Beiträge von Nr.23

    Ich würde eher auf Handspiel entscheiden, weil man Tore mit Hilfe der Hand vermeiden sollte. Und hier kann man sicherlich argumentieren, dass er die Hände absichtlich dort platziert hat, um damit (ggfs.) den Ball zu spielen - zumal er die Hände dort erst nach der Flanke platziert, der Ball war also erwartbar.


    Allerdings halte ich beide Entscheidungen für vertretbar, weil auch Argumente (Ball zur Hand, keine Vergrößerung der Körperfläche) gegen Absicht sprechen.


    Ab nächster Saison dann zum Glück eindeutig geregelt, dass solche Tore nicht zählen dürfen.

    Nicht für die Antwort auf die Regelfrage relevant, aber: Idealerweise hätte der SRA hier gar nicht die Fahne gehoben, weil ja nie eine aktive Abseitsstellung eingetreten ist.

    Aber der SR kann diesen Fehler des SRA noch korrigieren, indem er abwartet, was passiert und in diesem Fall dann erkennt, dass kein strafbares Abseits vorliegt.

    1. Strafstoß

    2. ist dann klar

    3. Verwarnung für das Trikotziehen


    Für 1. gilt der im vorigen Post genannte Regelauszug: Das Foul passiert, bevor die Abseitsstellung aktiv wird. Das Foul außerhalb des Strafraums ist dann nicht mehr relevant, weil zweifellos ein Vorteil eingetreten ist.

    Verwarnung und nicht Feldverweis, weil keine offensichtliche Torchance vorliegt (Ball noch nicht kontrolliert - und wäre ja Abseits gewesen).

    Ungewünschtes Geschwurbel: Möglicherweise kann man sogar auf die Verwarnung verzichten, da ja wegen des Abseits auch kein aussichtsreicher Angriff vorliegt. Wegen der unsportlichen Absicht des Haltens würde ich sie aber trotzdem für richtig halten.

    Danke für den Hinweis. #7 bekommt die Rote Karte - habe es oben angepasst.


    Die Frage zielt ja letztlich daraufhin ab, ob der SR den Wechsel (genauer: seine Zustimmung zu dem Wechsel) noch zurücknehmen kann, wenn er vor der Spielfortsetzung feststellt, dass etwas nicht in Ordnung war. Das wäre durchaus sinnvoll, da Entscheidungen des SR ja grundsätzlich bis zur nächsten Spielfortsetzung geändert werden können.


    Allerdings glaube ich auch trotzdem eher, dass es so ist, wie ihr es schreibt.

    Folgende Situation:

    Einwechslung von #13 für #7. Der neutrale SRA1 begleitet den Wechsel und signalisiert dem SR sein OK.

    #13 betritt den Platz, #7 verlässt den Platz.

    Als #13 auf ihn zuläuft, bemerkt der SR einen Ausrüstungsmangel (z.B. dass die Stutzen von #13 nicht die richtige Farbe haben), der SRA1 offenbar entgangen war.

    Nach dem Hinweis darauf, verlässt #13 wieder den Platz, um den Mangel zu korrigieren.

    #7 kehrt (ohne explizite Zustimmung) auf den Platz zurück und beginnt direkt eine Diskussion mit dem SR, die zu einer Beleidigung eskaliert. Der SR zeigt #7 die Rote Karte.


    Mit wie vielen Spielern darf die Mannschaft von den beiden weiterspielen (wenn sie vor dem Wechsel 11 waren)?

    Bzgl. Fairness: Wenn die Verteidiger eine realistische Chance haben, das Zuspiel auf den Stürmer zu verhindern, ist die Abseitsbestimmung eigentlich nicht mehr notwendig. Deren Zweck ist ja, zu verhindern das sich ein Angreifer durch seine Positionierung "hinter der Abwehr" dem Zugriff der Verteidigung entziehen kann.

    Insofern sehe ich vom Fairness-Aspekt keinen Anspruch des Verteidigers mehr, durch die Abseitsregel geschützt zu werden, wenn er selbst mit einer misslungenen Aktion dem Stürmer hilft.

    Angeregt von der aktuellen Diskussion um das Pokal-Halbfinale würde mich eure Meinung/Vorgehensweise zu folgendem Thema interessieren:


    Es kommt ja immer wieder vor, dass wir bei einer Beurteilung einer Strafraumszene zu dem Schluss kommen, dass ein Strafstoß möglich, aber nicht zwingend wäre - also der typische "Kann-Elfmeter": Regeltechnisch gibt es gute Gründe für beide mögliche Entscheidungen, so dass es vollkommen in der Hand des Schiedsrichters liegt.


    Wie kommt ihr dann zu einer Entscheidung? Welche Kriterien bezieht ihr mit ein? Falls es reine Intuition ist: Welche Umstände beeinflussen diese?

    Und Herbert Fandel hat vor Jahren mal ein CL-Spiel abgebrochen, weil ihm ein Spieler die Rote Karte aus der Hand gerissen hat.

    Bist du dir sicher?

    Der bekannte Spielabbruch von Herbert Fandel war in der EM-Qualifikation zwischen Dänemark und Schweden, nachdem ihm ein Zuschauer gegen den Nacken geschlagen hat.

