DOGSO ja/nein

  • Ich schulde Dir keine Belege. Meine Quelle ist der vom IFAB veröffentlichete Regeltext.

    Deine Meinung widerspricht diesem Regeltext und basiert auf nicht verifizierbaren Quellen.


    Deine These ist, dass es idF geben müsse, weil es sich um ein Vergehen handelt, welches nicht in den Regeln erwähnt wird.


    Das Vergehen, um dass es geht ist aber nunmal in den Regeln erwähnt und die These, die Dein Argument stüten soll, hält nicht.

    Wenn Du den idF hier haben willst, musst Du also mindestens eine der folgenden Fragen plausibel beantworten können:


    Warum genau hältst Du den "nicht in den Regeln"-Tatbestand für einschlägig, obwohl das Vergehen in den Regeln erwähnt ist?

    oder

    Welcher andere Tatbestand, für den ein idF zu verhängen ist, ist Deiner Meinung nach für den Torwarttausch einschlägig?


    Ein unzulässigerweise gegebener idF (nach Deiner Verortung sogar im Strafraum!) wäre eine potenziell spielentscheidende Fehlentscheidung. Und bei sowas gebe ich mich halt nicht zufrieden mit "irgendwer hat mal irgendwo irgendwie gesagt das ist so". Dass bei diesem Vergehen aufgrund der Natur des Vergehens nicht möglich ist den Zeitpunkt und den Ort festzustellen, sind für mich noch weitere Indizien, dass der Regelgeber hier ausdrücklich keine Spielstrafe haben wollte. Ansonsten hätte er nämlich irgendwo hingeschrieben, wo es weitergehen sollte und nicht die Festlegung des Ortes der Phantasie des Schiedsrichters überlassen.

  • KozKalanndok Wir drehen uns im Kreis. Da ich dir mehrmals - bestätigt durch einen Lehrwart - die aktuelle Lehrmeinung mit Bezug auf das Regelwerk genannt habe, bist du sehr wohl am Zuge den Irrtum zu belegen. Es ist mir und vielen anderen auch vollkommen Wurst, ob der originale Regeltext hier anders interpretiert werden kann.

  • ob der originale Regeltext hier anders interpretiert werden kann.

    Zumal in Deutschland sowieso der vom DFB veröffentlichte Regeltext gilt. Diese IFAB Diskussion ist also eher akademisch.

    Ach, der deutsche Sonderweg, er findet selbst im Fußball-Regeltext statt. Natürlich darf Deutschland das. Wer sollte es uns auch verbieten?

    Die Vorstellung, die Verantwortlichen beim IFAB hätten keine Kenntnis vom DFB-eigenen Regelwerk, ist niedlich naiv – als wäre der deutsche Fußball eine Art gallisches Dorf, das sich erfolgreich der globalen Norm widersetzt.


    Die Wahrheit ist vermutlich banaler: Was im deutschen Regeltext steht, ist entweder völlig konform oder so marginal anders, dass es niemanden interessiert. Ein 'gewaltiges Problem' hätten wir also weniger mit dem Weltverband, sondern eher mit unserem Selbstbild, auch hier wieder alles ein klein wenig besser zu wissen.

  • Das Problem ist doch, dass man beides, also idF (mehr recht als schlecht) und SR-Ball, argumentieren kann. Wobei mir der SR-Ball viel schlüssiger anhand des Regeltextes erscheint. Aber da es ja mal eine Regelfrage dazu gab - vermutlich irgendwann mal in einer SR-Zeitung - und dort der idF verlangt wird, muss man wohl diese Entscheidung akzeptieren. Schlüssig ist's für mich trotzdem nicht.

  • Die Intention der ursprünglichen Fragestellung ist, ob eine Aktion, die normalerweise keine Unterbrechung des Spiels erfordert, aber durch die Unterbrechung zu einem indirekten Freistoß führt, als DOGSO gewertet werden muss, wenn dadurch ein Tor oder eine Torchance verhindert wird.

  • Hierzu noch ein abstruses Beispiel: Der Torhüter klemmt während des Angriffs seines Teams die Trinkflasche absichtlich (nach Ansicht des Assistenten, der die Szene beobachtet) auf die Torlinie zwischen Pfosten und Boden. Dadurch wird im folgenden Gegenangriff ein Tor verhindert, als der Ball in diese Ecke geschossen wird.

  • Die Intention der ursprünglichen Fragestellung ist, ob eine Aktion, die normalerweise keine Unterbrechung des Spiels erfordert, aber durch die Unterbrechung zu einem indirekten Freistoß führt, als DOGSO gewertet werden muss, wenn dadurch ein Tor oder eine Torchance verhindert wird.

    Das ist mir bewusst.

  • Zumal in Deutschland sowieso der vom DFB veröffentlichte Regeltext gilt. Diese IFAB Diskussion ist also eher akademisch.

    Meines Wissens nach ist der Regeltext doch identisch. Und auch im vom DFB veröffentlichtem Regelwerk steht der Verweis auf die englischsprachigen Regeln.

    Siehe hier das offizielle Regelheft für diese Saison

    https://assets.dfb.de/uploads/000/322/119/original_Regelheft_2025_2026.pdf?1752044844

    Auf Seite 2 Steht eindeutig, dass wir nach den IFAB Regel spielen und da steht auch "Unterscheiden sie sich im Wortlaut, ist der englische Text maßgebend"

    Da der DFB keinen eigenen englischen Text rausgibt, kann damit nur das Original vom IFAB gemeint sein.

    Das Problem ist doch, dass man beides, also idF (mehr recht als schlecht) und SR-Ball, argumentieren kann. Wobei mir der SR-Ball viel schlüssiger anhand des Regeltextes erscheint. Aber da es ja mal eine Regelfrage dazu gab - vermutlich irgendwann mal in einer SR-Zeitung - und dort der idF verlangt wird, muss man wohl diese Entscheidung akzeptieren. Schlüssig ist's für mich trotzdem nicht.


    Genau da liegt halt mein Problem. Es gibt irgendwo Regelfragen und damit wird dann eine Regelauslegung definiert. Nach meinem Verständnis dann auch ohne weitere Erklärungen.

    So was gehört von mir aus als Anmerkung dann in das offizielle Regelheft. Aber eine Regelfrage irgendwo mal in einer SR-Zeitung halte ich nicht für korrekt "schriftlich festgehalten".

    Vor allem weil viele alte Regelfragen auch obsolet werden, wenn sich die Regel dazu geändert hat. Daher gehört das direkt ins Regelheft.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert