Schiedsrichterwesen und Politik

  • Offensichtlich gelingt auch im Schiedsrichterwesen die Trennung von Sport und Politik nicht immer.

    Ohne Details zu kennen und ohne werten zu wollen finde ich es schade, dass man innerhalb eines Fußballverbandes keine besseren Lösungen gefunden hat:


    https://www.rundschau-online.de/


  • Ist doch schön, wenn die Funktionäre, die nichts mit der AfD zu tun haben wollen das Feld räumen, weil ein einzelner Funktionärspossten von einem AfDler besetzt wurde.


    Schafft Raum für neue Funktionäre, die kein Problem mit der politischen Haltung eines Einzelnen haben. Und dreimal dürft ihr raten, wo die herkommen werden.


    Das, was hier passiert, ist einfach nur "Kopf in Sand stecken, ich hör nichts, ich seh nichts, ich weiss nichts, LaLaLa"

  • Die Haltung, dass man Sport und Politik zu trennen sind, werde ich nie verstehen. Sport ist, war und wird auch immer politisch sein. Gerade ein Sport, der global begeistert, wie es der Fussball tut, wird auf jeder Ebene durch die Politik beeinflusst und versucht umgekehrt die Politik zu beeinflussen.


    Ich finde schon, dass man die Frage stellen darf, ob die Werte der AFD zu den Werten des Fussballs passen. Ich finde aber den Schritt, geschlossen zurückzutreten, weil ein Ehrenamt von einem AFDler besetzt wird, doch durchaus fragwürdig.

  • Wer glaubt, dass sich Sport und Politik strikt trennen lassen, sollte in die Kirche/Moschee/Synagoge/einen Tempel oder ein anderes Haus, in dem ein oder mehrere Götter angebetet werden, gehen - das war in der Geschichte noch nie so und wird es auch nie sein ...


    Ganz praktisch erlebe ich aber immer wieder, dass sich Vereinsvertreter - vor allem aber Spieler - mir gegenüber direkt oder indirekt offenbaren, beispielsweise in der Form eines Komplimentes über eine gute Spielleitung schon in der Halbzeitpause, deren Zurückweisung, dass ja erst Halbzeit sei, mit der Aussage erwidert wird, dass man merke, dass ich objektiv pfeife und keine Vorbehalte gegen den Verein habe - es gibt also ganz offensichtlich etwas, was es nicht geben sollte, nämlich Vorbehalte seitens einzelner Schiedsrichter gegen Vereine/Spieler, deren Ursache in einem Umfeld zu suchen ist, welches man mit "rassistisch" wohl am besten beschreiben kann. Klar, ich fahre auch zu manchem Verein weniger gern hin, weil dort oft aufgeheizte Stimmung ist, man wenig freundlich zu uns Schiris ist, es des Öfteren Ärger gibt etc. pp., gleichwohl darf das keine Auswirkung auf meine Spielleitung haben - und einzelne dieser Vereine stehen aus meinem Antrieb auf meiner Sperrliste, weil ich mir einfach nicht alles antun muss.


    Dennoch bleibt festzuhalten, dass es tatsächlich offenkundig bewusste Benachteiligungen einzelner Vereine/Spieler gibt. Und vor dem Hintergrund des Parteiprogramms der AfD, der Einschätzungen der Verfassungsschutzämter und der medialen Präsenz und Aussagen kann ich verstehen, dass es gegen Schiedsrichter, die dieser Partei öffentlichkeitswirksam angehören, Vorbehalte und Bedenken gibt, auch wenn die diesbezüglich bisher nicht aufgefallen sind.

  • Und vor dem Hintergrund des Parteiprogramms der AfD, der Einschätzungen der Verfassungsschutzämter und der medialen Präsenz und Aussagen kann ich verstehen, dass es gegen Schiedsrichter, die dieser Partei öffentlichkeitswirksam angehören, Vorbehalte und Bedenken gibt, auch wenn die diesbezüglich bisher nicht aufgefallen sind.

    (Subjektive) Vorbehalte und Bedenken sind das eine, deshalb gleich ein kollektiver Rücktritt eines gesamten Gremiums das andere...

  • Kann man so sehen, wenn die Menschen aber proaktiv aus eigenem Antrieb zurücktreten, weil sie "mit so einem" nicht in einen Topf geschmissen werden wollen - und das könnte passieren -, wer will ihnen das übel nehmen?

  • Kann man so sehen, wenn die Menschen aber proaktiv aus eigenem Antrieb zurücktreten, weil sie "mit so einem" nicht in einen Topf geschmissen werden wollen - und das könnte passieren -, wer will ihnen das übel nehmen?

