Genau jetzt ist aber die Frage: Handelt es sich durch die Ballkontrolle des Torwartes, das wurde in der Diskussion erwähnt, tatsächlich um eine neue Spielsituation? Dann wäre der Rest meiner Überlegungen entbehrlich.
Ich behaupte jetzt einfach, dass ist Auslegungssache des Schiedsrichters. Er muss ein Gespür dafür haben, ob er jetzt sofort auf Abseits oder Vorteil entscheidet.
Ich persönlich würde nur dann auf Vorteil entscheiden, wenn der TW tatsächlich einen schnellen Gegenangriff einleiten will. Dann muss aber auch das Zeichen oder besser der Ruf „Vorteil“ kommen, der dann der Zeitpunkt ist, ab dem die 8 Sekunden beginnen.
ob nun nur aus dem Umstand, dass es sich um den einzigen Spieler handelt, der eingreifen kann
Und das ist für mich der nächste Punkt, den es zu diskutieren gibt. Das ist nämlich formal kein Abseitsvergehen. Die DFB-Abweisung soll meines Erachtens auch nur verhindern, dass wirklich der einzige Spieler, der den Ball bekommen kann bzw. wird, unnötigerweise noch über das habe Spielfeld rennt, bis der Pfiff kommt.
Nur der Umstand, dass er zwar der einzige Angreifer ist, es aber auch ein Verteidiger gibt, der den Ball vorher kontrollieren kann, bevor es zu einem Zweikampf kommt, ist meines Erachtens eben kein Grund zu unterbrechen. Er darf sich taktisch auf dem Spielfeld so positionieren, dass er für die neue Spielsituation einen besseren Ausgangspunkt hat, solange er keinen Gegenspieler regelwidrig „beeinflusst“.