünde.

    Vielleicht ist das das Problem, denn ich würde es tatsächlich als "in spieltypischer Weise unglücklich" einordnen, wenn ein Spieler einem anderen Spieler, der sich zwischen ersterem und dem Tor befindet, den Ball ins Gesicht schießt.

    Wir unterwerfen uns nunmal dem Fußballregelwerk. Dass es bei einem Spiel zu Verletzungen kommen kann, muss allen Beteiligten bewusst sein.


    In anderen Sportarten ist das noch viel deutlicher. Frag doch mal einen Ringrichter beim Boxen, ob er absichtliche Körperveletzung in Ordnung findet, solange nach den geltenden Regeln gekämpft wird.

    Aber ich kann doch den Stürmer nicht dafür bestrafen, dass er den Ball aufs Tor schießt, selbst wenn ihm klar ist oder sein müsste, dass er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Torwart trifft.

    Nach der Logik kommt aber jeder Siegjubel nur nach Erzielung (mindestens) eines vorangehenden Tores zustande.


    Meiner Ansicht nach muss auch eine direkte kausal Beziehung zwischen dem Jubel und dem Tor bestehen, und die kann man meiner oben erläuterten Meinung nach bei einem Tor im Entscheidungsschießen durchaus verneinen.

    Und da sind wir bei dem Punk, den wir hier bestimmt nicht lösen können, denn wer entscheidet OB es sich um Torjubel handelt?


    Dass wir das nicht lösen können ist aber besonders schlecht, da dieser Punkt (zusammen mit der Frage über die Strafgewalt nach Spielende) die Essenz der Regelfrage darstellt.


    Und wenn eine Regelfrage 2 Hauptprobleme aufwirft, nämlich hier "Ist die Handlung unsportlich" und "Kann der Schiedsrichter die Handlung noch mit einer Verwarnung ahnden" und eines der Probleme nicht einwandfrei zu lösen ist, dann ist die Regelfrage schlecht gestellt.


    Ich glaube, dass der Fragensteller die Unsportlichkeit der Handlung mehr oder weniger unproblematisch voraussetzt, obwohl sie nicht trivial ist.


    Ich hatte übrigens schon bei mehreren Regelfragen, die mir an Lehrabenden begegnet sind, das Gefühl, dass die Fragen auf eine Art und Weise gestellt wurden, die eine korrekte Beantwortung nur zuließen, wenn man sich Tatsachen zum Wortlaut der Frage hinzugedacht hat.

    Die Antwort, die sich der Lehrwart für die Frage vorstellt, lautet sicherlich: "Gelb-Rot, Spielende"


    Nichtsdestotrotz ist aus der Frage keineswegs trivialerweise zu entnehmen, dass es sich in den Sätzen


    "[...] und entscheidet damit das Elfmeterschießen. Noch bevor der SR das Spiel abpfeift, zieht der bereits zuvor im Spiel verwarnte Schütze vor Freude sein Trikot aus."


    um einen Torjubel handelt.


    Hier wird lediglich beschrieben, dass der Schütze "vor Freude" sein Trikot auszieht. Regel 12 verlangt eine Verwarnung für das Trikotausziehen nur, wenn es sich um übertriebenen Torjubel handelt.


    Sollte es sich bei der Freude des Schützen also um "Siegjubel" handeln, ist die Verwarnung keineswegs zwingend.


    Wenn man sich nun viele Durchgänge von Entscheidungsschießen anschaut, wird man feststellen, dass dort erzielte Tore im Vergleich zu anders erzielten Toren relativ verhalten bejubelt werden.


    Lediglich der Schütze des entscheidenen Strafstoßes jubelt regelmäßig in einer Art und Weise, die der Bezeichnung "Jubel" überhaupt gerecht wird. Dies lässt darauf schließen, dass ein einzelnes erzieltes Tor im Entscheidungsschießen kaum bejubelt wird, und der Jubel nach dem entscheidenden Tor nicht dem Tor als solchem, sondern dem aus dem Tor resultierenden Sieg gilt.


    EDIT:
    In den Regeln wird ausserdem nur ein SPIELER dafür verwarnt.

    Jeder andere darf laut Regelwerk dort Markierungen anbringen.


    Wenn der Team Arzt also auf's Feld gerufen wird und dabei eine Markierung anbringt ist das nicht verboten.


    Sollte jemand (anderes) zusätzliche Markierungen anbringen, müssen diese vor Fortsetzung des Spiels entfernt werden.

    Ich würde sagen, dass das ein Fouslpiel des Spielers B ist. Auch wenn er nicht direkt auf den Körper von A einwirkt, so bringt er ihn dennoch durch Interakiton mit dessen Ausrüstung zu Fall, ein bisschen wie Trikotziehen.


    Einen Ausrüstungsmangel sehe ich erstmal auch nicht, denn die Regel schreibt lediglich Schuhe vor. Dass diese Schnürenkel haben müssen, und wenn ob diese gebunden sein müssen wird nicht verlangt.


    Allenfalls könnte man die schwammige Formulierung "Spieler dürfen keine gefährliche Ausrüstung verwenden oder tragen" hernaziehen.

    Die besten SR, die ich in der Kreisliga und im Jugendbereich sehe, sind noch aktive Spieler und alte Schlachtrösser, die vielleicht noch ein bisschen dekorativ bei der Altliga auf dem Platz stehen. Die haben aus eigener Erfahrung eine gute Zweikampfbewertung und wissen, wann sie wohin gucken müssen (z.B. Gedrängel bei Ecken).


    In meinem Kreis war es früher so, dass in den unteren Ligen Spiele mit Schiedsrichtern besetzt wurden, die von einem Drittverein nach Belieben ausgewählt wurden.


    Da musste derjenige kein geprüfter Schiedsrichter sein. Nichtsdestotrotz kamen häufig trotzdem gute Spielleitungen zustande, weil der Schiedsrichter eben die Erfahrung aus seiner eigenen Spieler- oder Trainerkarriere mitbrachte.


    Diese Menschen haben sich aber häufig gegen die Schiedsrichterausbildung entschieden, weil die Zeit nicht für alles gleichzeitig gereicht hat. Vielleicht sollte man sich überlegen, ob man solche Leute nicht doch unkompliziert für ein paar Spiele pro Saison haben möchte.

    Dies würde im Falle de Notbremse bedeuten, das sie wieder generell ein Rotvergehen ist.


    Die in diesem Thema behandelte Notbremse wurde ja mit einer roten Karte geahndet und hat der foulenden Mannschaft trotzdem zum Sieg verholfen.


    Daher denke ich nicht, dass diese Änderung ausreichend wäre, um solche Aktionen in Zukunft zu verhindern.


    Für verhinderte Torchancen sollte es meiner Meinung nach einen Strafstoß geben, war die verhinderte Torchance besser als ein Strafstoß sollte es das technische Tor geben.

    Wie ich in einem anderen Thema schon geschrieben habe, ist meine Meinung, dass es für eine Notbremse als Spielstrafe mindestens einen Strafstoß geben sollte.


    Eine Notbremse als taktisches Mittel zu sehen widerstrebt mir, da ich es nicht gutheißen kann, wenn jemand absichtlich gegen die Regeln verstößt, um sich damit einen Vorteil zu verschaffen.