Beiträge von KozKalanndok

    Und wie schon zuvor erwähnt, bezieht sich die Ballkontrolle ausschließlich auf die neue Regel 12.3 „Eckstoß“ und definiert die eigentlich nur den Zeitpunkt, wann die 8 Sekunden beginnen.

    Falsch.

    In der gleichen Regel ist auch das Verbot den Torwart anzugreifen, wenn er den Ball kontrolliert geregelt, unmittelbar nach der Definition der "Ballkontrolle".

    Und da haben wir dann ein anderes Problem: Wie bestraft man einen Angreifer, der dem Torwart den Ball aus den Händen kickt? Eine Strafvorschrift hat dieser Verstoß nämlich nicht.


    Früher war das ein Vergehen, was im Abschnitt für Vergehen, die einen idF zur Folge haben beschrieben.

    Mittlerweile ist es im Abschnitt für "Eckstoß"-Verstöße gelandet. Aber nichtsdestotrotz wurde es vom Regelgeber verschoben.

    Aus den DFB Regeln

    Falsche Passage. Das ist die Passage, die den Rückpass regelt.

    Die Regelung für Ballkontrolle ist ein paar Absätze weiter unten bei (12.3) "Eckball".


    Warum scheidet gefährliches Spiel aus?

    Es kam zum Kontakt. Dann ist es entweder erlaubtes Spiel gewesen oder verbotenes Spiel.


    Also ich sehe immer noch keine Ballkontrolle des Torwarts (einschlägige Regelpassage hatte ich ja oben schon gepostet).

    Hält er ihn mit beiden Händen fest oder drückt ihn gegen eine Oberfläche? Nein. Er berührt ihn lediglich seitlich (mit "von oben" wäre hier einschlägig).

    Hält er ihn in einer ausgestreckten offenen Hand? Auch nicht.

    Prellt er ihn auf den Boden oder wirft ihn in die Luft? Auch nein.

    Berührung alleine gibt dem Torwart keine Ballkontrolle!


    Also keine Ballkontrolle. Grundsätzlich durfte der Stürmer den Ball spielen.


    Ob er nach dem Spielen des Balles noch den Torwart treffen durfte, ist aber nochmal eine andere Fragestellung.

    Und da kommen wir wahrscheinlich (nach dem erlaubten Spielen des Balles) bei grobem Foulspiel an (Tackling, welches die Gesundheit des Gegners gefährdet. Da steht nichts von erfolglosen Tacklings, also könnte dieser Tatbestand erfüllt sein).


    Eigentlich ist das damit die gleiche Situation wie wir vor ein paar Wochen schonmal hatten mit dem Pressschlag, Ball getroffen, Schienbeinbruch. Da sind wir glaube ich auch nicht zu einer klaren Lösung gekommen wenn ich mich recht erinnere. Müsste mal den Thread suchen gehen.

    Gefährliches Spiel regelt Situationen, in denen die Verletzung in Kauf genommen wird, es jedoch nicht zum Kontakt kommt.

    Ohne Kontakt klar gefährliches Spiel. Die spannende Frage ist dann aber "von wem eigentlich?".

    Man daraf hierbei nicht vergessen, dass es der Torwart ist, der seinen Kopf da hinmanövriert hat, wo normalerweise Füße treten (Selbstgefährdung).

    Analoges Beispiel: Ein Verteidiger liegt am Boden, bemerkt einen Angreifer mit Ballkontrolle im Vollsprint und anstatt sich aufzurichten gleitet er Kopf-voran vor die Füße des Angreifers um ihm den Ball vom Fuß zu köpfen. Der Angreifr bremst rechtzeitig bevor der dem Verteidiger wehtut ab. Wer begeht das gefährliche Spiel?

    Der Torhüter kontrolliert den Ball, wenn…er ihn mit einem Teil der Hand oder des Arms berührt

    Kannst du die Regelstelle bitte mal genauer lokalisieren?

    Denn genau das steht gerade nicht an der mir dazu bekannten Regelstelle.


    In den IFAB-Regeln steht da:

    Zitat

    Der Torhüter kontrolliert den Ball mit einer Hand oder beiden Händen/einem Arm oder beiden Armen, wenn er ihn:

    • mit beiden Händen/Armen festhält oder mit einer Hand oder beiden Händen/einem Arm oder beiden Armen gegen eine Oberfläche hält (z. B. den Boden oder den eigenen Körper),
    • in einer oder beiden ausgestreckten, offenen Händen hält,
    • auf den Boden prellt oder in die Luft wirft.

    [,,,]


    Ein Torhüter darf von einem Gegner nicht angegriffen werden, wenn er den Ball mit einer Hand oder beiden Händen/einem Arm oder beiden Armen kontrolliert.


