Beiträge von Mark

    Manfred In der Holzklasse gibt es sicherlich Spiele, wo alle Beteiligten froh sind, wenn der erlösende Schlusspfiff kommt. Trotzdem darf eine zweitschindendes Team bei knappem Spielstand nicht belohnt werden, weil der Schiedsrichter die Nachspielzeit schätzt oder Angst vor einer Eskalation hat.


    Und das Drücken eines einzigen Knopfes kann jetzt wirklich nicht derart kompliziert sein. Zumindest nicht komplizierter als mehrere Unterbrechungen im Kopf zu addieren, während man jedesmal zweimal auf die Uhr schauen und zwei Zeiten subtrahieren muss. ;)


    Dass meistens alle zufrieden sind, liegt oft daran, dass keiner mit stoppt oder dir auch keiner falsche Abseitsentscheidungen beweisen kann.


    Und jetzt sind wir wieder im Bereich, dass wir nicht mehr exakt nach dem Regelwerk pfeifen, sondern so, dass alle zufrieden sind.


    Und nochmal: Du hast die theoretische Frage hinsichtlich vergeudeter Zeit gestellt. Und wenn du sie sowieso nur nach Gefühl festlegst, dann kannst du sie auch nach Gefühl nachspielen lassen oder auch nicht.


    Aber ich glaube, dass es schon ein grundsätzliches Problem darin gibt, dass es keine einheitliche Richtlinie gibt, welche Unterbrechung jetzt zur Spielzeit gehören und welche nicht.


    Beispiel Freistoßmanagement: Zwischen Foulspiel, Diskussionen, Freistoßspray und Ausführung vergehen oft mehr als 60 Sekunden. Wieviel davon wird denn wirklich nachgespielt?

    Ich hab mal bei den übertragenen Spiel der letzten Frauen-WM mal mitgestoppt: da kam keine Halbzeit auf eine Nettospielzeit von 30 Minuten.

    Wenn man nur die Zeit stoppt, in der der Ball im Spiel ist, ist das in der Tat so. Ich plädiere ja auch nicht, dass alles abgestoppt wird, sondern wenigstens nur die Zeit, in der eine Spielfortsetzung gar nicht möglich ist, weil sie der Schiedsrichter blockiert oder eben kein Spielball in der Nähe ist.

    SixthSCTF Die verlorene Zeit durch Ball holen ist in der Regel sogar kaum ausschlaggebend bzw. gibt es nicht, da meistens genügend Ersatzbälle vorhanden sind


    Unterschätzt wir meistens die verlorene Zeit für das Behandeln der Spieler. Alleine die z. B. 3 Minuten Unterbrechung im der 50. Minute haben die meisten (alle rund ums Spielfeld) gegen Ende des Spiels wieder vergessen. Und dann wollen erfahrene alte Hasen auch noch die ominöse „verlorene Zeit“ nach Gefühl festlagen.

    Nemata Du wirst doch trotzdem in der Lage sein, eine Stoppuhrfunktion zu bedienen, damit du eben nicht nach Gefühl die Nachspielzeit ansagen musst.


    Meine Vorgehensweise, wann ich die verlorenen Zeit messe:


    - Sobald ich eine Veranlassung habe, das Spiel mit Pfiff fortzusetzen bzw. die Ausführung unterbinde bis zum Pfiff bzw. der Freigabe


    - Sobald ein Spieler den Ball holen muss und er dafür länger als ca. 10 Sekunden brauchten wird bis dass der Ball wieder bereit liegt.


    Normale kurze Unterbrechungen gehören weiterhin zur Spielzeit.


    Wenn man das konsequent handhabt, merkt man schnell, dass die „gefühlte“ Nachspielzeit deutlich zu kurz ist.


    Natürlich hängt es vom Spielstand und dem Charakter des Spiels ab, wieviel Minuten ich dann tatsächlich nachspielen lasse. Insbesondere in der Betonliga als Alleinpfeifer kann es sinnvoll sein, das Spiel nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Trotzdem darf sich Zeit Schinden nie lohnen.

    Ich denke er wollte darauf hinaus, dass genau jenes eben durch dieses "Gefühl" beschrieben werden könnte

    Ich denke, dass zu Zeiten, als es nur mechanische Uhren gab, sicherlich nur das „Gefühl“ die Nachspielzeit festlegte. Heute ist das nicht mehr erforderlich und für mich auch nicht mehr verständlich, wenn man die Technik nicht nutzt.


    Ich verstehe auch nicht, weshalb sich die Regelhüter so schwer tun, eine Spieluhr einzuführen. Für mich wäre ein erster Schritt, wenn der Schiedsrichter während der Unterbrechungen jede kumulierte Minute sofort anzeigen würde, dann wäre die Nachspielzeit auch transparenter und keine Überraschung.

    Wie misst du eigentlich deine Nachspielzeit?

    Voraussetzung ist eine geeignete Uhr oder App. Streng genommen, messe ich nur die verlorene Zeit, während die Bruttospielzeit weiterläuft.


    Ich drücke einfach auf die Stoppuhr, sobald ich während einer Unterbrechung der Meinung bin, dass sie länger dauert als erforderlich oder die Regel 7.3 es explizit fordert. Unmittelbar vor dem Pfiff oder wenn sich der Ball am Ort der Spielfortsetzung befindet, drücke ich wieder auf die Stoppuhr.


    Oder worauf möchtest du hinaus?

    Soll ich jetzt beispielsweise die Definition/Regel von „Handspiel“, „Ball im Spiel beim Abstoß“, „Foulspiel außerhalb des Spielfeldes“ oder „Schiedsrichter berührt den Ball“ aus 2008 zitieren? 😉


    Der Passus mit der vergeudeten Zeit ist gestrichen und damit Geschichte.


