Beiträge von KozKalanndok

    Unabhängig davon, wie man zu den USA und der derzeitigen dortigen Politik steht: Es gibt diverse Gruppierungen weltweit, deren oberstes Ziel es ist, den USA zu schaden, am liebsten auszulöschen, oder ersatzweise dort Anschläge zu verüben. Dagegen muss sich die USA und ihre Bevölkerung stärker schützen, als das andere, nicht dermaßen im Fadenkreuz stehende Länder tun müssen. Die Situation in Somalia ist schwierig und schwer durchschaubar; und auch dort gibt es mehrere islamistische Gruppierungen, die alles dafür tun würden, in den USA einen Anschlag zu verüben. Das muss man anerkennen.

    Wenn man aber Veranstalter ein internationales Sportturniers sein will, dann muss auch in der Lage sein die Teilnehmer des Turniers einreisen zu lassen.

    Einfach kein Visum ausstellen ist da genauso ein No-Go wie ein Visum ausstellen und trotzdem wieder heimschicken.


    Eine Nation, die nicht in der Lage ist mit angemessener Vorlaufzeit eine verbindliche Einreisegenehmigung zum Zweck der Teilnahme an diesem Turnier zu erteilen, ist eben einfach nicht in der Lage ein derartiges Turnier zu veranstalten.


    Man darf auch nicht die Wirkung solcher Aktionen auf die (gläcklichen) Teilnehmer, die reingelassen wurden, unterschätzen. Wer würde einen Strafstoß gegen die USA pfeifen, wenn das Risiko besteht, dass einem während des Spiels das Visum entzogen wird und in der Kabine bereits die Einwanderungsbehörde die sofortige Ausreise nach El-Salvador vorbereitet?

    Da bin ich aber durchaus bei Manfred.


    Der Wunsch beider Mannschaften auf eben dieses eine Tor zu schießen kann durchaus ein Grund sein auf die Seitenwahl zu verzichten (die deutsche Überetzung der Regel fällt übrigens, auch ohne den englischen Text zu kennen, in die Kategorie Sprechdurchfall). Das ist dann eben eine Tatsachenentscheidung. Was auf Sicherheitsbedenken oder Unbespielbarkeit eingeschränkt wird, ist der spätere Wechsel des Tores zum Weiterspielen. Aber selbst das ist am Ende eine Tatsachenentscheidung des SR.

    Grundsätzlich glaube ich ja, dass keiner über Tor und Gelb meckern würde.

    Aber regeltechnisch ist das leider ein kniffliger Grenzfall.

    Nicht eindeutig festgelegt ist, ob ein Torjubel wirklich erst beginnen kann, wenn der Ball im Tor ist

    Einspruch:

    Die Torjubelregelung bezieht sich in allen Formulierungen darauf, dass ein Tor erzielt wurde oder ein Tor aberkannt wurde. Eine Torerzielung (oder ein aberkanntes Tor) ist damit notwendige Voraussetzung für einen Torjubel. Im Fußball muss die Strafbarkeit eines Vergehens (von einer einzigen explizit geregelten Ausnahme (erlaubter Handkontakt lenkt Ball ins Tor) abgesehen) bereits zum Tatzeitpunkr bestanden haben. Das sehe ich hier bei einem verfrühten Torjubel als nicht gegeben an.


    Die Fragen, die sich für mich um die Grenze hier sauber ziehen zu können stellen sind folgende:

    1. Ist das absichtliche Herbeiführen eines Ausrüstungsmangels durch den ballführenden Spieler im laufenden Spiel ein Unterbrechungsgrund? Welcher?

    2. Ist das absichtliche Herbeiführen eines Ausrüstungsmangels durch den ballführenden Spieler im laufenden Spiel ein verwarnungswürdiges Vergehen? Welches?

    3. Ist es das Ausziehen des Trikots im laufenden Spiel etwas anderes als das absichtliche Herbeiführen eines Ausrüstungsmangels?

    4. Ist es ein verwarnungswürdiges Vergehen, wenn ein Spieler vor der Torerzielung sein defektes Trikot (vll. zerrissen) verliert und dann jubelnd zur Bank läuft um sich ein Ersatztrikot zu besorgen?

    5. Ist es ein verwarnungswürdiges Vergehen, wenn ein Spieler nach der Torerzielung die Reste seines defektes Trikots auszieht und dann jubelnd zur Bank läuft um sich ein Ersatztrikot zu besorgen?

    6. Ist tatsächlich Torjubel ohne Trikot ein verwarnungswürdiges Vergehen (Regeltext hier bitte genau lesen!)?

    7. Kann eigentlich einen Erfolg feiern, der noch gar nicht eingetreten ist und vielleicht auch nicht eintreten wird?

    8. Ist das vorzeitige Feiern eines noch nicht eingetretenen Erfolges eine Verhöhnung des Gegners?

    9. Wenn der Spieler trikotausgezogen und jubelnd den Ball über die Latte zwiebelt...ist das dann ein verwarnungswürdiges Trikotausziehen zum Torjubel und oder doch nichts?

