Das so was passieren muss ...

  • Vielleicht muss man jedoch auch leider akzeptieren, dass es nirgendwo 100 % Sicherheit gibt. Bei der sehr großen Anzahl an Fußball spielenden Kindern wird es leider immer wieder irgendwo zu einer Verkettung unglücklicher Umstände kommen, bei der es zu Todesopfern kommt.


    Wir wissen nicht, wie oft regelmäßig fahrlässig gehandelt wird und ein Tor glücklicherweise stehen bleibt, einfach nur umkippt oder nur einen blauen Zeh verursacht. Derartige Ereignisse nimmt keiner zur Kenntnis, geschweige denn werden sie statistisch erfasst.

  • Wir wissen nicht, wie oft regelmäßig fahrlässig gehandelt wird und ein Tor glücklicherweise stehen bleibt,

    Der kalkulierte Kindstod: Warum mich die „Sportunfall“-Ausrede ankotzt

    Wisst Ihr, was mich in diesem Land wirklich zur Weißglut treibt? Es ist diese fatale deutsche Gemütlichkeit, die erst dann in betroffenes Schweigen umschlägt, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt – oder in diesem Fall: unter hundert Kilo ungesichertem Aluminium begraben wurde.


    Immer wenn so etwas passiert, kommen sie aus ihren Löchern gekrochen, die Bedenkenträger und Achselzucker: ‚Ach, beim Sport passiert halt mal was. Wo gehobelt wird, da fallen Späne.‘

    Was für ein arroganter, verantwortungsloser Unsinn!

    Ein Kreuzbandriss beim Tackling? Das ist ein Sportunfall. Ein Ball an der Nase? Das ist Berufsrisiko. Aber ein umstürzendes Tor, das einen Jungen erschlägt? Das ist kein Unfall. Das ist unterlassene Hilfeleistung mit Ansage. Das ist das Resultat einer Kette von Ignoranz, die so lang ist wie die bayerische Landesgrenze.


    Ich sehe es doch jeden Samstag! Da stehen sie, die Mannschaftsverantwortlichen, und schauen demonstrativ in die andere Richtung, während die Auswechselspieler am hinteren Tor Klimmzüge machen. Da sind die Vereinsvorstände, die lieber dreitausend Euro für den neuen Kunstrasen-Dünger ausgeben, als fünfhundert Euro in vernünftige Kontergewichte zu investieren.

    Und ja, auch die lieben Schiedsrichterkollegen: Wenn ihr bei der Platzkontrolle nur kurz den Daumen hebt, weil ihr keinen Bock auf die Diskussion mit dem Heimverein habt, dann seid ihr Teil des Problems! Wer die Pfeife in den Mund nimmt, trägt die Verantwortung. Wer ein Spiel anpfeift, obwohl das Tor wackelt wie ein Lämmerschwanz bei Windstärke acht, der spielt russisches Roulette mit der Gesundheit von Kindern.


    Und was ist mit den Gemeinden? Mit den Platzwarten? Die verwalten ihre Anlagen oft mit einer bürokratischen Arroganz, die ihresgleichen sucht. Da wird penibel darauf geachtet, dass kein Unbefugter den Rasen betritt, aber ob die Tore nach der vorgeschriebenen DIN EN 748 gesichert sind? ‚Des passt scho, Schirii, reg dich net auf.‘


    Mich wundert es nicht, dass solche Tragödien passieren. Mich wundert es, dass sie bei dieser flächendeckenden Schlamperei nicht jeden verdammten Tag in der Zeitung stehen!


    Wir leben in einem Land, in dem man für eine falsch sortierte Biotonne standrechtlich erschossen wird, aber beim Schutz unserer Kinder auf dem Fußballplatz lassen wir die ‚Fünf gerade sein‘-Mentalität walten. Es ist zum Kotzen.

    Ich sage es euch klipp und klar: Wenn ich am Wochenende auf eurem Platz stehe und das Tor nicht bombenfest verankert ist, dann bleibt die Pfeife stumm- und das bereits seit meinem ersten Tag als Schiri.


    Und jemand dann jammert, dass der Spielbetrieb leidet? Dann ist mir das völlig egal - und das nicht zum ersten mal. Lieber ein ausgefallenes Spiel als eine Beerdigung.


    Werdet endlich wach, bevor der nächste Staatsanwalt den Spielberichtsbogen ausfüllt!“

  • Mich wundert es nicht, dass solche Tragödien passieren. Mich wundert es, dass sie bei dieser flächendeckenden Schlamperei nicht jeden verdammten Tag in der Zeitung stehen!

