Mögliche Regeländerung beim Strafstoß

  • Aktuell wird über mögliche Regeländerungen in der Presse berichtet :


    1. Kein Nachschuss mehr, sondern Abstoß

    2. Keine Abstoppen mehr beim Anlauf (bisher nur eher als Diskussion)


    Zu 1.


    Rein statistisch werden ca. 75 % der Strafstöße/Elfmeter direkt verwandelt. Von den 25 % Verschossenen, kommt es auch selten zu einem potentiellen Nachschuss, sodass wir sowieso über wahrscheinlich weniger als 5 Tore pro 100 11m, die im Nachschuss erzielt werden.


    Insofern sehe ich hier tatsächlich eher einen Vorteil, da bis zur Ausführung des Abstoßes sich die Emotionen besser beruhigen und sich vor allem die Schiedsrichter im Amateurbereich sich ausschließlich auf zwei Spieler konzentrieren müssen.


    Zu 2.


    Meines Erachtens soll der Strafstoß weiterhin eine Strafe und kein ausgeglichenes Duell sein. Natürlich gibt es auch „Softelfmeter“, aber meistens wird doch mindestens eine gute Tormöglichkeit verhindert und oft liegt eben auch ein DOGSO mit einem xGoal-Wert deutlich über 0,75 vor.


    Wenn man jetzt dem Torhüter immer mehr Chancen gibt, den Strafstoß zu halten, verwirkt das meines Erachtens den Sinn und motiviert die Verteidiger noch mehr ballorientiert oder einer „nur“ unnatürlichen Vergrößerung der Körperfläche vor dem Tor ins Risiko zu gehen.

  • Und ich sehe das genau umgekehrt:


    1. Der Nachschuss ist, auch wenn er selten vorkommt, nur dann ein Problem, wenn wir den wegen einer Doppelberührung abpfeifen müssen. Und warum soll ein Spiel unterbrochen werden, obwohl kein Regelverstoß vorliegt?


    2. Die Sache mit der Abstopperei hingegen ist für meine Begriffe unsportlich - und genau das ist für einen Alleinpfeifer übrigens weitaus schwieriger im Auge zu behalten, weil wir zudem auf den Torwart schauen müssen.


    Generell missfällt es mir aber auch, was mit den Strafstößen passiert. Die sog. Dreifachbestrafung wurde abgeschafft, weil mit dem Strafstoß die klare Torchance ja wiederhergestellt werden, nur wird der Strafstoß als Spielstrafe immer mehr abgewertet, gerade die Torhüter haben in den letzten Jahren immer mehr Rechte bekommen - und wenn "nur" 75 % der Strafstöße direkt verwandelt werden, sollte das Anlass genug sein, diese Quote nicht weiter zu verschlechtern.

  • Naja, der Nachschuss ist auch dann ein Problem, wenn mehrere Spieler beider Mannschaften zum Ball laufen und der SR wissen muss, welche dieser Spieler bei der Ausführung schon im Strafraum waren.


    Allgemein ist wirklich die Frage, wie viel Torwahrscheinlichkeit man bei einem Strafstoß haben möchte.


    Mein persönlicher Eindruck ist, dass zu viele Spiele durch Strafstoßtore entschieden werden. Insbesondere, wenn diese Strafstöße strittig oder "hart" sind, finde ich es unbefriedigend, wenn sie eine so große Auswirkung haben.

    Also wäre ich grundsätzlich dafür, die Auslegungen so anzupassen, dass es weniger Strafstöße gibt.

    Aber die Alternative die Torwahrscheinlichkeit zu senken, gefällt mir prinzipiell auch gut.

  • Also wäre ich grundsätzlich dafür, die Auslegungen so anzupassen, dass es weniger Strafstöße gibt.

    Und wie sollte das konkret umgesetzt werden, im Mittelfeld Freistoß im Strafraum erlaubt? Strafstoß nur noch nach DOGSO ansonsten nur dF auf der Strafraumlinie oder idF?


    Aber die Alternative die Torwahrscheinlichkeit zu senken, gefällt mir prinzipiell auch gut.

    Auch bei Verhindern eine Tores mit einem Handspiel?

