Regeländerungen für 2026

  • Ausnahmefall? Dass ein Spieler mal etwas "abbekommt", was weder regelwidrig war noch eine ernsthafte Verletzung darstellt, ist nun wahrlich nicht selten - ob Treffer in den Kronjuwelen, ein Pressschlag, ein unglückliches Zusammentreffen bei einem Zweikampf etc., aber auch die Fälle mit Regelwidrigkeit sind betroffen, wenn es einen Vorteil gab und es nicht für eine Karte reicht, der Spieler aber - dafür habe ich sogar Verständnis - sich einen Augenblick berappeln muss; nur unterbreche ich eben nicht, aber oft genug ist der Ball kurz danach doch aus dem Spiel und der Spieler steht noch nicht wieder ... Und wenn es dann in den Sommer oder zum Spielende geht, dann kommen oft genug auch Konditionsmängel dazu, sprich die können einfach nicht zeitnah aufstehen, eine Behandlung brauchen die gleichwohl nicht, eine Spielverzögerung (samt Nachspielzeit) haben wir dennoch - was nun?

    Fußball ist die schönste Nebensache der Welt.

    Einmal editiert, zuletzt von Manfred ()

  • Nach den weiteren Beispielen muss ich Manfred recht geben, dass es nicht so klar ist, wie es mir erst schien.

    Zum einen geht es laut dem Regeltext eigentlich gar nicht mehr um Behandlungen auf dem Feld, denn diese sind gar nicht erlaubt: "Ein verletzter Spieler darf nicht auf dem Spielfeld behandelt werden".

    Dieser Satz ist noch nicht einmal neu - aber ich würde vermuten, dass das kaum ein SR durchsetzt. Außer natürlich wenn wir alles was normalerweise auf dem Feld passiert nicht als "Behandlung" definieren.

    Zum anderen ist die ganze Regelung nur für den Fall vorgesehen, dass der Spieler verletzt ist. D.h., ich muss das als SR entweder selbst beurteilen oder bei Spieler oder Betreuer erfragen.


    Also wenn ich da streng nach Regeltext vorgehe, komme ich vermutlich zu anderen Entscheidungen, als eigentlich gewollt sind.

  • Zitat

    Mistaken identity reviewable when a player is shown a yellow/red card but the offence for which the card was shown was committed by another player of either team

    War das nicht schon immer so? Oder verstehe ich den Text nur falsch?
    Falsch verstanden, bisher konnte der VAR nicht eingreifen, wenn das Foul quasi andersrum war aber der SR es falsch gesehen hat aber einem beteiligten Spieler die gelbe Karte gegeben hat.



    Zitat

    the substitute may enter the field of play only with the referee’s permission during the first stoppage after one minute has elapsed following the restart

    Das wird witzig, wenn es einfach für 10 Minuten keine Unterbrechung mehr gibt, dann muss der Auswechselspieler. Und der Wortlaut verhindert auch, dass wenn die erste Untebrechung nach 0:59 Sekunden passiert, das der Spieler dann das Spielfeld betritt.

    Er muss dann bis zur nächsten Unterbrechung warten. Mal sehen ob das wirklich so umgesetzt wird.


    Was hier aber aus meiner Sicht übersehen wurde: Laut Anweisung darf die Auswechslung nicht zurück genommen werden und auch kein anderer Spieler eingewechselt werden, wenn die 10 Sekunden abgelaufen sind.

    ABER im Regeltext ist die Auswechslung immer noch erst beendet wenn der neue Spieler das Feld betreten hat.



    Zitat

    allows play to continue when an offence occurs, or a restart is incorrectly taken and the ball is in play

    Also wenn der Spieler den Ball zu seinem Mitspieler werfen will und der Ball dabei zum Gegner geht, darf ich jetzt Vorteil laufen lassen, selbst wenn der Wurf gar keine Ähnlichkeit mit einem Einwurf hatte? ;)

    eine Spielverzögerung (samt Nachspielzeit) haben wir dennoch - was nun?

