Abscheulich frauenfeindliche Musik in der Kabine

  • Nach meinem Spiel am letzten Sonntag ist mir etwas passiert, bei dem ich noch auf der Suche nach dem richtigen Umgang bin:
    Meine Kabine lag direkt neben der Kabine der siegreichen Gastmannschaft. Was dann aber aus deren Boxen zu mir in die Kabine schallte, war einfach nur widerlich ... In einem Lied wurde - vereinfach ausgedrückt - beschrieben, wie sich jemand eine Frau schön säuft, direkt danach wurde beschrieben, wie gut die "Kokosmilch", gemeint war männliches Sperma, doch schmecke und dass die Frau das aufsaugen sollte.


    Aber: Was mache ich jetzt damit? Melden? Fühlt sich richtig und zugleich falsch an, weil es keinen Spielbezug gibt, es auch nicht unbedingt mit Fußball etwas zu tun hat, gleichwohl eklig ist, andererseits muss nicht gerade der Fußball versuchen, gesellschaftlichen Fehlentwicklungen Einhalt zu gebieten? Oder was sonst? Oder doch einfach ignorieren? Ansprechen war in dem Moment (unter der Dusche) nicht möglich.

  • So lange das Lied nur geschmacklos, aber nicht verboten ist, solltest du es in meinen Augen kopfschüttelnd ignorieren. Wer erinnert sich noch an die Layla-Diskussion? Die öffentliche Empörung und die Diskussion um Verbote bei großen Veranstaltungen waren sicher für den Erfolg (Platz 1 der Deutschen Charts) nicht abträglich. ;)


    Deine Frage wird aber interessant, sobald es sich um wirklich verbotene, z.B. rechtsradikale Musik handelt. Aber dann hielte ich "Polizei rufen" für die bessere Alternative als "Meldung im Spielbericht".

    In einer Aktion prallten Grevelhörster und Gerick zusammen. Der FC-Stürmer blutete aus der Nase, aber Schiedsrichter Stefan Tendyck aus Gelsenkirchen konnte mit einem Taschentuch aushelfen. Gericks Torriecher wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen: Er markierte das 1:3.


    Westfalen-Blatt (29.5.2017) :D

  • Ich glaube, dass das jetzt zu weit geht. Du bist jetzt zufällig in die tiefste Privatsphäre einer jungen, Testosteron gesteuerten Männergruppe „eingedrungen“, die im Siegestaumel absoluten Blödsinn singen. Das erinnert mich tatsächlich an meine Truppe in den 90ern, könnten auch wir gewesen sein🙈.


    Ob das jetzt toll war? Nein, aber es war halt so. Und wir sind alle weder verroht noch kriminell geworden. Alles jetzt gute Ehemänner und Familienväter/-Großväter. Du brauchst dir keine Sorgen um die gesellschaftliche Entwicklung machen.😀



  • So lange das Lied nur geschmacklos, aber nicht verboten ist

    War es zweifelsfrei - wobei: Da auch die Toiletten nicht weit entfernt waren und man dem Text definitiv nicht als "jugendfrei" bezeichnen kann ... aber das wäre dann eher das Problem des Heimvereins, der ja auch das Hausrecht hat. Irgendwie unbefriedigend ist es eben doch, aber wohl die richtige Entscheidung, nichts zu unternehmen - wobei, vielleicht komme ich ja demnächst mal wieder zu dem Verein zu einem Heimspiel, da könnte man einem Vereinsoberen einen Wink geben.

    Ob das jetzt toll war? Nein, aber es war halt so. Und wir sind alle weder verroht noch kriminell geworden. Alles jetzt gute Ehemänner und Familienväter/-Großväter. Du brauchst dir keine Sorgen um die gesellschaftliche Entwicklung machen.😀

    Voll daneben. Ja, manches war früher halt so, nur war es das rückblickend betrachtet eben nicht - mit derselben Argumentationskette könnte man noch ganz andere Dinge "entschuldigen", ganz gefährliches Pflaster.

  • Der Standardsatz meines Lehrwarts: "Melden befreit!"

    "Ihr habt was gemacht, was die Anderen daraus machen ist nicht euer Problem."

  • Ich würde auch noch den Staatsschutz informieren.

    Mal ganz im Ernst. Wenn ich sowas melden würde, würden mich die zuständigen Instanzen - und das in meinen Augen auch völlig zurecht - fragen, ob ich Langeweile habe.

    Mir stellt sich da die Frage, soll man Leute, die das ehrenamtlich in Ihrer Freizeit machen, mit sowas Belanglosem beschäftigen? Ich sage, Nein!

  • Voll daneben. Ja, manches war früher halt so, nur war es das rückblickend betrachtet eben nicht - mit derselben Argumentationskette könnte man noch ganz andere Dinge "entschuldigen", ganz gefährliches Pflaster.

    Dann „spinnen“ wir es doch mal durch. Du fühlst dich jetzt als moralische Instanz dazu verpflichtet es zu melden. Wir reden jetzt über einen Vorfall, der nach dem Schlusspfiff in einer Kabine stattfindet.


    Frage 1: Ist eine übergeordnete Instanz gemäß Statuten überhaupt noch zuständig?


    Frage 2: Wer soll auf Grundlage welches Vergehens oder Verletzung irgendwelcher Aufsichtsverpflichtungen bestraft werden?


    Du kannst keiner Person beweisen, dass sie beteiligt war. Du kannst auch nicht belegen, dass überhaupt ein „ranghoher“ Trainer anwesend war. Ja du kannst noch nicht einmal ausschließen, dass es Zuschauer waren, die nach dem Spiel mit ihrem Team in der Kabine gefeiert haben.


    Ich frage mich, was du allen Ernstes mit einer Meldung bezwecken möchtest, außer dass du anderen Ehrenamtlichen Zeit raubst. Und wenn es ganz dumm läuft, bist du das Gelächter im Kreis. Auch wenn deine Intention gut gemeint war.


    Sollten es tatsächlich eindeutig rechtsradikale, rassistische Schmähgesänge sein, dann ist das sicherlich eine andere Kategorie. Aber auch da wird es ohne Beweise (Tonaufnahmen) und Zeugen sehr schwer.

  • Sorry Mark , aber Du lenkst ab. Meine Kritik an Deiner Aussage bezog sich auf den Mechanismus, mit dem Du die Aktion de facto entschuldigt hast - die war und ist voll daneben. Ebenso bin ich definitiv nicht

    Zitat

    in die tiefste Privatsphäre einer jungen, Testosteron gesteuerten Männergruppe „eingedrungen“

    , da wurde ich gegen meinen Willen einbezogen. Und lass die Dinge zur Beweisbarkeit, die wäre recht einfach herstellbar, das ist Unfug, wobei meine Aussage auch solo durchaus Gewicht hätte.


    Auch der Rest Deines Posts ist daneben, ich hatte doch schon in Beitrag #4 klargestellt, dass ich beim Verband nichts unternehmen werde (und beim Rest nur, so sich eine passende Gelegenheit ergibt), was also soll das? Gleichwohl ist die Sache nicht wirklich befriedigend ...