  • Ich sehe als Problem, dass es für jedes Vergehen im Strafraum die gleiche Spielstrafe gibt, obwohl die jeweils unterbundenen Angriffe stark voneinander abweichende Torwahrscheinlichkeiten haben. Handspiel auf der Torlinie führt zum Strafstoß, Beinstellen am seitlichen Ende des Strafraums auch. Sinnvoll wäre es vielleicht, Strafstoß nur als Strafe für eine Notbremse auszusprechen. Auch kann ich mir als Strafe für bspw. Handspiel auf der Torlinie einfach Tor, Anstoß vorstellen.


    Solange es jedoch einfach für jedes Vergehen im Strafraum einen Strafstoß gibt, werden wir bei den Grenzfällen, wenn es z.B. darum geht ob regelkonform gerempelt wurde oder eben schon ein fahrlässiges Foulspiel vorliegt und der Unterschied in der Spielfortsetzung entsprechend Strafstoß oder Weiterspielen wäre, regelmäßig große Unzufriedenheit bei der jeweils "benachteiligten" Mannschaft spüren.

  • Und wie sollte das konkret umgesetzt werden, im Mittelfeld Freistoß im Strafraum erlaubt? Strafstoß nur noch nach DOGSO ansonsten nur dF auf der Strafraumlinie oder idF?

    Kann man auch alles in Betracht ziehen, aber ich würde es einfacher halten:
    Vor 1-2 Jahren schwirrte schon mal die Anweisung herum, keine "soft penalties" zu geben. Das ist meines Erachtens genau der richtige Ansatz, wird aber gefühlt in letzter Zeit nicht mehr verfolgt.

    Im Strafraum sollte der SR im Zweifel gegen den Strafstoß entscheiden und heutige "Kann-Elfmeter" sollten als falsch bewertet werden.

    Alles, was im Mittelfeld ein klares Foul/Handspiel ist, bleibt es auch im Strafraum. Aber sobald Interpretationsspielraum für den SR besteht, sollte der im Strafraum in Richtung Weiterspielen genutzt werden.

    Im Rest des Feldes kann dann auch gerne so großzügig gepfiffen werden (insbesondere beim Handspiel sollte das nicht schaden) - wenn für die Spielkontrolle bei Zweikämpfen eine engere Linie nötig ist, kann man diese außerhalb des Strafraums aber auch anwenden.

    Und sorry, das hat wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun - aber du hast ja gefragt...

    Auch bei Verhindern eine Tores mit einem Handspiel?

    Ja, solange man nur eine Art der Bestrafung haben will, ist das für mich das kleinere Übel.

    Die Anzahl der Fälle, wo der ExpectedGoals-Wert im Moment des Vergehens größer als der eines Strafstoßes ist, dürfte gering sein.

    Viel häufiger gibt es Strafstöße, wo nahezu keine Torchance vorlag.

    Und durch die vorgeschlagenen Änderungen dürfte der xG-Wert beim Strafstoß ja auch nicht extrem sinken.


    Das Gegenargument, dass Strafstöße auch vor zu riskantem Spiel der Verteidiger schützen sollen und dadurch indirekt zur Qualität des Offensivspiels beitragen, ist natürlich valide.

    Aber wie gesagt, für mich überwiegt im Moment das Gefühl, dass Strafstöße einen zu großen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Was übrigens ja auch schlecht für die SR ist, weil diese dadurch mehr in den Fokus rücken.

  • Aber sobald Interpretationsspielraum für den SR besteht, sollte der im Strafraum in Richtung Weiterspielen genutzt werden.

    Ich behaupte mal, dass das schon heute passiert. Einen "Elfer" - und mithin eine potenziell spielentscheidende Sache - gibt man als Schiri doch nur, wenn man sich sicher ist.

  • Ich sehe als Problem, dass es für jedes Vergehen im Strafraum die gleiche Spielstrafe gibt, obwohl die jeweils unterbundenen Angriffe stark voneinander abweichende Torwahrscheinlichkeiten haben.

    Zweck der Strafraum-Regelung ist es nunmal den Verteidigern nunmal im Strafraum eine erhöhte Sorgfaltspflicht in den Zweikämpfen aufzuerlegen.

