Beiträge von Manfred

    Eine der Baustellen ist beispielsweise, dass (bei wörtlicher Regelauslegung) sich drei Verteidiger als Mauer zum Angreifer-Torwart begeben und kurz bevor der Ball ins Spiel gebracht wird einen Schritt auf diesen zu machen um dann einen idF auf der 5er-Linie zu bekommen und im Bereich des DFB noch garniert mit einer gelben Karte gegen den Torwart.

    Die Variante gefällt mir - und die Regelfrage müsste man tatsächlich mal den oberklassigen SR stellen. Gleichzeitig belegt dieser Umstand aber auch, dass wir eben - auch im Weihnachtsrätsel - Sinn und Geist der Regel zu beachten haben und der reine Wortlaut manchmal nicht hilft.

    So, die Verlängerung ist um und ich pfeife die Frage hiermit ab ...


    Wir halten mal fest, dass die Zeichengebung des Schiris nicht glücklich war, aber das passt ja dann zur Einleitung der Frage :saint:


    Was war meine Intention? Wir befassen und mit der Frage, wann ist eine Mauer eine Mauer und kann es zwei Mauern geben, das Regelwerk ist hierzu nicht wirklich eindeutig.

    Zitat

    Bis der Ball im Spiel ist, müssen sämtliche Gegner:

    • einen Abstand von mindestens 9,15 m zum Ball einhalten, es sei denn, sie stehen auf der eigenen Torlinie zwischen den Torpfosten,

    • bei Freistößen innerhalb des gegnerischen Strafraums außerhalb des Strafraums stehen.

    Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens 1 m zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist.

    Bei der Mauer in Torrichtung ist alles regelkonform, das bleibt auch alles unverändert, egal ob die aus zwei oder drei Spielern besteht. Die spannende Frage ist aber, ob die drei Spieler, die den späteren Torschützen abschirmen, gleichfalls eine Mauer im Sinne des Regelwerkes sind, denn wenn man das bejaht, hätte der Torschütze eine Regelübertretung begangen, die mit einem indirekten Freistoß zu ahnden wäre, ist der Abstand - der Schritt zurück der Verteidiger bewirkt das und wäre auch zulässig - doch im Moment der Ausführung nicht mehr eingehalten, wenn man das aber verneint, dann kann die Entscheidung nur auf Tor lauten, ob in Verbindung mit Abpfiff oder Anstoß ist nachrangig.


    Noch spannender wird es, wenn man die Zusatzfrage betrachtet, denn dann hätten wir womöglich zwei Mauern - eine in Richtung Tor und eine vor dem Torschützen. Rein positionstechnisch zweifelsfrei zulässig, aber hier stellt sich mehr denn je die Frage, ob die Mauer beim Torschützen eine Mauer im Sinne der Regeln ist.


    Meiner Auffassung nach entspricht es Sinn und Geist des Fußballs, dass die Mauer den Schuss in Richtung Tor blockieren soll, woraus aber auch folgt, dass es eben nur eine "gültige" Mauer geben kann; genau diese Einzigartigkeit der Mauer macht dann aber auch den Unterschied, denn wer bejaht, dass in der Originalszene die Mauer beim Torschützen jene ist, müsste sich bei der Zusatzfrage überlegen, ob er zwei Mauern anerkennt oder welche Mauer "die" Mauer sein soll.


    Fazit: Für mich klar Tor (plus Anstoß/Abpfiff) und keine Änderung bei der Zusatzfrage.

    Bei der schnellen Ausführung eines Einwurfes steht der Einwerfer mit einem Fuß klar im Feld und berührt im Moment des Abwurfes auch die Linie nicht mehr. Sein Einwurf misslingt und landet einem Gegner direkt vor den Füßen. Dieser hat damit einen aussichtsreichen Angriff, worauf ein Gegner beherzt nach seinem Trikot greift und den festhält. Der Spieler kann sich aber durch einen Ellenbogenschlag befreien und dringt sofort in den Strafraum ein, wo sich ihm der Torwart beherzt vor die Füße wirft und mit den Händen nach dem Ball greift, dabei aber nur ein Bein des Angreifers erwischt, welcher zu Fall kommt.