    Da sehe ich Deine Beschreibung als noch nicht einschlägig an, also erstmal noch keine Ballkontrolle.

    Gefährliches Spiel scheidet aus, weil es zum Kontakt kam.


    Ehrlich gesagt bin ich mir da selbst unschlüssig, ob das jetzt nichts oder ein Stürmerfoul war.

    Aber einen Abbruchgrund stellt das coachen im Innenraum nach einem Verweis nicht dar.

    Der Trainer musste aber zuvor bereits nachdrücklich unter Androhung von Spielabbruch aufgefordert werden den Innenraum zu verlassen (im Prinzip eine letzte Warnung vorm Spielabbruch). Wenn er danach trotzddem wieder reinkommt und noch dazu wieder eine Funktion ausübt...warum muss man da noch weiter diskutieren? Dann ist meiner Meinung nach der Feierabend durchaus gerechtfertigt.

    Ja, es fehlt die Ausnahme, wenn der Angreifer keine Zeit hatte, den Strafraum zu verlassen und erst nach der Ausführung eingreift.

    Warum? Das ist entweder verboten und wird zurückgepfiffen (wenn es direkt zu ihm geht) oder eben der Vorteil für den Ausführenden ist eingetreten, dann geht es weiter.

    Hmmm…, dann würde der zwar selten eintretende Fall einer erlaubten Abseitsstellung entfallen.

    Guter Punkt, den hatte ich noch nicht bedacht.

    Dann braucht es aber auch den Satz mit dem Vorteil nicht, weil diese Regelung dann sowieso gilt (nach Regel 5).

    Sie mag zwar gelten, aber sie unterscheidet sich nunmal von der Regelung anderer Spielfortsetzungen. Beim Freistoß gilt wie Du ja schon beschrieben hast, das genaue Gegenteil von dem was beim Abstoß wohl beabsichtigt war.


    Was mir dann noch nicht ganz klar ist, ob der "Verstoß" ein "Vergehen" darstellen soll

    Da gibt es einen Unterschied?

    Das "wiederholte Verstoßen gegen die Spielregeln" ist "persistent offences", die überall aufgelisteten "Vergehen und Sanktionen" sind "Offences and sanctions".

    Also für wiederholtes im Strafraum bleiben ist durchaus auch jetzt schon zu verwarnen.


    Etwas problematisch dabei ist, dass dieses Vergehen durch die ausführende Mannschaft provoziert werden kann, wenn diese den Abstoß so schnell ausführt, dass die Gegner keine Chance haben, den Strafraum zu verlassen.

    Hmm...schnell ausgeführt, in Ballbesietz geblieben, Vorteil eingetreten, Abstandseinforderung verwirkt.


    Davon abgesehen erschiene mir logischer es bei allen Spielfortsetzungen gleich zu handhaben: Wenn der vorgesehene Mindestabstand (beim Abstoß eben das Verlassen des Strafraums) nicht eingehalten wird, kann die ausführende Mannschaft entweder warten bis der Abstand eingehalten ist (und die Gegner sind in der Pflicht, den Abstand zügig einzunehmen) oder trotzdem ausführen.

    Könnte ich mir als Allgemeinregelung durchaus vorstellen, aber dann brauchen wir für den Strafstoß (die geplante Änderung könnte das obsolet machen, aber die ist erstmal nur Zukunftsmusik) eine Sonderregelung.

    Da kann der Schütze nicht so ohne weiteres kontrollieren, ob er warten sollte oder ausführen.


    Man könnte aber auch ganz einfach den Abstoß komplett streichen und sagen "wenn der Ball ins Toraus geht, gibt es direkten Freistoß von einem vom Ausführenden frei wählbaren Punkt des Torraums".

    Ich meine wenn man "verbotenes Spiel" (vom TW aufgenommener Rückpass) mittlerweile mit "Ball-im-Aus-Spielfortsetzungen" (Eckstoß) bestraft, kann man doch auch eine "Ball-im-Aus-Situation" mit einem Freistoß würdigen, oder?

    Wer kann hier mehre klare Sätze formulieren, die im ganzen Kontext Sinn ergeben und auch eine neue Information bringen, die sich nicht schon automatisch ergibt.

    Recht einfach, oder übersehe ich was?


    Ausführungsbestimmungen:

    Gegnerische Spieler befinden sich außerhalb des Strafraums.


    Strafbestimmungen:

    Bei einem Verstoß gegen die Ausführungsbestimmungen durch die gegnerische Mannschaft lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen, sofern sich für die ausführende Mannschaft dadurch ein Vorteil ergibt.

    Bei jedem anderen Verstoß wird der Abstoß wiederholt.

    Vom Wortlaut her würde ich auch sagen Wiederholung weil:

    For any other offence, the kick is retaken.