    Steht doch in den Regeln, der Spieler muss dann runter.


    Zitat

    An injured player may not be treated on the

    field of play and, where an injury results in play being stopped or the restart of

    play being delayed, the injured player must leave the field of play and may

    only re-enter one minute after play has restarted;

    Sobald du die Spielfortsetzung verzögerst wegen einem verletzten Spieler muss dieser das Feld verlassen.

    Meiner Meinung nach kann man das aber als Mannschaft taktisch nutzen. Ball "fair" ins aus Spielen wenn einer Gegenspieler liegt.

    Entweder kommt dann eh ein Betreuer aufs Feld -> Da ist es also egal ob Behandlung oder nur Verzögerung

    Oder der SR geht kurz zum Spieler -> Verzögerung der Spielfortsetzung und damit runter vom Feld.


    Wobei davon im Protokoll dazu nichts steht..
    https://downloads.theifab.com/…rhalb-des-spielfelds?l=en

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert

  • Danke für den Link zum Zusatzprotokoll.
    Wenn man dessen Inhalt dazu nimmt, klären sich doch eigentlich alle Fragen, oder?

    Es gibt drei mögliche Auslöser, von denen einer reicht:

    - SR unterbricht Spiel wegen tatsächlicher oder vermuteter Verletzung

    -> vermutete Verletzung reicht auch

    -> dieser Punkt gilt explizit für Unterbrechen, nicht für Verzögern der Spielfortsetzung

    - SR beordert medizinisches Personal aufs Feld

    -> gilt ohne weitere Voraussetzungen

    - Spieler bestätigt, dass er ärztliche Hilfe benötigt

    -> auch hier reicht dieser Fakt allein


    Zudem wird zwischen "Erstuntersuchung" und "Behandlung" unterschieden, was das Problem löst, dass Behandlungen auf dem Spielfeld im Normalfall nicht zulässig sind.

    Umgang mit einem Spieler, der nach eigenem Bekunden nicht behandelt werden will, aber dennoch liegen bleibt.

    muss also nur raus, wenn der SR deshalb das Spiel unterbrochen hat oder der Meinung ist, dass der Spieler medizinische Hilfe auf dem Feld benötigt.

    Eine Behandlung ist, sobald ein Pfleger das Spielfeld betritt und irgendwas am Spieler macht.

    Stimmt laut dem Protokoll also so nicht.

    Was ist mit dem Fall, der gar nicht so selten vorkommt, dass ein Spieler auf dem Feld einen Krampf hat, den ihm ein Mit-, manchmal sogar auch ein Gegenspieler, "ausdrückt"?

    dass ein Spieler einen Moment braucht

    Sind somit nicht ausreichend dafür, dass der Spieler raus muss.

  • Also wenn der Spieler den Ball zu seinem Mitspieler werfen will und der Ball dabei zum Gegner geht, darf ich jetzt Vorteil laufen lassen, selbst wenn der Wurf gar keine Ähnlichkeit mit einem Einwurf hatte? ;)

    Ja, warum auch nicht?

    Der ausführende Spieler ist doch selbst Schuld, dass es dann ohne Unterbrechung mit Ballbesitz für die Gegner weitergeht, wenn er keinen vernünftigen Einwurf hinbekommt.

    Wichtig ist natürlich, dass erkennbar ist, dass er den Ball im Moment zwecks Spielfortsetzung ins Feld bringen will.

    Z.B. das lockere Zuwerfen zum Mitspieler, damit dieser den Einwurf ausführen kann, haben wir ja bisher auch nicht als falschen Einwurf geahndet.

  • Z.B. das lockere Zuwerfen zum Mitspieler, damit dieser den Einwurf ausführen kann, haben wir ja bisher auch nicht als falschen Einwurf geahndet.

    Mit "lockeren Zuwerfen" in Verbindung mit "zur Seitenlinie trotten" und "überlegen wie ein Einwurf ausgeführt wird" sind wir aber schon verdammt knapp an den 10 Sekunden und wenn diese gerissen werden doch wieder bei "in die andere Richtung".