    10. Gleiche Situation wie 9, nur er zwiebelt das Ding nicht über die Latte sondern an die Latte und der Ball bleibt im Spiel.

    Früher (Ende der 90er) war es tatsächlich so, dass der SR die alleinige Entscheidungshoheit hatte.


    Damit der SR sich nicht aktiv für eine Fankurve entscheiden musste, haben dann einige angefangen, diese dem SR selbst obliegende Entscheidung an einen "Zufallsgenerator", die Münze, auszulagern. Dabei gab es dann von einigen SRs auch solche Auswüchse, dass sie einer Mannschaft ein Wahlrecht gegeben haben wie beim Anstoß. Jedenfalls war es alles andere als einheitlich.


    Irgendwann (wann genau ist da tatsächlich an mir vorbeigegangen) ist dann die Regel vereinheitlicht worden. dass der Münzwurf der Regelfall wird und die SR-Entscheidung nur noch begründete Ausnahme ist.

    Aber auch da...Wenn Du noch einen Speiler schießen lassen kannst, dann lieferst Du damit direkt den Beweis (Außenwirkung) dafür, dass das Tor ja nicht unbespielbar ist.

    "Kuhle in der Strafstoßmarke" würde ich da eher so sehen, dass da die vorherigen Schützen auch durch mussten.



    Um einen Seitenwechsel an den Regeln vorbei "im Sinn des Fußballs" zu argumentieren, da muss für meinen Geschmack die Unbespielbarkeit real und nicht nur gefühlt sein. Soll heissen, wenn Du wirklich zu der Überzeugung kommst, dass man von dem Punkt nicht mehr spielen kann und auch der Schaden nicht kurzfristig instandgesetzt (Platzwart) werden kann, dann würde es sofort auf die andere Seite gehen.

    Die blanke Regel lässt es meiner Meinung nach nicht zu.

    Im Gegenteil. Dort muss sich der SR vor dem Elfmeterschießen für das Tor entscheiden, auf das das Elfmeterschießen gespielt wird.

    Wenn dieses Tor jetzt im marcelreifschen Sinne aber während des Elfmeterschießens fallen sollte, dann müsste es entweder wieder aufgestellt werden oder falls dies nicht möglich ist, das Spiel abgebrochen werden.


    Jetzt ist das aber meiner Meinung nach eine Situation, die außerhalb des regulierten Rahmens passiert. Dann würde ich da vom SR eine Entscheidung im Sinne des Fußballs erwarten. Wie die ausfällt kommt ganz auf die Situation an.

    Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eben (natürlich mit detailierter Meldung im Spielbericht) einfach auf das andere Tor weiterzuspielen und die Klärung ob das regelkonform war dem zuständigen Turniergericht überlassen (so es denn von einem der Beteiligten angerufen würde).


    OB man jetzt noch solange auf das für die Spielfortsetzung ungeeignete Tor spielt, bis alle gleichzeitig geschossen haben? Meiner Meinung nach nicht. Wenn die andere Mannschaft darauf noch einen Schuss abgeben kann, dann ist es offensichtlich noch nicht unbespiielbar und es spricht in dem Moment nichts dagegen, dass es dort ganz normal weitergeht. Beim "Torfall" sieht das natürlich anders aus...da geht es einfach nicht mehr, weil kein tor mehr da wäre, auf das man spielen könnte.

    Erst wenn ein klar den Gegnern gegenüber respektloses Verhalten erkennbar ist, kann ein ind. FS gerechtfertigt werden

    Und was genau ist (mit Deiner Argumentation) dann am Hinknien und mit dem Kopf über die Linie schieben verhöhnend oder schmähend? Ich empfinde ein derartiges Verhalten genauso verhöhnend wie die theatralische Zelebration eines Erfolges, der erst später noch (hoffentlichI) eingetreten sein wird.

    Der Kommentator geht mir zu wenig auf die Parallelen zum "Hinknien und einköpfen" ein. Es stimmt in soweit, dass ein Ausrüstungsmangel (fehlendes Hemd) keine Spielunterbrechung rechtfertigt. Aber mir fehlt da die Begründung, warum das vorzeitige Torjubeln ander als das "einmal um den Ball tanzen und dann einlochen" zu bewerten ist.


    Zumal ich auch für die gelbe Karte keine Regelgrundlage sehe. Mit Gelb bedacht wird nämlich nicht, wer beim Torjubel kein Trikot anhat sondern nur wer beim Torjubel sein Trikot auszieht. Und das hat der Spieler hier nicht getan.

    und damit immer ein Grund für eine sofortige Unterbrechung.

    Das Regelwerk des IFAB hat keine Regel "unsportliches Verhalten wird mit indirektem Freistoß bestraft". Unsportliches Verhalten ist nur für eine persönliche Strafe normiert. Unterbrechen muss man wegen etwas anderem oder eben abwarten.,

    Anderenfalls wäre zu überlegen, ob wir ein Verhalten haben, welches dem Spiel gegenüber respektlos ist, denn auch dann kann es nur idF und Verwarnung geben.


