Ein neuer Regel"konflikt"

  • Die neuen Regeln beinhalten einen Konflikt, der sich schwer auflösen lässt:
    Bekanntlich muss das Spiel unterbrochen sein, damit eine Auswechslung ausgeführt werden kann - und in den meisten Fällen ist das mit einer Spielfortsetzung verbunden, die unterdessen "anzuzählen" ist bzw. sein kann.


    Aber jetzt kommt das Problem:
    Geht die Auswechslung nicht zügig über die Bühne, folgt das Zählmanöver - und bisher war damit die Mannschaft, welche das Spiel fortzusetzen hatte, der Auffassung, ich würde deren Spielfortsetzung anzählen; besonders fatal beim Freistoß, bei dem regeltheoretisch sogar bei Ausführung trotz gesperrten Balls eine Verwarnung auszusprechen wäre ... Natürlich, wir als Schiris wissen, dass dies von der reinen Regellage her kein Problem ist, bekanntlich muss nach einer Auswechslung angepfiffen werden, gleichwohl bietet das viel Stoff für Irritationen, die sich auch nicht immer ganz einfach erklären lassen.


    Mal sehen, ob sich das noch einschwingt, aber an dieses potenzielle Problem hat meines Erachtens niemand gedacht.

  • Entweder stehe ich auf dem Schlauch oder ich sehe überhaupt kein Problem. Bei einem Wechselvorgang, der für alle offensichtlich ist, ist die Spielfortsetzung doch sowieso blockiert. Du zählst doch jetzt eindeutig den Auszuwechselnden an und nicht den Auszuführenden.


    Oder wo ist jetzt der „Konflikt“?

  • besonders fatal beim Freistoß

    Ein Freistoß wird doch gar nicht angezählt.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert

  • Nach der Auswechslung erfolgt erst mal ein Pflichtpfiff. Zu welcher Art von Irritationen soll es denn vorher kommen ? Mit fehlt da die Fantasie ...

  • Mit fehlt da die Fantasie ...

    Nein, die Praxis mit der neuen Regel ...


    Wir Schiris wissen das mit dem Pflichtpfiff nach der Auswechslung, bei Spielern und Trainern ist das nicht flächendeckend, die haben nur mitbekommen, dass man das Spiel schleunigst fortsetzen sollte, wenn der Schiri zu zählen anfängt ... und da fängt das Problem an, die unterscheiden nicht, warum der Schiri zählt, die kommen unter Stress und führen schnell aus - und schwupps haben wir den Salat, weil die natürlich ohne unseren Pfiff nicht ausführen dürfen.


    Ich habe es jetzt tatsächlich schon wiederholt gehabt, dass es einen Freistoß bzw. einen Einwurf gab, anlässlich dessen gewechselt werden sollte, sich der Spieler aber Zeit ließ, so dass die Zählung begann - und plötzlich gab es hektische Aufforderungen zur Ausführung des Einwurfes/Freistoßes ...

  • Nutzt was, wenn der Spieler von Mannschaft A trödelt, aber der Spieler vom Mannschaft B die Spielfortsetzung ausführen muss?

  • Ich habe es jetzt tatsächlich schon wiederholt gehabt, dass es einen Freistoß bzw. einen Einwurf gab, anlässlich dessen gewechselt werden sollte, sich der Spieler aber Zeit ließ, so dass die Zählung begann - und plötzlich gab es hektische Aufforderungen zur Ausführung des Einwurfes/Freistoßes ...

    Dann muss man als Fußballtrainer eben mal eine Einheit "5vs2" und eine Einheit "Bolzen" auf dem Platz ausfallen lassen und stattdessen zwei Einheiten "Regelkunde" im Vereinsheim mit dem vereinseigenen Schiedsrichter als Dozenten einstreuen.

    Kein SR-Problem sondern ein Spielerproblem.

  • Das kann man doch auf gleich 2 Arten vermeiden. Entweder ich starte keinen Countdown, sondern spreche den Spieler, der ausgewechselt werden soll, mündlich an á la "Beweg dich mal etwas schneller, sonst ist dein Team gleich 'ne Minute lang zu zehnt." Oder ich rufe kurz vor dem Augenblick, wo ich anfange runterzuzählen, mal kurz Richtung Spieler mit Ball "Nach der Auswechslung pfeife ich an, bevor es weitergeht".

    Der Klügere gibt nach.


    Das erklärt, warum die Welt von den Dummen regiert wird.

