Charakterveränderung durch Schiedsrichtertätigkeit

  • Hmmm.... interssante Frage, wenn man denn wüßte, wie der Begriff "Charkter" denn definiert wird.

  • Hat sich euer Charakter und euer Auftreten dadurch, dass ihr Schiedsrichter seit im Vergleich zu vorher verändert und was hat sich verändert?

    Ja, ich habe mich charakterlich sehr verändert. Ich bin ruhiger und reflektierter geworden. Ich habe gelernt mich zu hinterfragen. Zudem prallen Beleidigungen an mir ab. Streitereien kann ich nun deutlich souveräner lösen, was auch daran liegt, dass ich mir gewisse Techniken angeeignet habe. Und vor allem gebe ich jetzt auch mal zu, wenn ich schlecht gepfiffen habe. So eine Reue hätte es bei mir vor einigen Jahren nicht gegeben. Zudem habe ich gelernt, den Spielern zuzuhören, diese zu beruhigen und diese in ihrer Situation ernst zu nehmen. Wenn diese sachlich mit mir reden, rede ich auch sachlich mit denen. Werden die Spieler frech, wird auch mein Ton rauer und weise gleichzeitig daraufhin, dass ich diese Diskussionskultur so nicht zwingend führend muss.


    Ich habe einen ziemlichen charkterlichen Wandel hinter mir. Während mich die Vereine vor einigen Jahren vom Hof jagen wollten, bin ich jetzt ein gern gesehener Schiedsrichter. Was auch daran lag, dass ich in einem gewissen Zeitraum sehr viel abgenommen habe und mit meiner Größe eine gewisse Ausstrahlung habe. Insgesamt führte das bei mir zu einem Charakterwechsel und einem selbstbewussten -- aber nicht selbstverliebten -- Auftreten.

  • Ich würde sagen, dass ich nach meiner 3 jährigen Schiedsrichtertätigkeit selbstbewusster und gelassener geworden bin. Allerdings war ich schon immer ein unaufgeregter Mensch, der Dinge nicht gleich persönlich genommen hat. Also haben sich meine Grundeigenschaften etwas verstärkt wenn man so will. Das einzige was mich nach wie vor etwas wütend macht ist, wenn man mir außerhalb des Platzes unterstellt ich würde mich bestechen lassen bzw. ich sei in einen Wetten Skandal verwickelt. Natürlich weiß ich, dass es nicht so ist aber es ist unfreundlich es pauschal jedem Schiedsrichter zu unterstellen.

  • Also ich habe für mich gemerkt, dass ich tatsächlich gelassener werde, je länger ich pfeife! Auch das, was marvinc92 gesagt hat, kann ich zum Teil für mich bestätigen; ich habe auch kein Problem nach einem nicht optimal gelaufenem Spiel meinerseits das auch gegenüber den MV zuzugeben..


    Dazu kommt auch, dass ich mehr als zuvor mit Spielern in Kontakt komme, da ich seit einem Jahr auch noch selbst in der 3. KK spiele; unser Kreis ist recht überschaubar, da kennt man sich doch ziemlich gut!

  • Ich bemerke ein Positive Entwicklung bei mir. Vor der Schiedsrichterei habe ich bei jeder Beleidung gleich zurück beleidigt etc. und seit dem ich an der Pfeife bin prallen diese bei mir einfach ab. Ausserdem treffe ich Entscheidungen auf dem Platz bzw. im Privaten viel bedachter als vorher.

  • (...)Zudem habe ich gelernt, den Spielern zuzuhören, diese zu beruhigen und diese in ihrer Situation ernst zu nehmen. Wenn diese sachlich mit mir reden, rede ich auch sachlich mit denen. Werden die Spieler frech, wird auch mein Ton rauer und weise gleichzeitig daraufhin, dass ich diese Diskussionskultur so nicht zwingend führend muss.(...)

    Da kann ich mich anschließen. Zu Beginn meiner SR-Laufbahn habe ich auf jegliche Art der Kritik empfindlich reagiert, oftmals auch mit vielen Verwarnungen. Inzwischen sehe ich das wie Marvin, wer normal mit mir redet, bekommt auch normale Antworten.

    Was aber nicht heißen soll, dass der Sportplatz zum Stammtisch-Ersatz wird. Wer mich bei jeder Aktion sachlich zutextet, wird auch eine entsprechende Ansage bekommen, gefolgt von einer Verwarnung. So einen Fall hatte ich vor einiger Zeit, da war es ein Spieler, der wirklich jede Aktion bewertet hat. Er wurde zwar nie unsachlich oder gar beleidigend. Auch war es fast nie Kritik an meinen Entscheidungen. Habe ihm dann mitgeteilt, dass es mit seinen Bemerkungen reicht und er sich zurücknehmen soll. Das hat dann 10 Minuten gehalten, als es wieder losging. Die Verwarnung nahm er anstandslos hin, flog dann aber wegen eines unnötigen Einsteigens am gegnerischen Strafraum kurz darauf mit G/R vom Platz. Sein Trainer meinte nur "wenn du nicht so viel labern würdest, wärst nicht runtergeflogen".

    Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.
    (Andreas Brehme)