  • So etwas würde ich nicht machen. Sobald der „Pfleger“ dann das Spielfeld betreten hat, verlässt er es nur gemeinsam mit dem Spieler, egal ob er Wasser spritzt, eine heilende Handbewegung macht oder der Spieler spontan geheilt zwischenzeitlich wieder aufspringt.

    Klar, der Spieler verlässt zwingend das Spielfeld. Wenn ich aber schon einen Pfleger auf das Feld beordere, dann soll der aber auch bitte kurz ein "Pflege" durchführen. Ansonsten sieht's gegen aussen einfach extrem doof aus. Umgekehrt bin ich dann aber auch so nett und weise die Spieler darauf hin, dass, wenn zwei Spieler der selben Mannschaft zusammenprallen und nur einer gepflegt werden musste, der zweite Spieler auch kurz eine "Pflege" bekommen soll, damit keiner raus muss. So kann man Problemen gut aus dem Weg gehen.

  • Ansonsten sieht's gegen aussen einfach extrem doof aus

    Grundsätzlich steht in Regel 5.3, dass ein Spieler auf den Feld eben nicht behandelt werden darf, weshalb er ja eigentlich raus muss, damit er außerhalb gründlich „therapiert“ werden kann. Die Erstversorgung auf dem Platz ist daher nicht zwingend erforderlich, auch nicht zur Show.

  • Mit "lockeren Zuwerfen" in Verbindung mit "zur Seitenlinie trotten" und "überlegen wie ein Einwurf ausgeführt wird" sind wir aber schon verdammt knapp an den 10 Sekunden und wenn diese gerissen werden doch wieder bei "in die andere Richtung".

    5 Sekunden - aber nur, wenn ein Spieler unfair verzögert. Ob ein Zuwerfen des Balls zum Mitspieler "unfair" ist, liegt im Ermessensspielraum des SRs. Kann ja auch nur zum besseren Werfer sein, was meines Erachtens dann legitim ist.

  • Klar, die neuen Regeln hören sich schon spannend an, aber am Ende bleibt unser geliebter Fußball einfach Fußball. Manchmal vergisst man bei all den Tricks und taktischem Krempel, dass man einfach Spaß haben soll, oder? Apropos Spaß: Ich nutze die Seite, um track live scores across European football leagues and competitions. Echt praktisch, wenn man die neuesten Ergebnisse auf einen Blick haben will, während man aufm Sofa rumlungert. Keine Sorge, das Regelwerk bleibt für unsere Entertainment-Runden, wir sind schließlich nicht auf 'ner Schiedsrichter-Schulung.

  • Ob ein Zuwerfen des Balls zum Mitspieler "unfair" ist, liegt im Ermessensspielraum des SRs. Kann ja auch nur zum besseren Werfer sein, was meines Erachtens dann legitim ist.

    Na ja, das ist wohl die bisher am häufigsten missachtete Regel ... Rein nach Regelwerk ist das schon lange verboten, denn was sagt Regel 12 (in bisheriger Fassung) dazu?

    Zitat

    Der Schiedsrichter verwarnt jeden Spieler, der die Spielfortsetzung verzögert, indem er:

    • sich anschickt, einen Einwurf auszuführen, diesen dann aber plötzlich einem Mitspieler überlässt,

    Klar, da gibt es einen gewissen Spielraum, sprich wann wurde nur der Ball geholt, aber viel zu oft könnte der werfen und gibt dann den Ball weiter, das wird "handelsüblich" hingenommen ...

  • Klar, da gibt es einen gewissen Spielraum, sprich wann wurde nur der Ball geholt, aber viel zu oft könnte der werfen und gibt dann den Ball weiter, das wird "handelsüblich" hingenommen ...

    Ist auch richtig so. Es ist okay, aus taktischen Gesichtspunkten einem anderen Spieler den Ball zur Ausführung zu überlassen, auch wenn das zwei Sekunden länger dauert.