    Auch wenn ich mich teilweise wiederhole, die Regeln sehen vor, dass das Spiel zügig fortgesetzt wird, indem die Verzögerung einer Spielfortsetzung mit Gelb bestraft wird. Und die Zeit ab Beginn des Verfahrens bis zum Pfiff muss dann nachgespielt werden.


    Man kann jetzt trefflich darüber diskutieren, welche Unterbrechungen zur normalen Spielzeit gehören und welche man stoppen bzw. nachspielen und bei Vorsatz auch verwarnen muss (Verzögerung). Als Orientierung haben wir z. B. die 8 Sekunden des Torhüters, die wir dann auch dem Ausführenden oder Einwerfenden zugestehen sollten plus ebenfalls ca. 8 Sekunden zum Ball holen. Auch wenn der Ball ruht, so nutzen die Spieler diese Zeit zum taktischen Formieren, was sicherlich auch zum Spiel gehört.


    Alles andere gehört normalerweise dann abgestoppt, z. B. das Ball holen im angrenzenden Wald oder wenn der Schiedsrichter seine Entscheidung erklärt, sowie jede Unterbrechung, die den Schiedsrichter zwingt, das Spiel mit Pfiff fortzusetzen.


    Aber bis zur Nettospielzeit mit Zeitnahme dauert es sicherlich noch.

    Zunächst einmal ist das wieder einmal eine Anweisung, die in den Regel nicht steht. Insbesondere gibt es den Begriff „vergeudete Zeit“ meines Wissens nicht offiziell.


    Einfache Antwort: In der ersten Halbzeit wird jede verlorene Zeit nachgespielt und dazu gehört auch Zeitschinden.


    Meines Erachtens gibt es keine „vergeudete Zeit“. Entweder ist die Dauer zwischen Unterbrechung und Spielfortsetzung im Rahmen des Erlaubten oder es gibt eine Verwarnung und dann wird die Dauer des Disziplinarverfahrens nachgespielt, auch wenn sich später das Ergebnis dreht.


    Des Weiteren ist es auch blanke Theorie. Denn der Schiedsrichter bräuchte eine Uhr für die Bruttospielzeit, eine für die Netto und zusätzlich noch zwei für die jeweilige vergeudete Zeit.


    Und da „erfahrene Hasen“ die NSZ sowieso nur nach Gefühl bemessen, ist es sowieso eine rein akademische Diskussion.

    Ich stelle mir jetzt den perfekten fairen Stürmer vor, der immer solange weiterspielt, bis der Schiedsrichter pfeift. Dieser wird jetzt eindeutig so gehalten, dass sein Kopfball deutlich unkontrollierter erfolgt. Er soll jetzt ernsthaft dafür bestraft werden, nur weil der Schiedsrichter nicht rechtzeitig pfeift und zusätzlich bekommt der Verteidiger Abstoß und nur gelb?


    Das kann m. E. nicht dem Geist der Regel entsprechen.

    Hätten die einen 7.Spieler zum Anstoß der 2.Halbzeit auf den Platz gestellt und sich darauf geeinigt, den Rest der Zeit 5 gegen 2 im Mittelkreis zu spielen, während sich der Rest beim SR abmeldet und schonmal ins Casino verschwindet, dann hätten sie sogar die vollen 90 Minuten spielen dürfen.

    Hmmm, dann würde ich aus Versehen in die Pfeife husten, sodass klar ein Pfiff ertönt oder aus Versehen doch ein Abseits erkennen …😜

    Eben. Und nur den Ball mit einer Hand zu berühren, ist somit noch keine Ballkontrolle. Es beginnen daher weder die 8 Sekunden noch der Zeitraum, während der Torhüter nicht angegriffen werden darf, es sei denn, man legt den Angriff als gefährliches Spiel oder strafbares Tackling aus.


    Die Frage ist, ob das IFAB das tatsächlich so wollte oder es schlicht weg vergessen hat. Immerhin wurde ja auch die fällige Spielstrafe zu benennen vergessen.


    Allerdings hat mich beim ehemaligen Regeltext schon immer verwirrt, dass wenn der Ball schon als kontrolliert gilt, wenn er „mit einem Teil der Hand oder dem Arm berührt wird“, weshalb dann noch die andere Tatbestände aufgezählt werden.

    Und wie schon zuvor erwähnt, bezieht sich die Ballkontrolle ausschließlich auf die neue Regel 12.3 „Eckstoß“ und definiert die eigentlich nur den Zeitpunkt, wann die 8 Sekunden beginnen. Insofern ist vieles, was vorher gelehrt wurde jetzt formal obsolet.

    Warum das denn? Der Ball wurde nicht einmal vom Spieler gespielt, also wurde der Abstoß nie ausgeführt, der „wiederholt“ werden soll.

    Antwort des IFAB auf die Bitte, den Abschnitt zu konkretisieren:


    The wording is designed to ensure that a player is penalised if they interfere with the taking of the kick or gain a clearly unfair benefit from their position.


    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Abstoß grundsätzlich wiederholt wir, wenn ein Gegenspieler, der sich noch im Strafraum befindet, die Ausführung behindert. Des Weiteren nur dann, wenn er Zeit hatte, den Strafraum zu verlassen und einen „klaren unfairen Vorteil“ durch seine Position gewinnt.


    Der Regeltext selbst ist leider, wie so oft, sehr irreführend.

    Ich habe eine Anfrage ans IFAB gestellt:


    Was ist, wenn sich Gegner Nr. 8 noch absichtlich im Strafraum befindet und der Ball versehentlich zu Gegner Nr. 10 gespielt wird, der sich außerhalb befindet?



    Antwort:

    There is no offence as no unfair advantage has been gained (similar to penalty area encroachment at a penalty kick)