    Erinnert einen an einige dunkle Kapitel unserer Geschichte bis 2021. Eine Demokratie lebt eben auch davon, dass es unterschiedlichste Meinungen gibt, die man einfach auch einmal ertragen muss, solange sie nicht strafbar sind.


    Und solange Kollegen oder Kameraden mich während der Arbeit bzw. Ausübung eines Ehrenamtes nicht mit ihren politischen, virologischen oder religiösen Ansichten belästigen, ist es mir vollkommen egal in welcher legalen Partei, Selbsthilfegruppe oder Glaubensgemeinschaft sie Mitglied sind.

  • weil sie "mit so einem" nicht in einen Topf...

    Wo fange ich an wo höre ich auf?

    Der eine mag wegen Steuerhinterziehung verurteilt sein. Der andere hat Uhren geschmuggelt. Ein nächster hat einmal sein Haus angezündet und Menschenleben gefährdet. Einer ist in der Partei 'Die Linke' und wünscht sich den Kommunismus zurück ("man muss es ja nur richtig machen").

    Wenn ich da jedes Mal alle meine Ämter niederlege kann ich fast gar nichts mehr machen.


    Das ist doch das tolle am Sport- ich kann mit Menschen, deren Ansichten ich nicht teile in Verbindung bleiben.

  • Jetzt finde ich aber doch, dass der ein oder andere es sich hier zu einfach macht.


    Wenn die Person einfach Mitglied in der AfD ist - stimme ich euch zu.


    Wenn diese Person aber menchenverachtende, rechtsextreme, homophobe, xenophone Meinungen äußert oder mehr noch, die in diesem Amt liegende Entscheidungsgewalt und Macht nutzt, um diese Meinungen mit Handlungen zu unterlegen, ist der Punkt gekommen, an dem eine Zivilgesellschaft auch und gerade im Sport Grenzen setzen muss. Wenn wie in diesem Fall dann auch noch Jugendliche im Spiel sind, gilt das umso mehr.


    Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber ein geschlossener Rücktritt, um dieses Gremium vorerst handlungsunfähig zu machen, kann da schon ein sinnvoller Weg sein, wenn sich keine anderen Optionen auftun.


    Hier kennen wir die Umstände mal wieder nicht, tun aber so, als könnten wir uns ein Urteil erlauben.


    Das ist doch das tolle am Sport- ich kann mit Menschen, deren Ansichten ich nicht teile in Verbindung bleiben.

    Gerade durch die Ansichten, die von einigen in der AfD geteilt und gepusht werden, ist eben das nicht mehr möglich. In der AfD-Basis in Sachen-Anhalt gibt es beispielsweise diverse Stimmen, die sagen, dass der Anschlag am Wochenende in Berlin zwar verurteilenswert ist, aber "immerhin hat es die richtigen getroffen, denn die wollen ja, dass wir in 15 Jahren alle schwul sind und keine echten Männer mehr sein dürfen" (Originalzitat).


    So, wenn so jemand nun ein Amt bekleidet und meint, es würde "die richtigen treffen", kann es gut sein, dass ich da nicht mehr mit zusammenarbeiten kann, und ich hoffe, es geht vielen von euch auch so. Und klar, der erste Schritt sollte erstmal sein, diese Person innerhalb des Gremiums zu isolieren, entmachten (demokratisch), Grenzen zu ziehen, dagegen zu arbeiten. Gerade im Ehrenamt kommt man da aber schneller an seine Grenzen als man manchmal denkt, auch abhängig von den politischen Strukturen (hier ist es in Sachen-Anhalt oder Thüringen auf dem Land teilweise bedeutend schwieriger und auch gefährlicher als in Hamburg Mitte oder in Gettorf hinter Kiel).


    Hier wurde einer Person, über die ich nichts weiß, ein offizielles Amt in Bezug auf Jungschiedsrichter gegeben. Wenn diese Person nun radikale menschenfeindliche Thesen vertritt und seine offizielle Position nutzt, Jugendliche zu beeinflussen, zu manipulieren, zu radikalisieren, und abhängig davon auch Fördermöglichkeiten in Aussicht stellt oder verweigert, haben wir ein ernstzunehmendes Problem.


    Dass ausgerechnet erfahrene Sportrichter zurücktreten, sollte uns doch hellhörig machen. Gespräche mit dem Kreisschiedsrichterausschuss hat es offenbar gegeben, das Sportgericht sieht sich machtlos und sieht Unvereinbarkeit der Vorgänge mit den Werten des Fußballs.

