Beiträge von Stefan

    Grundsätzlich ist ein Wechsel nur vollzogen, wenn der neue Spieler mit Zustimmung des SR das Spielfeld betreten hat (Ausnahme: Halbzeitpause. Hier gilt der Wechsel auch als vollzogen, wenn der SR nicht informiert wurde.).


    1) Da der SR das Verlassen des Spielfeldes nicht mitbekommen hat, kann er keine Unsportlichkeit annehmen. Der Spieler könnte ja zur Behandlung runter gegangen sein. Also keine persönliche Strafe.


    2) Ja und ja. Stell dir vor, der ausgewechselte Spieler hätte das Spielfeld gar nicht verlassen und die Mannschaft hätte zu zwölft gespielt. Dann darf sie ja auch nach der gelb-roten Karte zu elft weitermachen.

    Wie lautet die Spielfortsetzung? - SR-Ball

    Wo findet die Spielfortsetzung statt? - Am Ort der letzten Berührung des Balles durch einen Spieler, einen Spieloffiziellen oder eine Drittperson (Ausnahme: Strafraum)

    Wer genau führt die Spielfortsetzung aus? - Der SR


    In einem Regelbogen aus unserem Verband von Anfang 2020 habe ich diese Frage gefunden:


    Als der Schiedsrichter nach einem vermeintlichen Foul nicht gepfiffen hat, wird er dafür kritisiert. Er unterbricht das Spiel, verwarnt den Spieler und erteilt seine Freigabe. Bevor der SR den Arm heben kann geht der Ball nun direkt ins Tor. Wie geht das Spiel weiter?


    Als Antwort wird Abstoß gegeben.


    Eine Internetsuche nach dem Wortlaut der Frage brachte mir nur diesen Link: https://www.nfv-gifhorn.de/fil…2.20_-_Lo%CC%88sungen.pdf


    Woher diese Auslegung stammt, kann ich allerdings nicht belegen.

    Dazu gibt es Regelfragen, die ich gerade nicht zur Hand habe.

    Wenn der SR vergisst, den Arm zu heben und der Ball direkt ins Tor geht, gibt es Wdh. (SR-Fehler)

    Wenn der SR nicht dazu kommt, den Arm zu heben, weil der Freistoß zu schnell ausgeführt wird, und der Ball direkt ins Tor geht, gibt es Abstoß. (Dies halte ich allerdings für eine sehr theoretische Regelauslegung.)

    es gibt einige Lehrwarte, welche die Auffassung vertreten, dass der nicht-neutrale SRA gewissermaßen zum SR-Team gehöre

    Ja, das sehe ich ganz genau so. Ich stütze mich darauf, dass der nicht-neutrale SRA in Regel 6 seine Erwähnung findet und nicht in Regel 3. Daher ist er, z.B. wenn er angeschossen oder angegriffen wird, genau so zu behandeln wie ein neutraler SRA. Ich kann diesen SRA austauschen lassen, aber keine persönlichen Strafen gegen ihn verhängen.


    Und jetzt kommt der Knackpunkt, nämlich eine gleichzeitige Funktion als Teamoffizieller, was ja wie von Manfred sehr schön beschrieben durchaus vorkommen kann. Ich bin hier wirklich gespannt, ob dieser Fall mal in einer der nächsten SR-Zeitungen aufgegriffen wird.

    Ich denke, ich habe Nr.23 verstanden. :)


    Er bezieht sich auf Regel 11:

    "Eine Torverhinderungsaktion liegt dann vor, wenn ein Spieler einen Ball, der ins oder sehr nah ans Tor geht, mit irgendeinem Körperteil außer mit den Händen/Armen (ausgenommen der Torhüter im eigenen Strafraum) abwehrt oder abzuwehren versucht."


    In seinem Szenario erfolgt die Abwehr durch ein nicht strafbares Handspiel. Somit liegt hier dem Regeltext zufolge weder ein Vergehen noch eine Torverhinderungsaktion vor. Ergebnis wäre dann Tor, Anstoß und keine persönliche Strafe. Ob das vom Regelgeber so gewollt ist, möchte ich nicht beurteilen.

    Aber: Es wird aus dem Regeltext nicht ganz deutlich, ob sich der dritte Satz ebenfalls auf den ersten Satz bezieht und ausschließlich dann anzuwenden ist oder ob er nicht doch eigenständig zu verstehen ist.

    Der zweite Absatz auf Seite 75 bezieht sich auf Feldverweise durch Rot oder Gelb-Rot ("... sollte nicht auf Vorteil entschieden werden, ..."). Intention ist, dass ein Spieler, der eigentlich des Feldes verwiesen werden muss, unter keinen Umständen mehr ins Spiel eingreifen können soll. Eine bloße Verwarnung ist durch diesen Absatz nicht abgedeckt.

    Eine ganz spannende Kiste - ja, das Foul ist ein schwereres Vergehen als die Abseitsstellung. Aber: Hier wird ja in der Fragestellung - das war der Auslöser - ja bereits erwähnt, dass die Abseitsstellung schon strafbar war, ergo liegt eben die Gleichzeitigkeit nicht vor, mithin wäre der idF dann doch richtig, weil vor dem Foul relevant geworden.

    Die Chronologie spielt aber bei Vergehen derselben Mannschaft auch keine Rolle, sondern das schwerere Vergehen kann und sollte immer geahndet werden, sofern das Spiel nicht bereits wegen der strafbaren Abseitsstellung unterbrochen war. Stichwort Vorteil.

    Also bitte!

    Natürlich wird das so in der Bundesliga gehandhabt. Da übernimmt, wie auch in allen anderen Gespannspielen der SRA diese Aufgabe. Bei uns wird das übrigens ab der Kreisliga so gemacht. Außerdem wolltest du doch die regeltechnisch saubere Begründung und da ist das nun mal klar geregelt.

    Ganz genau so ist es. Natürlich wird das in der Bundesliga so gehandhabt und nicht nur dort. Dementsprechend ist die Frage theoretisch beantwortet. Natürlich läuft das in der Praxis in den unteren Spielklassen häufig anders ab. Aber wer pragmatisch auswechseln lässt, braucht halt auch für den Fall der Fälle eine pragmatische Lösung. ;)