    Bei der Verwarnung gehe ich mit. Aber respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel allein ist kein zwingender Grund zu unterbrechen und einen idF zu verhängen (da müsste eine weitere Qualifikation dabei sein wie beispielsweise die schmähende oder beleidigende Intention der Handlung). Man kann die Respektlosigkeit auch in der nächsten Spielunterbrechung ahnden.


    Wobei ich "Other offence not mentioned in the Laws" könnte hier durchaus auch anwendbar sehe, aber ich bevorzuge es, wenn man vorher zumindest prüft, ob es nicht eine konkretere anwendbare Vorschrift gibt bevor man auf den General-Fallback zurückgeht.

    Ich grabe das mal wieder aus, weil mittlerweile in den FAQ des IFAB beim Regeltext was dazu steht.

    Du kannst jetzt doch einfach eine E-Mail an das IFAB schreiben und wenn man dir Recht gibt, dich an den DFB wenden. Ich bin sehr gespannt.

    Brauchts keine E-Mail mehr :)


    A goalkeeper easily catches a weak shot and then falls to the ground. The goalkeeper stays there for a few seconds [...] and then stands up to release the ball. What is the referee's decision?


    The eight seconds started when the goalkeeper had control of the ball, not when the goalkeeper stood up. If the referee judged that controlling the ball with the hands/arms took longer than the time limit, the opposing team is awarded a corner kick.

    Ich würde dagegenhalten:

    Abpfeifen, verwarnen, idF vom Tor weg.


    Begründung (von Anfang der 2000er, also möglicherweise überholt):

    Respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel.


    Genauso wie wenn ein Spieler den Ball auf der Linie stoppt, ein Freudentänzchen um den Ball macht, sich hinkniet und den Ball dann mit dem Kopf über die Linie schiebt einen idF (12.2, schmähende Handlungen) und Gelb (12.4, unsportliches Verhalten, respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel) kassiert, ist ein derart verfrühter Torjubel ebenso zu betrachten.


    Zum Trikotausziehen in allen anderen Fällen bin ich bei Dir. Ohne weitere Qualifikationen ist das bloße Trikotausziehen nicht strafbar.

    Generell könnte man natürlich unterbrechen, was Regel 12.2 ("ein anderes Vergehen begeht, das nicht in den Spielregeln erwähnt wird und für das das Spiel unterbrochen wird, damit der fehlbare Spieler verwarnt oder des Feldes verwiesen werden kann"

    Problem dabei: Wenn zwei Spieler TW-Trikots anhaben (oder keiner ein TW-Trikot trägt)...

    Wen genau möchtest Du warum genau verwarnen (konkret: Welches verwarnungswürdige Vergehen liegt eigentlich vor?), damit Du wegen "anderem Vergehen" unterbrechen und einen idF verhängen kannst?

    Torwartwechsel ist es ja nicht, wenn es gar keinen oder zwei Torwarte gibt.

    Vorab die Regel 3.1: „Das Spiel wird von zwei Teams mit jeweils höchstens elf Spielern bestritten, von denen einer der Torhüter sein muss“.

    => Ein Spieler ist zu jedem Zeitpunkt während des laufenden Spiels der Torhüter.

    Der Torhüter muss (Regel 4.3) eine andere Farbe als die Feldspieler tragen.

    Wenn ein Torhüter nicht durch eine unterschiedliche Farbe erkennbar ist, dann ist kein geregelter Spielbetrieb nach 3.1 mehr möglich.

    Weil kein geregelter Spielbetrieb möglich ist, wird unterbrochen (5.1...Spielregeln durchsetzen). Dann ist der Ausrüstungsmangel zu beheben.

    Für eine persönliche Strafe fehlt mir aber tatsächlich die Grundlage (ein Torwart, der einfach nur ein Feldspielertrikot anzieht ist kein Torwarttausch).

    Da auch nicht zu verwarnen ist, fällt auch der Idf wegen "sonstiges" aus. Demzufolge müsste es mit SR-Ball weitergehen.

    Auch hier würde durch die Unterbrechung (potenziell) die regelübertretende Mannschaft bevorteilt, im Extremfall bis hin zum Abpfiff einer klaren Torchance.

    Da kann man aber auch Vorteil für die nicht-regelübertretnede Mannschaft geben.

    Der löst sich dann dadurch auf, dass bei einem Eingriff der regelübertretenden Mannschaft abgepfiffen wird.

    Wenn keiner ein Torwarttrikot anhat, ist halt in dem Moment keiner Torwart und darf keiner mit der Hand ran.

    Im Fall von zwei Spielern, die sich von den anderen 9 unterscheiden, wäre das für mich ebenfalls "kein Torwart", weil eben nicht wie in den Regeln gefordert "genau einer" anders ist.