    Okay, offenkundig habe ich zu wenig oder ihr zu viel Phantasie, für mich war klar, dass der spitze Winkel klar macht, dass Abseits keine Rolle spielen kann ...


    Ergo zur Ergänzung: Es liegt keine Abseitsposition vor, egal in welcher Konstellation, auch hat der Schiedsrichter den Freistoß korrekt angepfiffen - alle bisherigen Antworten werden anulliert und nicht gewertet, es darf also noch einmal geantwortet werden.

    Einspruch zur Kenntnis genommen, aber Tatsachenentscheidung ... 8o


    Letztlich geht es um den Spaß an der Freude und darum, dass wir uns mit den Regeln beschäftigen - ich bin mir sicher, Du wirst noch genügend Gelegenheit haben, Punkte zu sammeln; absolute Gerechtigkeit kann es hier nicht geben, eben gerade weil es keine klassischen Regelfragen sind.

    Hier ist die Punktevergabe einfach - jeder bekommt einen davon.


    Referee_Sebastian Vielen Dank, Du hast meine Intention erkannt, nicht nur Ihr lernt dabei neue Facetten des Regelwerkes kennen, das geht mir bei der Suche nach potenziellen Fragen ebenso - auch ich hatte das mit dem defekten Ball nicht so auf dem Schirm und hätte vorher sicher einige Male auf SR-Ball entschieden ...

    Um den Punkte-Gleichschritt mal ein wenig zu unterbrechen, bin ich bei dieser Frage etwas kleinlicher:

    Alle bekommen einen Punkt für die grundsätzlichen Beschreibungen, wer aber zusätzlich auf die feste Verankerung im Boden hinweist - aber nur, wenn kein Hinweis auf Gewichte das relativiert -, bekommt einen weiteren Punkt, ebenso gibt es einen weiteren Punkt für alle, die darauf hinweisen, dass Netze eben tatsächlich regeltechnisch nicht obligatorisch sind.

    Um auch hier zur Punktevergabe zu kommen: Alle, die auf Wiederholung entschieden haben, können einen Punkt auf ihrem Konto verbuchen. Entscheidend ist, dass der Spieler vor der Ausführung in den Strafraum eindringt, damit ist nach dem Regelwerk die Wiederholung zwingend und ein weiterspielen definitiv ausgeschlossen. Die Sache mit der persönlichen Strafe lasse ich nach dem Hinweis auf den englischen Regeltext einfach unbeachtet.

    So, mit genügend zeitlichem Abstand habe ich mir das alles noch einmal durchgelesen, denn irgendwie muss ich ja auch die Punkte verteilen ...


    Einen Punkt bekommen Kaef, KozKalanndok, Referee_Sebastian, Ente und Mark, Ente wie angekündigt noch einen Zusatzpunkt, die Lösungen überzeugen.

    Der Schiedsrichter hat - ob das jetzt zulässig und taktisch klug war ist nicht Gegenstand der Frage - klar zu erkennen gegeben, dass der direkte Freistoß 20 Meter vor dem Tor, aber im spitzen Winkel zum Tor, der letzte Angriff des Spieles sein wird. Zudem gab es vorher eine Verwarnung, so dass klar ist, dass der Schiedsrichter den Ball freigeben muss. Die verteidigende Mannschaft stellt eine Mauer aus zwei Spielern, bei der der Schiedsrichter auch den korrekten Abstand herstellt, in Schussrichtung des Tores. Zudem postieren sich drei nebeneinander stehende Verteidiger in gut 12 Metern Entfernung zum Ball, da sie eine Ausführung in Richtung der Strafstoßmarke erwarten, einen Meter hinter ihnen lauert ein Angreifer. In Erwartung einer Flanke auf genau diesen Angreifer machen die drei Verteidiger während des Anlaufs des Schützen und bevor dieser den Ball berührt einen Schritt nach hinten. Der Schütze nimmt jedoch Maß und platziert den Ball genau auf den Kopf des wartenden Angreifers, der den Ball auch direkt ins Tor einköpfen kann.


    Zusatzfrage: Wäre die Situation anders zu bewerten, wenn die Mauer in Schussrichtung Tor aus drei Spielern bestünde?