    Wo fange ich an wo höre ich auf?

    Der eine mag wegen Steuerhinterziehung verurteilt sein. Der andere hat Uhren geschmuggelt. Ein nächster hat einmal sein Haus angezündet und Menschenleben gefährdet.

    Es ist dir überlassen, wo du anfängst und wo du aufhörst. Diese Beispiele sind aber Schwachsinn, weil sie sich auf abgeschlossene Vergangenheit beziehen und zudem in ihrer potenziellen Gefährlichkeit nichts mit dem aktuellen Fall zu tun hat. Das wäre ähnlich, als wenn hier das Gremium zurückgetreten wäre, weil jemand mal in der AfD WAR.


    Um bei deinem Haus-Beispiel zu bleiben: Wenn der Kollege nicht nur "einmal" ein Haus angezündet hat, sondern während der Verbandssitzungen immer wieder in fachfremde Fantasien verfällt, wie er denn mal den örtlichen Kindergarten voll besetzt in Brand stecken kann, und wie er seine Funktion dazu vielleicht nutzen könnte - ich bin sicher, da wären auch bei dir Grenzen erreicht, nicht wahr? Will sagen, Pauschalierungen und verharmlosende vergleiche (Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, Uhrenschmuggel) helfen uns hier nicht weiter.


    Oder, wenn der Jugendschiedsrichterbeauftragte ein mehrfach verurteilter Kinderschänder wäre? Wärt ihr dann auch so entstpannt, weil ihr mit "Menschen, deren Ansichten ich nicht teile in Verbindung bleiben" kann? Das ist an Verharmlosung kaum noch zu überbieten.


    Es kommt auf die Einzelfallsituation an. Daher sollten wir vorsichtig sein, uns hier vorschnell ein Urteil zu bilden. Das Problem in den Strukturen könnte schwieriger und akut gefährlicher sein, als es sich bequem von zuhause am Bildschirm anfühlt.


    Aber ehemalige Uhreschmuggler zu vergleichen mit einem Jugendbeauftragten, der offenbar zugleich rechtextreme Positionen vertritt, ist schon sehr schräg.


    Ohne Details zu kennen und ohne werten zu wollen

    Mit deinen unpassenden Vergleichen nimmst du eine Wertung vor, auch wenn das von dir vielleicht nicht beabsichtigt war. Just saying.

  • Klar nehme ich eine Wertung vor: Ich finde das Ergebnis schade - nämlich dass man zu keiner anderen Lösung gekommen ist.


    Bewusst nicht werten wollte ich hier die Situation/ den Anlass der Rücktritte.

  • zettelbox Laut Bericht:


    Der FVM betont zugleich seine klare Haltung gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus. Als Sportfachverband sei er jedoch gesetzlich und satzungsrechtlich zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet. Eine Amtsenthebung allein aufgrund der Mitgliedschaft in einer demokratisch zugelassenen und nicht verbotenen Partei sei derzeit rechtlich nicht möglich.


    „Ebenso wenig seien ihm extremistische oder sonstige beanstandbare Äußerungen oder Handlungen vorgeworfen worden. „Der Rücktritt erfolgte offenbar allein aufgrund meiner AfD-Mitgliedschaft. Das ist eine klare Vermischung von Politik und Sport, die ich für falsch halte“, erklärt Schmuck.“


    Insofern können wir hier nur die Fakten bewerten, die uns vorliegen und dürfen dem Schiedsrichter nichts unterstellen.


    Die „moralisch“ handelnden „Richter“ treten den Artikel 3 (3) unseres Grundgesetzes mit Füßen.


    Nur Ddie „richtige“ Gesinnung darf nicht ausschlaggebend für das Besetzen von Ämtern sein.

  • Sorry Mark , aber Du bist da komplett falsch abgebogen!


    Haben die zurückgetretenen Menschen die Amtsenthebung gefordert? Nein. Damit erübrigt sich auch die Frage, ob jemand dieser Forderung nicht gefolgt ist ... Die haben aber ein Problem darin gesehen, dass sie mit einem anderen Menschen zusammenarbeiten sollen, von dem sie ausgehen, dass der ihren Ruf und ihre Integrität beschädigt - und in diesem Moment ist es nicht nur absolut legal, sondern auch vollkommen legitim, wenn jemand qua Rücktritt aus der Schusslinie geht. Das alles hat nichts mit "richtiger" Gesinnung oder "Moral" zu tun - wenn ein Vorstandsmitglied meiner Schiedsrichtervereinigung Dinge täte oder Positionen verträte, die ich für unvereinbar mit meinen eigenen Vorstellungen hielte, würde ich mir auch überlegen, ob ich die Vereinigung wechsle oder das Amt des Schiris ganz aufgäbe; ginge Dir das etwa anders?

