Ich finde, weniger die Härte der Strafe ist überdenkenswert, als vielmehr die Konsequenz der Durchsetzung dieser Strafen. Ich halte die Strafen für Straftaten in Deutschland für angemessen - die Diskussion über eine Verschärfung der Jugendstrafen hatten wir ja in jüngster Vergangenheit bereits mehrmals - und finde nicht, dass der Ruf nach härteren Strafen hier zielführend ist. Immerhin müssen - und das hat auch oben schon jemand erwähnt - alle Strafen im vernünftigen Verhältnis zu einander stehen: Ein schlimmeres Verbrechen bedarf selbstverständlich einer härteren Strafe.
Ich kenne die Details hier nicht, doch wenn es zum Abbruch der Hallenmeisterschaften geführt hat, lagen sicherlich einige Straftaten (Körperverletzungen, Nötigungen, Hausfriedensbruch...) und noch vielmehr Ordnungswidrigkeiten vor. Wenn diese alle und konsequent mit den vorhandenen Strafen sanktioniert würden, wären wir einen großen Schritt weiter. Stattdessen kommen aber die Übeltäter und Idioten wieder (größtenteils) ungeschoren davon - was natürlich zum Großteil am Mangel an Beweisen liegt, sicherlich aber auch an der Inkonsequenz der Verfolgung und Vollstreckung.
Drakonische und übertriebene Maßnahmen gegen Einzelne bringen nur die Gefahr mit sich, dass die Allgemeinheit sich an diesen Einzelmaßnahmen aufreibt und das Verständnis verliert. Insbesondere innerhalb der Gruppe verschärft man die ablehnende Haltung gegen Exekutive (und das ist bereits ein existentes und großes Problem, denn nahezu alle Ultra-Gruppierungen haben anscheinend einen "Pauschalhass" gegen jeden Polizisten) und Judikative so noch mehr. Stattdessen befürworte ich die konsequente Bestrafung aller Beteiligten aufgrund der von ihnen persönlich begangenen Straftaten, sofern Beweismittel und/oder Zeugenaussagen das hergeben.
Den Ruf nach sofortigem lebenslangen Stadionverbot halte ich für sehr bedenklich - einerseits können auch hier Fehlentscheidungen passieren (gerade bei Straftaten einzelner aus der Gruppe ist es häufig schwierig, die Täter sicher zu identifizieren), andererseits haben die meisten Ersttäter irgendwann eine zweite Chance verdient (und viele von ihnen werden nach 2 oder 5 Jahren Stadion-Abstinenz diese sicherlich auch nutzen. Ich bin absolut gegen Pauschalverurteilungen.).