    Hier war, da Verbandsspezifika ja keine Rolle spielen dürfen, entscheidend zu erkennen, dass trotz des Vergehens, welches außerhalb des Spielfeldes stattfindet, eben die persönliche Strafe unterschiedlich ausfällt - A ist Spieler und, da ließ die Frage ja keinen Zweifel, mit einem FaZ zu belegen, während B ein Auswechselspieler ist, gegen den kein FaZ verhängt werden kann; um uns nicht doch über Tante Verbandsspezifisch zu unterhalten, kann die persönliche Strafe für B nur FaD (oder Ampelkarte) lauten. Dass es einen direkten Freistoß für A auf der Seitenlinie geben muss, sollte klar sein.

    Heute zur Abwechslung dann mal eine echte Regelfrage - Hinweis: Es handelt sich um ein Spiel der A-Jugend, in dem der Feldverweis auf Zeit zur Anwendung kommt!
    In der 88. Minute geraten ein Spieler von A, der sich verletzungsbedingt außerhalb des Spielfeldes befindet, und ein zur Einwechslung vorgesehener Spieler von B außerhalb des Spielfeldes in Streit. Sie schubsen sich gegenseitig in verwarnungswürdiger Form gegen die Brust, wobei der Spieler von B angefangen hat. Beide Spieler wurden vorher bereits verwarnt. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, als der Ball gerade von Mannschaft B im Mittelfeld geführt wird.

    Ich gestehe, ich habe Eure Ausführungen sehr genossen - mein Ziel, sich über die Regeln Gedanken zu machen, habe ich auf jeden Fall erreicht.


    Eigentlich hatte ich Dinge vor Augen wie einen noch nicht abgeschlossenen Auswechselvorgang, das Ansinnen des Schiris, eine mögliche Verletzung abzuklären oder auch schlicht die Notwendigkeit, eine ausgesprochene persönliche Strafe zu notieren, also Dinge, nach denen ein expliziter Anpfiff erforderlich ist - aber ja, da könnte man darüber unterschiedlicher Auffassung sein, ob das eine korrekte Ausführung war. Natürlich kommen auch die Aspekte falscher Ball ( gebi - der war klasse, den hatte ich gar nicht auf der Rille, ein Extrapunkt ) oder Defekt des Balles - der muss ja nicht zwingend platzen - in Betracht, gut gefallen hat mir auch der Einwand von Ente mit möglichen Hindernissen auf dem Feld ...


    Aber jetzt bin ich gespannt, was KozKalanndok noch konstruieren wollte ...

    Mark - macht nichts, Sinn und Zweck ist es ja, dass wir uns mit den Regeln beschäftigen, unterschiedliche Aspekte können da nur helfen ...


    Mein Auslöser war die DFB-Anweisung Nr. 3 zur Regel 7 - ein eher unbekanntes Wesen:

    Zitat

    3. Will der Schiedsrichter Zeit nachspielen lassen, so hat er diese in der letzten Minute der jeweiligen Spielzeithälfte für alle Beteiligten deutlich sichtbar anzuzeigen (sofern kein Vierter Offizieller nominiert ist).


    Da ich mal davon ausgehe, dass die allermeisten Forenteilnehmer keinen 4. Offiziellen haben, müssen wir die Nachspielzeit also selbst anzeigen. Spannend ist jetzt aber folgendes Detail: Dass die 3 Minuten nachzuspielen sind - klar wie Kloßbrühe. Aber: Wann beginnen die 3 Minuten? Pragmatisch ist das klar, wir spielen eben nur eine Minute nach, passt dann schon. Aber regeltechnisch ist mir nicht klar, ob unsere Tatsachenentscheidung der Spielzeit bedeutet, dass in der 92. Minute die 90 Minuten um sind und dann die Nachspielzeit beginnt oder ob die Nachspielzeit eben im Moment der Feststellung schon seit zwei Minuten läuft. Solange nichts passiert, was im Spielbericht eingetragen werden muss, ist das Banane, aber rein nach dem Buchstaben der Regel haben wir damit einen Regelverstoß begangen.


    Entscheidend ist für die Punktvergabe ist, dass wir wahlweise die verbleibende Nachspielzeit den Spielführern mündlich mitteilen oder eben nur noch eine Minute Nachspielzeit anzeigen.