Größtenteils waren die Leistungen gut bis ok, aber es gab mir da einfach zu viele Ausreißer nach oben in negativer Hinsicht.
Ich weiß nicht, ob es wirklich so viele Ausreißer gab - die schlechten Leistungen bleiben eben auch am meisten hängen. Also mir fallen spontan nur Ecuador-Deutschland, Uruguay-Spanien und Paraguay-Frankreich als klar schlechte SR-Auftritte ein. Wahrscheinlich gibt es noch 2-3 mehr, aber bei über 100 Spielen ist das auch nicht so viel. Ist dann auch eine Frage des Anspruchs, ob man von den weltbesten SR erwarten kann, dass das gar nicht vorkommt.
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es besonders viele klare Fehlentscheidungen gab, insbesondere nicht nach VAR-Eingriff.
Kapitänsdialog, pfeifen klarster Foulspiele, zeigen klarster Verwarnungen - dass konnte man alles in die Tonne treten. Negative Höhepunkte waren da für mich die Spiele Paraguay gegen Frankreich und leider auch gestern das Finale.
Warum man komplett auf den Kapitänsdialog (bzw. das Einschränken sonstiger Proteste) verzichtet hat, erschließt sich mir auch nicht.
Bei den Verwarnungen scheint es ja eine Anweisung gegeben zu haben, nur die ganz klaren Situationen zu ahnden. Insofern kann man dort die SR nur bedingt kritisieren, aber die FIFA natürlich schon.
Ich hätte mir aber auf jeden Fall gewünscht, dass man dann mehr mit deutlichen Ermahnungen arbeitet - diese Option haben zu wenige SR genutzt.
Bei Paraguay-Frankreich sind sich wohl alle einig, dass das eine der schlechtesten SR-Leistungen war, die man auf dem Niveau beobachten konnte. Im Finale fand ich es keinen negativen Höhepunkt, sondern der Turnierlinie entsprechend.
Umstrittene VAR Entscheidungen gehörten leider auch dazu. Tor DE gegen Ecuador, nicht gegebenes Tor von Ägypten gegen Argentinien und im gleichen Spiel Ägypten klaren Elfer verweigert wo im Gegenzug ein Tor für Argentinien fällt.
Meinst du gegen Ecuador das Tor, das gezählt hat oder das, das nicht gezählt hat? Ersteres war für mich ein fehlender VAR-Eingriff, zweiteres ein korrekter.
Bei Ägypten gegen Argentinien würde ich mit "umstritten" mitgehen, aber klare Fehler sehe ich dort nicht. Das ist aber wahrscheinlich bei vielen Szenen so. Man kann über sie diskutieren - auch wegen dem zu großen Graubereich - aber wirklich klare Fehler, wo >90% der Zuschauer anderer Meinung waren, gab es meines Erachtens nicht so viele. Positiv dabei, dass es dieses Mal nahezu keine strittigen Situationen im Bereich Handspiel gab - dort scheint sich mittlerweile also eine allgemein akzeptierte Linie etabliert zu haben.
Der absolute Höhepunkt war aber die zurückgenommene Strafe gegen den US-Spieler, auf Intervention von Trump bei seinem Lakai Infantino
Das ist eindeutig so, ja.
Hat aber im engeren Sinne nichts mit der SR-Leistung zu tun.
Man kann bei der Szene höchstens diskutieren, ob man für so etwas einen VAR-Eingriff will - falsch ist die Rote Karte aber sicherlich nicht.
1. Einstieg bei den Verwarnungen verpasst ( hartes Foul an Olmo an der Mittellinie muss doch gelb geben)
4. Klare Verwarnungen nicht gegeben, eine hatte ich schon angesprochen, aber da waren etliche Unsportlichkeiten, gerade bei den Argentiniern dabei. Da kommt man mit Persönlichkeit nicht mehr weiter.
Da habe ich eine Minderheitsmeinung, aber ich fand die Szene nicht so eindeutig rücksichtslos - das Trefferbild gefährdet sogar eher den Argentinier. Also sicherlich kann man da Gelb geben - als Einstiegskarte bei diesem Turnier für mich aber überhaupt nicht zwingend. Es gab aber noch ein Foul von Tagliafico and Yamal, wo ich eine frühere erste Verwarnung erwartet hätte.
Später dann mit den Gelben Karten gezielt, wo er es für die Spielkontrolle für sinnvoll erhielt, aber dadurch in der Tat nicht einheitlich. Wobei es nachvollziehbar war, dass Spanien ohne Karte geblieben ist, weil Argentinien für vergleichbare Vergehen auch nichts bekommen hat. Bei Paredes im Speziellen war es schon schwer nachzuvollziehen, dass es keine weitere Karte gab (schon vor Spielende). Wahrscheinlich war nichts ganz Klares dabei, und Verwarnungen wegen wiederholtem Regelverstoß gab es wohl im ganzen Turnier nicht...
Bei gefühlt jedem Eckball hat der SR die Ausführung verzögert, weil er Spieler ermahnte. Das nutzt sich ab und hat am Ende keine Wirkung mehr
Wahrscheinlich gab es dazu auch eine FIFA-Anweisung an die SR. Gebe dir aber Recht bzgl. Abnutzung und Wirkung.
Klarste Foulspiele, meistens im Oberkörperbereich und gegen Spanien nicht gepfiffen. Das hat die Argentinier nur zu ihrer dreckigen Spielweise angestachelt
Ich fand eigentlich, dass er das meiste in dem Bereich gepfiffen hat. Es gab insgesamt 46 Freistöße für Foul/Hand im Spiel.
5. Klare rote Karte gegen Paredes nach Schlusspfiff nicht gegeben, der vor den Augen des Gespannes einen Spanier getreten und geschlagen hat.
Da gibt es unterschiedliche Angaben, ob es die Karte nun gab oder nicht. Wenn nicht, wäre das in der Tat schwer erklärbar, aber andererseits auch ein ziemlich unerheblicher Fehler, weil der Spieler hoffentlich so oder so gesperrt wird.
Die überraschende und nicht von den Regeln gedeckte Wiederkehr des Torwartschutzes im 5er.
Vom 5er war in dem Zusammenhang von FIFA-Seite nicht die Rede (das haben meines Erachtens dann nur einige Kommentatoren hineininterpretiert). Es geht "nur" um Vergehen von Angreifern gegen Verteidiger und insbesondere Torhüter mit der klaren Absicht den Gegner zu blockieren ohne gleichzeitige Absicht den Ball zu spielen. Das grundsätzliche Vergehen "Sperren des Gegners mit Körperkontakt" ist natürlich von den Regeln gedeckt. Und eine Auslegungsanweisung an die SR zwecks einheitlicher Regelanwendung ist auch legitim. Ob diese Sonderbehandlung von Angreifer gegen Verteidiger sinnvoll ist, lässt sich natürlich diskutieren.