  • Die haben aber ein Problem darin gesehen, dass sie mit einem anderen Menschen zusammenarbeiten sollen, von dem sie ausgehen, dass der ihren Ruf und ihre Integrität beschädigt - und in diesem Moment ist es nicht nur absolut legal, sondern auch vollkommen legitim, wenn jemand qua Rücktritt aus der Schusslinie geht.

    Das mag legal sein, allerdings treten sie die grundsätzlichen Werte unserer Verfassung mit Füßen. Sie manipulieren damit die Allgemeinheit, indem sie vorgeben, welche politischen Ansichten korrekt bzw. inkorrekt sind. Das geht für mich zu weit.


    Aber vielleicht finden sich dann ja Sportrichter, die Toleranz auch leben und Politik vom Fußball trennen.

  • Das mag legal sein, allerdings treten sie die grundsätzlichen Werte unserer Verfassung mit Füßen. Sie manipulieren damit die Allgemeinheit, indem sie vorgeben, welche politischen Ansichten korrekt bzw. inkorrekt sind. Das geht für mich zu weit.


    Aber vielleicht finden sich dann ja Sportrichter, die Toleranz auch leben und Politik vom Fußball trennen.

    Ich finde dieses gekünstelte "die AfD ist eine normale legale demokratische nicht verbotene Partei" im Jahr 2026 wirklich sehr erstaunlich.


    Das wurde auf verschiedenen Ebenen versucht und ist doch gescheitert. Die AfD ist eben keine normale Partei, Landesverbände stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, Jugendorganisationen kommen durch Auflösung dem Verbot zuvor, die Verbindungen ins rechtsextreme gewaltbereite Mileu sind in verschiedenster Form nachgewiesen, und selbst auf Bundesebene könnte es sein, dass die Partei die Kriterien für ein Verbot erfüllt. Gott sei Dank sind die Kriterien in Deutschland für ein Parteiverbot extrem hoch, und ich hielte es politisch für völlig falsch die AfD zu verbieten, aber das macht sie nicht zu einer normalen Partei.


    Es ist wichtig, dass die Zivilgesellschaft da eintritt, wo unsere demokratischen Grenzen erreicht sind. Das ist bei Xenophobie, Rassismus, Diskriminierung von Minderheiten etc. nunmal der Fall.


    In Bezug auf Sportrichter, die für Werte wie Offenheit, Gleichbehandlung aller Menschen, Achtung der Menschenwürde einsetzen dann einen Mangel von Toleranz vorzuwerfen, verhönt die Opfer dieser Diskriminierung.


    Bin einigermaßen sprachlos. Als hätten wir 2015, und nicht schon mehr als zehn Jahre Erfahrung mit dieser in vielen Teilen rassistischen und verfassungsfeindlichen Partei gesammelt.

  • zettelbox Wenn wir jetzt eine Grundsatzdiskussion über einzelne Parteien oder Politiker starten, bin ich raus.


    Zum Thema „Schiedsrichterwesen und Politik“ ist alles ausgetaucht.

  • allerdings treten sie die grundsätzlichen Werte unserer Verfassung mit Füßen.

    Nein, genau das tun sie nicht - eher im Gegenteil ...


    Einerseits nehmen sie genau die verfassungsmäßigen Rechte wahr, denn wenn ich in einem Ehrenamt, warum auch immer, nicht mit einer Person X zusammenarbeiten/in Verbindung gebracht werden möchte, lege ich das Ehrenamt nieder - übrigens habe ich auf diesem Weg gerade meinen Verein gewechselt, da ist mir ein Trainer des Vereins als größter Hetzer gegen Schiris untergekommen, der war zudem dreist genug, das auch noch zu tun, als ich gepfiffen habe (zwei andere Vereine).


    Andererseits leben wir in einer wehrhaften Demokratie, wer angesichts der gerichtlich bestätigten Einstufungen des Verfassungsschutzes leugnet, dass die AfD verfassungsfeindliche Inhalte vertritt, dem ist nicht zu helfen. Und noch einmal: Es geht hier nicht um die reine Mitgliedschaft, aber wenn ich für diese Partei für ein Mandat kandidiere, dann geht das deutlich über eine vielleicht unbedeutende Kleinigkeit hinaus.