  • Naja, die einen gehen von Grundwissen aus und pfeifen eine Spielfortsetzung 5- oder 6-mal zurück, bis die Spieler mit der Spielfortsetzung warten, die anderen gehen davon aus, dass nicht jeder Spieler Ahnung von den Regeln hat und geben präventiv mal einen Hinweis mehr. Da ich in meinen Spielen nicht beobachtet werde und dementsprechend keine Bonuspunkte für "korrekte Anwendung von persönlichen Strafen in einem schwierig zu leitenden Spiel" brauche, gehöre ich zur 2.Sorte von SRn.

    Der Klügere gibt nach.


    Das erklärt, warum die Welt von den Dummen regiert wird.

  • Ich behaupte für meine Spiele, dass bei 5 von 100 Auswechslungen das Spiel fortgesetzt wurde, bevor mein Pfiff kam.

    Ansonsten wurde immer brav gewartet, bis ich das Spiel wieder freigegeben habe.


    Mit den Regeländerungen hat der auszuwechselnde Spieler eben die 10 Sekunden Zeit, offen angezählt wird hier nichts.

    Zumindest habe ich weder beim DFB noch beim IFAB etwas dazu gefunden.

    Sind die 10 Sekunden um, kommt ein Doppelpfiff mit dem Hinweis, dass der einzuwechselnde Spieler nun mindestens die Minute warten muss (laufend ab Fortsetzung des Spiels).


    Wenn das Prozedere nun abgeschlossen ist (egal ob korrekt oder mit der Wartezeit) gebe ich das Spiel mit dem Pfiff frei.

    Das heißt aber nicht, dass ich sofort die 5 Sekunden bei einem Einwurf oder Abstoß zählen muss.

    Hier habe ich als Schiedsrichter doch einen Ermessensspielraum und kündige den Countdown durch ein weiteren Pfiff und die erhobene Hand an.


    In meinen bisherigen Spielen habe ich die neue Regel bei Einwürfen ein paar Mal angewandt.

    Und nach meinem Pfiff und der zählenden Hand hat immer mindestens ein Mitspieler gerufen "Beeil Dich, der zählt !".

    War dann am Ende meistens wie bei den acht Sekunden für den Keeper, da wird dann halt der Ball irgendwo hingeworfen, hauptsache weg.

  • Ansonsten wurde immer brav gewartet, bis ich das Spiel wieder freigegeben habe.

    Naja.. normalerweise warten die Spieler bei jedem Freistoß bis der SR anpfeift. So kenne ich das zumindest.

    Oder fragen zumindest manchmal "Kann ich?"

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert

  • Ging mir um die generelle Fortsetzung nach Auswechslungen.

    Aus dem Spiel raus versuche ich auch so wenig wie möglich anzupfeifen, wenn es die Regel nicht vorschreibt.

  • Ich behaupte für meine Spiele, dass bei 5 von 100 Auswechslungen das Spiel fortgesetzt wurde, bevor mein Pfiff kam.

    So hoch war meine Quote nicht, ohne das aber exakt erfasst zu haben - aber das ist ja auch nicht das "neue" Problem.

    Mit den Regeländerungen hat der auszuwechselnde Spieler eben die 10 Sekunden Zeit, offen angezählt wird hier nichts.

    Tja, da sind wir wieder bei den Dingen, die wir schon so oft bemängelt haben: Es ist etwas geregelt, was man aber nirgends nachlesen kann ... Offiziell zwar nur als "Service" für die Spieler betitelt, hat uns unser Lehrwart aber sehr eindringlich dazu aufgefordert, auch bei Auswechslungen zu zählen - und da haben wir den Salat.

    Hier habe ich als Schiedsrichter doch einen Ermessensspielraum und kündige den Countdown durch ein weiteren Pfiff und die erhobene Hand an.

    Das garantiert nicht, denn genau der Pfiff könnte als Freigabe der Spielfortsetzung angesehen werden - hier darf man deswegen definitiv nicht pfeifen, genau so wenig wie beim Fall, wenn der TW den Ball wegen drohender Zeitüberschreitung freigeben sollte.


    Es ist eben doch nicht so einfach - und irgendwie nicht bis zu Ende durchdacht ...

  • Nein, die Praxis mit der neuen Regel ...

    Ich habe in unserer Pflichtsitzung gestern nochmals 50 Minuten auf das Thema verwendet und die Anwesenden auch nach Erfahrungen in der Praxis gefragt, die fanden das alle grundsätzlich gut, einziger wirklicher Kritikpunkt waren die vielen Pflichtpfiffe. Aber auch da war die einhellige Meinung, dass sich das bis zur Winterpause eingeschwungen haben wird.