    Und das tut die Regel nunmal dadurch, dass sie eben verbotenes Spiel hart bestraft.


    Eigentich wollte ich jetzt Beispiele finden schreiben, dass es das in vielen anderen Sportarten auch gibt und wollte dazu Beispiele anführen.

    Tatsächlich fand ich aber das "Strafstoß-Äquivalent" (Eishockey Penalty, Hockey Siebenmeter, Handball Siebenmeter, Basketball Freiwurf) in anderen Sportarten tatsächlich in erster Linie als Strafe für das jeweilige Äquivalent zur DOGSO.


    Im Hockey gibt es aber für Fouls im Schusskreis dennoch eine andere Form des Bestrafung als für "Feldfouls".

    Bei einem normalen Foul gibt es Freischlag, bei einem Foul im Schusskreis gibt es eine Strafecke (kurze Ecke) und bei einer DOGSO gibt es Siebenmeter.


    Von daher kann ich durchaus auch verstehen, dass da eine Lücke bei der Bestrafung existiert.

    Ein (direkter) Freistoß auf der 5m-Linie, wo dann 11 Mann auf der Grundlinie zwischen den Pfosten stehen wäre meist weniger gefährlich als den Angreifer auf der 5er-Linie laufenzulassen.

    Aber eine kurze Ecke für nicht-DOGSO-Fouls im Strafraum dürfte angemessen sein.

    Ob auf dem Schnittpunkt von Grundlinie/Strafraum oder Grundlinie/Torraum bin ich noch unschlüssig.

    Ersteres erscheint mir dem Zweck der Erhöhung der Sorgfaltspflicht bei den Verteidigern nicht gerecht genug zu werden, letzteres ist schon recht nah am Strafstoß, insbesondere wenn man die allgemeine 9,15m-Abstandsregel berücksichtigt. Andererseits...dann muss die Verteidigung halt zusehen, dass sie die aus ihrer Sicht knapp 4m zum kurzen Pfosten ziemlich zügig zu bekommt.


    Handspiel auf der Torlinie führt zum Strafstoß, Beinstellen am seitlichen Ende des Strafraums auch.

    Das sehe ich tatsächlich auch als etwas unfair an. Aktuell ist es so, dass der Punkt 17m gerade vom Tor weg nicht zum Strafraum gehört, der Punkt 17m in Richtung Strafraumeck aber schon.

    Meiner Meinung nach sollte da kein Rechteck sein sondern zwei Viertelkreise verbunden durch eine Parallele zur Grundlinie, so das der Strafraum einheitlich alle Punkte umfasst, die weniger als 16,50m von der Torlinie zwischen den Torpfosten entfernt ist.

  • Die Guillotine des grünen Rasens

    Hand aufs Herz: Der Elfmeter ist die größte Ungerechtigkeit des modernen Fußballs. Ein juristisches Monstrum, verkleidet als simple Regel. Ein biederer Lehrwart mag ihn zwar als „direkten Freistoß mit besonderen Regeln“ verharmlosen, aber das ist in etwa so, als würde man die Guillotine als „Fallbeil mit Nackenstütze“ beschreiben.


    Dabei war die Idee dahinter einst von rührender Naivität. Wir schreiben das Jahr 1863. Männer in langen Hosen und mit beeindruckenden Schnurrbärten gehen davon aus, dass ein englischer Sportsmann niemals, wirklich niemals, absichtlich unfair spielen würde. Für den extrem seltenen Fall eines unbeabsichtigten Fauxpas führte man den „Freekick“ ein. Eine Geste der Wiedergutmachung, ein Gentleman’s Agreement, um den Ballbesitz wiederherzustellen. Von einer Torchance sprach damals niemand, was auch daran lag, dass man den Ball ohnehin nicht nach vorne passen durfte.


    Man möchte sich diese Zeit zurückwünschen! Keine Schwalbenkönige, keine Video-Inquisitoren im Kölner Keller, keine Rudelbildung. Nur zwei Mannschaftskapitäne, die bei einem Glas Sherry sportlich fair diskutieren, ob der Tritt gegen das Schienbein nun übermütig oder doch nur ein Versehen war. Wahrscheinlich würden wir unseren heutigen Hochgeschwindigkeits-Zirkus nicht wiedererkennen.


    Doch dann kam der Strafstoß. Und mit ihm die Perversion des Gerechtigkeitsgedankens. Er ist die sozialistische Gleichmacherei des Regelwerks: Jedes Vergehen im Strafraum wird gleich bestraft. Völlig egal, ob ein Verteidiger auf der Torlinie mit einer zynischen Faustabwehr ein zu 100 Prozent sicheres Tor verhindert oder ob ein Stürmer im Niemandsland des Sechzehners über einen unglücklich ausgestreckten Fuß stolpert, aus einer Position, aus der nicht einmal ein betrunkener Kreisligist eine Gefahr entwickeln würde.

    Das Ergebnis ist dasselbe: eine Duellsituation, Schütze gegen Torwart, eine staatlich verordnete Torchance von 75 Prozent.


    Das ist das eigentliche Drama. Wir haben ein System geschaffen, in dem der ursprüngliche Gedanke – die Kompensation eines Nachteils – von einer kalten, statistischen Exekution ersetzt wurde. Die feine Klinge des Sportsgeistes wurde durch das rostige Fallbeil der Regelhörigkeit ausgetauscht. Und so wundern wir uns bei jeder 50/50-Entscheidung, warum die Debatten so hysterisch sind. Die Antwort ist einfach:


    Weil die Strafe in keinem Verhältnis mehr zur Tat steht. Es ist an der Zeit, diese Guillotine des grünen Rasens endlich wieder in die Mottenkiste der Fußballgeschichte zu verbannen.

  • SixthSCTF Die Masse sieht bei jeder kleiner Regeländerung eine Zerstörung des Fußballs. „Fußball sollte so sein wie früher“, wobei jeder an eine andere Zeit den und weder von der zu schreibst, noch dass die Regeln permanent im Wandel sind.


    Ja, meines Erachtens sollte es den Strafstoß nur noch bei jedem DOGSO, egal wo, geben und der nur deswegen des Feldes verwiesene Spieler durch eine AW ersetzt werden. Alle Freistöße aufgrund eines Vergehens im Strafraum (der dann Torwartraum heißt 😃) würden am nächsten Punkt außerhalb ausgeführt werden.


    Und als zusätzliche Strafe für ein SPA darf der fällige Freistoß von überall außerhalb des Strafraums ausgeführt werden.


    Aber auf mich hört ja keiner 😃.

  • Sehe ich komplett anders - wenn wir den Strafstoß abschaffen, haben wir Chaos im Strafraum! Dann werden klare Torchancen gleich reihenweise durch Fouls und Handspiele genommen, der Freistoß, den es dafür gibt, darüber wird gelächelt - und insbesondere in den Schlussminuten lässt sich selbst eine Rote Karte besser verdauen als das entscheidende Gegentor - und auch bei SPA-Vergehen sinkt die Hemmschwelle, denn heute lässt man die eher gewähren, droht eben der Strafstoß.


    Korrekt wäre es eher, die Bestrafung für DOGSO-Vergehen zu verschärfen, dass es dafür immer einen Strafstoß als Wiederherstellung der klaren Torchance gibt - und dann kann man meinetwegen auch die Rote Karte dafür durch eine Verwarnung ersetzen, egal wo das passiert, vorausgesetzt natürlich, dass das Foul an sich nicht rotwürdig war.


    Persönlich sehe ich viel größeren Änderungsbedarf - auch im Sinne "Fußball wie früher" - beim Abseits, was an Zehennagel-Abseitsstellungen heute ganze Spiele verändert, aber auch dem Alleinpfeifer in der Betonliga das Leben erschwert, ist schlicht nicht zielführend; urpsrünglich ging es ja nur darum, dass als unsportlich empfundene herumlungern vor dem gegnerischen Tor zu unterbinden.


    Und im Sinne des Fußballs wäre es auch, die Regeln zu entschlacken und zu vereinheitlichen, wenn ich alleine mal darüber nachdenke, wie viele verschiedene Abstandsnormen es gibt, holla die Waldfee ... Warum muss es ein Meter zur Freistoßmauer sein, zwei Meter beim Einwurf, vier Meter beim SR-Ball und 9,15 m beim Freistoß und Anstoß? Und dabei bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich alle Abstände habe ... Oder die Differenzierung zwischen direktem und indirektem Freistoß - in den meisten Teilen des Feldes rein akademischer Natur, dort wo es zählt aber fraglich, wir können zu der obskuren Situation - und nun schließt sich der Kreis - kommen, dass eine Unsportlichkeit in Form eines den Gegner täuschenden Rufes zwar eine klare Torchance verhindert und zu einem FaD führt, die Torchance aber durch einen indirekten Freistoß faktisch hinüber ist. Und so weiter ...

  • Sehe ich komplett anders - wenn wir den Strafstoß abschaffen, haben wir Chaos im Strafraum!

    Das hat doch bisher keiner vorgeschlagen. SixthSCTF interpretiere ich eher, als dass man das Prozedere grundsätzlich neu durchdenken muss und ich sehe ähnlich wie du den Strafstoß nur noch bei DOGSO.


    Das Problem dem „Entschlackungsbedarf“ ist doch der seit 100 Jahren nicht mehr vorhandene Sportsgeist. Bei jeder Regel finden sich Experten, die lernen, wie man sie in eher unsportlicher Weise ausnutzen oder umgehen kann, sodass permanent nachgebessert werden muss.


    Am Wochenende erst wunderte man sich z. B. zum einen dass ein Spieler im Strafraum mindesten fahrlässig getroffen wurde und sich nicht hat fallen lassen und zum anderen, dass der Schiedsrichter nach VAR-Eingriff dann tatsächlich auch noch auf Strafstoß entscheidet. Wenn ein Spieler den Ball ins Seitenaus spielt, damit ein Gegenspieler behandelt werden kann, wird das schon als Friedensnobelpreis verdächtig in der Presse hoch gejubelt.


    Die Schiedsrichter müssen doch fast bei jedem Zweikampf entscheiden, welcher der beiden Spieler jetzt weniger gegen die Regeln verstoßen hat. Mal setzt der eine „etwas“ mehr Kontakt ein als zulässig, mal sucht der andere den Kontakt und fällt in oskarreifer Manier wie ein Komparse in einem Kriegsfilm. Und egal wie entschieden wird, einer beschwert sich, was aktuell zur Perversion führt, dass auch noch der arme mit der Pfeife bestraft werden soll, wenn er mal wieder getäuscht wurde und darauf reinfällt.


    Nein, der Zug die Regeln zu entschlacken ist unaufhaltsam abgefahren.


    Und jetzt hat das IFAB nichts besseres zu tun, als sich Gedanken darüber zu machen, ob es beim Strafstoß zukünftig noch einen Nachschuss geben soll oder nicht. Und weil diese Frage offenbar noch zu einfach ist, sei anscheinend noch nicht mal klar, ob das nur beim gehaltenen Strafstoß gilt:

    Unklar ist noch, was passiert, wenn der Ball vom Pfosten oder der Latte abprallt, ohne dass der Torwart ihn berührt. (Bild.de 26.09.)

  • Ich behaupte mal, dass das schon heute passiert. Einen "Elfer" - und mithin eine potenziell spielentscheidende Sache - gibt man als Schiri doch nur, wenn man sich sicher ist.

    Das wäre wünschenswert und wahrscheinlich handhaben es auch viele SR so.

    Im Profibereich ist mein Eindruck aber, dass doch recht viele Strafstöße gegeben werden, die maximal im Graubereich sind. Oder eben auch jene, die klar falsch sind und vom VAR korrigiert werden.

    Wenn tatsächlich im Zweifel kein Strafstoß gegeben würde, müsste es ja deutlich mehr VAR-Eingriffe für fehlende Strafstöße als für falsche Strafstöße geben. Nach meiner Wahrnehmung (allerdings ohne Statistiken dazu) ist das nicht der Fall.


    Aber zurück zum eigentlichen Thema:
    Was gibt es denn beim ersten Vorschlag für Gegenargumente?