    Wenn man das ganze wirklich zerlegt bekommt man folgendes:


    Ein Spieler darf drin sein, wenn er keine Zeit hatte rauszugehen. In dem Fall geht es einfach weiter, auch dann wenn er angeschossen wird. (Ausnahme von der Regel, dass alle draußen sein müssen)

    Ein Spieler, der drin sein durfte, aber aktiv nach dem Ball trachtet, wird abgepfiffen und es gibt Wiederholung. (Ausnahme von der "darf-Drin-sein-Ausnahme")

    Ein Spieler, der Zeit hatte rauszulaufen und es nicht getan hat, fällt unter die Allgemeinregel.


    Ich bin da mittlerweile auch bei Mark. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen es ist egal wo der 8er an den Ball kommt und ob daraus eine Torchance entsteht. Wenn sich nach dem Regelverstoß des 11ers kein Vorteil für die Mannschaft des Torwarts ergibt (also ein Mitspieler des 11ers/8ers) kommt an den Ball, ist zu wiederholen.


    Das ist wahrscheinlich nicht der Wille des Regelgebers gewesen sondern eher ein Grenzfall, der eben durch den Versuch das Spiel beim Abstoß schneller zu machen entstanden ist, von daher würde ich eine Entscheidung auf "weiterspielen" im Rahmen von Regel 5 ("im Sinn des Fußballs") auch nicht falsch ansehen.

    Gefährliches Spiel liegt nur dann vor, wenn der Angreifer aus Angst vor einer Verletzung seinen Schussversuch abgebrochen hätte.

    Das ist in der deutschen Fassung falsch übersetzt.


    Erster Teilsatz:

    Playing in a dangerous manner is any action that, while trying to play the ball, threatens injury to someone (including the player themself)

    Als gefährliches Spiel gilt beim Versuch, den Ball zu spielen, jede Aktion, durch die jemand verletzt werden könnte (einschliesslich des Spielers, der die Aktion begeht)

    Zweiter Teilsatz:

    and includes preventing a nearby opponent from playing the ball for fear of injury.

    und die einen in der Nähe befindlichen Gegner am Spielen des Balls hindert, weil er eine Verletzung befürchtet.


    Dieser zweite Teilsatz ist sinnenstellend falsch übersetzt.

    Während das im Deutschen wie Du richtig bemekrst als notwendige Bedingung formuliert ist, ist es im Originaltext nur klarstellend formuliert, dass es auch dann noch gefährliches Spiel ist, wenn der Gegner aus Angst vor einer Verletzung zurückzieht.

    Dann müsste man das doch eigentlich als gefährliches Spiel bewerten.


    Der Verteidiger springt offene Sohle rein und begeht ein gefährliches Spiel.

    Danach tritt ihm der Angreifer fahrlässig von unten an die Wade.


    Damit haben wir keine gleichzeitigen sondern zeitlich nacheinander stattfindende Vergehen.


    Meiner Meinung müsste man bezüglich der Spielfortsetzung das früher stattfindende gefährliche Spiel ahnden (also idF im Strafraum).

    Für eine persönliche Strafe müsste man jetzt noch prüfen, ob der Tritt, mit dem der Angreifer den Verteidiger getroffen hat, evtl. rücksichtslos war.

    und dieser Spieler dann den Ball berührt

    Aber genau das gibt die Regel in ihrer jetzigen Form ja nicht mehr her.

    Wenn ein Angreifer (erlaubt) im Strafraum bleibt und nachdem der Torwart den Ball gespielt hat an den Ball geht, ist das nicht verboten.

    Nur wenn er das tut bevor(!) der Ball im Spiel ist.


    Das war ja einer der Punkte, die mit der Abstoß-Regeländerung reingekommen sind dass man den Ball nicht mehr rausspielen muss.

    Der Satz ist ungünstig sinnentstellend übersetzt, daher gilt der englische Text:

    If an opponent who is in the penalty area when the goal kick is taken, enters the penalty area before the ball is in play, touches or challenges for the ball before it is in play, the goal kick is retaken.


    Wird wenn man das ein wenig eindampft zu

    If an opponent who is in the penalty area when the goal kick is taken, [...irgendwas um frühzeitig ranzukommen..] before it is in play, the goal kick is retaken.


    Dort ist es meiner Meinung nach klar ausgedrückt:

    Wer noch im Strafraum ist, darf dorr bleiben.

    Aber wer dort reinläuft oder irgendwie anders versucht an den Ball zu kommen bevor der Ball gespielt wurde, sorgt für eine Wiederholung.
    Beispielsweise: Der Stürmer trottet langsam in Richtung raus, kurz bevor der Torwart den Ball ins Spiel bringt dreht der Stürmer sich um und rennt in Richtung Ball, danach erst trifft der Torwart den Ball.

    Das würde zu einer Wiederholung führen.

    Mein Verständnis wäre, dass es nur die beiden Optionen Tor->Anstoß oder kein Tor->Abstoß geben soll.

    In dem Fall wäre aber (und das ist jetzt nut Bauchgefühl) eigentlich Tor->Anstoß oder kein Tor -> SR-Ball konsequenter.

    Der Abstoß ist eine spezielle Spielfortsetzung für Angreifer schiesst Ball ins Toraus. Wenn man jetzt auch bei einer Berührung des TW auch Abstoß gibt, würde man damit ein weiteres Konzept brechen müssen.

    Naja...die Spielsperren sind ja nichts spieltechnisches sondern obliegen der Verantwortung der jeweiligen Turnierleitung.


    Aus spieltechnischer Sicht ist ein FaD ein FaD, egal ob wegen zweiter Verwarnung oder brutalem Foul.

    Der einzige spieltechnische Unterschied zu früher ist eigentlich, dass die zweite Verwarnung noch auszusprechen ist, bevor man den dafür fälligen FaD erteilt, was dann nach außen hin als Ampelkarte interpretiert wird.

    Hier könnte man es aber wohl so regeln, dass der Ball durch den Strafstoß nicht wieder ins Spiel kommt sondern erst mit der nächsten Spielfortsetzung

    Also eine Torerzielung während der Ball nicht im Spiel ist? Das wäre neu.

    (Abstoß oder Anstoß)

    Da würde meiner Meinung noch der Eckstoß dazugehören wenn der Torwart die Finger dran hat, dass dann wieder zu Aufstellung an der Strafraumgrenze führt um den Eckstoß ggf. schnell ausführen zu können.

    Ich sehe als Problem, dass es für jedes Vergehen im Strafraum die gleiche Spielstrafe gibt, obwohl die jeweils unterbundenen Angriffe stark voneinander abweichende Torwahrscheinlichkeiten haben.

    Zweck der Strafraum-Regelung ist es nunmal den Verteidigern nunmal im Strafraum eine erhöhte Sorgfaltspflicht in den Zweikämpfen aufzuerlegen.

    Und das tut die Regel nunmal dadurch, dass sie eben verbotenes Spiel hart bestraft.


    Eigentich wollte ich jetzt Beispiele finden schreiben, dass es das in vielen anderen Sportarten auch gibt und wollte dazu Beispiele anführen.

    Tatsächlich fand ich aber das "Strafstoß-Äquivalent" (Eishockey Penalty, Hockey Siebenmeter, Handball Siebenmeter, Basketball Freiwurf) in anderen Sportarten tatsächlich in erster Linie als Strafe für das jeweilige Äquivalent zur DOGSO.


    Im Hockey gibt es aber für Fouls im Schusskreis dennoch eine andere Form des Bestrafung als für "Feldfouls".

    Bei einem normalen Foul gibt es Freischlag, bei einem Foul im Schusskreis gibt es eine Strafecke (kurze Ecke) und bei einer DOGSO gibt es Siebenmeter.


    Von daher kann ich durchaus auch verstehen, dass da eine Lücke bei der Bestrafung existiert.

    Ein (direkter) Freistoß auf der 5m-Linie, wo dann 11 Mann auf der Grundlinie zwischen den Pfosten stehen wäre meist weniger gefährlich als den Angreifer auf der 5er-Linie laufenzulassen.

    Aber eine kurze Ecke für nicht-DOGSO-Fouls im Strafraum dürfte angemessen sein.

    Ob auf dem Schnittpunkt von Grundlinie/Strafraum oder Grundlinie/Torraum bin ich noch unschlüssig.

    Ersteres erscheint mir dem Zweck der Erhöhung der Sorgfaltspflicht bei den Verteidigern nicht gerecht genug zu werden, letzteres ist schon recht nah am Strafstoß, insbesondere wenn man die allgemeine 9,15m-Abstandsregel berücksichtigt. Andererseits...dann muss die Verteidigung halt zusehen, dass sie die aus ihrer Sicht knapp 4m zum kurzen Pfosten ziemlich zügig zu bekommt.


    Handspiel auf der Torlinie führt zum Strafstoß, Beinstellen am seitlichen Ende des Strafraums auch.

    Das sehe ich tatsächlich auch als etwas unfair an. Aktuell ist es so, dass der Punkt 17m gerade vom Tor weg nicht zum Strafraum gehört, der Punkt 17m in Richtung Strafraumeck aber schon.

    Meiner Meinung nach sollte da kein Rechteck sein sondern zwei Viertelkreise verbunden durch eine Parallele zur Grundlinie, so das der Strafraum einheitlich alle Punkte umfasst, die weniger als 16,50m von der Torlinie zwischen den Torpfosten entfernt ist.