    Erst wenn es über das übliche Maß hinausgeht und es sich um eine Spielverzögerung handelt, wird verwarnt. Das sagt auch der Regeltext so aus, auch wenn das für mich mal wieder eine nicht ideal formulierte Stelle ist, hier wurde der Vereinfachung höhere Priorität gegeben als einer sauberen Formulierung, wie so oft in den Regeln.


    Wann es sich um ein noch akzeptables taktisches Manöver handelt und wann die Spielverzögerung beginnt,ist wie bei so vielem reiner Ermessensspielraum. Es wäre aber falsch zu sagen, dass laut Regeln jedes Mal, wenn einem anderen Spieler der Ball überlassen wird, obwohl der erste Spieler auch hätte einwerfen können, eine Verwarnung auszusprechen wäre. So ist das nicht gemeint.

  • Naja...eigentlich haben wir dafür ja jetzt den Countdown. Der läuft doch hoffentlich einfach weiter, egal wie oft die sich den Ball hin zun her zuwerfen.


    (und hoffentlich wirft der eine nicht dem anderen den Ball ins Feld...das wäre ja ein falscher Einwurf :) )

  • Naja...eigentlich haben wir dafür ja jetzt den Countdown. Der läuft doch hoffentlich einfach weiter, egal wie oft die sich den Ball hin zun her zuwerfen.

    Genau, und deswegen finde ich persönlich die Idee mit dem Countdown ziemlich praktisch.

    Sobald ich merke, dass es hier um irgendwelche Spielchen geht, die unnötig lange dauern, kommt der Countdown - und bei den nächsten Einwürfen geht der Countdown dann natürlich umso früher los.


    Ich finde das ziemlich effektiv, soweit man das schon beurteilen kann. Der Countdown läuft praktisch nie ganz runter, ähnlich wie beim Abstoß letzte Saison, und ist viel effektiver gegen Zeitspiel als jede gelbe Karte.

    (und hoffentlich wirft der eine nicht dem anderen den Ball ins Feld...das wäre ja ein falscher Einwurf :) )

    Da gibts gerade im Jugendbereich natürlich die dollsten Sachen, oder auch ausgeführte Einwürfe, die vom nächsten Spieler völlig selbstverständlich mit den Händen gefangen werden, um den Einwurf auszuführen. Oft gehts dann mit einem Lacher (und natürlich einem dF fürs gegnerische Team) weiter, aber manchmal ist die Verwirrung groß ...

  • Aus meiner Sicht ist der Countdown für den SR ein prima Werkzeug, das Tempo bei Abstößen und beim Einwurf zu steuern. Kurzer Pfiff wenn es offensichtlich zu lange dauert und dann wissen alle Akteure, was Sache ist. Das wird sich schnell einschwingen, da bin ich mir sehr sicher.

  • Nein, da solltest du nochmal nachlesen. :)

    Es sind 5 Sekunden nachdem der SR eine unfaire Verzögerung festgestellt hat.


    Ich finde, in der Praxis bei der WM funktioniert das ziemlich gut. Der SR pfeift meist, wenn der Spieler nicht sofort mit der Ausführung beginnt, wenn er mit Ball in der Hand bereitsteht, und startet dann den 5-Sekunden-Countdown. Dabei scheint es noch etwas Ermessensspielraum in der Hinsicht zu bestehen, ob die Verzögerung "unfair" ist, insbesondere wenn eine zurückliegende Mannschaft kurz vor Schluss sicher kein Interesse an Spielverzögerung hat. Falls nach Beginn des Countdowns noch der Einwerfer gewechselt wird, läuft der Countdown weiter. Falls bereits beim Weg zur Ausführung eine offensichtliche unfaire Verzögerung auftritt, kann der Countdown auch schon vorher beginnen.

  • Ja, 10 Sekunden beim Wechsel. Wobei das Anzählen für Alleinpfeifer eine echte Herausforderung wird, da man ja auch noch die Auswechslung notieren muss. Aber das Anzählen ist ja nur ein Service und nicht verpflichtend...