    - sinkende Torwahrscheinlichkeit (falls man das nicht möchte)

    - ungewöhnliche Situation einer Spielunterbrechung ohne dass ein Vergehen vorliegt oder der Ball das Spielfeld verlässt. -> Hier könnte man es aber wohl so regeln, dass der Ball durch den Strafstoß nicht wieder ins Spiel kommt sondern erst mit der nächsten Spielfortsetzung (Abstoß oder Anstoß).

    Noch etwas?

  • Hier könnte man es aber wohl so regeln, dass der Ball durch den Strafstoß nicht wieder ins Spiel kommt sondern erst mit der nächsten Spielfortsetzung

    Also eine Torerzielung während der Ball nicht im Spiel ist? Das wäre neu.

    (Abstoß oder Anstoß)

    Da würde meiner Meinung noch der Eckstoß dazugehören wenn der Torwart die Finger dran hat, dass dann wieder zu Aufstellung an der Strafraumgrenze führt um den Eckstoß ggf. schnell ausführen zu können.

  • Ja, da müsste man die Torerzielung, wenn Ball nicht im Spiel, erlauben. Im weiteren Sinne analog zum Elfmeterschießen. Sollte kein Problem darstellen, denke ich.


    Mein Verständnis wäre, dass es nur die beiden Optionen Tor->Anstoß oder kein Tor->Abstoß geben soll.

  • Mein Verständnis wäre, dass es nur die beiden Optionen Tor->Anstoß oder kein Tor->Abstoß geben soll.

    Ich habe es so verstanden, dass möglicherweise noch eine dritte Möglichkeit diskutiert wird, wenn der Ball nicht zwischenzeitlich vom Torhüter berührt wird:

    ->Weiterspielen


    Somit könnte der Strafstoß auch als „normale“ Spielfortsetzung ausgeführt werden, auch wenn er zwischenzeitlich an den Pfosten prallt.

  • Mein Verständnis wäre, dass es nur die beiden Optionen Tor->Anstoß oder kein Tor->Abstoß geben soll.

    In dem Fall wäre aber (und das ist jetzt nut Bauchgefühl) eigentlich Tor->Anstoß oder kein Tor -> SR-Ball konsequenter.

    Der Abstoß ist eine spezielle Spielfortsetzung für Angreifer schiesst Ball ins Toraus. Wenn man jetzt auch bei einer Berührung des TW auch Abstoß gibt, würde man damit ein weiteres Konzept brechen müssen.

  • würde man damit ein weiteres Konzept brechen müssen.

    Oh Gott, es müsste ein Konzept gebrochen werden 😱.


    Fußballregeln basieren nicht auf irgendwelchen unveränderlichen Naturgesetz gleichen Konzepten. Natürlich könnte man den SRB geben, was allerdings ebenfalls gegen einem „Konzept“ widerspricht, weil er bis auf wenige Ausnahmen ja nur dann erfolgt, wenn das Spiel ohne Regelgrundlage unterbrochen wurde.


    Und wenn man schon meint, das Spiel nach einem gehalten Straftoß zu unterbrechen, dann ist der Abstoß auch ein sinnvolle Spielfortsetzung wie der Eckstoß bei der 8-Sekunden-Regel.


    Und es geht hier nicht darum zu analysieren, ob diese potentielle Regeländerung in bestehende Konzepte passt, sondern ob sie sinnvoll ist.


    Wird das Spiel dadurch gerechter oder einfacher zu leiten?

  • Somit könnte der Strafstoß auch als „normale“ Spielfortsetzung ausgeführt werden, auch wenn er zwischenzeitlich an den Pfosten prallt.

    Würde aber einem Teil des Zwecks widersprechen, weil dann ja doch wieder Spieler beider Mannschaften auf den Abpraller lauern würden.



    Unterdessen ist mir noch ein mögliches Gegenargument eingefallen:

    - Der Nachschuss beim Strafstoß gehört zum Fußball dazu - und es könnte den Unterhaltungswert mindern, wenn man ihn unterbindet. Es ist schließlich oft eine spannende Situation/Torchance, die dadurch entsteht.