    Weil sie zum Glück sehr selten passieren. Wenn irgendwo ein Mensch, insbesondere ein Kind, stirbt, wissen wir hinterher immer ganz genau, wer Schuld hat und wie man es hätte verhindern können. Es kommen dann regelmäßig Forderungen für Verschärfungen.


    Die EU veröffentlicht wöchentlich 30-40 Verordnungen, wobei es meistens um irgendwelche Sicherheiten geht. Wir wollen so ziemlich alles regulieren, damit theoretisch nichts mehr passieren kann und es immer irgendeinen Verantwortlichen gibt, wenn doch etwas passiert.


    Möglicherweise verliert man bei dem aktuellen Regulierungswahn doch irgendwann einmal den Überblick und dann wird das ein oder andere Tor eben einfach mal vergessen gemäß „DIN EN 4711 auf Grundlage der EU-Verordnung 0815 vom 31.02.2012“ zu sichern, weil keiner daran denkt, dass auch außerhalb des offiziellen Spiel- und Trainingsbetriebs Kinder und Jugendliche frei zugängliche Sportanlagen und -Geräte benutzen.

  • Bei aller liebe @Mark


    ich kann dieses weinerliche Gejammer über den ‚Regelungswahnsinn‘ und die ‚böse Bürokratie‘ beim besten Willen nicht mehr hören. Es ist die Standard-Ausrede für alle, die zu faul sind, ihr Gehirn einzuschalten, bevor sie Verantwortung für andere Menschen übernehmen.


    Machen wir es doch mal ganz simpel, damit es auch der letzte Hinterbänkler versteht: Ja, Deutschland ist überreguliert. Ja, wir haben für jeden Mist eine Verordnung. Aber wenn jemand sich entscheiden, ein Amt zu bekleiden – sei es als Vereinsvorstand, als Übungsleiter oder als Verantwortlicher der Gemeinde –, dann unterschreibt er damit keinen Freifahrtschein für betreutes Nichtstun.


    Verantwortung ist eine Holschuld, verdammt noch mal!


    Wer sich ‚Vorstand‘ auf die Visitenkarte druckt oder als Platzwart die Schlüsselgewalt über eine Sportanlage hat, der hat die verdammte Pflicht, sich schlau zu machen. Das ist kein optionales Freizeitvergnügen, bei dem man sich die Rosinen der Macht herauspickt und die lästigen Pflichten im Altpapier entsorgt. Man muss die Materie beherrschen, die man verantwortet. Punkt.


    Ich erwarte nicht von Karl-Heinz am Spielfeldrand, der nach der dritten Halben kaum noch die Abseitsregel von der Straßenverkehrsordnung unterscheiden kann, dass er die DIN EN 748 auswendig rezitiert. Der darf gerne ahnungslos bleiben, solange er seine Bratwurst unfallfrei verzehrt.


    Aber von denjenigen, die offiziell das Sagen haben, erwarte ich Professionalität. Es ist eine intellektuelle Bankrotterklärung, so zu tun, als kämen diese Sicherheitsvorschriften völlig überraschend wie ein plötzlicher Wintereinbruch im August.


    Und wenn ich dann als Schiedsrichter auf den Platz komme und feststelle, dass die Tore wandern wie Nomaden in der Wüste, dann will ich nichts von ‚Fingerspitzengefühl‘ hören. ‚Fingerspitzengefühl‘ ist der Euphemismus für ‚Lass uns mal ein Auge zudrücken, bis was passiert‘.


    Wenn der Schiri auf die Torsicherung hinweist, dann gibt es genau zwei angemessene Reaktionen: Strammstehen und Ausführen. Es gibt hier keinen Verhandlungsspielraum. Es gibt keine ‚gelbe Karte‘ für Sicherheit. Wer bei der Gesundheit von Kindern um Kompromisse bettelt, hat den Schuss nicht gehört.


    Entweder die Tore stehen fest, oder der Platz bleibt leer. Wer das als Schikane empfindet, sollte sein Amt niederlegen und Platz machen für Leute, die nicht nur die Ehre des Postens wollen, sondern auch die Eier haben, die damit verbundene Arbeit zu erledigen.“

  • Ich behaupte doch nicht, dass das nicht zu verhindern war. Und ja, es müssen hier auch Menschen zur Verantwortung gezogen werden. Ich behaupte auch nicht, dass man nicht alles so eng sehen darf.


    Trotzdem schaffen wir es nicht, eine 100-Prozent-Sicherheits-Gesellschaft zu organisieren.

  • Klar ist: das Leben endet absolut tödlich!

    Mit Hirn lässt es sich aber oft sicherer gestalten!