  • ch finde dieses gekünstelte "die AfD ist eine normale legale demokratische nicht verbotene Partei" im Jahr 2026 wirklich sehr erstaunlich.

    Auch wenn ich die Werte und Ansichten der AfD selbst nicht teile und verachtenswert empfinde...

    Die Partei ist nunmal nicht verboten, da gibt es nicht daran zu diskutieren. Und wenn sie nicht verboten ist, dann ist sie legal. Und legal halte ich durchaus auch für Normalität.


    Was ich aber unnormal und brandgefährlich halte:

    Wir behandeln eine Gruppierung von Menschen deren Meinung uns nicht passt, die aber gerade ganz massivim Aufwind ist, mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Isolataion.

    Das äußert sich in den letzten Wahlen leider dadurch, dass der Wille der Wählerschaft die AfD mit 20%, 25% und mittlerweile 30% an der Gesetzgebung zu beteiligen, von den etablierten Parteien einfach nur ignoriert wird. Wenn das mit der Ausgrenzung so weiter geht, befürchte ich, dass die Masse der Wähler in nicht allzuferner Zukunft dafür sorgen wird, dass die AfD sich für die Gesetzgebung gar nicht mehr mti anderen Parteien rumschlagen muss.

  • Trotzdem sollte man den Rücktritt der Sportrichter akzeptieren, weil sie nicht mit jemanden zusammen arbeiten wollen, der sich in einer Partei engagiert, die in weiten Teilen als rechtsextrem eingestuft ist. Für mich völlig verständlich.

  • Die Frage ist, was die Aktion im Endeffekt wirklich bewirkt. Wenn die Sportrichter nicht tatsächlich einen Grund gesucht haben, um aufhören zu können, dann:


    - verlieren sie jetzt an Lebensqualität , weil sie ihr Hobby nicht mehr ausüben

    - dem Kreis fehlen Ehrenamtliche, die erst einmal ersetzt werden müssen,

    - der AfDler wird angefeindet, möglicherweise auch kriminell,

    - es führt zu noch größerer Polarisierung,

    - ….


    In wenigen Wochen spricht kaum ein Mensch mehr darüber und es wird auch deswegen keine nennenswerte Änderungen in den Umfragewerten geben. Zumal die nächsten Wahlen in NRW erst 2027 sind und es in Sachsen-Anhalt auch keinen interessiert.


    Ich bleibe dabei, Sport und Politik sollte man strikt trennen.

  • - verlieren sie jetzt an Lebensqualität , weil sie ihr Hobby nicht mehr ausüben

    Keineswegs zwingend - ich erinnere mich an die Pandemie, da hatte man plötzlich die Wochenenden frei anstatt sich auf dem Sportplatz herum zu treiben, das hatte durchaus etwas ...

    - dem Kreis fehlen Ehrenamtliche, die erst einmal ersetzt werden müssen,

    Nennt man Kollateralschaden - man könnte es natürlich auch als Signal verstehen ... Wobei es übrigens ganz normal ist, dass Menschen ihr Ehrenamt auch mal beenden, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen, beispielsweise weil die Gesundheit die Wahrnehmung nicht mehr erlaubt, man umzieht, sich persönliche Pflichten ändern, ... bis hin zum Tod. Und wenn wir das als Signal verstehen, wie es wohl auch gedacht ist, überlegt man sich bei der Neubesetzung vielleicht schon mal genauer, wem man welches Ehrenamt überträgt.

    - der AfDler wird angefeindet, möglicherweise auch kriminell,

    Halte ich für unbedeutend, weil das regelmäßig unter der Wahrnehmungsschwelle der Bevölkerung liegt - da ist dessen Kandidatur bei der Wahl schon weit öffentlichkeitswirksamer; von Tante Google ganz abgesehen.

    - es führt zu noch größerer Polarisierung,

    Na ja, wer in einer Partei, die in allen mir bekannten Fällen - mit Ausnahme der Bundespartei, da läuft das Gerichtsverfahren noch - als rechtsextrimistischer Verdachtsfall oder gar als gesichert rechtsrextrmistisch eingestuft ist und die AfD die Klagen dagegen verloren hat ... wir sollten hier keine Täter-Opfer-Umkehr betreiben, wer für eine solche Partei kandidiert ist der, der die Polarisierung forciert.


    KozKalanndok
    Du solltest Dich mal mit der ersten Jahreshälfte 1933 befassen, die belegt sehr schön, wie es funktionieren kann, wenn man Extremisten auch ohne Mehrheit an der Macht beteiligt.