    Einen anderen Spielabbruch habe ich dazu nicht gefunden.

    Schade, dass der DFB die Behandlung in der SR-Zeitung nicht für eine deutlichere Klarstellung genutzt hat. Dann müssten wir hier nicht selbst versuchen, eine Lösung zu finden, sondern könnten uns auf die DFB-Anweisung beziehen. Und es bestünde eine höhere Chance, eine einheitliche Linie bei dieser Frage auf den deutschen Sportplätzen zu bekommen.

    Klar kommt es immer auf den Einzelfall an, aber eine Aussage wie "keine Bemühung den Ball zu spielen und kein Gegenspieler in unmittelbarer Nähe - deshalb klar kein Abseits" zu der BL-Szene hätte durchaus weitergeholfen.

    Beim Zweikampf in der Luft:


    Einsatz des Ellenbogens als Werkzeug: Verwarnung

    Einsatz des Ellenbogens als Waffe: FaD

    Dazu als Tipp:

    Wenn die Hand zur Faust geballt ist, spricht es eher für die Waffe (Schlagbewegung).

    Wenn die Hand offen ist, spricht es eher für das Werkzeug (Platz verschaffen, Haltung stabilisieren).

    Praxis-Beispiel: ;)

    Während einer Verletzungsunterbrechung kommen alle Auswechselspieler aufs Feld, um ihre Kollegen mit Getränken zu versorgen.

    Nachdem der SR alle 24 AW-Spieler verwarnt hat, bringen alle 22 eingesetzten Spieler ihre Trinkflaschen wieder zur Bank und verlassen dabei das Spielfeld. Natürlich werden sie auch alle verwarnt. (Ja, der verletzte Spieler darf implizit den Platz verlassen - also meckert er zur Not beim SR, um auch seine Gelbe zu bekommen.)

    Bei der nächsten Verletzungsunterbrechung wiederholt sich der ganze Ablauf.

    Ich denke, es kommt sehr darauf an, ob und wann der SR den Vorteil bereits angezeigt / verkündet hat.

    Wenn dies schon passiert ist, während der Pass unterwegs war oder während der Spieler gezögert hat, ist kein Nachpfiff mehr möglich. Aufgrund der beschriebenen guten Angriffssituation liegt der SR mit diesem Handeln auch richtig und sollte auf Verständnis hoffen können.

    Wenn der Vorteil noch nicht angezeigt war, als der Spieler damit beginnt, den Ball über die Linie zu schießen, ist ein Nachpfiff grundsätzlich möglich und auch angebracht. Danach noch auf Vorteil zu entscheiden, käme etwas komisch rüber (auch wenn es regeltechnisch OK wäre).

    Ausgenommen davon wäre ein Fall, wo das Zögern des Spielers deutlich über 3 Sekunden dauert, da dann der Zeitraum für den Nachpfiff zu lang wird. Dann sollte der SR sich rechtzeitig für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden - Nichtstun und Abwarten ist vermutlich die schlechteste Wahl.


    Bei deiner zweiten Frage sehe ich im Moment nicht, warum es relevant sein sollte, ob der Ball das Feld verlassen hat.

    Moment, der betreffende Abschnitt in Regel 9 lautet vollständig:

    "The ball is out of play when:

    it touches a match official, remains on the field of play and:
    • a team starts a promising attack or
    • the ball goes directly into the goal or
    • the team in possession of the ball changes

    In all these cases, play is restarted with a dropped ball. "


    Es ist also zusätzlich eine der drei Bedingungen zu erfüllen. In dem Beispiel kann es nur der Wechsel des Ballbesitzes sein.

    Man könnte also sagen, dass die angreifende Mannschaft durch den Fehlpass bereits den Ballbesitz verloren hatte. Dann geht es auch bei der Berührung eines Unparteiischen einfach weiter (wie bisher).

    Wie genau der Ballbesitz ("possession") ausgelegt werden soll, muss sicherlich noch von den Lehrwärten erläutert werden.


    Ich verstehe das so, dass der Fuß auf oder oberhalb der Torlinie sein muss - also ist Springen (und Hampeln) grundsätzlich noch erlaubt.

    Das Berühren der Latte wird davon unabhängig aber wirklich explizit verboten.

    Wie ist es denn, wenn ich als SR ein Spiel meines Vereins (z.B. untere Jugenden) auf eigenem Platz pfeife. Gelte ich dann als Vertreter des Heimvereins, der auch direkt jemanden von der Anlage verweisen darf?

    Ich würde wohl im Normalfall trotzdem über den Trainer von Heim gehen.

    OK, das ist ja gerade der von Mark hier in diesem Thread aufgeworfene Punkt, ob es bei gleichzeitigen Vergehen einen Vorteil geben darf oder nicht.

    Du hast ja auch geschrieben:

    Bei gleichzeitigen Vergehen guckt man, wer höher in der Liste steht, und gegen die Mannschaft geht es dann weiter:

    Schütze: ind. FS (immer)

    Torwart: Wiederholung (evtl. Vorteil)

    Spieler: je nach Ausgang

    Was wäre denn ein Fall, wo dieses "evtl. Vorteil" in Kraft tritt?